Heiden (Münsterland)

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Heiden im Münsterland; zu anderen Bedeutungen siehe Heiden.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heiden
Heiden (Münsterland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heiden hervorgehoben
Koordinaten: 51° 50′ N, 6° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Borken
Höhe: 79 m ü. NHN
Fläche: 53,39 km²
Einwohner: 8152 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 153 Einwohner je km²
Postleitzahl: 46359
Vorwahl: 02867
Kfz-Kennzeichen: BOR, AH, BOH
Gemeindeschlüssel: 05 5 54 028
Gemeindegliederung: Heiden (Hauptort), Leblich und Nordick
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
46359 Heiden
Webpräsenz: www.heiden.de
Bürgermeister: Hans-Jürgen Benson (SPD)
Lage der Gemeinde Heiden im Kreis Borken
Kreis Borken Nordrhein-Westfalen Kreis Kleve Kreis Wesel Kreis Coesfeld Kreis Coesfeld Niedersachsen Kreis Steinfurt Niederlande Raesfeld Heiden Rhede Bocholt Borken Reken Velen Stadtlohn Heek Ahaus Gescher Legden Schöppingen Gronau Vreden Südlohn IsselburgKarte
Über dieses Bild
Die St.-Georg-Kirche auf dem Heidener Rathausplatz

Heiden (plattdeutsch Häiden[2]) ist eine Gemeinde im Westmünsterland im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und gehört zum Kreis Borken im Regierungsbezirk Münster.

Wichtigstes Wahrzeichen der Gemeinde sind die Teufelssteine.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiden liegt im Westen der Westfälischen Bucht und im Norden des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland. Es befindet sich südlich des Höhenzugs Die Berge. Mit einem Waldanteil von 23 % ist Heiden die Waldreichste Gemeinde im Kreis Borken.[3] Der Großteil dieser Waldflächen erstrecken sich auf dem sogenannten Uhlenberg, in dem auch die Teufelssteine liegen. Durchzogen wird das heidener Umland von mehreren Nebenflüssen der Borkener Aa, welche ins Flusssystem IJssel gehören. Lediglich der Wellbruchbach im Süden ist dem System der Lippe zuzuordnen.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borken Ramsdorf
(zu Velen)
Velen
Marbeck
(zu Borken)
Windrose klein.svg Reken
Rhade
(zu Dorsten)
Lembeck
(zu Dorsten)


Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindefläche wird formal in drei Gebiete aufgeteilt. Der strukturell geschlossene Kern des Dorfes beherbergt die meisten der Einwohner. Die Restfläche wird aufgeteilt in die Gebiete Nordick und Leblich.

Hauptort Heiden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der eigentliche Hauptort der Gemeinde Heiden ist weitestgehend eingerahmt durch die Umgehungsstraße. Im Südosten des Dorfes sind das Industriegebiet und ein Sport- und Freizeitzentrum angesiedelt. Die verbleibende Landwirtschaft innerhalb der Umgehungsstraße wird zunehmend verdrängt, innerörtliche Freiflächen werden verdichtet.

Nordick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nördliche Teil der Gemeindefläche wird der Bauernschaft Nordick angerechnet, welche selbst nur eine kleine Ansiedlung an der Hauptstraße zwischen Heiden und Velen darstellt. In Nordick finden sich mehrere Reitsportzentren, ein Campingzentrum (gelegen am Römersee) sowie ein artesischer Brunnen.

Leblich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Hauptortes wird das Gemeindegebiet wiederum der Bauernschaft Leblich zugesprochen. Neben dieser liegen hier auch die Siedlungen Buschhausen sowie Heiden an der Bahnhofstraße, welches direkt an Marbeck (Stadt Borken) grenzt, und dort Anteil am Bahnhof Marbeck-Heiden hat. Östlich vom Hauptort, ebenfalls zu Leblich gehörend, liegen auch die Teufelssteine. Im äußersten Süden dehnen sich größere Waldgebiete aus, in denen sich das „Kranenmeer“ befindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstanden ist Heiden wahrscheinlich aus dem Hof Heghinc an der Landwegkreuzung.[4] Um das Jahr 870 wurde das Heidedorf in einer Schenkung an das Kloster Werden erstmals urkundlich erwähnt.

Der erste Name des Ortes lautete Heidion, später nannte man ihn Heithene, Hethen und zuletzt Heyden. Rückzuführen ist der Name auf die historisch exisistente Heide in der Region.

Geschichte bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1195 wurde das Kirchenspiel Heiden gegründet und 1209 wird die Pfarrei Heiden zum ersten Mal urkundlich erwähnt[5] Die erste Kirche brannte 1404 ab und eine neue Kirche wurde errichtet. 1615 wurde ein Jahrmarkt ins Leben gerufen, der heute ins Schützenfest aufgegangen ist. 1888 wurde die Kirche erneut abgerissen und als neugotische Kirche bis 1891 auf dem heutigen Alten Kirchplatz errichtet und bildete den neuen Ortsmittelpunkt.

Geschichte seit 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Kriegsende 1945 wird Heiden gemeinsam mit Reken zum Amt Heiden-Reken zusammengefasst. In den 50er Jahren erlebte die Siedlungsfläche einen erste Erweiterung. U.a. die Grundschule und die evangelische Kirche wurden errichtet. Ende der 60er wurde die teilweise im Krieg beschädigte Kirche abgerissen und am Rathausplatz wurde 1972 eine neue errichtet.

Mit der Gebietsreform 1975 wurde das Amt Heiden-Reken aufgelößt und ein Teilgebiet der Kreisstadt Borken, das bis 1969 zur Gemeinde Marbeck gehörte, mit damals etwa 240 Einwohnern eingegliedert. Am selben Tag wurde ein Teilgebiet mit damals etwa 150 Einwohnern an die Nachbargemeinde Velen abgetreten.[6]. Über zwei Jahre wurden Heiden und Reken troz der Trennung gemeinsam verwaltet. 1976 wurde das Krankenhaus in ein Altenheim umgewandelt. Bis heute entwickelt sich Heidens Siedlungsgebiet in Richtung der Umgehungsstraßen weiter. Troz steigender Einwohnerzahlen ist in den letzten Jahrzehnten immer wieder eine Eingemeindung durch Borken im Gespräch.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rathauskomplex auf dem Rathausplatz (2016)

Der Gemeinderat besteht aus 26 Ratsmitgliedern. Nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 sind die Sitze wie folgt auf die einzelnen Parteien und Listen aufgeteilt:[7]

CDU SPD UWG
2014 14 Sitze 8 Sitze 4 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2015 wurde mit Hans-Jürgen Benson erstmals ein Sozialdemokrat Bürgermeister der Gemeinde Heiden. Benson erhielt bei seiner dritten Kandidatur für die SPD in Folge 52,5 %; er besiegte im ersten Wahlgang den seit drei Amtsperioden regierenden Bürgermeister Heiner Buß (parteilos), der 47,5 % erzielte.

Wappen, Banner und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde ist mit Urkunde des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf vom 17. April 1956 das Recht zur Führung eines Wappens, eines Siegels und einer Flagge verliehen worden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Im blauem Feld zwei silberne (weiße) Balken, deren unterem ein goldenes (gelbes) Hünengrab aufsitzt.“

Dem Gemeindewappen wurde das Wappen der Herren von Heiden – in Silber drei blaue Balken – zu Grunde gelegt. An Stelle des dritten Balkens erinnert das jungsteinzeitliche Großsteingrab der Teufelssteine an die Besiedlung und Bedeutung des Ortes in vorgeschichtlicher Zeit.[8][9]

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Beschreibung des Banners: „Blau-Weiß-Blau im Verhältnis 1:3:1 längsgestreift mit dem Wappen oberhalb der Mitte.“

Beschreibung der Flagge: „Im quadratischen blauen Flaggentuch, zwei weiße Balken, deren unterem ein gelbes Hünengrab aufsitzt; am fliegenden Ende drei weiße nach unten abgeschrägte Lätze.“ Die Hauptsatzung gibt keine Flaggenbeschreibung.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht eine Städtefreundschaft mit der thüringischen Stadt DeutschlandDeutschland Heilbad Heiligenstadt sowie eine Städtepartnerschaft mit Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lancaster (Wisconsin) in den USA.

