Michél Mazingu-Dinzey

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Michél Mazingu-Dinzey
Michél Mazingu-Dinzey.JPG
Dinzey im Trikot des FC St. Pauli
Spielerinformationen
Name Michél Mazingu-Sinda-Dinzey
Geburtstag 15. Oktober 1972
Geburtsort BerlinDeutschland
Größe 180 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1979–1986 Spvgg. Schöneberg
1986–1990 VfL Schöneberg
1990–1991 FV Wannsee
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1991–1992 FV Wannsee 34 0(7)
1992–1994 VfB Lichterfelde 68 (17)
1994–1995 VfB Stuttgart 14 0(0)
1995–1996 FC St. Pauli 30 0(0)
1996–1998 Hertha BSC 60 0(6)
1998–2000 TSV 1860 München 15 0(1)
2000–2001 Hannover 96 13 0(2)
2001–2002 Vålerenga Oslo 10 0(1)
2002–2004 Eintracht Braunschweig 66 (14)
2004–2007 FC St. Pauli 88 (24)
2007–2008 Holstein Kiel 10 0(1)
2011–2012 TSV Apensen 2 0(0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1996–2004 DR Kongo 33 0(3)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2009 FC Saint Eloi Lupopo (Co-Trainer)
2011–2012 TSV Apensen
2013–2014 Klub Kosova Hamburg
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Michél Mazingu-Sinda-Dinzey (* 15. Oktober 1972 in Berlin) ist ein ehemaliger deutsch-kongolesischer Fußballspieler und jetziger Fußballtrainer.

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieler-Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dinzey begann im Alter von sechs Jahren mit dem Fußballspielen bei der SpVgg Schöneberg Berlin. Er wechselte im Alter von zwölf Jahren zum VfL Schöneberg und blieb dort die nächsten vier Jahre. Die Vereine fusionierten später und treten mittlerweile als 1. FC Schöneberg auf. 1988 ging er zum FV Wannsee und spielte ein Jahr bei den A-Junioren; mit 17 Jahren spielte er bei der ersten Mannschaft des FV Wannsee in der Oberliga. Nach einem Jahr wechselte er zum VfB Lichterfelde und spielte dort weitere zwei Jahre in der Oberliga.

1994 begann Dinzey seine Profikarriere beim Bundesligisten VfB Stuttgart. Am 2. August gab er im Auswärtsspiel beim TSV 1860 München sein Debüt in der Bundesliga. Nach insgesamt 14 Einsätzen für den VfB verpflichtete ihn 1995 zur Saison 1995/96 der FC St. Pauli mit der Aussicht, dort Stammspieler zu werden.[1] Er absolvierte in Hamburg 30 Spiele und wurde erstmals in die kongolesische Fußballnationalmannschaft berufen. Nach der Saison unterschrieb er bei Hertha BSC. Dort wurde Dinzey als Stammspieler ein wichtiger Teil der Mannschaft, der die Rückkehr in die Bundesliga gelang. Er spielte noch ein zweites erfolgreiches Jahr mit der Hertha in der Bundesliga. Dann holte ihn der TSV 1860 München für 1,3 Millionen D-Mark als Alternative für Horst Heldt.[2]

In zwei Jahren kam er bei den Münchnern auf 15 Spiele und erzielte dabei ein Tor. Der TSV 1860 qualifizierte sich 2000 für die Champions League, aufgrund von Differenzen mit dem damaligen Trainer Werner Lorant setzte ihn dieser jedoch kaum ein. In weiterer Folge wechselte er zu Hannover 96 in die zweite Bundesliga, erspielte sich aber auch dort keinen Stammplatz und kam auf lediglich 13 absolvierte Spiele und zwei erzielte Tore. 2001 ging er für vier Monate zu Vålerenga Oslo in die norwegische 1. Division. Für Vålerenga, das nach dieser Saison in die Tippeligaen aufsteigen konnte, absolvierte er zehn Spiele und schoss dabei ein Tor.

