Margarethe von Trotta

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Margarethe von Trotta (Januar 2013)

Margarethe von Trotta (* 21. Februar 1942 in Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Staatenlose verbrachte Margarethe von Trotta ihre Kindheit und Jugend mit ihrer Mutter Elisabeth von Trotta, einer deutsch-baltischen Aristokratin, in Düsseldorf. Ihr Vater ist der Maler und Illustrator Alfred Roloff. Nach Ablegen der Mittleren Reife besuchte sie zwei Jahre die Höhere Handelsschule und arbeitete danach in einem Büro. Ihre ersten Filmerfahrungen sammelte sie anschließend bei einem Paris-Aufenthalt.

Das Abitur holte sie nach zwei Jahren am Theodor-Fliedner-Gymnasium in Düsseldorf-Kaiserswerth Ostern 1960 nach und begann dann in Düsseldorf ein Kunststudium. Sie wechselte nach München, um dort Germanistik und Romanistik zu studieren. Auch dieses Studium brach sie ab, um an einer Schauspielschule Unterricht nehmen zu können. 1964 hatte sie ihren ersten größeren Auftritt in Dinkelsbühl. Durch ihre Eheschließung mit dem Verlagslektor Jürgen Moeller erhielt sie 1964 die deutsche Staatsbürgerschaft. Aus dieser Ehe stammt ihr Sohn Felix. Die Ehe wurde 1969 geschieden.

Nach Auftritten in Stuttgart spielte sie 1969/1970 am Kleinen Theater am Zoo in Frankfurt am Main. In dieser Zeit übernahm sie auch Rollen in vier Filmen von Rainer Werner Fassbinder.

1971 heiratete sie den Regisseur Volker Schlöndorff (Scheidung 1991). Seit 1977 führt sie selbst Regie. Margarethe von Trotta lebte nach ihrer Trennung von Volker Schlöndorff zunächst in Italien und heute in Paris und München.

1978 klagte sie gemeinsam mit Alice Schwarzer, Erika Pluhar, Inge Meysel und vier weiteren Frauen erfolglos gegen die ihrer Meinung nach sexistischen Titelbilder des Boulevardmagazins Stern.[1] Zwar wurde dieser Prozess verloren, dennoch gilt er als populärer Beginn im Kampf gegen Pornografie und Frauenfeindlichkeit.

Mit ihrem Film Die bleierne Zeit erregte „erstmals der Film einer Frau die Internationale Aufmerksamkeit“, indem er bei den Filmfestspielen in Venedig 1981 den Goldenen Löwen gewann.[2]

Von Trotta ist Mitglied der Europäischen Filmakademie, der Deutschen Filmakademie, der Akademie der Künste Berlin, Chevalier des Arts et des Lettres, Offizier der Ehrenlegion.

Im Wintersemester 2013/14 übernahm Margarethe von Trotta die Mercatorprofessur an der Universität Duisburg-Essen.[3]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Margarethe von Trotta (2007)

Darstellerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie und Drehbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stern von Margarethe von Trotta auf dem Boulevard der Stars in Berlin (2011)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gero von Boehm: Margarethe von Trotta. 24. August 2003. Interview in: Begegnungen. Menschenbilder aus drei Jahrzehnten. Collection Rolf Heyne, München 2012, ISBN 978-3-89910-443-1, S. 426–434
  • Thilo Wydra: Margarethe von Trotta – Filmen, um zu überleben. Henschel, Berlin 2000, ISBN 3-89487-359-0.
  • Thilo Wydra: Rosenstraße. Die Geschichte. Die Hintergründe. Die Regisseurin. Nicolai, Berlin 2003, ISBN 3-89479-086-5.
  • Dinara Maglakelidze, "Interview mit Margarethe von Trotta, In: Nationale Identitäten in den westdeutschen und georgischen Autorenfilmen, VDM Verlag, Dr. Müller, 2008, ISBN 978-3-8364-9006-1, S. 232-239
  • Renate Möhrmann: Frauen erobern sich einen neuen Artikulationsort: den Film: In: Hiltrud Gnüg und Renate Möhrmann (Hrsg.): Frauenliteraturgeschichte. Schreibende Frauen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. J.B.Metzlersche Verlagsbuchhandlung Stuttgart 1985, ISBN 3 476 00585 2, S. 434–452, insbesondere S. 449.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Margarethe von Trotta – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chronik der neuen Frauenbewegung auf Frauenmediaturm.de
  2. Renate Möhrmann 1985, S. 449.
  3. Mercatorprofessur an der UDE abgerufen am 11. Dezember auf www.uni-due.de