Mirko Bortolotti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mirko Bortolotti (2009)

Mirko Bortolotti (* 10. Jänner 1990 in Trient) ist ein italienischer Automobilrennfahrer, der zu Beginn seiner Karriere mit österreichischer Rennlizenz startete.

2008 gewann er die italienische Formel-3-Meisterschaft, 2011 die FIA-Formel-2-Meisterschaft und 2013 die Eurocup Mégane Trophy.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1995 bis 2005 war er hauptsächlich im Kartsport aktiv. Anfangs mit österreichischer Rennlizenz[1] in der österreichischen Meisterschaft, welche er mehrfach gewann. Gegen Ende seiner Kartlaufbahn war er dann mit italienischer Rennlizenz vermehrt in Italien unterwegs, sowie auch in der Kart-Europameisterschaft. 2005 wechselte er in den Formelsport und startete in der italienischen Formel Gloria, der italienischen Formel Junior 1600 und der Winterserie der italienischen Formel Renault. 2006 fuhr Bortolotti in der Formel Azzura und erreichte den zweiten Gesamtrang. Darüber hinaus nahm er an einigen Rennen der italienischen Formel Junior 1600 teil und wurde Vierter in der Winterserie der italienischen Formel Renault.

2007 wechselte Bortolotti in die italienische Formel-3-Meisterschaft zu Corbetta Competizioni. Er gewann ein Rennen und schloss seine Debütsaison auf dem vierten Meisterschaftsplatz ab. Intern setzte er sich mit 80 zu 73 Punkten gegen Fabrizio Crestani durch. Darüber hinaus startete Bortolotti in der Winterserie der italienischen Formel Renault. 2008 wechselte Bortolotti innerhalb der italienischen Formel-3-Meisterschaft zu Lucidi Motors. Er gewann neun von 16 Rennen und stand nur einmal nicht auf dem Podium. Mit 150 zu 127 Punkten entschied er die Meisterschaft gegen Edoardo Piscopo für sich. Als Belohnung für den Gewinn der italienischen Formel-3-Meisterschaft nahm Bortolotti an Formel-1-Testfahrten der Scuderia Ferrari in Fiorano teil. Dabei gelang es ihm einen neuen Rundenrekord aufzustellen.[1]

2009 wurde Bortolotti ins Förderprogramm des Getränkeherstellers Red Bull aufgenommen. Zusammen mit den weiteren Red-Bull-Förderkandidaten Michail Aljoschin und Robert Wickens erhielt er ein Cockpit in der neugeschaffenen FIA-Formel-2-Meisterschaft, in der alle Fahrer vom selben Team betreut wurden.[2] Beim dritten Rennen in Brünn erzielte er seinen ersten Sieg. Er schloss die Saison mit 50 Punkten auf dem vierten Platz der Fahrerwertung ab. Damit unterlag er Red-Bull-intern Wickens (64 Punkte) und Aljoschin (59 Punkte). Darüber hinaus absolvierte Bortolotti 2009 zwei Gaststarts für Carlin in der Formel-3-Euroserie. Dabei kam er einmal auf dem dritten Platz ins Ziel. Des Weiteren nahm Bortolotti an Formel-1-Testfahrten für die zu Red Bull gehörige Scuderia Toro Rosso in Jerez teil.[3]

2010 wechselte Bortolotti zum Addax Team in die neugegründete GP3-Serie.[4] Er erzielte bei 16 Rennen fünfmal Punkte. Ein zweiter Platz beim letzten Rennen war sein bestes Ergebnis. Als bester Fahrer seines Rennstalls wurde er Gesamtelfter. Außerdem war er in diesem Jahr Mitglied im Förderprogramm von Ferrari.[4][5] 2011 kehrte Bortolotti in die FIA-Formel-2-Meisterschaft zurück. Er gewann auf Anhieb und auf dem Nürburgring sowie in Barcelona gelang es ihm sogar, beide Rennen für sich zu entscheiden, beide Pole-Position zu holen sowie jeweils die schnellste Runde zu erzielen. Bortolotti kam immer unter den ersten sechs Piloten ins Ziel. Bei seinem Heimrennen in Monza sicherte er sich mit einem Sieg vorzeitig den Formel-2-Meistertitel.[6] Insgesamt erzielte er in diesem Jahr 7 Siege und 14 Podest-Platzierungen aus 16 Rennen. Mit 316 zu 193 Punkten lag er am Saisonende deutlich vor dem Zweitplatzierten Christopher Zanella. Als Preis für den Formel-2-Titelgewinn erhielt er die Möglichkeit, für Williams an Formel-1-Testfahrten auf dem Yas Marina Circuit teilzunehmen.[7]

Trotz des Gewinns der Formel-2-Meisterschaft, fand Bortolotti 2012 kein festes Rennengagement. Für Audi nahm er zunächst an Testfahrten der DTM teil.[8] Im weiteren Verlauf des Jahres nahm er an vier Rennen der ADAC GT Masters für Schubert Motorsport teil[9] und debütierte somit im GT-Sport. Zusammen mit seinem Teamkollegen Abdulaziz Al Faisal gelang ihm dabei ein dritter Platz. 2013 wechselte Bortolotti in die Eurocup Mégane Trophy zum Oregon Team. Bei den 14 Rennen startete Bortolotti 13 mal von der Pole-Position und 13 mal kam er in den Top 4 ins Ziel. Er gewann sieben Rennen und entschied die Meisterschaft mit 275 zu 237 Punkten gegen Mike Verschuur für sich.[10]

2014 war Bortolotti sowohl im GT-, als auch im Formelsport aktiv. Er fuhr für das Team Ghinzani in der Debütsaison der Formel Acceleration 1. Er erzielte die erste Pole-Position und den ersten Sieg in der Serie.[11][12] Bei acht Rennen stand er siebenmal auf dem Podium und gewann drei Rennen. Er verließ die Meisterschaft vor dem letzten Rennwochenende auf dem zweiten Gesamtrang liegend und wurde schließlich mit 135 zu 183 Punkten Zweiter hinter Nigel Melker. Im GT-Sport nahm Bortolotti als Mitglied des Lamborghini-Förderkaders an einigen Rennen der italienischen GT-Meisterschaft und der europäischen Lamborghini Super Trofeo teil.[13] In der italienischen GT-Meisterschaft wurde er für Imperiale Racing mit zwei Siegen 17. in der GT3-Wertung. In der Lamborghini Super Trofeo gewann er für Bonaldi Motorsport drei Rennen und erreichte den vierten Rang der Pro-Am-Wertung. Beim Weltfinale der Lamborghini Super Trofeo gelang ihm ebenfalls ein Sieg.

2015 wurde Bortolotti Werksfahrer bei Lamborghini und startete für das Grasser Racing Team in einem Lamborghini Huracán GT3 in der Blancpain Endurance Series.[14] Er bildete ein Fahrertrio mit Giovanni Venturini und Adrian Zaugg. Die drei Fahrer erzielten zwei sechste Plätze als beste Ergebnisse und wurden Zwölfte in der Pro-Wertung. Darüber hinaus fuhr Bortolotti 2015 für Grasser Racing in einem Lamborghini Huracán zwei Rennen der Blancpain Sprint Series. Dabei erzielte er zusammen mit seinem Teamkollegen Patrick Kujala zwei Podest-Platzierungen. Für Grasser Racing unternahm Bortolotti außerdem zusammen mit Zaugg zwei Gaststarts in der ADAC GT Masters. Dabei kamen die beiden einmal auf dem ersten Platz ins Ziel, wurden aber, da sie Gaststarter waren, nicht als Sieger gewertet. Des Weiteren ging Bortolotti für Imperiale Racing in der italienischen GT-Meisterschaft an den Start. Er gewann dreimal die GT3-Wertung und schloss diese auf dem vierten Platz ab.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bortolottis Eltern betreiben einen Eissalon in Wien, weshalb er viel Zeit in Österreich verbracht hat.[15] Er wuchs in Österreich auf und absolvierte dort auch seine Schullaufbahn.[1]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1995–2005: Kartsport
  • 2005: Italienische Formel Junior 1600 (Platz 14)
  • 2005: Italienische Formel Gloria (Platz 21)
  • 2005: Italienische Formel Renault, Winter (Platz 14)
  • 2006: Formel Azzurra (Platz 2)
  • 2006: Italienische Formel Gloria (Platz 13)
  • 2006: Italienische Formel Renault, Winterserie (Platz 4)

