Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland

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Lage des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland

Der Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland (von 1964, dem Ausweisungsjahr, bis 2010 Naturpark Hohe Mark genannt) zählt mit 1040,87 Quadratkilometern Fläche zu den größten Naturparks in Nordrhein-Westfalen.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Naturpark Hohe Mark reicht von Bocholt und Wesel im Westen bis nach Datteln und Olfen im Osten, von Bottrop und Oberhausen im Süden bis nach Velen im Norden. Er überdeckt Teile der Region Niederrhein, des südwestlichen Münsterlandes sowie des nördlichen Ruhrgebietes. Folgende Städte und Gemeinden liegen teilweise innerhalb des Naturparks Hohe Mark: Borken, Bottrop, Coesfeld (minimal), Datteln, Dinslaken, Dorsten, Dülmen, Hamminkeln, Lüdinghausen, Marl, Oberhausen, Oer-Erkenschwick, Olfen, Rhede, Velen und Wesel.

Vollständig oder fast vollständig im Naturpark liegen die Städte und Gemeinden Haltern am See, Heiden, Hünxe (Kerngemeinde, aber nicht Bruckhausen und Bucholtwelmen im Südwesten), Raesfeld, Reken (bis auf Minimalteil im Norden) und Schermbeck.[1]

Landschaft[Bearbeiten]

Der Naturpark zeichnet sich durch eine überraschende Vielfalt an Landschaftsformen aus. Während im Nordosten die Parklandschaft des Münsterlandes mit seiner vielfältigen Mischung aus Wiesen, Weiden, Äckern, Mooren und vereinzelten Waldstücken dominiert, findet sich im Südosten ein zerfurchter Bereich, der von den Waldgebirgen Hohe Mark (das den Kern des Naturparks bildet, zu dessen Ausläufern indes auch die weit nach Nordwesten ragenden Teil-Höhenzüge Rekener Berge und Die Berge gezählt werden), die Haard und den Borkenbergen gebildet wird, die auch unter der Bezeichnung Halterner Berge zusammengefasst werden. Zwischen diesen Waldgebirgen erstrecken sich die Niederungen der Lippe und des Halterner Mühlenbachs, verlängert um den Halterner Stausee und den Mündungslauf der Stever.

Die Lippe verbindet den Ostteil, der naturräumlich zur Westfälischen Bucht gehört, mit dem niederrheinischen Tiefland im Westen. Hier senkt sich das Gelände in lokal teils bemerkenswerten Höhenunterschieden herab in die Flussniederungen von Lippe und Issel. Größte Waldgebiete des niederrheinischen Teils des Naturparkes sind der Dämmer Wald, die Üfter Mark, der Diersfordter Wald und das Waldgebiet Gartroper Busch-Hünxer Wald-Kirchheller Heide.

Der höchste Berg der Halterner Berge ist mit 156,9 m ü. NHN der Stimberg in der Haard. Kulturell bekannt und Wahrzeichen von Heiden ist das Hünengrab De Düwelsteene an der Südabdachung der Rekener Berge.

Die Flüsse Bocholter Aa, Issel, Lippe und Stever durchfließen den Naturpark. Parallel zur Lippe verläuft der Wesel-Datteln-Kanal.

Die größten Seen im Naturpark sind der Halterner Stausee, Heidesee, Heidhofsee, Hullerner Stausee, Schwarzes Wasser und der Torfvennteich. Hier liegt auch die erste Westfälische Kormoran-Kolonie in der Heubachniederung bei Dülmen und die Graureiherkolonie auf der Overrather Insel im Halterner Stausee mit über 60 besetzten Horsten.

Die teils abgetorften Hochmoore Weißes Venn bei Haltern und Schwarzes Venn bei Heiden dienen heute teilweise als Truppenübungsgelände und Naturschutzgebiete.

Im Merfelder Bruch, einem feuchten Wald- und Wiesengebiet westlich von Dülmen, leben die Dülmener Wildpferde, eine der letzten Wildpferdeherden Mitteleuropas.

Verkehr[Bearbeiten]

Im Naturpark sind zahlreiche Rad- und Reitwege sowie ein etwa 1.900 km langes Wanderwegenetz ausgebaut. Zudem führt einer der größten Nordic-Walking-Parks in Nordrhein-Westfalen durch die Hohe Mark.

In Ost-West-Richtung verläuft die B 58 von Lüdinghausen über Haltern am See nach Wesel. In Nord-Süd-Richtung verlaufen einige Eisenbahnstrecken und, von West nach Ost aufgezählt, die Bundesautobahnen A 3, A 31, und A 43.

Der Naturpark soll um eine Qualitätswanderroute bereichert werden, den Hohe-Mark-Steig. Er wird zwischen Wesel am Rhein und Olfen an der Lippe verlaufen und wird voraussichtlich zwischen 100 und 120 km lang sein. Den Streckenverlauf arbeitet ein Team aus Vertretern des Sauerländischen Gebirgsvereins e.V. (SGV), der Haard-Trapper Wanderfreunde Datteln 1986 e.V. und des Hohe Mark Tourismus e.V. aus, unter Federführung des letzteren.[2]

Schwartensandstein in der Haard

Geologie[Bearbeiten]

Diagenetisch verfestigte mittelkörnige kreidezeitliche Quarzsande, auch „Halterner Sande“ genannt, bauen das gesamte Hügelland der Hohen Mark auf. Am Stimberg in der Haard und am Opferstein in den Borkenbergen finden sich Felsbänke aus Sandstein, der durch eine Mischung von Kieselsäure und farbigen Eisenverbindungen zementiert ist. Dadurch entsteht der sogenannte Schwartensandstein, der je nach Grad der Zementation eine große Härte erreichen kann. Dieser Sandstein findet sich auch als Baumaterial in der Gegend (z. B. an der Propsteikirche St. Peter in Recklinghausen).

Sandabbruch nahe Reken

Außerdem zeigt dieses Material auf der sonnenzugewandten Seite das Phänomen des Wüstenlackes, die man eigentlich nur in den großen Wüsten der Erde findet. Die Porösität des Schwartensandsteines nimmt Regenwasser sehr leicht auf. Bei Sonneneinstrahlung verdampft das Wasser wiederum und lässt die zuvor gelösten Eisenverbindungen auf der Oberfläche des Materials als schwarze Schicht zurück.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  2. Hohe-Mark-Steig, Infos auf der Tourismusseite

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Oelmann, Sonderkamp: Auf krummen Touren zwischen Datteln und Wesel – Der Wanderführer Naturpark Hohe Mark, Klartext-Verlag, Essen 2010, ISBN 978-3837503203
  • Oelmann, Sonderkamp: Auf krummen Touren durch die Mark – Der Hohe-Mark-Führer, Klartext-Verlag, Essen 2009, ISBN 978-3837501186
  • Oelmann, Sonderkamp: Auf krummen Touren durch die Haard – Der Haard-Führer, Klartext-Verlag, Essen 2008, ISBN 978-3898619967

51.7195336.928931Koordinaten: 51° 43′ 10,3″ N, 6° 55′ 44,2″ O