Maxime Vachier-Lagrave

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Maxime Vachier-Lagrave, 2016-07.jpg
Maxime Vachier-Lagrave, Dortmund 2016
Verband FrankreichFrankreich Frankreich
Geboren 21. Oktober 1990
Nogent-sur-Marne
Titel Internationaler Meister (2004)
Großmeister (2005)
Aktuelle Elo‑Zahl 2796 (Februar 2017)
Beste Elo‑Zahl 2819 (August 2016)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Maxime Vachier-Lagrave (* 21. Oktober 1990 in Nogent-sur-Marne) ist ein französischer Schachgroßmeister.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maxime Vachier-Lagrave, 18. WM-Blitzrunde 2015
(links Yuri Vovk, rechts Magnus Carlsen)
Maxime Vachier-Lagrave,
Sieger der Dortmunder Schachtage 2016

Zu Weihnachten 1995 bekam der fünfjährige Maxime von seinem Vater, einem Informatiker, ein elektronisches Schachspiel geschenkt, mit dem er sich fortan intensiv beschäftigte.[1] Als Vierzehnjähriger wurde er 2004 Internationaler Meister. Die erforderlichen Normen erfüllte er im Februar 2003 bei einem GM-Turnier des Vereins NAO in Paris, im Februar 2004 bei einem Turnier in Évry und im Juli 2004 bei der Pariser Meisterschaft.[2] Die IM-Norm aus der Pariser Meisterschaft zählte gleichzeitig als GM-Norm, weitere GM-Normen erfüllte er im Dezember 2004 bei einem GM-Turnier seines damaligen Vereins NAO sowie im Februar 2005 bei einem Turnier in Évry[3], so dass ihm bereits 2005 der Großmeistertitel verliehen wurde. Bei internationalen Turnieren gelangen Vachier-Lagrave zahlreiche Höchstplatzierungen. Zu seinen größten Erfolgen zählen Turniersiege in Paris 2004 (Int. Stadtmeisterschaft und das NAO International), Lausanne 2006 (Finalsieg über Wang Yue), Paks 2008 (vor Alexander Beliavsky), Paris 2008 (geteilt mit Alberto David) sowie in Biel 2009 (vor Wassyl Iwantschuk und Alexander Morosewitsch). Im selben Jahr wurde Vachier-Lagrave Juniorenweltmeister in Puerto Madryn. 2010 gewann er die Kronengruppe des 14. Univé Schaaktoernooi in Hoogeveen. Außerdem wurde er in Warschau Europameister im Blitzschach, nachdem er bei der zuvor in Moskau ausgetragenen Blitzschach-Weltmeisterschaft Platz 9 belegt hatte. 2013 gewann er zum zweiten Mal das Schachfestival in Biel, bei dem er sich im Stichkampf gegen Étienne Bacrot, Ding Liren und Alexander Moiseenko durchsetzen konnte. Auch in den beiden folgenden Jahren gewann er dieses Turnier: 2014 mit 6 Punkten (+3 =6 -1) und 2015 mit 6,5 Punkten aus 10 Partien (+4 =5 -1).

Vachier-Lagrave nahm erstmals 2004 an der französischen Meisterschaft teil, wo er als jüngster Spieler 4,5 Punkte aus elf Partien erzielte. 2005 teilte er nach Joël Lautier Platz zwei mit Andreï Sokolov, 2006 wurde er geteilter Vierter. 2007 gewann er den Meistertitel vor Vladislav Tkachiev, den er im Schnellschachstichkampf 3-1 schlug. 2008 verpasste er die Titelverteidigung, als er im Schnellschachstichkampf (0,5-1,5) Étienne Bacrot unterlag. Beide Spieler hatten die Meisterschaft zuvor mit 8,5 Punkten aus 11 Partien dominiert. Im Meisterschaftsjahr 2009 wurde Vachier-Lagrave erneut Zweiter und musste Vladislav Tkachiev den Vortritt lassen. 2011 konnte er in Caen mit 7 Punkten aus 11 Partien erneut den Titel gewinnen.

Bisher viermal nahm Vachier-Lagrave am Schach-Weltpokal teil. 2009 erreichte er durch Siege gegen Yu Shaoteng, Georg Meier und Yu Yangyi das Achtelfinale, in dem er dem späteren Sieger Boris Gelfand unterlag. 2011 scheiterte er nach einem Auftaktsieg gegen Ziaur Rahman bereits in der zweiten Runde an Bu Xiangzhi. Am erfolgreichsten war er 2013, als er durch Siege gegen Alexander Shabalov, Isan Reynaldo Ortiz Suárez, Leinier Domínguez, Boris Gelfand und Fabiano Caruana ins Halbfinale einzog, in dem er sich dem späteren Sieger Wladimir Kramnik geschlagen geben musste. Durch diesen Erfolg war er direkt für die Austragung 2015 qualifiziert. Dort setzte er sich in den ersten vier Runden gegen Isan Reynaldo Ortiz Suárez, Gabriel Sarkissjan, Jewgeni Tomaschewski und Wesley So durch, scheiterte aber im Viertelfinale an Anish Giri.

