Matthias-Claudius-Gymnasium (Hamburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Matthias-Claudius-Gymnasium
Das Matthias-Claudius-Gymnasium
Schulform Gymnasium
Gründung 1872
Adresse

Witthöfftstraße 8

Ort Hamburg
Land Hamburg
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 34′ 22″ N, 10° 4′ 23″ OKoordinaten: 53° 34′ 22″ N, 10° 4′ 23″ O
Schüler ca. 1000
Lehrkräfte rund 80
Leitung Rotraud Nesemeyer
Website www.matthias-claudius-gymnasium.de

Das Matthias-Claudius-Gymnasium (kurz MCG) ist ein Gymnasium in Hamburg-Wandsbek mit der Adresse Witthöfftstraße 8. Es ist nach dem Dichter Matthias Claudius (1740–1815) benannt. Das MCG hatte 2017 ca. 1000 Schülerinnen und Schüler sowie rund 80 Lehrer. Es ist vier- bis fünfzügig ausgebaut und eines der sieben altsprachlichen Hamburger Gymnasien, legt heute aber auch Schwerpunkte u. a. bei den Naturwissenschaften und modernen Fremdsprachen (englisch, auch bilingual, französisch, spanisch).

Geschichte bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bronzerelief von Matthias Claudius

Das Matthias-Claudius-Gymnasium befindet sich auf dem Ort, an dem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Wandsbeker Markt abgehalten wurde, östlich der Christuskirche. Damals hieß die Witthöfftstraße noch Marktstraße. Am 15. Oktober 1872 wurde die „Höhere Bürgerschule mit Gymnasialklassen zu Wandsbek“ gegründet, das erste Schulgebäude lag in der Kurvenstraße. Am 17. Oktober 1888 wurde das heute als „Altbau“ bezeichnete Schulgebäude an der Witthöftstraße eingeweiht und am 15. August 1890, dem 150. Geburtstag des Dichters Matthias Claudius, erhielt die Schule ihren heutigen Namen, gleichzeitig wurde auch das Claudius-Porträt als Bronzerelief von Aloys Denoth an der Fassade angebracht.

In den 1930er Jahren wurde das Schulhaus zur Schloßstraße hin erweitert und erhielt u. a. eine Zentralheizung sowie Schülertoiletten. Im Juli 1943 fiel das Gebäude einem Bombenangriff fast vollkommen zum Opfer. Im Herbst 1945 begann in fünf Räumen des Anbaus, der erhalten geblieben war, wieder der Unterricht.

Geschichte nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erinnerungstafel

Im Jahr 1950 war das Altgebäude wiederhergestellt. Der Haupteingang der Schule war nun zur Witthöfftstraße hin orientiert. In der Aula (die nicht mehr existiert) schmückte das Kunstwerk „Fliegende Schwäne“ des Hamburger Künstlers Kurt Bauer die Wand, heute befindet es sich an der Ostfassade des Anbaus. Im Jahr 1954 konnte der altsprachliche Zweig mit einer neuen fünften Klasse eröffnet werden. Während der Jahre 1959 bis 1964 wurde die Schule mit weiteren Gebäuden erweitert und der Haupteingang zur neuen Pausenhalle verlegt.

Bis 1974 war das Matthias-Claudius-Gymnasium ein reines Jungengymnasium, danach begann eine enge Zusammenarbeit der Oberstufe mit dem benachbarten Charlotte-Paulsen-Gymnasium. 2000 bis 2002 wurden die Vorstufenklassen des Charlotte-Paulsen-Gymnasium in die Räume am Matthias-Claudius-Gymnasium ausgelagert. 2004 wurde das MCG eine offene Ganztagsschule, beginnend mit der siebten Klasse. Der Bau der neuen Mensa war 2007 abgeschlossen.

Mit 183 und 175 Anmeldungen zu den Schuljahren 2011/12 und 2012/13 belegte das Matthias-Claudius-Gymnasium bei den Hamburger Gymnasien zweimal in Folge den 1. Platz.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schülerruderverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanderrudern auf der Lübecker Bucht im Sommer 1961

Der Schülerruderverein (SRV) des MCG existiert seit 1925. Nach einer Unterbrechung in der Kriegs- und Nachkriegszeit wurde das Rudern 1955 durch Günter Schulz-Kriebel wieder ins Leben gerufen. Er war Protektor des Vereins bis 1982. Ihm gelang es, den SRV so zu trainieren und zu motivieren, dass viele Siege auf den Hamburger Meisterschaften und den Deutschen Schülermeisterschaften errungen wurden.

Auch international haben ehemalige Ruderer des MCG gut abgeschnitten. Bei der Weltmeisterschaft 1996 in Glasgow siegte der Deutschland-Achter mit den ehemaligen MCG-Ruderer Teja Töpfer und 2006 siegte Annika Müller ebenfalls bei einer Weltmeisterschaft. Ehemalige Schüler des MCG und Mitglieder des SRV am MCG gründeten 1972 den Ruderverein Wandsbek e.V. (RVW). Der Schülerruderverein des MCG bildet die Jugendabteilung des RVW. Seit 1977 haben der Schülerruderverein des MCG und der Ruderverein Wandsbek e.V. ein eigenes Bootshaus am Oberlauf der Alster in Hamburg-Alsterdorf.

Schulleiter des MCG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hermann Klapp (1872–1894)
  2. Rudolf Franz (1894–1903)
  3. Gustav Sorof (1903–1908)
  4. Emil Petersen (1909–1928)
  5. Hans Preibisch (1928–1932)
  6. Peter Zylmann (1932–1933)
  7. Otto Kruschka (1934–1945), 1939–1945 kommissarisch Karl Jäger
  8. Peter Zylmann (1945–1949)
  9. Johann Helbig (1949–1955)
  10. Werner Rockel (1955–1973)
  11. Jens Plass (1973–1975)
  12. Gunther Otto (1975–1986)
  13. Reinhard Sattelberg (1987–1999)
  14. Gerd Neumann (1999–2004)
  15. Rotraud Nesemeyer (seit 2004)

Ehemalige Schüler des MCG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • MCG 125 Jahre, Jubiläumsschrift des MCG, 1997
  • Wandsbek in Wort und Bild, Mühlenbek-Verlag, 2000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Matthias-Claudius-Gymnasium (Hamburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien