Filmakademie Baden-Württemberg

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Filmakademie Baden-Württemberg
Gründung 1991
Trägerschaft staatlich
Ort Ludwigsburg
Bundesland Baden-Württemberg
Land Deutschland
Direktor Thomas Schadt
Studenten ca. 500
Website www.filmakademie.de
Filmakademie Baden-Württemberg

Die 1991 von Albrecht Ade gegründete Filmakademie Baden-Württemberg zählt zu den international führenden Ausbildungseinrichtungen für Film und Medien. 2010 setzte die renommierte Fachzeitschrift The Hollywood Reporter die Filmakademie als einzige deutsche Einrichtung auf die Liste der besten Filmhochschulen weltweit.[1] 2015 war die Akademie erneut auf dieser Liste vertreten.[2] Seit 2005 wird sie von Thomas Schadt als Direktor und Geschäftsführer geleitet.

Die Ausbildungsphilosophie ist vom Teamwork der ca. 500 Studierenden, einer hohen Anzahl von Filmproduktionen (ca. 250 pro Jahr) sowie jährlich etwa 300 freien Gastlehrenden aus der Film- und Medienbranche geprägt, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen unmittelbar an die Studierenden weitergeben.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist zudem der gemeinsame Campus mit dem Animationsinstitut der Filmakademie, dem Atelier Ludwigsburg-Paris sowie der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Er bietet Gelegenheit für eine breite interdisziplinäre Vernetzung und Qualifikation.

Das Studium schließt mit dem "Diplom der Filmakademie Baden-Württemberg" ab. Die Filmakademie ist in der Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH organisiert und gehört dem tertiären Bildungsbereich an. Gemäß dem Akademiegesetz für die Film- und Popakademie Baden-Württemberg ist die an der Filmakademie erfolgreich abgeschlossene Ausbildung vergleichbaren berufsbefähigenden Abschlüssen an staatlichen Kunsthochschulen gleichgestellt und somit staatlich anerkannt. Die Filmakademie ist keine nichtstaatliche Hochschule, sondern zu 100 % eine Tochter des Landes Baden-Württemberg. Sie ist daher nicht vom Wissenschaftsrat akkreditiert.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmakademie Baden-Württemberg bietet die drei Diplom-Studiengänge Film + Medien, Produktion sowie Filmmusik + Sounddesign als vierjähriges Vollstudium an, welches sich in ein zweijähriges Grundstudium und ein zweijähriges Projektstudium gliedert. Für Bewerber/innen mit Bachelor oder Vordiplom ist ein Quereinstieg in das Projektstudium grundsätzlich möglich.

Die drei Studiengänge gliedern sich in verschiedene Studienschwerpunkte auf, diese wiederum zum Teil in diverse Vertiefungen.

STUDIENGANG STUDIENSCHWERPUNKT VERTIEFUNGEN BEMERKUNGEN
FILM + MEDIEN Animation Technical Director
Bildgestaltung/Kamera
Dokumentarfilm
Drehbuch Creative Producing

Serien Producing

Spielfilm (bei Quereinstieg)

Serie (bei Quereinstieg)

Fernsehjournalismus -

Kultur Bildung Wissenschaft

Interaktive Medien Content Director

Transmedia/Games Artist

Transmedia/Games Director

Montage/Schnitt
Motion Design
Szenenbild
Szenischer Film
Werbefilm Werbefilm Regie

Werbefilm Producing

PRODUKTION Creative Producing

International Producing

Werbefilm Producing

Animation/Effects Producing*

Transmedia/Games Producer*

Werbefilm Producing*

*Unterricht und Betreuung erfolgen in der jeweiligen Fachabteilung

Animation, Interaktive Medien bzw. Werbefilm

FILMMUSIK + SOUNDDESIGN Filmmusik
Filmton/Sounddesign

Animationsinstitut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion der Filmakademie Baden-Württemberg wurde 2002 von Thomas Hagele gegründet und zählt zu den international renommiertesten Ausbildungsstätten für Animation.[3] Seit 2015 wird es von Andreas Hykade 3geleitet. Das Animationsinstitut bietet den Diplomstudiengang Film + Medien in den Studienschwerpunkten Animation und Interaktive Medien an, wobei jeweils verschiedene Vertiefungen möglich sind. Die Ausbildung erfolgt praxisorientiert und projektbezogen und im Austausch mit allen Studierenden der Filmakademie.

Neben den Bereichen Lehre, Forschung, Drittmittel und digitale Postproduktion organisiert das Institut auch die FMX Conference on Animation, Effects, Games and Interactive Media, die als wichtigste europäische Konferenz zur Kreation, Produktion und Distribution von digitalem Entertainment gilt.