Einzelergebnisse in der GP3-Serie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Punkte Rang
2010 Addax Team SpanienSpanien ESP TurkeiTürkei TUR SpanienSpanien ESP Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR DeutschlandDeutschland GER UngarnUngarn HUN BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA 16 11.
16 DNF 25 12 18 10 8 13 6 4 11 8 DNF 14 5 2

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Michael Noir Trawniczek: Bortolotti: "Die Formel 1 ist das Ziel". Motorsport-Total.com, 2. Dezember 2008, abgerufen am 15. November 2015.
  2. Britta Weddige: Bortolotti: Als Red-Bull-Junior in die Formel 2. Motorsport-Total.com, 31. Januar 2009, abgerufen am 15. November 2015.
  3. Steven English: Bortolotti to test for Toro Rosso. autosport.com, 11. November 2009, abgerufen am 15. November 2015 (englisch).
  4. a b Stefan Ziegler: Ferrari beruft weitere Piloten ins Nachwuchsprogramm. Motorsport-Total.com, 5. März 2010, abgerufen am 15. November 2015.
  5. Stefan Ziegler: Ferrari-Fahrerakademie feiert Geburtstag. Motorsport-Total.com, 15. Dezember 2010, abgerufen am 15. November 2015.
  6. Jack Nicholls: Mirko Bortolotti clinches Formula 2 title with Monza win. autosport.com, 2. Oktober 2011, abgerufen am 15. November 2015 (englisch).
  7. Christian Nimmervoll: Bortolotti: ‚Hätte schneller fahren können‘. Motorsport-Total.com, 17. November 2011, abgerufen am 15. November 2015.
  8. Roman Wittemeier: Audi-Sichtung: Auch Kristoffersson war dabei. Motorsport-Total.com, 21. März 2012, abgerufen am 15. November 2015.
  9. Bortolotti startet für Schubert. Motorsport-Total.com, 7. Juni 2012, abgerufen am 15. November 2015.
  10. Jacques-Armand Dupuis: WSR - Mirko Bortolotti dernier champion de la Mégane. autohebdo.fr, 19. Oktober 2013, abgerufen am 15. November 2015 (französisch).
  11. Valentin Khorounzhiy: http://www.paddockscout.com/bortolotti-takes-first-pole-in-fa1-history/17152. paddockscout.com, 25. April 2014, abgerufen am 15. November 2015 (englisch).
  12. Valentin Khorounzhiy: Bortolotti wins inaugural FA1 race at Portimao. paddockscout.com, 26. April 2014, abgerufen am 15. November 2015 (englisch).
  13. Team Imperiale still chasing the Italian GT Title. lamborghini.com, 15. September 2014, abgerufen am 15. November 2015 (englisch).
  14. Lamborghini launches Huracan GT3 and 2015 Blancpain GT programme. autosport.com, 22. Januar 2015, abgerufen am 15. November 2015 (englisch).
  15. Mirko Bortolotti: Bortolotti-Kolumne: Wiener Blut in der Formel 2. Motorsport-Total.com, 8. Juli 2011, abgerufen am 15. November 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]