Bereits 2002 wechselte er zurück nach Deutschland zum damaligen Zweitligisten Eintracht Braunschweig. Obwohl die Mannschaft im Sommer 2003 aus der 2. Bundesliga absteigen musste, blieb Dinzey dem nunmehrigen Drittligisten treu und absolvierte anschließend mit der Saison 2003/04 statistisch seine bis dahin erfolgreichste: Er lief 32 Mal für die Eintracht auf und erzielte dabei 13 Tore, außerdem wurde er mit Braunschweig Niedersachsenpokalsieger. Danach zog es ihn wieder zurück zum FC St. Pauli. In den folgenden drei Jahren absolvierte er in der Regionalliga 88 Spiele und erzielte 24 Tore, zudem wurde er zweimal Hamburger Oddset-Pokalsieger. 2006 erreichte er mit St. Pauli das Halbfinale des DFB-Pokals und verlor gegen den späteren Sieger FC Bayern München.[3] Nach der Saison 2006/07, in der St. Pauli sich für die 2. Bundesliga qualifizieren konnte, verließ Dinzey den Verein und wechselte für sieben Monate zum KSV Holstein Kiel. Er absolvierte dort zehn Spiele und erzielte ein Tor, bevor er seine Profikarriere endgültig beendete. Bis Juli 2012 war Dinzey beim niedersächsischen Bezirksligisten TSV Apensen aktiv und arbeitete dort zudem als Trainer im Herren- und Jugendbereich.

Insgesamt bestritt Michél Mazingu-Dinzey in seiner Karriere als Profi 90 Bundesliga-Spiele, 77 Spiele in der 2. Bundesliga und 220 Regionalliga-Spiele. Dazu kommen 33 A-Länderspiele für die DR Kongo. Die Fans des FC St. Pauli wählten Dinzey anlässlich des Vereinsjubiläums 2010 in die Jahrhundertelf.[4] Von dieser wurde Dinzey Ende Juli 2016 durch den Ehrenrat des FC St. Pauli ausgeschlossen, nachdem er am 15. Juni 2016 in vorderster Front an einer Anti-Asyl-Demonstration im Chemnitzer Ortsteil Einsiedel teilnahm.[5]

Internationale Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michél Dinzey debütierte für die Nationalmannschaft der DR Kongo am 19. Januar 1996 beim Afrika Cup in Südafrika gegen Gabun in Durban. Er gehörte auch zum Aufgebot der DR Kongo beim Afrika Cup 2000 in Ghana und Nigeria und beim Afrika Cup 2004 in Tunesien. Sein letztes Spiel bestritt er gegen die tunesische Fußballnationalmannschaft im Zuge des Afrika Cups 2004.

Trainer-Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Rücktritt als Spieler begann Dinzey im Oktober 2008 beim DFB als Stützpunkttrainer in Hamburg (Steilshoop). Vom 1. März bis zum 31. Dezember 2009 war er Assistenztrainer in der DR Kongo bei dem Erstliga-Team FC Saint Eloi Lupopo in der Stadt Lubumbashi.[6] Dort wurde er 2009 Meister und qualifizierte sich für die CAF Champions League 2010. Daneben arbeitet er als Berater für Global United FC.[7] Nach seiner Rückkehr aus Lubumbashi arbeitete er zeitweise in beratender Funktion und als Talent-Scout für den türkischen Verein Diyarbakırspor.[8] Im Oktober 2011 übernahm Dinzey das Traineramt beim Bezirksligisten TSV Apensen (Landkreis Stade).[9] Ab Oktober 2013 war er Trainer beim Sechstligisten Kosova Hamburg 1977 e.V.[10] Nachdem er im Mai 2014 den Klassenerhalt in der Landesliga Hansa mit dem Klub Kosova schaffte, trat er zum Ende der Saison 2013/14 von seinem Chefposten zurück.[11] Seit Dezember 2014 arbeitet er für die TSG 1899 Hoffenheim im Scouting Bereich.[12] Zudem unterstützt er die gemeinnützige Organisation U-Dream Football.[13]

American Football[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Saison 2011 ist Dinzey Kicker bei der neu aufgestellten Herrenmannschaft der St. Pauli Buccaneers.[14]

TV-Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2013 übernahm Dinzey die TV-Expertenrolle bei Sport1 und agierte bis zum 1. Januar 2015[15], bei Live-Spielen als Online-Kommentator über Twitter.[16] Zudem ist er TV-Experte bei den Übertragungen der Regionalliga Spiele des Senders Sport1.[17]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dinzey engagiert sich für verschiedene soziale Projekte, wie zum Beispiel NestWerk e. V. des Gründers Reinhold Beckmann oder bei der Bekämpfung von Drogen und Alkohol bei Kindern und Jugendlichen in der Psychiatrischen Klinik am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg.[18] Außerdem ist er Mitglied von Global United FC, die gegen die globale Klimaerwärmung Fußballspiele weltweit bestreiten und engagiert sich regelmäßig für die jährliche Hamburger Benefizaktion Kicken mit Herz.[19]

Für Irritationen innerhalb der Fanszene seines ehemaligen Vereins FC St. Pauli sorgte Dinzeys Teilnahme an einer Anti-Asyl-Demonstration im Chemnitzer Ortsteil Einsiedel am 15. Juni 2016, bei der Dinzey in erster Reihe mitlief und ein Transparent mit der Aufschrift "Einsiedel übt Kritik an der absurden Politik" trug.[20] In einem offenen Brief erklärte der Fanclubsprecherrat (FCSR) des FC St. Pauli als legitimierte Vertretung der organisierten St. Pauli-Fans am 17. Juni 2016: "Wir wollen mit Ihnen nichts mehr zu tun haben und erwarten auch keinerlei Auftritte mehr im Dress und im Umfeld des FC St. Pauli."[21]

Dinzey ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Günter Klemm: Freudenfest im Freudenhaus, in: kicker sportmagazin, Sonderheft Bundesliga 1995/96, Seite 60f.
  2. Martin Messerer: Aufschwung nach dem Abschwung, in: kicker sportmagazin, Sonderheft Bundesliga 1998/99, Seite 64f.
  3. Julien Wolff: Schweiger Mazingu-Dinzey läßt jetzt Tore für sich sprechen
  4. hamburg-web.de Die FC St. Pauli Jahrhundertelf steht fest
  5. mopo.de FC St. Pauli schließt Ex-Bundesliga-Kicker Michél Mazingu-Dinzey wegen Teilnahme an rechtem Protestmarsch in Chemnitz aus der Altliga aus
  6. Michel Mazingu-Dinzey im Interview
  7. Unsere Markenstory - Unsere Mission - Global Striker
  8. Global United FC - MICHEL DINZEY Botschafter
  9. mopo.de Dinzey: Paradiesvogel und Sozialarbeiter
  10. Michel Dinzey ist neuer Trainer beim Klub Kosova vom 11. Oktober 2013
  11. Der Klassenerhalt mit #KlubKosova ist geschafft und zum Saisonende trete ich als Trainer des Landesligisten zurück.
  12. Indien baut auf Fußball "made in Hoffenheim": TSG 1899 Hoffenheim und unseren 3 Scouts Michél Mazingu-Dinzey, Guido Kandziora und Julian Zimmermann.
  13. U Dream Football
  14. football-aktuell.de Bucs wachsen – prominenter Neuzugang verpflichtet
  15. Das war es dann auch für mich gewesen. Danke @LauraWontorra @SPORT1 @SPORT1_Hattrick neue Aufgabe als Scout ruft 2015. #2Liga
  16. Sport1 Mazingu-Dinzey twittert für SPORT1 vom 19. Juli 2013
  17. sportmikrofon.de Mazingu-Dinzey übernimmt Kosova
  18. René Martens: „Sauftouren gibt es auch in der Bundesliga“, www.direkter-freistoss.de, 7. Januar 2010 (10. Juni 2010).
  19. http://www.hamburg.de/sportevents/2898930/kicken-mit-herz.html
  20. https://mopo24.de/nachrichten/ex-bundesliga-profi-laeuft-bei-anti-asyl-demo-mit-70024
  21. http://www.fanclubsprecherrat.de/offener-brief-an-herrn-mazingu-dinzey/

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]