Heilbad Heiligenstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch vor der Wiedervereinigung beider Deutscher Staaten wurden auf Antrag der CDU-Frauenunion (Bürgerantrag vom 12. Dezember 1989) erste schriftliche Kontakte mit der Stadt Heiligenstadt aufgenommen. Der Grund für die Kontaktaufnahme fand sich in der Tatsache, dass die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel, die Heiligenstädter Schulschwestern, über viele Jahre ihren Dienst im früheren Krankenhaus und heutigen Altenheim von Heiden verrichtet haben. Danach entwickelte sich sehr schnell ein reger Dialog zu den offiziellen Vertretern der Stadt Heiligenstadt, den Schwestern im Bergkloster der Heiligenstädter Schulschwestern und den Menschen und Gruppierungen in der Stadt. Parallel dazu fanden intensive Beratungen für die Verwaltungsaufgaben durch Bedienstete der Gemeinde, Hilfsaktionen durch den Werbekreis Heiden, ein Austausch von Jugendlichen und viele Aktivitäten durch die Vereine statt. Die Gemeinde Heiden hat am 9. März 1991 mit der Stadt Heiligenstadt einen Freundschaftsvertrag abgeschlossen und dabei eine enge Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung beider Kommunen beurkundet.

Lancaster/Wisconsin (USA)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zu einer Städtepartnerschaft mit Lancaster in Wisconsin (USA) liegt in der Musik begründet. Vor vielen Generationen sind Mitglieder der Familie Busch aus Heiden nach Wisconsin ausgewandert. Auf der Suche nach ihren Wurzeln kam die Familie Busch Ende der 1980er Jahre nach Heiden. Im Heimathaus fand ein gemeinsamer Abend mit Mitgliedern der Musikkapelle statt, zumal auch die Familie Busch musiziert. Sie bilden in Lancaster einen wichtigen Teil der dortigen Musikband. So entstand sehr schnell der Wunsch der Heidener Musikkapelle zu einem Besuch in Lancaster. Dieser fand dann im Jahre 1995 statt. Seither gibt es unter den Musikerinnen und Musikern einen regen Austausch. Aber auch erste Aufenthalte von Schülern und Studenten in Amerika folgten. Bei einem Besuch von Mitgliedern der Musikkapelle in Lancaster im Jahr 2007 äußerte die „City Lancaster“ in Person des Mayors Jerome H. (Jerry) Wehrle, den Wunsch eine offizielle Partnerschaft mit Heiden zu begründen.
Die Städtepartnerschaft soll dazu dienen, dass sich auf der Grundlage der freundschaftlichen Kooperation, der Gleichheit und des gegenseitigen Nutzens die Stadt Lancaster und die Gemeinde Heiden zur Förderung und Erweiterung der Kultur-, Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen den beiden Städten entwickelt. Außerdem ist geplant, zur Förderung ihres Wohlstands und zur weiteren Vertiefung der Freundschaft zwischen den Menschen der beiden Länder einen weit angelegten Austausch auf Gebieten wie z. B. Bildung, Wissenschaft, Technologie, Sport und Gesundheit zu praktizieren. Am 11. Mai 2010 beschloss der Rat die offizielle Partnerschaft in der Sitzungsurkunde 051/2010.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Georg, auf dem Rathausplatz. Erbaut 1972 im modernen Stil. Das Gebäude fasst 600 Personen.
  • St. Paulus, als evangelisches Gemeindezentrum.

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Westmünsterlandhalle, Mehrzweckhalle im Sportzentrum.
  • Heimathaus, Museum des Heimatvereins
  • Altenzentrum St. Josef, ehemaliges Krankenhaus; 1976 umfunktioniert.
Das Biotop aus Richtung Süden

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vogelpark, mit einer kleinen Auswahl heimischer Vögel; in direkter Nähe zu Altenzentrum
  • Biotop, See und Parklandschaft im Sport- und Freizeitzentrum.

Plätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rathausplatz, mit Rathauskomplex und Kirche.
  • Alter Kirchplatz, mit einem 2013 errichteten Ärztehaus.
  • Maiboekenplatz, Zentrale Straßenkreuzung.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teufelssteine

Teufelssteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa drei Kilometer vom Ort entfernt liegen die Teufelssteine, (niederdeutsch „Düwelsteene“) in einer eiszeitlichen Dünenlandschaft. Dabei handelt es sich um ein steinzeitliches Großsteingrab der Trichterbecherkultur. Die Teufelssteine gelten als das Heidener Wahrzeichen und finden sich auch im Wappen wieder.

Römersee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Römersee (Heiden)

Im Norden des Gebietes an der Grenze zu Velen liegt der knapp 0,7ha große Römersee, um den sich früher ein Naturschutzgebiet befand. Heute ist der Römersee Standort eines Campingplatzes.

Kranenmeer in Heiden

Kranenmeer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Kranenmeer

Das Naturschutzgebiet Kranenmeer liegt im Süden des Gemeindegebietes mit dem gleichnamigen See und einem Rundweg. Seit 1950 ist es als Naturschutzgebiet ausgewiesen und inzwischen Teil des Natura 2000-Netzwerk.

Schwarzes Venn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet Schwarzes Venn schließt sich an das Velener Gebiet Weißes Venn an. Hier liegt auch ein artesicher Brunnen mit Tretbecken.

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden des Ortes liegt das Sport- und Freizeitzentrum mit einem Freibad, einer Mehrzweckhalle, dem Heimathaus und großen Sportanlagen.

Frei- und Wellenbad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kummunale Schwimmbad verfügt über drei Außenbecken, eines als Wellenbad, und ein derzeit außer Betrieb gesetztes Babybecken. Außerdem bietet das Gelände mehrere Spielplatzelemente, Hüpfkissen und große Rasenfläche.

Westmünsterlandhalle

Westmünsterlandhalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kommunale Mehrzweckhalle verfügt über eine abdeckbare Bühne, eine Trennwand, Fußballtore und Basketballkörbe, eine Anzeigetafel und einen Umkleidekomplex. Genutzt wird sie von Musik- und Sportvereinen ebenso wie von Schulen und Kirchen.

Vereinssport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Sportverein ist der F.C. Viktoria Heiden 1921 e.V., der neben Fußball auch Badminton und Leichtathletik anbietet. Das Heidener Sportzentrum besitzt zwei Natur- und einen Kunstrasenplatz. Der größte Platz trägt den Namen „Volksbank-Stadion“. Die 1. Mannschaft der Fußballabteilung spielt seit der Saison 2004/2005 ununterbrochen in der Landesliga 4 Nord. In der Saison 2013/2014 gelang der Mannschaft der Aufstieg in die Westfalenliga 1, was der sechsten Liga entspricht. Als Tabellenneunter konnte die Liga in der folgenden Saison gehalten werden.

Darüber hinaus existiert der Tennisverein TC Heiden 81 e.V., dem fünf Ascheplätze zur Verfügung stehen.

Der Schachverein SV Heiden 62 e.V. spielt in der 2. Bundesliga der Frauen. Die erste Herrenmannschaft spielt in der Verbandsliga.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schützenfest und Dullendienstag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schützenfest des Schützenvereins Heiden findet am 2. Wochenende im August auf der Schützenfestwiese im Sport- und Freizeitzentrum statt. Neben der klassischen Zeremonie ist auch eine Kirmes mit Fahrgeschäften Teil der Veranstaltung, was das Heidner Schützenfest von den Festen der meisten Nachbargemeinden unterscheidet. Am Dienstag nach dem Schützenfest wird mit dem Dullendienstag ein Junggesellenschützenfest veranstaltet.

Heidener Herbst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heidener Herbst findet am letzten Wochenende im September im gesamten Kernbereich des Dorfes statt. Es gibt einen Trödelmarkt, ein bis zwei Fahrgeschäfte sowie einige Attraktionen, die von Heidener Vereinen organisiert werden. Höhepunkt am Sonntag ist der Teufelslauf als Volkslauf auf verschiedenen Distanzen.