Bei den Schnell- und Blitzschachweltmeisterschaften 2015 in Berlin vom 10. bis 14. Oktober blieb Vachier-Lagrave in der dreitägigen Schnellschach-WM über 15 Runden nach Niederlagen am Ende des ersten Tages gegen Rustam Kasimdzhanov und Bartosz Soćko an den beiden Folgetagen partieverlustfrei und erreichte mit 10 Zählern und gleicher Punktzahl wie der Fünftplatzierte Dmitry Bocharov noch Rang 11.
Den ersten Tag der Blitzschach-WM, bei der er von elf Partien neun gewann und nur die sechste gegen Magnus Carlsen mit den schwarzen Steinen verlor, beendete Vachier-Lagrave mit 9,5 Zählern als Führender mit einem halben Punkt vor Carlsen. Seinen Vorsprung baute er bis zur 17. Runde auf 1,5 Punkte aus, verlor dann aber eine Schlüsselpartie mit Weiß gegen Yuri Vovk und auch die Folgepartie mit den schwarzen Steinen gegen Vassily Ivanchuk. Schließlich gewann er durch einen Sieg mit Schwarz in der letzten Runde gegen Kasimdzhanov die Silbermedaille.

Juli 2016 gewann Vachier-Lagrave bereits eine Runde vor Schluss das Großmeisterturnier der Dortmunder Schachtage vor Wladimir Kramnik und Fabiano Caruana, den mehrmaligen Siegern in Dortmund.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vachier-Lagrave vertrat Frankreich bei den Schacholympiaden 2006 in Turin, 2008 in Dresden, 2010 in Chanty-Mansijsk, 2012 in Istanbul und 2014 in Tromsø.[4] 2007, 2011, 2013 und 2015 spielte er in der französischen Auswahl bei der Mannschaftseuropameisterschaft und erreichte als größten Erfolg 2013 den zweiten Platz mit der Mannschaft. In der Einzelwertung erreichte er 2015 den zweiten Platz am Spitzenbrett.[5]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der französischen Mannschaftsmeisterschaft spielte Vachier-Lagrave erstmals in der Saison 2001/02 bei Clichy-Echecs-92 in der Nationale I, der damals höchsten Spielklasse. Von 2003 bis 2007 spielte er für den Paris Chess Club (bis 2006 NAO Paris), mit dem er 2004, 2005 und 2006 französischer Mannschaftsmeister wurde, von 2007 bis 2011 für Évry Grand Roque, mit denen er 2009 Meister wurde. Seit 2011 spielt er wieder für Clichy-Echecs-92, mit denen er 2012, 2013, 2014 und 2016 Meister wurde. Mit Clichy nahm er auch am European Club Cup 2013 teil und erreichte das zweitbeste Einzelergebnis am ersten Brett.[6] In der deutschen Schachbundesliga spielte er von der Saison 2007/08 bis zur Saison 2014/15 für den SV Mülheim-Nord, mit dem er auch am European Club Cup 2008 teilnahm[6]. In der Saison 2016/17 spielt er für die OSG Baden-Baden. In der britischen Four Nations Chess League spielte Vachier-Lagrave in den Saisons 2011/12, 2013/14 und 2015/16 für Guildford A&DC, mit denen er 2014 und 2016 den Wettbewerb gewann, in der russischen Mannschaftsmeisterschaft 2009 für Ekonomist-1 Saratow und 2013 für Universität Beloretschensk[7]. In der spanischen Mannschaftsmeisterschaft spielte Vachier-Lagrave von 2010 bis 2013 für den Sestao Naturgas Energia XT und wurde mit diesem 2012 und 2013 spanischer Mannschaftsmeister. Am European Club Cup nahm Vachier-Lagrave außerdem 2010 mit SOCAR Baku sowie 2014 und 2015 mit Obiettivo Risarcimento Padova teil.[6]

Shogi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er spielt auch hin und wieder gerne Shogi, die japanische Art des Schach. Er spielte u.a. bereits gegen Toshiyuki Moriuchi.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maxime Vachier-Lagrave – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alvin Koualef, « Maxime Vachier-Lagrave, la bosse du mat ». In: Libération, 18 juin 2015
  2. IM-Antrag bei der FIDE (englisch)
  3. GM-Antrag bei der FIDE (englisch)
  4. Maxime Vachier-Lagraves Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  5. Maxime Vachier-Lagraves Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  6. a b c Maxime Vachier-Lagraves Ergebnisse bei European Club Cups auf olimpbase.org (englisch)
  7. Maxime Vachier-Lagraves Ergebnisse bei russischen Mannschaftsmeisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  8. https://en.chessbase.com/post/che-playing-japanese-shogi-champions