Munizipalität Terdschola

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Munizipalität Terdschola
Lage
Basisdaten
Staat Georgien
Region Imeretien
Sitz Terdschola
Fläche 357 km²
Einwohner 35.563 (2014)
Dichte 100 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 GE-IM
Webauftritt terjola.ge (georgisch)

Koordinaten: 42° 14′ N, 42° 54′ O

Die Munizipalität Terdschola (georgisch თერჯოლის მუნიციპალიტეტი, Terdscholis munizipaliteti) ist eine Verwaltungseinheit (etwa entsprechend einem Landkreis) in der Region Imeretien im zentralen Teil Georgiens.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungszentrum der Munizipalität ist die namensgebende Kleinstadt Terdschola. Die 357 km² große Munizipalität wird im Norden von der Munizipalität Tqibuli, im Osten von der Munizipalität Tschiatura, im Süden von der Munizipalität Sestaponi, im Südwesten auf einem kurzen Abschnitt von der Munizipalität Baghdati und im Westen vom Territorium der regionsunterstellten Stadt Kutaissi begrenzt, alle ebenfalls in Imeretien.

Die Munizipalität nimmt das Hügelland ein, das die Imeretische Tiefebene im Nordosten begrenzt und von gut 100 m über dem Meeresspiegel im Südwesten zunächst allmählich auf über 400 m im Norden und Nordosten ansteigt; die Nordgrenze bildet ein sich relativ steil über die Ebene erhebender Bergzug, der im äußersten Nordosten der Munizipalität eine Höhe von 1037 m erreicht.

Die Süd- und Ostgrenze der Munizipalität markieren auf weiten Abschnitten der Fluss Qwirila, dessen rechter Nebenfluss Tscholaburi sowie dessen linker Quellfluss Budscha, die Westgrenze der rechte Qwirila-Nebenfluss Zqalzitela. Durch das Gebiet verlaufen die rechten Qwirila-Nebenflüsse Dsewri und Tschchari sowie der rechte Tscholaburi-Quellfluss Dsussa.

Bevölkerung und Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl ist mit 35.563 Einwohnern (2014)[1] gegenüber der vorangegangenen Volkszählung (45.496 Einwohner 2002) um mehr als ein Fünftel gesunken,[2] leicht über dem Landesdurchschnitt. Zuvor war die Bevölkerung bereits seit einem starken Anstieg bis in die 1950er-Jahre annähernd stabil.

Bevölkerungsentwicklung

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Die Bevölkerung ist fast monoethnisch georgisch (etwa 99,4 %); daneben gibt es eine kleine Zahl von Russen und Armeniern (Stand 2002).

Die größten Ortschaften neben Terdschola (4644 Einwohner) sind mit jeweils über 1500 Einwohnern die Dörfer Ghwankiti, Kweda Simoneti und Tschognari (2014).[1]

Die Munizipalität gliedert sich in den eigenständigen Hauptort Terdschola sowie 18 Gemeinden (georgisch temi, თემი beziehungsweise bei nur einer Ortschaft einfach „Dorf“, georgisch sopeli, სოფელი) mit insgesamt 45 Ortschaften:

Gemeinde Anzahl
Ortschaften
Einwohner
(2014)[1]
Achali Terdschola 2 1348
Alissubani 5 2110
Bardubani 2 1416
Dsewri 3 1442
Ezeri 2 1457
Ghwankiti 1 1968
Godogani 4 2193
Gogni 1 448
Kwachtschiri 3 2102
Kweda Simoneti 1 2027
Nachschirghele 2 1759
Rupoti 2 2036
Seda Sasano 6 2838
Seda Simoneti 1 1349
Siktarwa 2 1725
Tschchari 2 1211
Tschognari 1 1551
Tusi 5 1939

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet gehörte seit dem Zerfall des Königreiches Georgien im 15. Jahrhundert bis in das 19. Jahrhundert faktisch durchgehend zum Königreich Imeretien. Während der Zugehörigkeit Georgiens zum Russischen Reich lag es in den Ujesden Kutais und Schorapani des Gouvernements Kutais, zu denen es bis in die Anfangsjahre der Sowjetunion gehörte.

1930 wurde etwa in den heutigen Grenzen der nach dem Fluss und den gleichnamigen, etwa 8 km nördlich von Terdschola gelegenen Dorf benannte neue Rajon Tschchari ausgewiesen. 1950 wurde der Verwaltungssitz nach Terdschola verlegt und der Rajon entsprechend umbenannt. Nach der Unabhängigkeit Georgiens wurde der Rajon Terdschola 1995 der neu gebildeten Region Imeretien zugeordnet und 2006 in eine Munizipalität umgebildet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Südteil der Munizipalität, einige Kilometer südlich am Verwaltungssitz Terdschola vorbei, führt die internationale Fernstraße S1 (ს1) von Tiflis zur russischen beziehungsweise abchasischen Grenze (auf diesem Abschnitt zugleich Europastraße 60). Von dieser abzweigend durch Terdschola und weiter in den nördlich benachbarten Munizipalitätssitz Tqibuli verläuft die Nationalstraße Sch19 (შ19). Von der Sch19 zweigt nördlich von Terdschola die Sch102 (შ102) ins östlich gelegene Tschiatura ab. Im Westen der Munizipalität sind die alte Trasse der S1 und die Nationalstraße Sch108 (შ108) Zubringer zwischen der neuen, dort zur Autobahn ausgebauten S1 und dem Zentrum der Großstadt Kutaissi.

Die Bahnstrecke Poti – Tiflis (– Baku) verläuft überwiegend wenig außerhalb der Munizipalitätsgrenze am linken Ufer von Qwirila und Tscholaburi; dort befindet sich auch die der Stadt Terdschola nächstgelegene Bahnstation Argweta gut sieben Straßenkilometer südlich der Stadt in Richtung Sestaponi.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Munizipalität Terdschola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Population Census 2014 (englisch)
  2. Population Census 2002 (englisch)