Weitere Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maiboekentag im April (Flohmarkt in im Dorfkern)
  • Schützenfeste in Leblich/Nordick an Pfingsten abwechselnd in Nordick und Leblich

Religion und Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiden ist ein überwiegend katholischer Ort. Es existieren die katholische St.-Georg-Pfarrgemeinde und die evangelische St.-Paulus-Gemeinde.

St. Georg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Georg-Gemeinde verfügt über die zentral gelegene, wichtigste Kirche im Ort. Ihr Pfarrheim hat die Gemeinde im Süden des Ortes nahe dem Sport- und Freizeitzentrum. In der Nordhälfte des Ortes liegen zwei katholische Kindergärten (St. Georg und St. Josef). Außerdem ist die Gemeinde Träger des Alteneims St. Josef und der Marienschule

St. Paulus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutlich kleinere evangelische Gemeinde betreibt ihre Kirche und ihr Gemeindezentrum in einem Gebäudekomplex im Norden des Ortes. Ein St. Paulus Kindergarten existiert im Süden des Dorfes.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuell existieren in Heiden zwei Schulen: Die katholische Mariengrundschule sowie die Ludgerushauptschule, die allerdings keine neuen Schüler aufnimmt und mit dem Ende des Schuljahrs 2017/18 ausläuft.

Für weiterführende Bildung wird vor allem der Bildungsstandort Borken genutzt. Auch Realschulen in den Nachbarorten Reken und Velen werden zahlreich besucht.

Marienschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marienschule (nach der heiligen Maria) ist im Süden des Ortes gegenüber dem Friedhof gelegen. Sie wird je nach Bedarf 3- oder 4-zügig betrieben. Etwa 350 Schüler werden hier unterrichtet. Das U-förmige Schulgebäude besteht aus einem Altbau, in dem der Verwaltungsapparat sowie die ersten Klassen untergebracht sind. Im Verbindungstrakt sind Musikräume und eine Ganztagsschule eingerichtet, wobei diese unabhängig von der Schule verwaltet wird. Das dreistöckige Neubaugebäude schließt sich daran an. Hier sind die Klassen 2-4 untergebracht. Die Marienschule betreibt ein eigenes Schwimmbecken sowie eine Turnhalle, die allerdings auch von anderen Vereinen genutzt werden. Der Schulhof wurde in den Jahren 2011 und 2012 umgestaltet und das Schulgelände eingezäunt. Direkt an der Schule liegt die Schützenfestwiese und das Sport- und Freizeitzentrum.

Ludgerusschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ludgerushauptschule befindet sich im Norden des Ortes. Aufgrund von ständig sinkender Schülerzahlen fusionierte sie mit einer Realschule aus dem Nachbarort Ramsdorf. Ab Sommer 2018 wird der Standort Heiden endgültig auslaufen. Eine Folgenutzung des Schulgebäudes ist noch nicht bekannt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiden liegt westlich der Bundesautobahn 31 (Anschlussstelle Reken/Heiden). Von hier führt die L600 südlich an Heiden vorbei nach Borken. An der benachbarten Anschlussstelle Borken kreuzt die A31 die nördlich an der Ortschaft vorbeiführende Bundesstraße 67, die nahe Borken auf die Bundesstraße 70 (Borken–Raesfeld) trifft. Eine weitere wichtige Verkehrsader ist die L829, die von Marbeck über Heiden nach Velen führt. Weitere Kreisstraßen führen nach Gemen, Ramsdorf, Reken und Lembeck. Alle Landes- und Kreisstraßen verlaufen nicht durch den Ortskern, sondern werden über eine Umgehungsstraße geleitet.

Öffentliche Verkehrsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der von Borken ins Ruhrgebiet verlaufenden Bahnstrecke liegt in Ortsnähe an der Grenze zum Borkener Stadtteil Marbeck ein Haltepunkt des RE 14 von Essen nach Borken, der im Stundentakt bedient wird. Eine Busverbindung vom Hauptort zum Bahnhof besteht nicht.

