Reinhold Beckmann

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Reinhold Beckmann (2016)
Reinhold Beckmann auf dem Benefiz-Konzert Cover me 2007 in Köln

Reinhold Beckmann (* 23. Februar 1956 in Twistringen) ist ein deutscher Fernsehmoderator, Fußballkommentator und Sänger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berufliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinhold Beckmann mit Mehmet Scholl beim Relegationsspiel zwischen Bochum und Gladbach (2011)

Nach seinem Abitur in Syke, einem Amerikaaufenthalt und seinem Zivildienst machte Beckmann eine Lehre als Radio-, Fernseh- und Videotechniker. Anschließend studierte er in Köln Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften. Das Studium beendete er ohne Universitätsabschluss.[1]

Er begann seine Fernsehkarriere 1980 als freier Mitarbeiter beim WDR, für den er Beiträge für die Sendung Aktuelle Stunde lieferte. Er gehörte zu dem Fernsehteam, welches Udo Lindenberg zu seinem Konzert im Palast der Republik am 25. Oktober 1983 begleitete. Darüber hat er später mit dem Filmemacher Falko Korth eine Dokumentation erstellt. Ab 1985 kommentierte er auch Sportübertragungen des WDR. Außerdem moderierte er mehrere Unterhaltungssendungen beim NDR und zusammen mit Helge Schneider die Sendung Off-Show im WDR-Fernsehen. 1990 wurde er vom Kicker-Sportmagazin als „bester Moderator des Jahres“ für die Reportagen der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 ausgezeichnet.[2]

Beckmann wechselte noch 1990 von der ARD zu Premiere, wo er Leiter der Sportredaktion wurde. Ab 1992 war er Sportchef bei Sat.1 und er wurde durch die von ihm konzipierten und moderierten Sportsendungen ran und ranissimo einem breiten Publikum bekannt. Für diese beiden Formate wurde er mit der Goldenen Kamera, dem Bayerischen Fernsehpreis und der Goldenen Romy (österreichischer Fernsehpreis) ausgezeichnet. 1993 wurde er Programmchef bei Sat.1.

1998 kam er zurück zur ARD, bei der er seitdem als Kommentator von Fußballübertragungen von UEFA-Pokal- und Länderspielen zu hören und als Sportschau-Moderator zu sehen ist. Außerdem war er Reporter bei zahlreichen großen Sportereignissen wie der Fußball-Europameisterschaft 2004; so kommentierte er für die ARD die Übertragung des Endspiels der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Darüber hinaus moderierte er für sie die Unterhaltungssendung Guinness – Die Show der Rekorde. Von 1999 bis 2014 hatte er in der ARD seine eigene Talksendung Beckmann.

2008 moderierte er die Quizshow Wie deutsch bist du wirklich?, die ursprünglich von Jörg Pilawa hätte moderiert werden sollen; dieser war jedoch erkrankt.

2010 war Beckmann in der Tatort-Folge Borowski und eine Frage von reinem Geschmack in einer Nebenrolle zu sehen. In dem 2013 erstaufgeführten Kinofilm Sein letztes Rennen spielte er sich selbst: Er hatte dort in seiner Talksendung Beckmann Dieter Hallervorden als Olympiasieger Paul Averhoff zu Gast.

Im März 2014 veröffentlichte er als Beckmann & Band unter dem Titel bei allem sowieso vielleicht sein erstes Musikalbum.

Seit Februar 2015 läuft die Reportagereihe #Beckmann in der ARD.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beckmann ist katholischer Konfession; als Kind war er Ministrant in seiner Heimatgemeinde Twistringen.[3] Beckmann ist verheiratet und hat mit seiner Frau zwei Kinder (* 1993, 1997).[4] Die Familie lebt in Hamburg. Beckmann, der früher selbst fußballerisch aktiv war und zwei Einsätze in der Niedersachsen-Auswahl hatte,[5] ist Vereinsmitglied des FC St. Pauli.

Beckmann, der sich für diverse soziale Projekte engagiert, gründete 1999 mit Freunden in Hamburg die Initiative Nestwerk, die sich seitdem um Jugendliche in benachteiligten Hamburger Stadtteilen kümmert. Seit 2005 lädt Beckmann jährlich zum Tag der Legenden ein. Über 50 Fußball-„Legenden“ wie Paul Breitner, Klaus Fischer, Uli und Dieter Hoeneß, Horst Hrubesch, Felix Magath, Andreas Möller, Uwe Seeler und Rudi Völler spielten bzw. spielen im Hamburger Millerntor-Stadion für den guten Zweck. Alle Einnahmen gehen an Nestwerk e. V.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Folge seiner Talkshow Beckmann vertrat der Moderator zusammen mit Nina Ruge gegenüber Norbert Blüm Positionen, die von Teilen der deutschen Presse als äußerst positiv in Bezug auf die private Versicherungswirtschaft gewertet wurden. Beckmann war ab 2006 unter anderem als Testimonial für die WWK Versicherungsgruppe tätig gewesen.[7][8]

Kurz nachdem er sein Album Beckmann & Band: bei allem sowieso vielleicht veröffentlicht hatte, wurden auf Amazon über 30 Fünf-Sterne-Rezensionen verfasst, die meist mehr oder weniger „positiv überrascht“ waren von der Qualität, dass sie die CD auf jeden Fall „vorbehaltlos empfehlen“ konnten und sich „auf das Live-Programm“ freuten. Da sich die Rezensionen alle sehr ähnelten und keiner der Rezensenten die CD tatsächlich über Amazon bestellt hatte, wurde von einigen Personen vermutet, dass die Kommentare gekauft worden seien.[9][10] Infolgedessen gab es diverse Scherz-Rezensionen, die ähnlich wie beim Wenger Schweizer Giant Messer das Produkt über den grünen Klee lobten, trotzdem aber lediglich einen Stern vergaben.[11]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zufall. Eine Spurensuche in außergewöhnlichen Biographien (zusammen mit Sabine Paul und Paul Ripke). Hoffmann und Campe, Hamburg 2013, ISBN 978-3-455-50213-8.
  • Erzähl doch mal von früher. Loki Schmidt im Gespräch mit Reinhold Beckmann. Hoffmann und Campe, Hamburg 2013, ISBN 978-3-455-50094-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview mit Reinhold Beckmann auf medien.planetpraktika.de, abgerufen am 26. Januar 2012.
  2. Der Moderator auf der Website des Bayerischen Rundfunks, abgerufen am 26. Juni 2016.
  3. Viele Promis waren Messdiener. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. September 2014, abgerufen am 2. Oktober 2014.
  4. Biografie. reinholdbeckmann.de, abgerufen im Januar 2009.
  5. Autogramme. In: Sport-Bild, 22. Dezember 1992, S. 33.
  6. Mitteilung zum Annemarie-Renger-Preis auf der Website des Arbeiter-Samariter-Bundes, abgerufen am 15. September 2015.
  7. vgl. Doppelagent Beckmann - Wie der Moderator seine Sendung als Plattform für das Thema Privatvorsorge nutzt, tagesspiegel.de
  8. vgl. Lukrative Nebenjobs - Wie Fernsehmoderatoren Werbung machen, ndr.de (Memento vom 8. April 2008 im Internet Archive)
  9. http://www.stefan-niggemeier.de/blog/17502/wie-auf-amazon-ploetzlich-ganz-viele-leute-fuer-reinhold-beckmanns-musik-schwaermten/
  10. Stern TV vom 23. April 2014
  11. http://www.amazon.de/allem-sowieso-vielleicht-Beckmann-Band/dp/B00F5DXIR4/