Martin Wiebel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Martin Wiebel (* 28. Januar 1943 in Berlin) ist ein deutscher Dramaturg, Fernsehredakteur und Filmproduzent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Wiebel legte 1962 das Abitur am Diesterweg-Gymnasium in Berlin ab. Bis 1967 studierte er dann Germanistik, Theaterwissenschaften, Publizistik und Soziologie an der FU Berlin.

Seine berufliche Tätigkeit begann Martin Wiebel als Theaterkritiker beim Spandauer Volksblatt (1966–1967) und als Chefdramaturg am Theater Freie Volksbühne Berlin (1967–1970).[1] Von 1970 bis 1998 war er mit einer kurzen Unterbrechung beim WDR in Köln tätig, zunächst als Dramaturg im Programmbereich Fernsehspiel des WDR (1970–1988), von 1972 bis 1978 zugleich als Leiter der Redaktionsgruppe Projekte/Medienkritik im Programmbereich Kultur des WDR (Glashaus).[2] Von 1989 bis 1998 war er dann stellvertretender Leiter der WDR-Programmgruppe Fernsehspiel. Seit 1997 arbeitete er zusätzlich als Leiter der Redaktion Europäische Kino-Coproduktion.

Seit 1998 lebt Martin Wiebel als unabhängiger Film-TV-Consultant wieder in Berlin. 1998 bis 2003 unterrichtete er als Professor an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg im Bereich Creative Producing.

Von 1988 bis 1989 war Martin Wiebel Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Von 1997 bis 2005 war er Vize-Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Von 2000 bis 2004 war Martin Wiebel Präsident der Jury Fernsehfilmfestival Baden-Baden der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

Für seine Filme wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Seit 2007 engagiert sich Martin Wiebel als Vorsitzender des Vereins KulturRaum Zwingli-Kirche in Berlin-Friedrichshain.

Sein Archiv befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.[3]

Am 23. August 2016 erhielt Martin Wiebel aus der Hand des Berliner Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Die Verleihung erfolgte laut Mitteilung des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin sowohl in Anerkennung des umfangreichen künstlerischen Schaffens des Dramaturgen und Produzenten in Film und Fernsehen als auch zur Würdigung seines bürgerschaftlichen Engagements für den KulturRaum Zwingli-Kirche im Quartier am Berliner Rudolfplatz.[4][5][6]

Martin Wiebel lebt in Berlin und in der Provence und seit 1990 zusammen mit Dorothee Reinhold-Wiebel.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Verantwortlicher Dramaturg / Producer der Fernsehfilme und Kino-Fernseh-Coproduktionen:

  • 1970 Das Verhör von Habana (Hans Magnus Enzensberger / Hagen Mueller-Stahl)
  • 1971 Der Italiener (Thomas Bernhard / Ferry Radax)
  • 1971 Rote Fahnen sieht man besser (Theo Gallehr / Rolf Schübel)
  • 1980 Ein Mann von gestern (Wolfgang Menge / Tom Toelle)
  • 1981 Im Land meiner Eltern (Janine Meerapfel)
  • 1982 Dazwischen (Doris Dörrie)
  • 1982 Flüchtige Bekanntschaften (Dieter Wellershof / Marianne Lüdcke)
  • 1983 Heller Wahn (Margarethe von Trotta)
  • 1983 Mitten ins Herz (Doris Dörrie)
  • 1983 Eine Liebe von Swann (Volker Schlöndorff nach Marcel Proust)
  • 1983 Im Zeichen des Kreuzes (Rainer Boldt / Hans Rüdiger Minow)
  • 1984 Super (Adolf Winkelmann)
  • 1984 Das leise Gift (Erwin Keusch / Markus P. Nester)
  • 1986 Rosa Luxemburg (Margarethe von Trotta)
  • 1986 Die Reise (Markus Imhoof / Martin Wiebel)
  • 1987 Eine geschlossene Gesellschaft (Heinrich Breloer)
  • 1988 Die Wupper (Jürgen Flimm / Else Lasker-Schüler)
  • 1988 Der Bruch (Wolfgang Kohlhaase / Frank Beyer)
  • 1989 Das Milliardenspiel (Klaus Pohl / Peter Keglevic)
  • 1991 Das Ende der Unschuld (Wolfgang Menge / Frank Beyer)
  • 1990 Wer zu spät kommt – das Politbüro erlebt die Deutsche Revolution (Cordt Schnibben / Jürgen Flimm)
  • 1990 Mein Krieg (Harriet Eder / Thomas Kufus)
  • 1991 Karniggels (Detlev Buck)
  • 1993 Wir können auch anders (Detlev Buck / Ernst Kahl)
  • 1995 Männerpension (Detlev Buck / Eckhard Theophil)
  • 1995 Das Versprechen (Margarethe von Trotta)
  • 1995 Mutters Courage (Michael Verhoeven)
  • 1995 Nikolaikirche (Erich Loest / Frank Beyer)
  • 1995 Der Trinker (Ulrich Plenzdorf / Tom Toelle)
  • 1997 Flammen im Paradies (Markus Imhoof)
  • 1998 Liebe deine Nächste! (Detlev Buck)
  • 2000 Gloomy Sunday (Ruth Toma / Rolf Schübel)
  • 2000 Jahrestage – aus dem Leben der Gesine Cresspahl (Margarethe von Trotta / Peter Steinbach / Christoph Busch)
  • 2003 Rosenstraße (Margarethe von Trotta / Pam Katz)
  • 2013 Hannah Arendt (Margarethe von Trotta / Pam Katz)

Als Autor / Regisseur:

  • 1978 Emergency. Hommage an die zeitgenössische Befindlichkeit. (WDR)
  • 1988 Der Zauberbaum. (Nach Peter Sloterdijk) (WDR)

Europäische Kino-Coproduktion seit 1997

  • La femme de chambre du Titanic (Bigas Luna)
  • Lola & Bilidikid (Kutlug Ataman)
  • My name is Joe (Paul Laverty/Ken Loach)
  • Ewigkeit und ein Tag (Theo Angelopoulos)
  • The croupier (Mike Hodges)

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Wiebel (Hrsg.): Deutschland auf der Mattscheibe. Die Geschichte der Bundesrepublik im Fernsehspiel. Verlag der Autoren, Frankfurt a. M. 1999, ISBN 3-88661-216-3
  • Martin Wiebel (Hrsg.): Mutmassungen über Gesine. Uwe Johnsons 'Jahrestage' in der Verfilmung von Margarethe von Trotta. (Suhrkamp Taschenbuch 3216) Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2000, ISBN 3-518-39716-8.
  • Martin Wiebel: East Side Story. Biographie eines Berliner Stadtteils. Antje Lange Verlag, Berlin 2004. ISBN 3-928974-02-5.
  • Martin Wiebel (Hrsg.): Hannah Arendt. Ihr Denken veränderte die Welt. Das Buch zum Film von Margarethe von Trotta. (Piper Taschenbuch 30175), Piper, München 2012, ISBN 978-3-492-30175-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.bpb.de, abgerufen am 11. Februar 2013.
  2. Peter Richter: Gute Unterhaltung. Es gab eine Zeit, da waren ARD und ZDF das Paradies. Man traute sich vieles – auch zu scheitern. Das ist lange her. Der Redakteur Martin Wiebel kannte diese Zeit. Und ihr Ende. Ein Besuch. In: Süddeutsche Zeitung, 26. Januar 2013, S. 3.
  3. Martin-Wiebel-Archiv Bestandsübersicht auf den Webseiten der Akademie der Künste in Berlin.
  4. Ex-KulturRaum-Chef Martin Wiebel erhielt Bundesverdienstkreuz, Berliner Woche Online, Abgerufen am 2. September 2016
  5. Pressemitteilung des Landes Berlin
  6. Kulturraum Zwingli-Kirche