An der Kreisstraße nach Ramsdorf hält der Schnellbus nach Bocholt und Münster. Innerorts ist die Station Alter Kirchplatz wichtigster Bushaltepunkt. Der Regionalbus 74 fährt stündlich nach Borken und Reken. Weitere Busse fahren nur unregelmäßig und vor allem zu Schulzwecken.

Wirtschaft und Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiden hat ein Industriegebiet im Südosten des Ortes mit Ausrichtung auf die nahe gelegene A31

Gemeinsam mit Reken und Borken möchte sich Heiden am Gewerbepark A31 beteiligen, dessen Realisierung aus Naturschutzgründen momentan noch in Frage steht.

Grundversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich existierten am Rathausplatz eine Aldi und eine Plus Fiale. 2010 gab Aldi den Standort Heiden auf und der Plus-Markt zog in dessen Verkaufsraum und wurde zu einer Netto-Fiale umgewandelt.

Im Industriegebiet existieren überdies Supermärkte der Lidl-Kette und der regionalen K+K-Kette.

Gastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortskern werden mehrere Mischbetriebe aus Hotel und Restaurant betrieben die ein kleines Zimmerangebot bieten. Im Außengebiet gelegen sind zwei weitere Gasthöfe. Außerdem werden verschiedene Cafés betrieben.

Medizin und Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dessen Bau 2013 konzentriert sich die ärztliche Versorgung auf das Haus der Gesundheit. Hier sind neben einigen Praxen auch eine Apotheke und ein Reha-Zentrum untergebracht.

Öffentliche Dienstleister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude der Heidener Feuerwehr

Die Polizei hat in Heiden eine Dienststelle im Rathaus. Im Süden existiert eine Wache der Freiwilligen Feuerwehr. Des Weiteren betreibt die Gemeinde eine Kläranlage und einen Bauhof am Südrand des Ortes.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geprägt ist das Heidner Industriegebiet von der hier ansässigen Baufirma Brüninghoff.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludger Kremer, Bert Sniers (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Heiden (= Heidener Schriften. Bd. 1). 2. Auflage. 1976, OCLC 215149067.
  • Ludger Kremer (Hrsg.): Das alte Heiden im Bild (= Heidener Schriften. Bd. 2). 1979, DNB 820901733.
  • Aloys Küper: Geschichte der Freigrafschaft und des Kirchspiels Heiden. Hrsg.: Ludger Kremer. (= Heidener Schriften. Bd. 3). 1981, DNB 871068354.
  • Ludger Kremer (Hrsg.): Heiden im Zweiten Weltkrieg (= Heidener Schriften. Bd. 4). 1985, DNB 871225034.
  • Ludger Kremer (Hrsg.): Daomaols in Häiden … (= Heidener Schriften. Bd. 5). 1991, OCLC 236095167.
  • Ludger Kremer, Timothy Sodmann (Hrsg.): Die Flurnamen der Gemeinde Heiden (= Heidener Schriften. Bd. 6). 1994, ISBN 3-927851-53-1.
  • Ludger Kremer (Hrsg.): 1125 Jahre Heiden (= Heidener Schriften. Bd. 7). 1996, OCLC 67922795.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Elisabeth Piirainen, Wilhelm Elling: Wörterbuch der westmünsterländischen Mundart. Vreden 1992, ISBN 3-926627-09-3.
  3. Gemeinde Heiden: Zahlen, Daten, Fakten. Abgerufen am 27. April 2016.
  4. Geschichte auf der Seite der Georg Gemeinde Seitfe der Kirchengemeinde, abgerufen am 15.04.
  5. Ulrike Vornholt: Heiden In: Städte und Gemeinden in Westfalen: Der Kreis Borken Nr. 9, 2004, S. 211–218
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 312.
  7. https://www.kreis-borken.de/fileadmin/internet/downloads/fe15/wahlen/2014_Kommunalwahlen_endgueltigeErgebnisseKreisBorken.pdf
  8. Hauptsatzung der Gemeinde Heiden, § 2. Abgerufen am 10. Februar 2013 (PDF; 59 kB).
  9. Das Heidener Wappen. Abgerufen am 10. Februar 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heiden (Münsterland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien