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Erle (Raesfeld)

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Erle
Gemeinde Raesfeld
Wappen von Erle
Koordinaten: 51° 45′ N,  52′ OKoordinaten: 51° 44′ 46″ N,  51′ 56″ O
Höhe: 59 m ü. NN
Fläche: 22,67 km²
Einwohner: 3692 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 163 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahlen: 46348, alt: 4285; 4270
Vorwahlen: 02865, 02866
Karte
Lage des Ortsteils Erle in Raesfeld
Dorfkern von Erle
Dorfkern von Erle

Erle (historische Namen: Erlar[2], Horlon[3], Herlere[4.1], Erlore[5], niederdeutsch Iäle[6]) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Raesfeld im Kreis Borken in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Überregional bekannt ist Erle, das im Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland liegt, auch wegen der im Volksmund so genannten „1500-jährigen“ Femeiche, der Pius-Eiche und der über 200 Jahre alten Kastanien-Allee. In Erle spricht man neben dem Hochdeutschen (mit westfälischer und ruhrdeutscher Sprachfärbung) auch das Erler Sandplatt, eine der westmünsterländischen Mundarten zugehörigen Sprache.

Rund 30 Kilometer von Erle entfernt liegt ein weiteres Erle, heute ein Stadtteil von Gelsenkirchen.

Geographische Lage

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Erle liegt am Rande des Westmünsterlands. Es liegt praktisch auf dem Schnittpunkt der Kreise Recklinghausen, Wesel und Borken und somit auch auf dem Schnittpunkt vom Münsterland, Niederrhein und Ruhrgebiet. Im Süden ist die nächstgrößere Stadt Dorsten, im Westen ist es Wesel, im Norden liegt Borken und im Osten Haltern am See. Die unmittelbaren größeren Nachbardörfer sind Raesfeld, Homer, Marbeck, Heiden, Rhade, Schermbeck und Marienthal. Erle liegt in einer typischen Heidelandschaft, deshalb auch der Beiname „Heededoerpken“, „Heidedörfchen“ auf Erler Sandplatt. Erle besteht aus dem Dorfkern, den Bauerschaften Östrich und Westrich sowie aus Teilen der seit 1975 nicht mehr eigenständigen Ortschaft Overbeck. Es ist in seiner Gesamtheit Teil des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland, der historischen „Herrlichkeit Lembeck“ und liegt an der „Hamaland-Route“. Neben den eigenen sind weitere touristische Highlights in der mit dem Fahrrad zu erreichenden Umgebung u. a. das Karmeliter-Kloster Marienthal, das Wasserschloss Schloss Raesfeld, das Schloss Lembeck, der Dämmerwald, die Burg Schermbeck, die Issel-Quelle in Raesfeld und die Wassermühle in Rhade. Seit dem 1. Oktober 2018 gehört Erle zum Wolfsgebiet Schermbeck, einem von vier ausgewiesenen Wolfsgebieten in Nordrhein-Westfalen.[7]

Erle hat 3717 Einwohner (Hauptwohnsitz), davon sind 1872 männlich und 1845 weiblich; 2222 Einwohner gehören dem katholischen, 537 dem evangelischen Glauben an und 927 haben keine oder eine andere Religion (Stand: 1. Januar 2024).

Durch Erle führt die B 224. Außerdem liegt der Ort nicht weit von der A 31 und ihren Anschlussstellen Lembeck und Wulfen entfernt. Im Dorf beginnt die Landesstraße 607 und die Kreisstraße 13 quert die B 224. Das Dorf ist an das Radverkehrsnetz NRW und die Radregion Münsterland angeschlossen und die Themenrouten „100 Schlösser-Route“, „agri cultura“, „3-Flüsse-Route“ und „Naturpark Hohe Mark“ liegen in der Nähe bzw. tangieren das Dorf direkt. Die besonders für Rennräder geeignete permanente Strecke (RTF) „Durch den Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland“ des Radsportbezirks Nord-Westfalen e. V. verläuft durch Erle. Der Abschnitt „Hohe Mark“ der Münsterland-Reitroute führt durch die Erler Bauerschaft Östrich und tangiert den Reiterhof „Erler Heide“.

Erle ist in den Bus-Linien R21 des Verkehrsverbundes Münsterland (VGM) und 71, 293, 295 des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr integriert. Es fährt regelmäßig der sogenannte „Schwimmbus“ kostenlos die Schwimmbäder in Borken und Heiden an.

Linie Verlauf Takt (Mo–Fr) Betreiber
71Dinslaken – Hünxe Raesfeld-Erle – Raesfeld120 minDB Rheinlandbus
293 Dorsten ZOB Regionalverkehr Holsterhausen Schermbeck (– Üfte Raesfeld-Erle)
Diese Linie verkehrt nur an Schultagen
einzelne Fahrten DB Rheinlandbus
R21
295
Dorsten ZOB Regionalverkehr Frühförderstelle Marienviertel Holsterhausen Baldursiedlung Deuten Mitte Deuten Regionalverkehr – Rhade Rütherweg Rhade Bf Regionalverkehr Rhade Ort Raesfeld-Erle Raesfeld Borken Bf Regionalverkehr
Der Abschnitt Dorsten – Raesfeld-Erle ist VRR-Linie 295; sonn- und feiertags Verkehr nur zwischen Raesfeld-Erle und Borken
60/120 min Westfalenbus

Das Dorf ist auch in das Anrufsammeltaxi-Netz eingebunden.

Der nächste Bahnhof ist in Rhade. Am Bahnhof Rhade verkehrt regelmäßig die Linie RE 14 der RheinRuhrBahn, auch „Emscher-Münsterland-Express“ genannt über (Borken (Westf)DorstenBottrop HbfEssen Hbf).

In Erle gibt es eine Filiale der Sparkasse Westmünsterland und die Volksbank Raesfeld und Erle e.G. In und um Erle und in den beiden Gewerbegebieten sind überwiegend mittelständische Dienstleister und produzierendes Gewerbe angesiedelt. Traditionell ist das Holzhandwerk im Dorf mehrfach vertreten, aber auch drei Autohäuser samt Werkstätten, eine Tankstelle, ein Omnibus-Betrieb, ein Fensterhersteller, ein Heizung-Sanitär-Fachbetrieb etc., insgesamt gibt es über fünfzig Betriebe. Im Dorf selber sind noch vereinzelt Einzelfachhandelsgeschäfte zu finden, wie z. B. ein Backshop, ein Supermarkt, ein Spirituosenfachhandel und eine Kornbrennerei. Im Ort selbst gibt es nur noch wenige bewirtschaftete Bauernhöfe, die anderen sind in den Bauerschaften Östrich und Westrich gelegen.

Viele Bauernhöfe in den Erler Bauerschaften bieten eine umfangreiche Produktpalette in der Direktvermarktung, z. B. im eigenen Hofladen oder auf den Märkten der umgebenden Städte an. Bekannt ist Erle für seine Spargel- und Erdbeeranbaugebiete.

Bildung, Gesundheit und Soziales

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Die Silvestergrundschule Erle ist eine zweizügige, katholische Grundschule und offene Ganztagsschule. Sie wurde mehrfach erweitert.[8] Es gibt zwei Kindergärten und eine Kindertagesstätte in Erle. Die beiden katholischen Kindergärten St. Silvester (eingeweiht im Juli 1964)[9] und St. Nikolaus bilden zusammen das Familienzentrum Erle, die Kindertagesstätte Holzwurm wird von einem eigenen Förderverein betrieben. 2011 bekamen die beiden Erler Kindergärten St. Silvester und St. Nikolaus das Gütesiegel „Familienzentrum NRW“. Bis Mitte 2024 stand den Jugendlichen ein eigenes Jugendhaus mit vielen Angeboten zur Verfügung. Dieses wird auf Veranlassung der Raesfelder Kommunalpolitik nun als Wohnunterkunft genutzt.[10]

Für sportliche und kulturelle Aktivitäten stehen eine Turnhalle und eine Zweifachsporthalle zur Verfügung. Der örtliche Sportverein ist die „Eintracht Erle 69 e. V.“. Der Verein bietet u. a. Basketball, Fußball, Tennis und Freizeitsport an. Es stehen den Vereinsmitgliedern eine Sportanlage mit einem Rasen- und einem Aschesportplatz und vier Tennisplätze und die oben genannten Hallen zur Verfügung.

Eine Gemeinschaftspraxis für Hausärzte, eine Zahnärztin und eine Apotheke bilden das Gesundheitswesen im Dorf. Im Eingangsbereich der in der Dorfmitte gelegenen Volksbank und im Gasthaus „Adelheids Spargelhaus“ in der Bauerschaft Östrich sowie im Gewerbegebiet befinden sich je ein automatisierter externer Defibrillator (AED), die 24 Stunden zugänglich sind.

Fremdenverkehr und Gastronomie

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Der Turm von St. Silvester dominiert das Dorfbild

Die Lage des Dorfes und der Erler Umgebung auf dem Dreiländereck „Niederrhein-Münsterland-Ruhrgebiet“, die vielen Sehenswürdigkeiten, die regelmäßigen Festivitäten und der gut ausgebaute, aber immer noch gut erhaltene dörfliche Charakter machen Erle für den Fremdenverkehr interessant. Die flache münsterländische Parklandschaft, die in die typische Landschaft des Niederrheins fließend übergeht und die Anbindung an diversen Radnetzen sowie die Einbindung in den Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland und das nahe gelegene Naturerholungsgebiet Dämmerwald macht Erle zum idealen Start-, End- oder Zwischenpunkt einer jeden Radtour. Für Elektrofahrräder gibt es eine öffentliche Ladestation direkt im Dorfkern, für alle Fahrräder eine Do-it-Yourself-Reparaturstation am Ständebaum.

Das Heimatmuseum im Heimathaus ist nach Absprache mit dem Heimatverein zu besichtigen, die Kornbrennerei bietet Besichtigungen nach Absprache an.

Neben einem gutbürgerlichen Gasthof mit Biergarten und Saalbetrieb sowie Hotelzimmern findet man im Dorfkern noch ein italienisches Restaurant mit Biergarten und einen Schnellimbiss sowie einen Döner-Imbiss und ein Café, alle jeweils im Sommer mit Sitzplätzen draußen. In der Bauerschaft Östrich kann man auf einem Reiterhof Ferien mit dem Pferd machen und in der Bauerschaft Westrich bietet ein Bauernhof „Schlafen im Heu“ an. Ebenfalls in der Östrich gibt es ein Spezialitätenrestaurant mitten in den Erler Spargel- und Erdbeerfeldern.

Klimatische Bedingungen

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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Erle
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) 1,9 2,4 5,0 8,2 12,7 15,7 17,2 16,8 13,9 10,3 5,7 2,9 9,4
Niederschlag (mm) 61,3 44,9 60,8 48,3 62,5 75,4 75,0 66,1 60,7 56,5 66,9 74,1 Σ 752,5
Sonnenstunden (h/d) 1,53 2,49 3,63 5,23 6,82 6,47 6,44 6,38 4,63 3,64 1,89 1,32 4,2

Vereine und Gruppierungen

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Informationen zur Geschichte des Dorfes Erle auf einer Schautafel des Heimatvereins (2008)

Vor- und Frühgeschichte

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Die Hügelgräber in der Bauerschaft Östrich, die in der späten Bronzezeit errichtet wurden, und Grabfunde aus der Jungsteinzeit beweisen, dass schon vor Tausenden von Jahren Menschen auf Erler Gebiet gelebt haben.[13][14] Weitere Funde zeigen, dass im frühen Mittelalter hier Franken und Sachsen gesiedelt und sich, zumindest anfangs, feindlich gegenüberstanden.[15.1]

Anlässlich einer Schenkung Kaiser Heinrichs des II. wird Erle erstmals 1017 als „Horlon“ erwähnt.[16][17] Josef Böckenhoff nennt im Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck von 1960 zehn Stammhöfe: Erlar in der Mitte der Hofgemeinschaft, Wissing im Westen, Tygard im Osten, Barkendal im Nordwesten, Westrick im Südwesten, Ordendorp im Nordosten, Sudendorp im Südosten, der Lütke, der Grote Hag in Werlo und am südlichen Rande Huxlo, wobei der verlassene Hof Tygard im „ollen Garden“ am Teufelstein lag.[18]

Im Heberegister des Klosters Werden wird Erle in der Mitte des 12. Jahrhunderts als „Erlore“,[15.2] in einem anderen Register des Jahres 1313 als „Herlere“ genannt.[19][4.1] Die Ritter zu Erle, die 1201 erstmals urkundlich erwähnt wurden und den Namen „von Ichorne“, also Eichhorn=Eichhörnchen, trugen, werden als die Gründer der im 12. Jahrhundert von Raesfeld abgetrennten Pfarrei St. Silvester (nach dem hl. Papst Silvester) angesehen.[16] Daher auch die drei Eichhörnchen im Dorf-Wappen.

Erle wurde im Laufe der Zeit von den Mächtigen öfters verspielt, verkauft und verpfändet. Ab 1317 erhielt der Ritter Menco dictus Heydene die Freigrafschaft Heiden, zu der die Kirchspiele Heiden, Ramsdorf, Reken, Lembeck, Wulfen, Lippramsdorf, Hervest, Schermbeck, Erle, Raesfeld und die Bauerschaft Marbeck gehörten.[20] 1335 versetzte Menco dictus Heydene u. a. die Freigrafschaft und den Gerichtsstuhl zu Erle (Erler) auf sechs Jahre an den Grafen Johann von Cleve. 1336 war Hermann Wykinck Freigraf des Erler Freistuhls.[21] 1364 übertrug Wenemar von Heiden den Freistuhl zu Erle („Die Freibank bei der Kirche zu Erler“) dem Grafen Johann von Kleve. Bis 1374 war Dietrich van der Weldegerhoeve Freigraf des Erler Freistuhls.[21] Im Jahre 1374 ging der südliche Teil der Freigrafschaft mit den Kirchspielen Lembeck, Schermbeck, Raesfeld, Erle, Wulfen und Hervest dauernd an die Familie von Raesfeld (Bytter von Raesfeld) über, während der nördliche Teil den Herren von Heiden verblieb. Wahrscheinlich bedienten sich dann die von Heiden und die von Raesfeld eines und desselben Freigrafen, der die gemeinsame Bezeichnung „der von Heiden“ führte. Bis zum Ende des alten Reiches verblieb sie in dem Besitz der Familie von Raesfeld zu Ostendorf.[22]

Um 1400 war August Wernerus de Bekehusen im Besitz der bischöflichen Lehngüter in Rode (Rhade) im Kirchspiel Erler (Erle). 1404/1405 war Heinrich von Lette Freigraf des Freistuhls zu Erle, 1405 übernahm Werner Leveking, 1426–1450 Bernt de Duiker das Amt.[21] Das Femegericht von 1441, dem dieser vorstand, ist eines der wenigen überlieferten Gerichtsverfahren.[23] Bernt de Duiker nannte sich bei diesem Freigerichte auch „vrygreve der vrygravscapp van Heiden“.[9] Unter der Teilnahme von rund 100 schildbürtigen Männern und Freien wurde nach dem Recht des heiligen römischen Reiches und der Heimlichen Acht damals Gerhard von Diepenbrock und zwei seiner Knechte verfemt, weil sie vier gegen des Frevlers Bruder Evert von Diepenbrock ausgesandte Freischöffen ergriffen und misshandelt und zwei derselben ermordet hatten; allen Freischöffen wurde es unter Königsbann zur Pflicht gemacht, bei erster Gelegenheit die Geächteten zu ergreifen und an den nächsten Baum aufzuknüpfen.[24] Der Freistuhl führte damals nach dem an den Pfarrhof anstoßendem Hof Askamp die Bezeichnung „der Vryenstoel ten Hassenkampe by Erler.“[4.2][25.1]

Im 15. Jahrhundert entstand durch das Bemühen der Herren von Lembeck, eine eigene Gerichtsbarkeit im damaligen Amt Ahaus zu etablieren, die Herrlichkeit Lembeck, 1467 erstmals urkundlich erwähnt. Sie bestand aus den Dörfern Altschermbeck, Erle, Hervest, Holsterhausen, Lembeck, Rhade, Wulfen und anfangs auch noch aus Raesfeld und Lippramsdorf.

Seit dem Mittelalter gab es einen sogenannten Schultenhof mit den Höfen Bente, Oendorp, Budde, der Stroerhof, Telman und Stegerhoff. Als Grundherrschaft wird eine Adelsfamilie mit Namen „van Erler“ angenommen. 1370 wird ein Gherd van Erler urkundlich erwähnt,[26] Arnt van Erler 1484,[27] 1394 eine Frau Kunne van Erler.[28] Diese Höfe waren mit Erdwällen und Gräben befestigt. Das offene Land darum herum nannte sich (und heißt es bis heute) Erler Mark und gehörte den Höfen gemeinschaftlich. Diese hatten auch ihre eigene Gesetzgebung und Gerichtsbarkeit, die sogenannten Markgerichte, Holzgerichte oder Höltings.[29] Die Familie van Erler verkaufte diesen Hof an den auswärtigen Grundherren Döring, der ihn durch einen sogenannten Schulte verwalten ließ,[15.3] wie 1372 erstmals schriftlich erwähnt. Nach örtlicher Überlieferung[30] soll der Hof zu Erle zwischen dem Pastorat und dem Hofe Tellmann in der Paßweide gelegen haben, und zwar auf einem Grundstück, das ca. 1895 noch dem damaligen Wirte Böckenhoff genannt Bente gehörte und das damals „Der Schultenhof“ hieß und wo man auch die alte Solstätte aufgefunden haben wollte.

1645 wurde der Schultenhof Erle an den Freiherr Burkhard Wilhelm von Westerholt, Herr zu Lembeck, verkauft.[15.4] Ab dem 16. Jahrhundert löste sich der Hofverband langsam auf und das Land wurde an die Bauern verpachtet.

Erle innerhalb der Herrlichkeit Lembeck

Hermann Nyels war von 1505 bis 1518, Wessel then Slaede von 1527 bis 1543 und Berendt Tylken von 1547 bis 1573 Freigraf des Erler Freistuhls.[21]

Unter dem letzten katholischen Pfarrer, Jakob Brabander, der 1533 starb,[9] wurde die „Kleine Kirche“, der Vorgängerbau der heutigen Kirche, errichtet.[31] Sein halb katholischer, halb protestantischer Nachfolger Johannes Bernadi war bis 1555 Pfarrer in Erle. Zwischen 1533 und 1622 hatten calvinistische Pfarrer im Dorf das Sagen.[15.5][32][33]

In den Jahren 1532 und 1560 belehnten Johann Herzog von Kleve und Graf von Ravensberg den Adolf von Raesfeld unter anderem mit dem Kirchspiel Erle.[34] Im 16. Jahrhundert wurde in Erle die Armenkasse gegründet, die anstatt eines Armenhauses über Jahrhunderte das Auskommen der bedürftigen Leute übernahm. Sie wurde durch die schatzpflichtigen Bürger Erles und u. a. durch Stiftungen finanziert.[15.6]

In den Jahren 1587, 1598 und 1599 wütete die Pest in Dorsten. Besonders 1617 und 1635 bis 1637 traf es Erle und Raesfeld besonders schlimm.[15.7]

Während des Achtzigjährigen Krieges zwischen Spanien und den Vereinigten Niederlanden kam es auch zu Übergriffen beider Truppen auf das Münsterland. Ende des 16. Jahrhunderts setzten über 24.000 spanische und 7000 niederländische Truppen über den Rhein und fielen in die vom Krieg bis dahin fast unberührten deutschen Landen ein. In der Erler Östrich ließ Don Alfonso Davilos, der unter dem Kommando von Francisco de Mendoza stand, ein mit Erdwällen und Wassergräben befestigtes Heerlager errichten und jahrelang (bis 1629[35]) die Herrlichkeit Lembeck mit Raub, Mord, Brandschatzung und Erpressung überziehen.[36][37][38] Dies übernahmen dann im Dreißigjährigen Krieg Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg und der Landgraf Wilhelm von Hessen-Kassel mit ihren Truppen, die schließlich auch Schloss Lembeck und damit die Herrlichkeit Lembeck besetzten und bis 1648 ausplünderten.[39][35] Eine Folge des Dreißigjährigen Kriegs war auch die Verknappung des Holzes in der Erler Mark. Man begann auf den damals noch recht weit verbreiteten Heideflächen den Heidehumus zu ernten und diesen nicht nur als Ackerdünger, sondern auch als Brennmaterial zu benutzen.[40]

Das Patronatsrecht über die Kirche zu Erle ging 1569 von den Herren von Wylich zu Diersfordt an die jüngere Linie dieser Familie über, die sich nach dem bei Xanten gelegenen Gute Winnendall nannte. 1571 wurde „Wilich Hoiffmeister“ als Patron genannt.

1622 führte der klevische Landdroste Adolf Hermann von Wylich zu Winnendall den neuen Pfarrer Michael Spanier zu Erle ein, der es schaffte, die Gemeinde Erle nach all den Jahren der Reformationswirren wieder auf den katholischen Weg zu leiten und das Kirchengebäude instand zu setzen. In Urkunden von 1623, 1626[41] und 1632 nannte sich die Witwe des o. g. Landdrosten Katharina geborene Pallandt „Erbholzrichtersche der Erler Marken und Collatrix der Kirche daselbst.“ Das Patronatsrecht war also ein Annexum des Erbholzrichteramtes der Erler Mark, und dieses wird an die Herren von Wylich gekommen sein, weil dieselben Drosten und Erbhofmeister der Grafen von Cleve waren, der ursprünglichen Lehnsherren der Freigrafschaft Heiden, also auch des Stuhles zu Erle war.[4.3][25.2][42] Die Herren von Lembeck besaßen schon 1643 das Patronatsrecht zu Erle.[43]

1672 besetzten die französischen Truppen König Ludwigs das Dorf und die Herrlichkeit und zerstörten die Gebäude, die nach dem Abzuge der Spanier 1648 gerade wieder aufgebaut wurden, aufs Neue.[35] 1734 verweigerte der Kölner Kurfürst Clemens August von Bayern seinem preußischen König Friedrich Wilhelm I. seine Truppen um den Streit mit den Franzosen um die polnischen Thronfolge auszutragen. Am 23. Dezember 1734 zogen dann preußische Truppen auch durch Erle um die Bevölkerung anstatt des Kurfürsten für dessen Ungehorsam mit Zwangsabgaben zu bestrafen,[35] wohlweislich übersehend, dass Erle nicht unter kurkölnischer Landeshoheit, sondern zur Herrlichkeit Lembeck und damit zum bischöflichen Hochstift in Münster gehörte.[44]

Der Siebenjährige Krieg (1756–1763) hatte auch für das Dorf Folgen. Zu Anfang mussten regelmäßig Nachschub an das Magazin in Wulfen geliefert werden.[37] Als endlose Flüchtlingstrecks durchs Dorf zogen, wurde es ab 1757 durch französische Truppen für einige Zeit besetzt. Sie errichteten in Wulfen ebenfalls ein Magazin und nötigten alle Leute in der Herrlichkeit Lembeck, alles Entbehrliche dort abzuliefern.[35] Am 15. Mai 1757 legte die französische Armee mit 35 Bataillonen und 24 Schwadronen ein Heerlager bei Altschermbeck an und verwüsteten die Felder und Obstbäume auch in Erle. Diese wurden dann 1758 durch die nachrückenden verbündeten preußischen, hannoverschen und hessischen Truppen vertrieben, die sich natürlich auch an den Tieren und Feldfrüchten der Erler vergriffen. 1760 kamen die Franzosen wieder und den Rest der Zugtiere zu beschlagnahmen. Diesmal jedoch hatten die Erler daraus gelernt und ihre Tiere in den nahen Wäldern versteckt. Am 22. Juni 1762 lagerte eine weitere französische Armee unter dem Prinzen Louis V. Joseph de Bourbon, prince de Condé und General Dupichon in Altschermbeck und ließ die umliegenden Kirchspiele, also auch Erle mit Zwangsabgaben belegen und vollendete somit das Zerstörungswerk des Siebenjährigen Krieges.[35] Danach folgen wieder Flüchtlingsströme aus Frankreich in der Zeit der französischen Revolution 1789 bis 1799, diesmal aus Priester, Mönche und Adelige bestehend.[45][46]

Dem nach Heiden hin gelegenen Wall, auch Werl (heute führt die Straße Werlo dadurch) genannt, hatte 1786 neue Grenzen bekommen und war damit nicht mehr in der Erler Mark berechtigt, es gehörte vielmehr dem Freiherren von Wylich zu Diersfort.[47]

1772 wurde das erste kleine Schulgebäude errichtet. Es lehnte sich seitlich an den Turm der kleinen Kirche und hörte bereits beim ersten Strebepfeiler auf.[31][37][43]

1803 kam Erle mit der Herrlichkeit Lembeck zum Fürstentum Salm.[16] Als 1807 mit dem Frieden von Tilsit der Dritte Napoleonische Krieg zu Ende ging, wurde u. a. Erle auch offiziell Teil von Frankreich.[46] Napoleon teilte das Land in Departements-Provinzen, diese in Arrondissements-Bezirke, diese zerfielen wieder in Kantone=Kreise, diese in Mairien oder Bürgermeistereien. Unser Dorf gehörte zum Lippedepartement und zum Arrondissement Rees, zum Kanton Ringenberg und zur Mairie Altschermbeck.[45] Im Oktober 1806 ging der „Bange Tag“ in die Geschichte ein. Die gesamte männliche Bevölkerung Rhades und Erles stürmte in den Dämmerwald, auf der Flucht vor den aggressiven Soldatenwerbern der geschlagenen preußischen Truppen Friedrich Wilhelms I.[45] 1812 wurde das Kirchspiel Erle eine politische Gemeinde. Im Mai 1812 erfolgte nämlich die Aufteilung des Gebietes in zwei Mairien, Lembeck und Altschermbeck, unter gleichzeitiger Erhebung der Kirchspiele zu politischen Gemeinden. Zur Bürgermeisterei Lembeck gehörten nun die Gemeinden Lembeck, Hervest und Wulfen und zur Bürgermeisterei Altschermbeck die Gemeinden Altschermbeck, Holsterhausen, Erle und Rhade.[16] 1812 folgten auch Durchzug auf Durchzug von französischen Regimentern durch Erle in Richtung Russland. Schließlich begannen die Franzosen auch in Erle und Umgebung Soldaten auszuheben, d. h. zwangszurekrutieren.[46] Nachdem Napoleons Truppen in der Leipziger Völkerschlacht unterlegen waren, ging das Ganze von vorne los, nur rückwärts zur Festung Wesel hin. Am 7. November 1813 zogen die letzten französischen Infanteristen durch Erle durch.[45] Ihnen folgten ein paar Tage später ein Tross russischer Kosaken, die damals mit den Preußen verbündet waren, um die Festung Wesel zu belagern und zu stürmen. Zwischen dem 14. November 1813 und dem 4. März 1814 marschierten unzählige Kosaken durch Erle und nahmen auch Stellung im Dorf und den Bauerschaften. Im Gegensatz zu den Franzosen hausten die Kosaken wie die Tiere und nahmen sich an Vieh, Nahrungsmittel, Unterkunft und Frauen was sie wollten. Diese schreckliche Zeit ging als der „Kosakenwinter“ in die Geschichte der Erler Umgebung ein.[48] Am 4. März wurden die Kosaken durch preußische Truppen unter General Friedrich Wilhelm Ludwig Otto Gans Edler Herr zu Putlitz und durch den Landsturm ersetzt, an dem sich auch Erler Männer beteiligten. Diese trieben die Franzosen letztendlich im Mai 1814 über den Rhein zurück.[45]

1803 wurde die Poststrecke Essen–Borken eingerichtet und in der Erler Östrich wurde das 1797 erbaute Haus des Bauern Grewing, ehem. Suendarp bis 1850 zur Poststation.[15.8]

1813 wurden beide Bürgermeistereien der Regierung zu Münster unterstellt und damit ebenfalls preußisch, 1816 wurden sie dann dem Kreis Recklinghausen zugeordnet. 1825 wurden beide Verwaltungen in Personalunion dem Bürgermeister in Wulfen unterstellt. 1844 wurden die Bürgermeistereien in Ämter umgewandelt.

Pfarrer Franz Lohede (1814 bis 1843) zeichnete sich in seiner Zeit dadurch drei Dinge aus: Den Neubau eines dringend benötigten Schulhauses (Hierbei handelte es sich um das 1816 erbaute Gebäude, das bis 1892 als Schule genutzt wurde und danach bis in die 1980er Jahre als „Kempers Scheune“ bekannt war, es war das letzte Haus vor der Kastanienallee am Eckhornsloh),[49] durch die Verschönerung und Reparatur des durch die jüngste Kriegsvergangenheit vernachlässigte Kirchenhauses und durch die Prozesse, die er gegen die Erler Bauern führte, die gar nicht daran dachten, die durch Napoleon abgeschafften Fron- und Abgabedienste an den jeweiligen Pastor wieder aufzunehmen.[50]

Am 26. August 1819 besuchte der damalige König Friedrich Wilhelm IV. das Dorf und seiner damals schon berühmte Eiche. Im Jahre 1827 wurde ein Teil der zum Kreise Rees gehörende Bauerschaft Overbeck zur Pfarre Erle überwiesen.[50]

1840 fand die Teilung der Erler Mark statt. Statt Gemeinschaftseigentum wurde diese nun in kleine Eigentumsgrundstücke geteilt.[51] Ebenfalls ab 1840 wurde die Botenpoststrecke Borken-Erle in Betrieb genommen.[15.8] Im August 1849 wurden in der Bauerschaft Östrich Beiträge für ein Kruzifix gesammelt, das dort an der Stelle des alten Hagelkreuzes aufgestellt wurde; das letztere fand einen neuen Platz an der Landstraße nach Dorsten.[50] Diese wurde um 1850 fertiggestellt und ab dem 1. April wurde die Personenpostlinie Borken-Raesfeld-Erle-Dorsten eingeweiht.[15.8]

1843 wurde auf dem jüdischen Familienfriedhof der Familie Cahn das erste Familienmitglied bestattet.

Im November 1890 wurde ein Vorgängerverein des Heimatbundes Herrlichkeit Lembeck gegründet.[44] In der Erler Pfarrchronik wird 1887 erstmals der Kirchenchor erwähnt.[9] Am 15. April 1891 wurde eine Postagentur der „neuen Art“ in Erle in der späteren Wirtschaft Schneemann eingerichtet,[52] am 10. Juni wurde die Mädchenschule (heute Heimathaus) eröffnet.[43] In der Zeit zwischen 1870 und 1880 wurde das Gebiet des ehemaligen spanischen Heerlagers durch Hosius archäologisch untersucht, gefolgt von weiteren Untersuchungen 1884, 1901 und 1907.[36][37] Am 25. Januar 1875 begann Heinrich Lammersmann mit der Schulchronik.[43] 1892 wurde die neue Knabenschule fertig (heute Backshop Spangemacher).[49] 1897 bis 1899 grassierte die Diphtherie in Erle, es starben insgesamt 17 Kinder.[53]

Die Schermbecker Straße um 1910 nach ihrer „Befestigung“. Asphaltiert war die Straße damals noch nicht.

Die Befestigung der Rhader Straße, 1900 beschlossen, wurde 1901 fertiggestellt.[53] Die Erler Volksbücherei wurde ebenfalls 1900 gegründet.[54] Mit dem 1903 beschlossenen Ausbau der Schermbecker Straße wurde 1905 begonnen; er wurde nach einjähriger Bauzeit im Dezember 1906 beendet.[53] Die Kosten teilten sich die Gemeinden Erle und Schermbeck und der Kreis Recklinghausen. Viele Dorfbewohner fanden als Tagelöhner Arbeit bei diesen Baumaßnahmen, Werkzeug und Schubkarren mussten sie selbst stellen. Die Dorfstraßen befanden sich auch danach noch in einem prekären Zustand. Wegen der fehlenden Kanalisation kam es häufig zu Überschwemmungen, die nicht asphaltierten Wege weichten auf und das Wasser lief durch die Haustüren in die Häuser. Am 16. März 1909 wurde die sogenannte „Hohe Schule“ eingeweiht.[55]

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts und bis 1926 wurden im fränkisch-merowingischen Gräberfeld in der Westrich 22 Gräber gefunden und u. a. durch die Lehrer Heinrich Lammersmann und Fritz Sagemüller ausgegraben.[56.1] 1914 wurde die Kaplanei an der Schermbecker Straße erbaut.[9][55]

Aus dem Ersten Weltkrieg kamen 38 Erler nicht zurück; ihre Namen sind auf dem 1930 errichteten Kriegerdenkmal verzeichnet. Bereits Ende 1914 durfte ans Vieh kein Getreide mehr verfüttert werden, ab 1915 wurden wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen ergriffen. Die Erler Bauern mussten Pferde, Getreide, Milch u. a. abgeben.[15.6] 1915 machte sich der Mangel an Männern bei der Ernte bemerkbar, aber die Bewohner konnten sich noch gegenseitig aushelfen. Die Verbraucherpreise stiegen 1915 um über die Hälfte an. Die Jahre von 1916 bis 1918 wurden durch die Umstände des Krieges bereits zu Mangeljahren. Nach einigen Ernteausfällen wurde auch die Eigenversorgung schwierig. Auch in Erle stellte der berüchtigte Steckrübenwinter 1916/17 den Tiefpunkt des Lebensmittelmangels dar.[15.6] Wegen der Nähe zum Ruhrgebiet kamen täglich Stadtleute auf „Hamsterbesuch“ ins Dorf.

1918 grassierte die Spanische Grippe, trotz Schulschließung erkrankten 61 % aller Schulkinder, vier von ihnen starben.[57] Nach dem Waffenstillstand zogen Fronttruppen auf dem Rückmarsch vom Rhein durch Erle. Am 26. November wurden Hessen aus Fulda in die geräumten Schulhäuser einquartiert. Bis zum 13. Dezember zog jeden Tag deutsches Militär durch das Dorf und belästigte die Dorfbewohner.[57] Auch Auswirkungen der kriegsbedingten Hyperinflation begannen sich bereits 1919 zu zeigen, als die Ämter Altschermbeck und Wulfen das erste eigene Notgeld in Form von 5- und 10-Pfennig-Münzen prägten; 1920 kam das 50-Pfennig-Stück dazu. Alle drei Münzen zeigen auf der Rückseite die Erler Femeiche.[58] Erst 1924 verlor das Notgeld mit der Einführung der Rentenmark seine Gültigkeit.

Das Wappen der Herrlichkeit Lembeck.
Das Wappen der Herrlichkeit Lembeck.

Nach dem Ende des Kriegs stellte auch die Herrlichkeit Lembeck eine bewaffnete Bürgerwehr in den Orten auf, die von hungernden Bewohnern des Ruhrgebiets immer noch aufgesucht wurden, um gegen Plünderungen und Felddiebstähle vorzugehen. Diese Bürgerwehren wurden im Sommer 1920 bereits wieder aufgelöst.[15.9] Die politischen Unruhen in Berlin hatten auch Folgen für das Dorf. Nach dem Kapp-Lüttwitz-Putsch und dem daraufhin ausbrechenden Ruhraufstand der Bergarbeiter des Ruhrgebiets räumte die Reichswehr am 19. März 1920 die Stadt Dorsten und zog sich nach schweren Kämpfen im Raum Walsum und Dinslaken in die Festung Wesel zurück. Am 21. März rückte die sogenannte Rote Ruhrarmee, auch „Spartakisten“ genannt, in Erle ein, und bezog dort Quartier.[59] Ein Auftrag bestand darin, Einwohnerwehren zu entwaffnen und die Unterstützung des Militärs zu verhindern, was im Dorf und in der Umgebung zu großer öffentlicher Unsicherheit führte. Am 26. März 1920 rückte die Marine-Brigade von Loewenfeld, ein am Kapp-Putsch beteiligtes, für seine Brutalität berüchtigtes Freikorps aus Angehörigen der früheren Kaiserlichen Marine, von Münster über Billerbeck und Borken kommend gegen die Spartakisten vor und fanden in Erle noch drei Rotarmisten vor, die standrechtlich erschossen wurden.[59] Am 27. März wurde Erle gründlich von Reichswehrtruppen nach versprengten Rotarmisten durchsucht. Fünf Rotarmisten wurden auf der Flucht nach Dorsten bei der Gastwirtschaft Heßling Platz (heute als Tenk-Heßling bekannt) gestellt und auf der Flucht in die Östrich an der Rhader Straße verwundet und dann mit Kopfschuss getötet. Die Toten ließ man liegen, abends begruben Erler Bürger sie auf dem Grundstück Lechtenbrink,[59] heute ein kleines, unbebautes Grundstück vor dem Hof Wewers.

Im Juli 1922 erfolgte die Gründung des Heimatbundes der Herrlichkeit Lembeck.[44] Dessen Ortsgruppe Erle war der erste Heimatverein in Erle; das kleine Heimatmuseum mit den Ausgrabungsstücken war in einem der Schulgebäude untergebracht.[15.10] Nach der Währungsreform normalisierte sich die Lage in Erle bereits 1924 ein wenig. 1926 ließ Pfarrer Karthaus († 1927) den neuen Friedhof anlegen.[60]

Im Zuge der kommunalen Neuordnung (Preußisches Gesetz zur kommunalen Neuordnung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets) wurden die beiden Ämter Altschermbeck und Lembeck 1929 vereinigt und zum Amt Hervest-Dorsten zusammengelegt.[16] Verwaltungssitz blieb vorerst noch Wulfen.

Am 31. August 1930 wurde das Erler Kriegerdenkmal eingeweiht, es wurde vom Bildhauer Dirks aus Billerbeck geschaffen.[29]

Zeit des Nationalsozialismus

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Kriegerdenkmal in Erle

Die Bevölkerung Erles wählte seit jeher mehrheitlich die katholische Zentrumspartei. Dennoch zeigten die Wahlergebnisse ab 1930 auch hier eine wachsende Zustimmung zur NSDAP, die in der Zeit vor der Machtergreifung nachhaltige Stimmengewinne verzeichnete, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau weit unter dem Reichsdurchschnitt.[15.11] Ab dem 1. März 1933 hatte Erle einen eigenen NSDAP-Stützpunkt. Am 23. Juli 1933 wurde veranlasst, dass der bisherige Gemeindevorsteher durch ein NSDAP-Mitglied ersetzt wurde.[15.11] 1933 stellten der NSDAP-Stützpunktleiter den Antrag auf Teilnahme an den nichtöffentlichen Gemeinderatssitzungen; 1935 bestand der Erler Gemeinderat nur noch aus Parteimitgliedern.[15.11] Erle erhielt am 1. Januar 1935 eine eigenständige NSDAP-Ortsgruppe. Propagandaleiter der Erler Ortsgruppe war der Lehrer Fritz Sagemüller. Die NS-Frauenschaft wurde von der Lehrerin Mathilde Aldiek geleitet. Insgesamt hatte die NSDAP im Münsterland nicht den nötigen Zulauf, um alle Parteiämter mit bewährten Leuten zu besetzen. In Raesfeld und Erle griff man daher vermehrt auf Lehrer zurück, die teilweise bis zu fünf Parteiämter gleichzeitig bekleideten, ohne notwendigerweise tief überzeugte Nationalsozialisten zu sein. Auch der Ortsgruppenleiter wurde nach dem Krieg von Pfarrer Grosfeld als relativ harmlos bezeichnet und entlastet, nach Einschätzung Ingrid Sönnerts „... wohl deshalb, weil der Ortsgruppenleiter ein recht katholischer Mann war“.[15.11][61] Das Verhalten einiger Dorfbewohner gegenüber der jüdischen Familie Cahn und deren Freunden im Dorf während der Zeit des Nationalsozialismus belegt aber, dass die NS-Ideologie durchaus aktive Anhänger hatte und das Klima im Dorf mitprägte.[62]

Das Amt „Hervest-Dorsten“ zog nach der Einbeziehung der Stadt Dorsten am 1. April 1937 in den Amtsverband nach Dorsten um.[16] 1938 wurde ohne Wissen des Schulleiters Fritz Sagemüller auf dem Erler Schulhof ein sogenannter „Stürmer-Schaukasten“ der gleichnamigen NS-Zeitung aufgestellt. Dieser beschwerte sich darüber erfolgreich.

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden im Dezember 1939 in der Östrich zuerst Soldaten der „Goslarer Jäger“, dann Pommersche Landwehrtruppen einquartiert. Nach deren Abzug wurden über 1000 Soldaten der voll motorisierten Waffen-SS aus Österreich einquartiert, die im Frühjahr 1940 zu den Holland-, Belgien- und Frankreichfeldzügen abrückten.[15.12]

1940 wurden zwei Kriegsgefangenenlager im Dorf und in der Östrich errichtet und u. a. mit polnischen Kriegsgefangenen belegt. Im selben Jahr begannen nächtliche Überflüge englischer Bomber über das Dorf auf dem Weg ins Ruhrgebiet. Ebenfalls 1940 verließ die jüdische Familie Cahn, die seit 1824 in Erle wohnte, das Dorf.[62] 1941 wurde ein Teil der Familie nach Riga deportiert.[15.13] 1942 wurde in der Erler Heide die ersten Scheinanlagen installiert, um alliierte Bomber dazu zu verleiten, ihre Bombenfracht bereits kurz vor dem Ruhrgebiet abzuladen.[63] Am 21. Januar 1942 wurden die aus Erle stammenden Emma und Jettchen Cahn ins KZ Theresienstadt und am 21. September 1942 ins Vernichtungslager Treblinka deportiert, wo sie ermordet wurden.[15.13]

1942 und 1943 wurden in der Erler Östrich eine FlaK-Stellung und ein Flugwachtposten eingerichtet. Im Sommer 1944 wurde wieder eine große Versorgungseinheit für Munition und Treibstoff im Dorf einquartiert.[63] Ab 1944 flogen die Alliierten auch tagsüber über Erle hinweg. Ab diesem Zeitpunkt wurden in Erle auch vermehrt Schutzgräben und -löcher zum Schutz gegen Tiefflieger angelegt. In der gesamten Zeit seit 1940 wurde Erle unregelmäßig und vereinzelt mit Bomben und Luftminen bombardiert, es gab Tote und Zerstörung zu beklagen, auch durch Tieffliegerangriffe.[15.12] Aber im Vergleich zu Raesfeld,[15.12] und Rhade[64] waren die Schäden bis zum März 1945, als die alliierten Truppen im Rahmen der „Operation Varsity“ über den Rhein setzten und einen Brückenkopf nordwestlich von Wesel bildeten, gering.[65][66] Am 23./24. März 1945 wurde Erle diesmal gezielt von schweren Bomber- und Tieffliegerangriffe heimgesucht, die dem militärischen Beobachtungs- und Funkposten auf dem Kirchturm galten. Spreng- und Brandbomben zerstörten die meisten Häuser im Dorf rund um den Kirchturm, der zuerst in Brand geschossen später zusammenbrach.[67] Auch die Östrich war Ziel von Bombenangriffen. Nachdem man die FlaK-Stellung bombardiert hatte, wurden auch einzelne Höfe gezielt angegriffen, in denen der Kommandeur der deutschen 1. Fallschirm-Armee, General Alfred Schlemm, vermutet wurde. Am 26. März kam es nochmals zu schweren Luftangriffen auf das Dorf. Am 27. März 1945 starb der Hauptlehrer Fritz Sagemüller bei einem Bombenangriff.[68] Seiner Ehefrau ist es zu verdanken, dass viele der Ausgrabungsstücke aus dem fränkischen Gräberfeld den Angriff überstanden.[65] Am selben Tag begannen sich die in und um Erle stationierten deutschen Verbände in Richtung Rhade und Lembeck zurückzuziehen, so dass die einrückenden britischen Fallschirmjäger unter Brigadier James Hill das Dorf nach drei lokal begrenzten Gefechten mit verbliebenen Wehrmachtseinheiten am 28. März besetzen konnten.[66] Die Engländer wurden später durch US-amerikanische Truppen abgelöst.

Insgesamt sind in Erle in diesen Tagen mindestens 35 Soldaten gefallen: 26 Deutsche, 6 Briten, 2 Russen und ein Amerikaner. Die Erler Zivilbevölkerung hatte 8 Tote zu beklagen. Im Zweiten Weltkrieg sind insgesamt 104 Erler gestorben oder gelten als vermisst. Dass die Besetzung Erles relativ unblutig vonstattengehen konnte, ist dem Rhader Robert Komberg und dem Erler Volkssturmadjutanten Nienhaus zu verdanken. Komberg überredete Nienhaus dazu, für den Volkssturm eingelagerte Waffen und Munition am Rande der Hohen Mark in einem Bombentrichter zu verstecken.[69]

Bis Ende 1945 gab es in Erle mehrfach Überfälle und Plünderungen durch ehemalige Zwangsarbeiter.[15.14] Noch unter der britischen Besatzungsbehörde wurde das Zentrumsmitglied Johann Hußmann als Bürgermeister eingesetzt. Hußmann wurde bei der ersten Kommunalwahl auch von den Wählern bestätigt.[15.15]

Eine Volkszählung zählte 1946 neben den 991 gebürtigen Erlern 220 im Dorf lebende Kriegsflüchtlinge, 1950 waren es noch 123.[15.14] 1946 gründete sich der Kirchenchor neu, diesmal auch mit weiblichen Mitgliedern.[9]

Das durch die Gemeinde Erle in Auftrag gegebene neue Ehrenmal wurde am 10. Juni 1957 eingeweiht.[15.16] Die Umgehungsstraße (B224) wurde am 16. Dezember 1958 dem Verkehr übergeben.[70] 1965 bezogen niederländische NATO-Truppen die Erler NATO-Base.

Die Volksbank bezog ihr neues Domizil am 5. Oktober 1966 (heute Backshop Spangemacher.)[71] 1967 wurde die neue Turnhalle und der dritte Bauabschnitt der Silvesterschule vollendet. Am 15. Oktober 1967 wurde der alte Friedhof endgültig geschlossen und eingeebnet; später entstand an der Stelle ein Bolzplatz (Heute Jugendhaus.)[9] Der Polizeiposten im heutigen Heimathaus wurde 1968 geschlossen. Im Oktober 1968 wurde in der Östrich auf dem Hof Böckenhoff und in der Westrich auf dem Hof Stegerhoff jeweils eine Kartoffel-Gemeinschafts-GmbH gegründet.[72]

Bürgermeister Bernhard Böckenhoff übergab im Juni 1971 der Öffentlichkeit eine kleine heimatkundliche Sammlung mit Fundstücken aus dem fränkisch-merowingischen Gräberfeld. Ausstellungsort waren Schaukästen in der Silvesterschule.[73] Der Erler Gemeinderat beschloss 1971 einstimmig den Anschluss der Gemeinde Erle bei der anstehenden kommunalen Neugliederung an die Stadt Dorsten.[15.17] 1974 wurde die neue Friedhofshalle fertig und eingeweiht.[9]

Als Gemeindeteil von Raesfeld ab 1975

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Am 1. Januar 1975 verlor Erle seine politische Eigenständigkeit und wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung gegen den Willen des Erler Gemeinderats durch Fusion ein Gemeindeteil der neuen Gesamtgemeinde Raesfeld.[74] Die niederländischen NATO-Truppen verließen Erle. 1975 wurde aus der Silvesterschule aus der Volksschule alter Art die Grundschule.[9] Im Juni 1976 konnte den Erler Sportlern ein den Vorschriften entsprechendes Spielfeld an der Westerlandwehr übergeben werden.[75]

1977 brachten belgische NATO-Truppen die Stellungen wieder in volle Funktionsbereitschaft.80 Wohneinheiten wurden am 29. Februar 1980 an die belgischen Truppen übergeben.[76] Ein Manöver der Britischen Rheinarmee am 14. Juli 1980 richtete in der Westrich schwere Flurschäden an.[76] Am 28. Juli 1983 verließen die belgischen NATO-Truppen Erle.[77] Das NATO-Manöver „Atlantic Lion“ wurde durch massive Panzerdurchfahrten am 19. September 1983 durch das Dorf auch in Erle wahrgenommen.[78]

Im Mai 1987 feierte der Neubau der Volksbank Erle Richtfest.[8] Im Mai 1989 wurden deutschstämmige Spätaussiedler in den ehemaligen NATO-Gebäuden am Holten untergebracht.[79]

Das heutige Heimathaus wurde 1992 grundlegend saniert, und der Erler Heimatverein bezog am 11. Oktober 1992 das Obergeschoss.[15.10][80] Die leerstehenden NATO-Gebäude am Holten wurden im Julii 1992 zu einem Asylbewerber-Zentrum umgewandelt.[80] Im März 1993 wurde die Erlerin Maria Honvehlmann Bürgermeisterin der Gemeinde Raesfeld.[15.15][81] Die WDR-Hörfunksendung „Hallo Ü-Wagen“ sendete am 2. Februar 1994 live von der Femeiche.[82] Die leerstehenden NATO-Gebäude am Holten wurden im Oktober 1995 zu einem Aussiedler-Zentrum umgewandelt.[12] Am 17. Februar und am 30. April 1995 wurden zwei Raketenhallen der ehemaligen NATO-Base in der Östrich durch Brandstiftung zerstört.[83] Das neue Erler Jugendhaus wurde am 31. Mai 1997 eingeweiht.[84] Ein neues Kreuz wurde am 3. Juni 1999 zur Erinnerung an den alten Friedhof an der Pius-Eiche aufgestellt.[85]

Die Silvestersporthalle in Erle wurde am 24. Januar 2004 eingeweiht.[86] An der Pius-Eiche stellte der Erler Heimatverein seine erste Geschichtsstation auf.[86] Die Erler Bücherei (vormals Kath. öffentliche Bücherei) bezog im September 2004 neue Räume in der ehemaligen Fleischerei Sebastian.[87] 2005 ging das heutige Heimathaus an den Heimatverein. Das Münsterländer Schneechaos des Sturmtiefs „Thorsten“ am 26. und 27. November 2005 traf auch Erle. 1200 Jahre Christentum wurde in Erle am 5./6. Juni 2005 gefeiert.[87] Am 18. Juni 2006 wurde an der Femeiche eine Skulptur zur Erinnerung ans Freigericht aufgestellt.[88][89] Am 1. September 2009 gründete sich die KLJB Erle/Rhade neu. Ebenfalls im September 2009 wurde in Erle der Ständebaum aufgestellt. 2009 wurden die Baracken der NATO-Base abgerissen. Der Erler Andreas Grotendorst wurde im August 2009 hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Raesfeld.

Der Erler Pfarrgemeinderat beschloss am 21. März 2012 die Auflösung der Pfarrei St. Silvester und den Anschluss an die Raesfelder Pfarrei St. Martin. Im Dezember 2013 wurde die „Bürgerstiftung Raesfeld-Erle-Homer“ gegründet.[90] Das „Kleine Kaufhaus“ (im Volksmund auch „Kocks“ genannt), der letzte Erler Gemischtwarenladen, wurde mit dem Tode der Inhaberin Elisabeth Grundmann im November 2015 geschlossen.[91] Die ehemaligen Bauernhöfe Brand und Heidermann sowie die ehemalige Gaststätte „Schneemann/Rüb“, die seit langer Zeit ihren Platz an der Erler Kirche hatten, wurden mit Beginn vom 5. Januar 2015 abgerissen.[92] Über das wegen der Covid-19-Pandemie im Autokino gefeierte Schützenfest berichtete das WDR Fernsehen am 9. Juni 2020 in der Sendung Lokalzeit Münsterland.[93]

Viele Straßennamen in Erle erinnern an die Geschichte des Dorfes: Ekhornsloh, Freienstuhl, Ridderspaß, Upen Plass, Schultenwurt, Höltingswall, Pohlhoff, Hilgenstuhl, Orendarper Weg. Auch haben viele alteingesessene Familien einen „Dorfnamen“ neben dem eigentlichen Nachnamen, der auf frühere Tätigkeiten der Familie hinweist. Zum Beispiel die Vorfahren der Familie „Imken“ (gesprochen mit gedehntem I) waren Imker, der normale Hausname ist aber Horstmann.

Gemeindevorsteher und Bürgermeister

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Gemeindevorsteher ab 1841

  • 1841–1848: Landwirt Heinrich Hesseling
  • 1848–1859: Albert Tellmann[15.15]
  • N.N.
  • 1876–1882: Schmiedemeister Franz Kock
  • 1882–1891: Schmiedemeister Johann Brand[15.15]
  • 1891–1892: Hermann Klaus[15.15]
  • 1892–1898: Brennereibesitzer Heinrich Böckenhoff[15.15]
  • 1898–1904: Landwirt Heinrich Schneemann
  • 1904–1911: Landwirt Hermann Brömmel[15.15]
  • 1911–1923: Maurermeister Anton[15.15]
  • 1924–?: Landwirt Johann Paß[15.15]
  • 1933: der Gemeindevorsteher wurde durch ein NSDAP-Mitglied ersetzt[15.15]

Bürgermeister (1945–1974)

  • 1945–1948: Johann Hußmann
  • 1948–1956: Bernhard Lammersmann
  • 1956–1961: Hubert Menting
  • 1961–1969: Schreinermeister Fritz Heidermann[15.15]
  • 1969–1974: Landwirt und Kaufmann Bernhard Böckenhoff als letzter Bürgermeister der eigenständigen Gemeinde Erle[15.15]

Kultur, Sehenswürdigkeiten, Besonderheiten

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Frühzeitliche Funde und Hügelgräber

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Einer von ehemals 17 bekannten Grabhügel in Erle

Bereits der Erler Heimatforscher Heinrich Lammersmann konnte anhand vieler archäologischer Funde und durch die Überlieferung alter Flur- und Hofnamen daraus schließen, dass Erle bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. Dies erste, auch Ursiedelung genannte Ansammlung von Wohnstätten kann man auch heute noch erkennen, es sind die heute noch bestehenden Bauernhöfe auf der Linie von „Bente aufm Huck“ bis „Schulte Huckels“[94.1][95.1]. In der Bauerschaft Östrich wurden in der Gegend Anfang des 20. Jahrhunderts vermehrt bei Feld- und Hofarbeiten Funde wie Steinbeile, Faustkeile, Feuersteinmesser, Pfeilspitzen aber auch Grabgefäße gefunden.[96] Besonders auffällig sind natürlich die Hügelgräber. Auf dem Gebiet von Erle sind insgesamt 17 Hügelgräber bekannt, diese wurden durch Erdabtragungen und Flurbereinigungen teilweise so zerstört, dass sie nicht mehr als solche sofort zu erkennen sind. Von den 17 sind heute nur noch 11 vorhanden. Das bekannteste Hügelgrab ist der Hügel Nr. 7 an der Straße „Werlo“, mit 19 m Durchmesser und einer durchschnittlichen Höhe von 1,80 m. In diesem Grab wurden allerdings keine Funde getätigt, von vielen anderen der Erler Grabhügel sind allerdings Raubgrabungen bekannt und der Hauptlehrer Fritz Sagemüller stellte auch Vermutungen an, wo sich deren Inhalte befinden könnte.[97]

Fränkisch-Merowingisches Gräberfeld

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Während in der heutigen Bauerschaft Östrich vermehrt steinzeitliche Funde getätigt wurden und bronzezeitliche Hügelgräber zu sehen waren und sind, wurde in der anderen Erler Bauerschaft, der Westrich, ein Gräberfeld aus fränkisch-merowingischer Zeit entdeckt und vollständig ausgegraben und sorgfältig katalogisiert. Etwa 700 m Luftlinie westlich der Femeiche wurden bereits Anfang des 19. Jahrhunderts auf dem Bauernhof Nienhaus-Krampe durch die Hofarbeiter und der Bauernfamilie selber zahlreiche Artefakte gefunden. Alle diese Funde gingen verloren, bevor sie dem zukünftigen offiziellen Pfleger und Obmann für Bodenaltertümer, Bernhard Lammersmann, übergeben werden konnten.

Ein paar Jahre später wurden bei Bodenarbeiten weitere Gegenstände gefunden, die diesmal durch den damaligen Oberlehrer Schulz aus Dorsten in das dortige Museum verbracht wurden. Bei dieser Gelegenheit konnte Bernhard Lammersmann die Funde durch den direkten Vergleich als „fränkisch-merowingisch“ identifizieren.[98.1]

1910 wurde dann zu Pfingsten das erste Grab gefunden mit den Abmessungen ca. 2,0 m × 1,0 × 0,95 m, von Westen nach Osten angeordnet. In diesem Grab wurden neben bronzenen Teilen von Kleidungsstücken, zwei Lanzenspitzen mit langen Tüllen, ein Grabgefäß, verschiedene Urnenscherben, ein silbernes Kreuz, Perlen und ein Spinnwirtel. Ein zweites Grab folgte wenig später.

Es folgte eine Pause, 1912 wurden die Grabungen wiederaufgenommen, aber keine weiteren Gräber gefunden. Als dann 1924 bekannt wurde, dass der Bauer größere Erdarbeiten durchführen wollte, bekamen Lammersmann und sein Kollege, Lehrer Fritz Sagemüller, die Erlaubnis, vorher die dafür vorgesehene Fläche zu untersuchen. Bis 1926 wurden dann insgesamt 22 Gräber gefunden und vorsichtig freigelegt. Dabei wurden verschiedene Schmuckstücke (u. a. Glas-, Ton- und glasierte Porzellan-Perlen, Nieten, Schnallen, Bernsteinbrocken, Bronzeringe, Wirtel), Waffen (Messer, verschieden große Schwerter, Lanzenspitzen, Äxte verschiedener Größen, Pfeilspitzen mit Widerhaken, Saxe, Skramasaxe), Beschläge und Schildbuckel von hölzernen Schilden, verschiedene Tongefäße mit Verzierungen, Schlüssel, christliche Kreuze, diverse Münzen u. a. aus Gold und zur Überraschung aller ein seltenes, verziertes Glasgefäß mit 15,5 Zentimeter Höhe. In keinem der Gräber wurden Überreste der dort Bestatteten gefunden und bis auf ein Tuchstück auch kein Kleidungs- oder sonstiges Stoffstück. Jedes Grab hatte mindestens ein Grabgefäß, viele verziert und alle auf einer Drehscheibe hergestellt. Sämtliche Gräber konnten anhand der Grabbeigaben problemlos als Männer- und Frauengräber identifiziert werden.[98.2] Bemerkenswert ist aber auch, dass in den Gräbern große Mengen von viel älteren, germanischen Urnenscherben und zahlreiche Kohlestücke in allen Größen gefunden worden sind. Bernhard Lammersmann konnte eine germanische Urne wieder zusammensetzen und als solche identifizieren. Die Vermutung liegt nahe, dass das Gräberfeld schon vor den Merowingern von den Sachsen als Grabstätte genutzt wurde. Anhand von zwei gefundenen fränkischen Bronzemünzen wird angenommen, dass das Gräberfeld vom 6. und mindestens noch bis zum 7., vielleicht 8. Jahrhundert n. Chr. genutzt wurde.

Heute ist von dem Gräberfeld nichts mehr zu erkennen, die Fläche wird wieder landwirtschaftlich genutzt. Eine Erinnerungstafel mit der Geschichte der Ausgrabungen, gestiftet vom Erler Heimatverein, erinnert vor Ort an die bedeutsame Geschichte. Die Grabfunde sind zum größten Teil in verschiedene Museen verbracht, können aber teilweise auch im Erler Heimathaus angeschaut werden.

Der Erler Riesenbecher

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Einen ganz besonderen Fund aus der frühen Bronzezeit stellt der sogenannte „Erler Riesenbecher“ dar.[99][100] Er ist einer von nur vier weiteren vergleichbaren Funden, davon drei in Deutschland (Borken in Westfalen, Pavenstädt, Kreis Gütersloh, Höven, Kreis Coesfeld) und einer in den Niederlanden (Arnheim).[101][102] Der Keramikbecher (auch Trompetenbecher, wegen seiner charakteristischen Form so genannt) ist ca. 43 cm hoch und ist vom Fuß bis zum Rand durchgehend verziert. Es wechseln sich hier vier Zonen mit wulstartigen, glatten Bänder mit umlaufenden Rillen, die Schnureindrücke nachahmen sollen, mit drei Zonen plastischer regelmäßiger Ornamentik ab, die aus herausgekniffenen, in äußerst regelmäßig angeordneten Reihen von Buckeln besteht. In Fachkreisen als Fingerkniff- und Wickelschnurverzierungen benannt. Am oberen Rand des Bechers verläuft eine Reihe mit unregelmäßig versetzt angeordneten kleinen Löchern.[103][104]

Gefunden wurde der Erler Riesenbecher Ende 1965 durch einen einheimischen Fuhrunternehmer. Dieser fand auf einem Sandhaufen im Östricher Bruch, einem Teil der Erler Bauerschaft Östrich, eine verzierte Scherbe. Nun war ein solcher Fund in dieser Gegend nichts Besonderes, viele solcher Bodenschätze wurden im Laufe der Zeit durch Bodenausbeutung und Landwirtschaft unerkannt zerstört. Doch der Finder meldete seinen Fund dem Raesfelder Heimatforscher Johannes Löchteken. Dieser durchsiebte in tagelanger Arbeit den Dünenrücken und fand dort in 70 Zentimeter Tiefe nicht nur den aufrecht in der Sanddüne stehenden unteren Teil des Bechers, sondern auch noch vierfünftel des restlichen Materials. Im damaligen Landesmuseum Münster wurde der Erler Riesenbecher dann restauriert und eine Replik angefertigt. Das Original des endneolithischen Bechers steht im LWL-Museum für Archäologie in Herne, im Erler Heimatmuseum kann die Replik besichtigt werden.

Zugeordnet wurde dieser besondere archäologische Fund der sogenannten Becherkultur, die zeitlich am Ende der Jungsteinzeit bis in die frühe Bronzezeit eingeordnet ist. Offen bleibt, wofür dieser Becher gedient hat und warum er gerade dort vergraben wurde, wo er schätzungsweise 4000 Jahre[105] später wiedergefunden wurde. Die Deutung als Vorratsgefäß ist naheliegend, allerdings wurden in der näheren Umgebung keine Spuren einer zugehörigen Siedlung gefunden. Auch fehlen eindeutige Spuren für kultische Handlungen in Form von Brandspuren oder Holzkohle. Da in der Nähe des Fundorts Hügelgräber gefunden wurden, ist auch eine Deutung in dieser Hinsicht nicht auszuschließen.

Das alte Heerlager in der Östrich

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Der spanische Feldherr Francisco de Mendoza y Mendoza (1647–1623)

Neben den Grabhügeln und den Urnenfelder birgt die Erler Bauerschaft Östrich noch ein weiteres Geheimnis. Seit Jahrhunderten rätseln die Einwohner darüber, welche Funktion die offensichtlich von Menschen angelegten Wälle und Erdlöcher hatten, die man damals noch vereinzelt finden konnte und auch heute noch in wenigen Resten zu sehen sind. Vielfach wurden sie als einfache Reste von Landwehren und Verstecke für das Vieh während der vielen Kriege angesehen.[50] Erst zwischen 1870 und 1880 wurden diese Erdwerke durch archäologische Suchgrabungen inspiziert. 1884, 1901 und 1907 wurden diese Suchgrabungen von verschiedenen Personen fortgeführt, und als man die bruchstückhaften Ergebnisse zusammensetzte, erkannte man, dass die Wälle keine einzelnen Landwehre waren, sondern die Reste einer großen, befestigten Wallanlage, die ein ca. 50 bis 60 Hektar großes ehemaliges Militärlager umschloss.[36] Durch diverse Schnittgrabungen in den Wällen wurde auch ein den Wällen vorgelagerte Graben aufgefunden, der in früheren Zeiten zugeschüttet wurde. Innerhalb der Anlage wurden viele zugeschüttete Gruben gefunden, sogenannte „Mardellen“, die einen festen Lehm- oder Kiesboden aufwiesen, irdene Herdfeuer und Keramikscherben aus der sogenannten Koblenzer Ware, damit konnte erstmals das Lager um 1550 bis 1600 datiert werden. Damit wurde aber auch ausgeschlossen, dass es sich hierbei um ein Römerlager handelte, so hatte es die erste archäologische Kampagne als wahrscheinliches Ergebnis veröffentlicht.[37] Erst in den 1990er-Jahren gelang es durch die Heimatforscherin Ingrid Sönnert, das Lager den spanischen Truppen zuzuordnen, die während des Spanisch-Niederländischen Krieges 1598 unter dem Kommando von Francisco de Mendoza den Rhein überquerten, um u. a. das Münsterland zu plündern.[38] Das Erler Militärlager beherbergte die Truppen des Don Alfonso Davilos, die bis zum Westfälischen Frieden zu Münster eine Schreckensherrschaft in der Herrlichkeit Lembeck führten. Nach diversen Flurbereinigungen Anfang des 20. Jahrhunderts sind heute nur noch geringe Reste der ehemaligen Wallanlagen zu sehen.

Heimathaus/Heimatmuseum

Das heutige Domizil des Erler Heimatvereins e. V. und des Heimatmuseums gehört zu den ältesten, noch stehenden Gebäuden in Erle. Erbaut 1893, hat es im Laufe der Zeit viele verschiedene Arten der Nutzung erfahren. Zuerst wurde das Haus als das damals vierte Schulgebäude des Dorfes genutzt. Das Erdgeschoss bestand damals nur aus einer Diele und einem Klassenraum, indem auf ca. 68 m² bis zu 100 Schüler der Klassen 1 bis 8 unterrichtet wurden. Der Zeit entsprechend nur Jungen.[106] 1908 wurde ein weiteres Schulgebäude, die sogenannte „Hohe Schule“ gebaut und die Knabenschule wurde zu einem Wohnheim für die Lehrerinnen umgebaut.[15.18] Diesem Zweck diente das Haus bis gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, als es bei der Vorbereitung der Rheinüberquerung der Briten durch Bombardement beschädigt wurde. Nach dem Krieg diente es bis 1968 als Polizeiposten und bis 2005 als Wohnhaus. Erst 1992 wurde das Haus modernen Standards angeglichen, bis dahin wurde jedes Zimmer mit Kohle- und Holzöfen beheizt. Auch nach der Renovierung hatte das Haus seinen alten Charakter nicht verloren, es war bekannt für seine alten Türdrückergarnituren und dass es selbst im heißesten Sommer immer angenehm kühl innen war. Heute nutzt der Heimatverein Erle e. V. das Haus für seine Aktivitäten und betreibt dort auch das kleine Heimatmuseum mit Ausstellungsstücken aus der frühen Vergangenheit des Dorfes.[107]

Turmwindmühle Schwane in Erle

Nachdem Anfang des 19. Jahrhunderts durch die preußischen Reformen die Grundherren von Adel und Klerus auch die exklusiven Wind- und Staurechte verloren, konnten sich auch einfache Bürger als Müller betätigen. Der aus Schermbeck abstammende Müller Josef Schwane baute daraufhin in den Jahren 1843 bis 1846 die bekannte Erler Turmwindmühle im Stile der holländischen Bauart. Das heißt, dass die Mühle einen umlaufenden Wall und eine Durchfahrt erhielt, was den Bauern erlaubte, mit ihren Pferdefuhrwerken vorne in die Anlage herein- und hinten wieder herauszufahren. Die Mühle konnte insgesamt drei Mahlgänge anbieten: Futtergetreide, Brotgetreide und Buchweizen.

Wie viele andere Gebäude in Erle ist der Turm der Mühle ist aus Feldbrandsteinen heimischer Produktion gemauert. Lange Zeit stand der Mühlenturm vollständig frei auf dem Feld, die heute noch stehenden Gebäudeteile (Dampfmühle, Lager und Wohnhaus) wurden erst von 1894 bis 1955 errichtet.

Bis 1937 wurde die Mühle noch mit Wind gemahlen, allerdings seit 1894 mit Unterstützung einer Dampfmühle. Die Dampfmaschine wurde dann 1925 gegen einen Dieselmotor und dieser kurz nach dem Zweiten Weltkrieg durch einen Elektromotor ersetzt.[15.19] Bis 1974 wurde in der Mühle noch Mehl produziert.

Schon in den 1950er Jahren begriff man den Denkmalwert dieser alten Mühle, und sie wurde 1955–1956 saniert und renoviert. Der Besitzer Josef Schwane wechselte die Flügel 1956 und 1979 gegen jeweils neue aus. Ab Oktober 1968 wurde mit Hilfe des Landeskonservators die Windmühle restauriert.[72] Der neue Besitzer hat 1984 nach dem Kauf unter den Auflagen der Denkmalbehörde die Mühle und die Nebengebäude grundsaniert und bewohnbar gemacht, was in den Folgejahren immer mal wieder wiederholt wurde, vor allem als das Bauwerk 1991 durch einen Orkanschaden beschädigt wurde. Der Orkan Kyrill beschädigte dann im Jahr 2007 die Flügel so sehr, dass sie demontiert werden mussten. Dieser Zustand wurde allerdings am 24. April 2013 durch die finanziellen Bemühungen der Erler Dorfbewohner behoben.

Erler Femeiche

Die Femeiche ist eine etwa 600 bis 850 Jahre alte Stieleiche, die heute als Naturdenkmal eingetragen ist. Sie ist ca. elf Meter hoch, hat einen Stammumfang von zwölf und einen Kronendurchmesser von ungefähr acht Metern. Bis zu einer Höhe von rund vier Metern ist der Stamm hohl.

Die Femeiche gilt als ältester mitteleuropäischer Gerichtsbaum. Sie befindet sich neben dem alten Pastorat südwestlich der Dorfmitte Erles. Das Kuratorium Nationalerbe-Bäume der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft hat im Oktober 2021 die Erler Femeiche als zwölften Nationalerbe-Baum ausgerufen. Die Femeiche ist damit der erste Nationalerbe-Baum im Westmünsterland und in Nordrhein-Westfalen.[108]

Die Pius-Eiche am alten Friedhof in Erle

Neben der bekannten Femeiche ist in Erle ein weiteres markantes Exemplar dieser Baumart zu finden, die Pius-Eiche, im Volksmund auch als Friedenseiche bekannt. Sie steht neben dem Feuerwehrhaus, in der Nähe des Jugendhauses und markiert das südliche Ende des alten Erler Friedhofs.

Die Geschichte dieser Eiche geht auf das Jahr 1871 zurück. Am 16. Juni dieses Jahres haben der damalige Erler Pfarrer Nonhoff und die Erler Bürger mit der Pflanzung des Baumes das 25-jährige Papstjubiläum von Pius IX. gefeiert. Das ganze Dorf war mit Fahnen und Maien geschmückt, und mit einem geschmückten Pferdewagen wurde der Schößling aus der Bauerschaft Östrich geholt und mit einer Prozession unter Böllerschüssen durchs Dorf gefahren und an seinem heutigen Standort gepflanzt. In die Grube wurde zudem eine Zeitkapsel vergraben, die ein Dokument mit der Inschrift „Am 16. Juni 1871, am Fest des 25.-jährigen Jubiläums unseres hl. Vaters Pius IX ist diese Eiche hier auf dem Kirchhof gepflanzt, zum Andenken an dieses Papstjubiläum“[109] enthält.

Für den gleichen Tag wurde aber auch der sogenannte „Friedenstag“ von Reichskanzler Otto von Bismarck ausgerufen. In der Reichshauptstadt Berlin wurde eine Friedensdemonstration abgehalten, überall in Deutschland sollten die Glocken zum Friedensgeläut läuten. Der Pfarrer Nonhoff hat die Gelegenheit genutzt, seine Position als katholischer Priester im Bismarckschen Kulturkampf darzustellen. Jedenfalls haben in Erle die Glocken nicht auf Befehl des Reichskanzlers geläutet, und die Eiche wurde ohne jeden Zweifel zu Ehren des Papstes gepflanzt.

Noch zu „Kaisers Zeiten“ gingen die Pohlbürger aus der Kirche, wenn dort für den Kaiser gebetet wurde – so kaisertreu man sonst auch war. Der Kulturkampf unter Bismarck gegen die katholische Kirche wirkte im Münsterland noch lange nach.

Heute ist der Baum rund 25 Meter hoch, hat einen Stammumfang von 370 Zentimetern und ist seit Juli 1996 aufgrund einer Verordnung des Kreises Borken mit der Bezeichnung „Pius-Eiche“ und der Nummer I.J.2 als Naturdenkmal bei der Unteren Landschaftsbehörde gelistet.

Das alte Pastorat

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Das alte Pastorat neben der Femeiche

Das alte Pastorat, in der jüngeren Vergangenheit auch das Pfarrheim genannt, ist das älteste noch stehende Gebäude im Erler Dorf. Sein Vorgänger, der Pfarrhof, wurde nachweisbar in frühen Zeiten durch eine Gräftenanlage rund um das Haus geschützt und war nur durch eine Brücke zu erreichen, die 1787 abgerissen und durch einen fahrbaren Damm ersetzt wurde. Erst Anfang 1900 hat der damalige Pfarrer die Gräften zuschütten lassen. 1790 entstand nach dem Entwurf des Velener Baumeisters Tinnewald[110] ein einstöckiges Backsteingebäude mit Satteldach. Wie in Erle üblich, wurden die dafür notwendigen rund 80.000 Ziegel in Erle direkt hergestellt und mit dem Abbruchmaterial des Altbaus im Neubau verbaut. Für die Anfertigung der neuen Backsteine wurden nur fünf Tage benötigt.[15.20]

Dem neuen Pastorat war das Glück nicht beschieden; bereits 1797 kam es durch Brände zu großen Schäden, und kurze Zeit später verlor das Haus durch einen Sturm seine Dachkonstruktion.[111] Ein erhaltener Bauplan aus dem Jahre 1847 zeigt, wie das Pastorat damals baulich eingeteilt und genutzt wurde: Der größere Teil belegte der Wohnbereich, den kleineren der Wirtschaftsbereich. Wie es der Pastor 1787 für den Neubau wünschte, waren beide Bereiche strikt voneinander getrennt. Der Wohnbereich konnte durch die auch heute noch als Haupteingang genutzte Haustür betreten werden. Von dort aus konnten die Fremdenzimmer, das Speisezimmer, das Schlafzimmer des Pfarrers, die große Küche mit offenem Herdfeuer, der Gartenraum, der Saal und die Kammer der Haushälterin erreicht werden. Der externe Backofen verschwand irgendwann. Im Laufe der Zeit wurde das Haus mehrfach innen umgebaut.[112]

Nach dem Umzug des Pastorats (Wohnhaus des Pfarrers und das Pfarrbüro) in einen Neubau wurde das alte Pastorat in Teilen grundsaniert und weiterhin rege von vielen kirchlichen Organisationen genutzt. In den 1970er und 1980er Jahren war es der Treffpunkt für Jugendliche, da dort ein Jugendhaus unterhalten wurde und der Jugendleiter dort seine Wohnung hatte. Auch die katholische öffentlichen Bücherei hatte dort ihre Räumlichkeiten.

Heute gehört das alte Pastorat zum Ensemble rund um die alte Kastanienallee, das neue Pastorat, den Pfarrgarten und die Femeiche. Die Türzarge des Haupteingangs des Pastorats besteht aus der gespaltenen Grabplatte aus hellem Baumberger Sandstein des ehemaligen Pastors Michael Spanier, die bis 1876 in der kleinen Kirche zwischen dem Altar und der Kommunionbank dessen Grab bedeckt hatte.[33]

Kirche St. Silvester

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Pfarrkirche St. Silvester

Die Geschichte der Kirche St. Silvester geht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Man vermutet, dass schon damals ein Holzkirchlein an der Stelle, wo der jetzige Kirchenbau steht, stand. Das St.-Silvester-Patrozinium weist darauf hin, dass diese Holzkirche um die Jahrtausendwende 999–1000 gebaut worden ist. Erle gehörte zuerst zur Pfarrei Raesfeld St. Martin, wurde dann im 12. Jahrhundert von Raesfeld getrennt und zur eigenen Pfarrei St. Silvester erhoben.[15.21]

Die erste Steinkirche wurde durch ein Feuer im Jahre 1560 vernichtet. Aus den Trümmern dieser Kirche wurde eine neue gebaut, die im 17. Jahrhundert vergrößert wurde.[113] Ende des 19. Jahrhunderts war diese Kirche viel zu klein und baufällig geworden. Auf Veranlassung von Pastor Nonhoff wurde sie im Jahre 1875 abgerissen und durch ein neugotisches Bauwerk ersetzt.[15.22]

Am 4. Dezember 1879 war die Einweihung der neuen Kirche.[114] Diese Kirche wurde am 23. März 1945 durch einen Luftangriff völlig zerstört, als die Alliierten einen Wehrmacht-Beobachtungs- und Funkposten im Kirchturm ausschalteten.[115] Nach dem Krieg wurde die Kirche wieder aufgebaut.

Hügelgrab im westmünsterländischen Erle mit einer Informationstafel des Erler Heimatvereins

In der Erler Bauerschaft Östrich befindet sich ein alter Grabhügel.[94.1] Der Hügel hat eine Höhe von rund 180 cm, einen Durchmesser von 19 m und ist vollständig von Bäumen und Unterholz überwachsen, so dass er im Sommer so gut wie nicht von der Straße „Werlo“ zu sehen ist, an deren unmittelbare Rand er liegt (kurz vor der Einmündung in die „Rhader Straße“). Er gehört zu einer Grabhügelgruppe,[116] von denen heute noch sieben erhalten sind. Diese Grabhügel, im Volksmund auch Hügelgräber genannt, wurden als Bodendenkmäler ausgewiesen und sind geschützt.

In dem Grabhügel wurden bei archäologischen Grabungen keine Funde getätigt, die einen Hinweis darauf geben, von wem und wie der Grabhügel genutzt wurde. Allerdings kann durch Heranziehung anderweitiger archäologischer Erkenntnisse folgendes angenommen werden: Am Anfang des 2. Jahrtausends v. Chr. drangen aus dem Osten viehzüchtende Gruppen in Westfalen ein und vermischten sich mit der heimischen Bauernkultur, die einige ihrer Toten in Großsteingräbern (Hünengräbern) oder Steinkisten beerdigten. Die Eindringlinge, auch Streitaxtleute oder Schnurkeramiker genannt, beerdigten in Einzelgräbern bzw. unter großen, kreisrunden Grabhügeln mit Durchmessern um 20 m. Die Toten legte man in einen Baumsarg. Die Grabhügel wurden oftmals über Jahrhunderte als Grabplatz benutzt. In der Eisenzeit verdrängten dann Flachgräber die Sitte der Grabhügel.

Neben den Hünengräbern und Steinkisten gehören die bis zu 4000 Jahre alten Grabhügel zu den großen Grabanlagen Westfalens. Die meisten dieser Anlagen wurden bei der Kultivierung der Böden zu Weide- und Ackerland zerstört. Was übrig blieb, wurde im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert durch Raubgrabungen zerstört.

Der sogenannte Teufelstein in der Bauerschaft Östrich im westmünsterländischen Erle

Der Östricher Teufelstein ist rund 100 Meter in einem Eichenwäldchen am Weg „Baklo“, nahe der „Rhader Straße“ zu finden. Heute hat der Heimatverein am Waldrand eine Informationstafel aufgestellt und es ist nunmehr recht einfach, den unscheinbaren Stein zu finden.

Der Teufelstein[117] liegt im Randgebiet eines uralten Drubbels, also einer bäuerlichen Kleinsiedlung. Es wird vermutet, dass dieser Anger (Dorfanlage) den Bewohnern des Drubbels und dann auch der ganzen Bauerschaft als Versammlungsort für weltliche und heidnische Handlungen diente. Die Sagen vom weißen Pferd (das den Göttern und Göttinnen als Reittier diente) und vom schwarzen Hasen[118] (germanischer Krankheitsdämon) werden ebenfalls mit dem Teufelstein und dessen Umgebung in Zusammenhang gebracht. Wer sich in der Gegend um den Teufelstein verirrte, dem erschien ein kopfloses weißen Pferd, und der Wanderer fand kurze Zeit später wieder den rechten Weg.[119]

Der Teufelstein ist ein mittelkörniger Biotit-Granit mit einer Flächenabmessung von ca. 140 × 55 cm, geschätztes Gewicht von etwa 1800 kg. Der Stein ist älter als 2 Milliarden Jahre und wurde vor 260.000 bis 200.000 Jahre von einem Eiszeitgletscher höchstwahrscheinlich aus Schweden nach Erle transportiert. Die maximale Eisdicke lag damals bei ca. 200 m.

Historische Poststation Suendarp

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Rastplatz und Infotafel neben der historischen Poststation

Das 1797 erbaute Haus des Bauern Grewing, ehemals Suendarp, diente von 1803 bis 1850 als Poststation der Postverbindung Essen–Dorsten–Alttüshaus–Erle (Östrich, Suendarp)–Borken.[52] Die Poststation Suendarp diente als Rasthof für die Kutschenpassagiere und dort wurden auch die Kutschpferde gewechselt. Der Postweg (An ihn erinnert der Straßenname „Alter Postweg“) verlief von der Poststation Suendarp südlich durch die Erler Heide, und wer diesen Landstrich kennt, kann erahnen, wie beschwerlich dieser Weg für Pferde und Menschen gewesen sein muss, teilweise durch tiefen, losen Sand, teilweise dann durch Morast. Im Jahre 1845 wurde der Postweg rund zwei Kilometer westlich auf die Trasse der heutigen B 224 verlegt, was dann auch die Tage der „Poststation Suendarp“ beendete. Heute kann wieder an der Stelle rasten, in wunderschöner Natur lädt dort im Sommer eine gemütliche Sitzgelegenheit den Wanderer oder Radfahrer ein, ein Weilchen die Seele baumeln zu lassen.

NATO-Standort Erle

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Das Dorf Erle lag im Kalten Krieg innerhalb des NATO-Luftverteidigungsgürtels (NATO Airdefence Belt) und war im Zeitraum von 1965 bis 1983 Standort einer NIKE/Hercules FlaRakFlugabwehrrakete-Batterie. In der Batterie waren von 1965 bis 1978 das Squadron 221 B, 2. Groep Geleide Wapens der Niederländischen Luftwaffe sowie das B-Team, 508th US Army Artillery Detachement und von 1975 bis 1983 die D-Battery 9th MSL Btn Belgium SQN57 der Belgischen Armee stationiert.[120][121]

Die Batterie bestand aus drei baulich getrennten Bereichen, die an verschiedenen Standorten rund um das Dorf angelegt waren: Im Nordosten lag der Feuerleitberich IFC (Integrated Fire Control), im Südosten der Abschussbereich LA (Launcher Area) und im Süden der Kommando- und Stabsbereich sowie die Kasernen und Wohnhäuser für die Soldaten und Offiziere.

Der Feuerleitbereich beherbergte eine Reihe von mobilen Containern mit der Radar- und Zielverfolgungs- und leitelektronik, Generatoren, verschiedene Radaranlagen sowie einem Vierlings-Flakgeschütz. Die Eigensicherung erfolgte durch Wachhunde und durch Wachsoldaten. Nach langem Leerstand wurde der Bereich weitgehend zurückgebaut und wird heute wieder als landwirtschaftliche Fläche und als Hundesportplatz genutzt.

Auf dem Abschussbereich befanden sich neben diversen oberirdischen Gebäuden, Bunker und Hubschrauberlandeplätzen drei Abschusssektionen (Alpha, Bravo und Charly). Jede Sektion bestand aus einem dreiseitig von einem Erdwall umgebenen Startplatz und einer Lagerhalle zur Lagerung der fertig montierten Raketen. Diese wurden auf einem Hochschienensystem aus der Halle zu den Startplätzen gefahren. Auf dem Gelände gab es einen zusätzlich durch die US Army abgesicherten Bereich, in dem nukleare Sprengköpfe von Typ W31 gelagert wurden.[122] Die US-Soldaten waren auch für die Montage und den Abschuss nuklear bestückter Raketen zuständig. Insgesamt konnten neun Raketen abschussfertig aufgestellt werden, die damalige Computertechnik ließ aber nur den seriellen Abschuss (eine nach der anderen) zu. Der Eigenschutz wurde ebenfalls durch Wachhunde und befestigte MG-Stellungen gesichert.

Nach Aufgabe der Batterie wurde die Launcher Area noch ein paar Mal bei NATO-Manövern genutzt. Heute ist der Bereich im Besitz der Gemeinde Raesfeld und wurde 1995 unter Naturschutz gestellt. Im Stabs-Bereich befanden sich die Büros des Kommandostabs der Batterie sowie Kasernen, Sozialbauten wie Offiziers-, Unteroffiziers- und Mannschaftskantinen, einem kleinen Laden und diversen anderen Gebäuden. Außerhalb des umzäunten Bereichs wurden Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser für die Soldaten errichtet sowie eine Schule und ein Soldatenheim. Die belgischen Truppen bekamen später noch einen Fernsehturm aus Stahlbeton, damit sie u. a. heimisches Fernsehen und Radio empfangen konnten.

Nach langem Leerstand wurde der Bereich 1989 als Übergangslager für deutschstämmige Spätaussiedler, von 1992 bis 1995 als Flüchtlingsheim für jugoslawische Kriegsflüchtlinge und ab 1994 als DRK-Migrationszentrum für Spätaussiedler genutzt. 2009 wurde das Areal komplett rückgebaut und 2014 als Bauland ausgewiesen.[123]

Der FlaRak-Batterie war es auch zu verdanken, dass Erle in einer Tiefstflugzone lag, in der Militärflugzeuge mit Überschall bis auf 75 m über Grund hinweg fliegen durften. Damit wurden u. a. die Radaranlagen und deren Operateure getestet und geschult. Wegen der Radaranlagen durfte die Bebauung in Erle nicht höher als zwei Geschosse sein.

Ende der 1960er-Jahre gab es noch einen Spionagefall. Eine niederländische Patrouille griff einen LKW-Fahrer in einer nahen Kiesgrube mit Fotos der Anlage aufgegriffen. Der Kommandeur wurde daraufhin degradiert und strafversetzt.[124]

„Hanenborg“ – die Erler Turmhügelburg

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An der Grenze zu Raesfeld, in der Erler Mark gelegen, stand eine Motte.[125] Motten nennt man einen bestimmten Typ von Burg. Charakteristisch für diesen Burgtyp ist ein künstlich aufgeworfener, meist kreisrunde aber auch teilweise ovale Erdhügel mit einem meist hölzernen Wohn- und Wehrturm oben darauf. Befestigt wurde das Ganze durch Wassergraben, Erdwälle und Palisaden.

Die Hanenborg liegt rund zwei Kilometer südlich von Schloss Raesfeld aus entfernt in der Erler Mark. Von Erle aus kommend hinter dem Lohnunternehmer „Wachtmeister“ gelegen. Früher eine Waldwiese liegt diese Wiese heute am Rande des Waldes, an der zum Feld hin zeigenden Seite nur noch durch einen dünnen Streifen mit Baum- und Buschbestand eingesäumt. Dort hatte sich um 1800 der Waldkötter Nienpötter angesiedelt, weshalb diese Wiese auch unter dem Namen „Pötters-Wiese“ bekannt ist. Den Namen „Pötter“ findet man auch heute noch als Straßen- und Flurname in der näheren Umgebung.

Wann die Turmhügelburg errichtet wurde, ist bis heute noch unbekannt. Man weiß durch andere Funde in ganz Deutschland aber, dass die Hochzeit der Turmhügelburgen etwa um 1100 nach Chr. gewesen ist. Einige Turmhügelburgen wurden weiter ausgebaut und wurden im Laufe der Jahrhunderte zu den prächtigen Wasserschlössern, die sich bis in die heutige Zeit erhalten haben. Auch Schloss Raesfeld entstand aus einer Motte. Die bekannte Raesfelder Turmhügelburg „Kretier“ gelang dieses aber ebenso wenig wie der Erler „Hanenborg“. Die Burg Kretier ging 1152 in Flammen auf. Ob dieses Schicksal auch der Hanenborg beschieden war weiß man nicht.

Von der Burg ist nichts Oberirdisches erhalten geblieben; dass man aber letztendlich doch von diesem Bauwerk weiß, ist einigen Pergamenturkunden aus dem Staatsarchiv in Münster zu verdanken. Dort ist zu lesen, dass am 23. November 1500 am Krankenlager des Burgherren Johann von Raesfeld sein Bruder Heinrich, Rutger von Diepenbrock zu Tenking, Johann Osterwijk, der Erler Pastor Deryck van Wijk, der Augustinermönch Hinrich Seveker aus Marienthal, der Raesfelder Pfarrer Bernardus Sengenhorst und Hinrich Debynck standen, um den letzten Willen des sterbenden Burgherren zu bezeugen. Seine Ehefrau Friedericke von Rede sollte u. a. für ihr Altenteil „de olde Hanenborg“ erhalten. Benannt wurde die Turmhügelburg nach dem Raesfelder Burgmann Rotger tor Hanenborg[103.1], der namentlich in einer Urkunde aus dem Jahre 1482 genannt wurde. Diese wurde, was man ebenfalls aus alten Unterlagen ersehen konnte, Ende des 15. Anfang des 16. Jahrhunderts von Rotger tor Hanenborg aufgegeben. Dessen Nachfahren kann man auch heute noch in den alten Kirchenbüchern der Pfarrei St. Martin zu Raesfeld finden.

Nachdem Raesfelder Heimatforscher vergeblich nach den Überresten auf Raesfelder Gebiet gesucht hatten, gab schließlich eine Karte aus dem Jahre 1842 den alles entscheidenden Fingerzeig. Darauf war, mit dem Flurnamen „Hamburghök“ bezeichnet, die schon oben genannte „Pötters Wiese“ zu sehen, und darin lag eine Fläche, die von einem hufeisenförmigen Wall umgeben war. Mit der daraufhin angeforderten Urkatasterkarte von 1822 war es dann nicht mehr schwer, sowohl den alten Fuhrweg als auch den alten Gräftenauslauf zu lokalisieren. Nur ein unbedeutender Rest des Walls war nicht von der Anfang des 20. Jahrhunderts durchgeführten Einplanierung des Geländes betroffen.