Atelier Ludwigsburg-Paris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Atelier Ludwigsburg-Paris ist ein seit 2001 bestehendes einjähriges Weiterbildungsprogramm für angehende europäische Filmproduzenten und Verleiher in den Bereichen Stoffentwicklung, Finanzierung, Produktion, Vertrieb und Marketing. Es wird angeboten von den Filmschulen La Fémis in Paris und der Filmakademie Baden-Württemberg. 2007 kam die National Film and Television School in Beaconsfield bei London als Kooperationspartner hinzu.

Jedes Jahr entstehen im Rahmen des Ateliers Ludwigsburg-Paris neun Kurzfilme zu einem gemeinsamen Thema. Die Reihen sind deutsch-französische Koproduktionen und werden von ARTE, dem SWR, der Filmakademie Baden-Württemberg und La Fémis hergestellt. Die Teilnehmer/innen des Ateliers sind dabei in binationalen Producer-Teams für die Filmherstellung verantwortlich. Alle Filme werden u.a. auf den Französischen Filmtagen in Tübingen und dem Festival Max Ophüls Preis präsentiert sowie auf ARTE ausgestrahlt.

Filmschauspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung Filmschauspiel veranstaltet zwei Mal pro Jahr einen in sich abgeschlossen Kurs, der sich speziell an junge Talente richtet, die ihre klassisch abgeschlossene Schauspielausbildung um das Fach Filmschauspiel erweitern möchten.

Der Filmschauspielworkshop findet im Wintersemester in Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg statt sowie im Sommersemester mit der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart statt und bietet daneben externen Schauspielern die Möglichkeit, sich für die Arbeit vor der Kamera weiter zu qualifizieren.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Reihe erfolgreicher Filme sind im Rahmen des Studiums an der Filmakademie entstanden, die auf nationalen sowie internationalen Festivals wichtige Preise erhielten.[4] Dazu zählen Studenten-Oscars für „Rochade“ (1998, Regie: Thorsten M. Schmidt), „NimmerMeer“ (2007, Regie: Toke Constantin Hebbeln), „Von Hunden und Pferden“ (2012, Regie: Thomas Stuber) und „Erledigung einer Sache“ (2015, Regie: Dustin Loose)[5], Deutsche Kurzfilmpreise für „Einfach so bleiben“ (2003, Regie: Sven Taddicken), „Von Hunden und Pferden“ (2011), „Sunny“ (2013, Regie: Barbara Ott) und „Helikopter Hausarrest“ (2015, Regie: Constantin Hatz), außerdem z.B. Grimme-Preise für „Der Peitschenmeister“ (1999, Regie: Daniel Nocke), „Sonbol – Rallye durch den Gottesstaat“ (2009, Regie: Niko Apel) sowie für „Der innere Krieg“ (2010, Regie: Astrid Schult) und „Nacht vor Augen“ (2010, Regie: Brigitte Maria Bertele).

Beim wichtigsten deutschen Nachwuchsfilmpreis First Steps Award konnten Produktionen der Filmakademie bis dato die meisten Auszeichnungen erringen.

Das Animationsinstitut der Filmakademie wurde ebenfalls mit den wichtigsten Preisen der Branche ausgezeichnet, darunter bei der SIGGRAPH für „458 nm“ (2006, Regie: Jan Bitzer, Ilija Brunck, Tom Weber), „Loom“ (2010, Regie: Jan Bitzer, Ilija Brunck, Csaba Letay), „Globosome“ (2012, Regie: Sascha Geddert), „Herr Hoppe und der Atommüll“ (2012, Regie: Jan Lachauer, Thorsten Löffler), „Rollin' Safari“ (Regie: Kyra Buschor, Constantin Päplow und Ännie Habermehl) und für „Harald“ (2013, Regie: Moritz Schneider) sowie „Wrapped“ (2014, Regie: Roman Kälin, Falko Paeper, Florian Wittmann). Der Film „Das Rad“ (Regie: Heidi Wittlinger, Chris Stenner, Arvid Uibel) war zudem 2003 für eine Oscar in der Kategorie Best Animated Short nominiert.

Bewerbung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Bewerber/innen wird in der Regel das Abitur sowie mindestens ein Jahr praktische Erfahrung im Film- oder Medienbereich vorausgesetzt. Im Fall einer Bewerbung für einen Quereinstieg in das Projektstudium muss außerdem mindestens ein Vordiplom oder Bachelor bestimmter Fachrichtungen nachgewiesen werden. Die Aufnahmeprüfung findet im April/Mai statt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „The best film schools in the world“ The Hollywood Reporter, 08/2010
  2. http://www.hollywoodreporter.com/news/best-film-schools-world-811368
  3. Filmakademie Baden-Württemberg auf Platz 2 in der 3D World 98’s CGI Ivy League table (MS Excel; 29 kB), 3D World, Issue 98 of 3D World, 1. November 2007
  4. Die wichtigsten Preise und Auszeichnungen bis April 2011 (PDF; 169 kB)
  5. Deutsche Studenten gewinnen Oscars. In: spiegel.de. Spiegel Online, 17. September 2015, abgerufen am 16. Januar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 48° 53′ 37″ N, 9° 11′ 27″ O