Marchtaler Plan

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Der Marchtaler Plan ist der Rahmenplan für die Katholischen Freien Schulen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Diözese Augsburg. Benannt wurde er nach seinem Entstehungsort, dem Kloster Obermarchtal, das heute die Katholische Akademie der Lehrerfortbildung beherbergt.[1]

1984 wurde der Marchtaler Plan als Erziehungs- und Bildungsplan für die Katholischen Freien Grund- und Hauptschulen eingeführt. Inzwischen liegen Marchtaler Pläne für alle allgemein bildenden Schularten, für die Fachschule für Sozialpädagogik und für verschiedene Sonderschulen vor.[2]

Der Marchtaler Plan hat wesentliche Gedanken der Montessori-Pädagogik und Ansätze von Peter Petersen aufgenommen und sie in eigener Weise umgesetzt. Der Marchtaler Plan ist in den letzten Jahren ein wesentliches Moment der Innovation in Baden-Württemberg gewesen, das auch auf viele staatliche Schulen ausstrahlte. Er verfolgt ein ganzheitliches Konzept, was sich allein schon daraus ablesen lässt, dass das Fach Religion nicht mehr auftaucht, sondern ganzheitlich in den anderen Stunden verarbeitet wird.

Grundlagen und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die inhaltliche Grundlage des Marchtaler Plans sind die Lehrpläne des Landes Baden-Württemberg und Bayern für die jeweilige Schulart. Die Ziele der Erziehung und Bildung gemäß dem Marchtaler Plan sind:

  • Vermittlung von Bildung und Wissen
  • Ganzheitlich personale und soziale Erziehung
  • Sittlich-religiöse Erziehung

Strukturelemente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Unterricht beinhaltet folgende Fächer:

  • Morgenkreis: Nach dem Wochenende beginnt die Woche mit dem „Morgenkreis“, einer „Stilleübung“ mit dem Blick auf die Mitte und dem Abschied vom Gewesenen, und endet mit dem „Abschlusskreis“ am Ende der Woche.
  • Freie Stillarbeit: Die freie Stillarbeit beinhaltet stilles Arbeiten in einer vorbereiteten Lernumgebung mit freier Wahl des Themas, der Zeit, der Arbeitsform, der Partner und des Raumes. Erlaubt sind auch kleinere Projekte.
  • Vernetzter Unterricht: Der Vernetzte Unterricht überschreitet die herkömmliche Gliederung der Stoffe nach Fächern und stellt eine ethische, soziale, und religiöse Verknüpfung der zu unterrichtenden Bereiche (je nach Schulform Religionslehre, Heimat- und Sachunterricht, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Erdkunde, Physik, Chemie und Biologie) dar. Die Inhalte des Faches Deutsch werden vom Lehrer grundsätzlich mit den Unterrichtseinheiten vernetzt.

Schulen mit Marchtaler Plan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Diözese Augsburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Diözese Eichstätt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • alle Schulen der Diözese Eichstätt

Weitere Schulen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Meißner: Vom Schulstreit zum Marchtaler Plan. Texte zur Theorie und Geschichte der Bildung, Band 14, Lit Verlag, Münster 2000, ISBN 3-8258-4524-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pädagogik – Der Marchtaler Plan. In: www.schulstiftung.de. Abgerufen am 14. Oktober 2019.
  2. Publikationen zum Marchtaler Plan. In: www.schulstiftung.de. Abgerufen am 21. November 2020.
  3. Wir über uns - Organisation der St. Paulus Schule Berlin. Abgerufen am 9. Mai 2021.
  4. Was ist der Marchtaler Plan? Unsere Schulen im Fernsehen: Abgefahren - Mit dem Schulbus unterwegs. In: www.schulwerk-augsburg.info. Abgerufen am 21. November 2020.
  5. Anna Günther: Eine Schule, die die Grenzen der Fächer überwindet. In: www.sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung, 29. März 2019, abgerufen am 21. November 2020.