Bei den daraufhin erfolgte Suchgrabungen wurde der auf der Urkatasterkarte zu erkennende Gräftenverlauf bestätigt. Ansonsten fand man aber nur unzusammenhängende Steinsetzungen und eine stark verrostete Eisenkette. Erst als 1973 der Besitzer eines Teils der Wiese diese mit einem modernen, tiefgehenden Pflug bearbeitete, wurden weitere Zeugnisse aus der alten Zeit zutage gebracht, u. a. einen halben Handmühlstein von 0,70 m Durchmesser und einen Haufen Tonscherben. Letztere konnten der hiesigen Pottbäckerei aus dem 11./12. Jahrhundert zugeordnet werden, einige sogar als feinen, weißen Siegburger Handelsware. Mit diesem Fund war der Standort der Hanenborg nun endgültig bestätigt worden.

Heute ist von der Hanenborg nichts mehr zu erkennen. Alles, was von ihr übrig blieb, liegt noch unerkannt und unsichtbar in der Erde unter „Pötters Wiese“ in der Erler Mark verborgen.

Geschichtsstationen

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Geschichtsstation „St. Silvester“ vor der Erler Kirche mit Informationen über ihre Geschichte

Der Erler Heimatverein e. V. stellt seit einigen Jahren an den markanten Sehenswürdigkeiten und geschichtlich relevanten Plätzen Informationstafeln auf, die sogenannten Geschichtsstationen. Auf diesen Tafeln können sich alle Interessierten in Wort und Bild über die Eckdaten, Fakten und die Geschichte über die jeweilige Sehenswürdigkeit erfahren. Bis zum Jahr 2012 wurden bereits zwölf Stationen aufgebaut.

StationNördliche BreiteÖstliche Länge
Turmwindmühle51°44'21"06°52'00"
Overbeck51°44'25"06°50'44"
Pius-Eiche51°44'42"06°52'01"
Femeiche51°44'43"06°51'44"
Teufelstein51°45'07"06°52'56"
Historische Poststation51°44'56"06°53'31"
Hügelgrab51°45'30"06°53'54"
Jüdischer Friedhof51°44'26"06°51'57"
Gräberfeld51°44'37"06°51'10"
Geschichte von Erle51°44'45"06°51'45"
St. Silvester51°44'48"06°51'51"
Heimathaus51°44'46"06°51'56"
NATO51°45'01"06°52'38"
Spartakistenkämpfe51°44'57"6°52'20"
Alte Molkerei51°44'30"06°51'04"
Altes Pastorat51°74'53"06°86'19"

Regelmäßige Veranstaltungen, Feste und Bräuche

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Am 6. Januar, de Drei-Königstag gehen die Sternsinger von Haus zu Haus. Der Erler Motor Club e. V. veranstaltet jährlich das traditionelle Oster- und Pfingstmontag-Rennen auf der vereinseigenen Kartbahn. Am Ostersonntag gibt es ein offizielles Osterfeuer und viele kleine Osterfeuer in den Bauerschaften. Zu Pfingsten geht die sogenannte „Pingsterbrut“ von Haus zu Haus und sammelt für einen guten Zweck.

Jährlich wird am 30. April der Maikranz auf dem Erler Ständebaum aufgezogen mit Tanz in den Mai in der Dorfmitte.

Eine Woche nach Pfingsten veranstaltet der Allgemeine Bürgerschützenvereins Erle e. V. ein dreitägiges Schützenfest mit angeschlossener Kirmes. Unter der Federführung der Erler Kolpingfamilie findet jährlich jeweils am ersten Wochenende nach den Sommerferien ein Sommerfest der Erler Vereine und Gruppen statt.

Im Herbst folgt am letzten Sonntag im September der Bauernmarkt auf dem Hof Stegerhoff. Der Erntedankumzug zum Erntedankfest findet nur alle vier Jahre statt. Das Oktoberfest wird vo Allgemeinen Bürgerschützenverein Erle e. V. veranstaltet. Im Winter folgt jeweils freitags um den 6. Dezember herum ein großer St.-Nikolaus-Umzug.

Persönlichkeiten

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  • Heinrich Lammersmann (* 1. März 1865; † 23. Oktober 1931), Lehrer und später Hauptlehrer an der Erler Volksschule, Mitbegründer des Katholischen Lehrervereins Dorsten und Umgebung, Leiter des Kirchenchors, Organist, Heimatforscher, Hobbyarchäologe, offizieller Pfleger und Obmann für Bodenaltertümer im Bereich der Herrlichkeit Lembeck, Autor und Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher und heimatkundlicher Artikel und Aufsätze in der Dorstener Volkszeitung, im Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck und im Lesebuch für ländliche Fortbildungsschulen der Provinz Westfalen. Er entdeckte und legte das fränkisch-merowingische Gräberfeld in der Erler Bauerschaft Westrich frei und pflanzte in seiner Eigenschaft als Hobbybotaniker über 15.000 Obstbäume im Dorf und den Bauerschaften. Zu seinem Gedenken trägt die Lammersmannstraße in Erle seinen Namen.
  • Fritz Sagemüller (* 10. November 1891; † 23. März 1945), Lehrer und später Hauptlehrer an der Erler Volksschule, Heimatforscher, Hobbyarchäologe, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins sowie des Ortsvereins, Organist, Betreuer des ersten Erler Heimatmuseums, Sammler alter Schriften, Naturphotograph, Illustrator u. a. für den Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck und offiziell ernannter Pfleger für geschichtliche Bodenfunde im Bereich der Herrlichkeit Lembeck. Zu seinem Gedenken trägt die Sagemüller-Straße seinen Namen.
  • Josef Böckenhoff (* 14. März 1900; † 1968), Diplom-Landwirt, Agrarwissenschaftler und Autor.
  • Bernhard Lammersmann (* 27. April 1901; † 20. April 1980), Träger des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, Ratsmitglied, mehrfach stellvertretender Bürgermeister, Bürgermeister, Standesbeamter und Schiedsmann der ehemals eigenständigen Gemeinde Erle, Angehöriger der Amtsvertretung des Amtes Hervest-Dorsten und Mitglied des Kreistages des Kreises Recklinghausen.
  • Maria Honvehlmann (* 25. März 1953; † 15. Juni 1995), erste Frau im Bürgermeisteramt der Gemeinde Raesfeld, erste Erler Einwohnerin im Bürgermeisteramt der Gemeinde Raesfeld.
  • Friedel Sebastian (* 1948), Träger des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, Mitglied des Borkener Kreistages, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Raesfeld, Mitglied im Rat der Gemeinde Raesfeld.
  • Gerhard Kirchner (* 1940), Träger des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, Träger der goldenen Ehrennadel der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, Träger der Goldenen Ehrennadel des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen, Auszeichnung vom Deutschen Fußball-Bund für den vorbildlichen Einsatz.
  • Hans-Jürgen Heursen (* 1944), Träger der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • Thomas Rommelspacher (* 5. März 1947), MdL NRW vom 2. Juni 2000 bis 2. Juni 2005 für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.
  • Christoph Cluse (* 1964), Historiker und Autor für mittelalterliche Geschichte.
  • Jörg Heidermann (* 1973), Radiomoderator und Nachrichtensprecher bei Radio WMW, 104,6 RTL, Radio Fritz (RBB), RadioBerlin und arbeitet nun im Fernsehprogramm des MDR als Meteorologe vor und hinter der Kamera.
  • Hubert Punsmann, Hans Schleuning, Gabriele Süsskind: Der Kreis Borken. 2. veränderte Auflage. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-8062-0262-1.
  • Wilhelm Kohl: Germania Sacra – Neue Folge 31,1 Bistum Münster 7 Die Diözese 1. Verlag de Gruyter, 1999, ISBN 3-11-016470-1.
  • Heimatverein Erle: Erle – 1945. Lünenborg, Borken-Weseke 1995.
  • Ingrid Sönnert: Damals... Menschen und Geschichte(n) aus Raesfeld, Erle und Homer. Gemeinde Raesfeld 1997, ISBN 3-9804028-1-9.
  • Ingrid Sönnert: Von Bauersleuten, Spinnerinnen und Handwerkern. Gemeinde Raesfeld 1994, ISBN 3-9804028-0-0.
  • Ingrid Sönnert: Die Flurnamen der Gemeinde Raesfeld – Atlas und Namensregister. Gemeinde Raesfeld 1992, ISBN 3-927851-59-0.
  • Heimatverein Erle e. V.: Querbeet – Erle in Geschichten und Bildern. Eigenverlag 2007.
  • Jahrbuch für westfälische Kirchengeschichte. Band 90, Kommissionsverlag F. Klinker, 1996.
  • Unsere Heimat: Jahrbuch des Kreises Borken 1977. Westmünsterland 1977.
  • Unsere Heimat: Jahrbuch des Kreises Borken 1978. Westmünsterland 1978.
  • Unsere Heimat: Jahrbuch des Kreises Borken 1980. Westmünsterland 1980.
  • Unsere Heimat: Jahrbuch des Kreises Borken 1984. Westmünsterland 1984.
  • Unsere Heimat: Jahrbuch des Kreises Borken 1990. Westmünsterland 1990.
  • Unsere Heimat: Jahrbuch des Kreises Borken 1994. Westmünsterland 1994.
  • Heimatbund Herrlichkeit Lembeck und Stadt Dorsten e. V.: Heimatkalender Digital Jahrgang 1925 bis 2010. Eigenproduktion, DVD.
  • Albert Weskamp: Geschichte des Dorfes Erle und seiner Eiche. Münster [ca. 1895] urn:nbn:de:hbz:6:1-56646.
  • Daniel Bérenger, Christoph Grünewald (Hrsg.): Westfalen in der Bronzezeit. Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-8053-3932-2.
  • Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen (Hrsg.): Archäologie in Ostwestfalen. Band 5. Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen e. V., Saerbeck 2000, ISBN 3-89534-367-6.
  • Pfarrei St. Silvester zu Erle (Hrsg.): 100 Jahre St. Silvester. Eigenverlag, Erle 1979.
  • August Heselhaus, Bernhard Siepe: Der Raum Borken in der Früh- und Vorzeit. Kreis Borken 1972.
  • August Heselhaus: Bodenforschung im Kreis Borken. Kreis Borken 1974.
Commons: Erle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Einwohnerstatistik 2025. Gemeinde Raesfeld, abgerufen am 14. Mai 2026.
  2. Josef Böckenhoff: Die Markkötter zu Erle. In: Heimatbund Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten e. V. (Hrsg.): Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck. Ausgabe 1960, 1960, S. 22 ff.
  3. Hubert Punsmann, Hans Schleuning, Gabriele Süsskind: Der Kreis Borken. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-8062-0262-1.
  4. Adolf Joseph Cornelius Tibus: Gründungsgeschichte der Stifter, Pfarrkirchen, Klöster und Kapellen im Bereiche des alten Bisthums Münster. 1: Das Pfarrsystem des Bisthums in seiner ursprünglichen Anlage und späteren Ausbildung. Friedrich Regensberg, Münster 1885.
    1. 1 2 S. 1064 f.
    2. S. 310 f.
    3. S. 1065
  5. Ingrid Sönnert: Damals... Menschen und Geschichte(n) aus Raesfeld, Erle und Homer. Hrsg.: Gemeinde Raesfeld. Raesfeld 1997, ISBN 3-9804028-1-9, S. 27 ff.
  6. Klaus-Werner Kahl: Kahls platdüütske Noakieksel. Aschendorff Verlag, Münster 2009, ISBN 978-3-402-12788-9.
  7. Förderkulisse Westmünsterland. In: Wolf in Nordrhein-Westfalen. Abgerufen am 21. August 2026.
  8. 1 2 Christa Setzer: Von Oktober zu Oktober. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1988, S. 136 ff.
  9. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Pfarrei St. Silvester (Hrsg.): Festschrift zum 100. Jubiläum der Kirche. 1979.
  10. Marie-Therese Gewert: Bürger haben klare Meinung: Zukunft vom Jugendhaus Erle ist entschieden. In: dorstenerzeitung.de. 9. Juni 2024, abgerufen am 29. August 2024 (deutsch).
  11. Hermann-Josef Schwingenheuer: Von Oktober zu Oktober. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1969, S. 125 ff.
  12. 1 2 Christa Setzer: Von September zu August. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1997, S. 184 ff.
  13. Heinrich Lammersmann: Die Gestaltung unserer Heimat. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1925, S. 17 ff.
  14. Heinrich Lammersmann: Neue Funde aus alter Zeit. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1931, S. 84 ff.
  15. Ingrid Sönnert: Damals… Menschen und Geschichte(n) aus Raesfeld, Erle und Homer. Gemeinde Raesfeld, 1997, ISBN 3-9804028-1-9.
    1. S. 23 ff.
    2. S. 27 ff.
    3. S. 16 ff.
    4. S. 65 ff.
    5. S. 118 ff.
    6. 1 2 3 S. 426 ff.
    7. S. 414 ff.
    8. 1 2 3 S. 327 ff.
    9. S. 430 ff.
    10. 1 2 S. 567 ff.
    11. 1 2 3 4 S. 449 ff.
    12. 1 2 3 S. 487 ff.
    13. 1 2 S. 538 ff.
    14. 1 2 S. 509–510
    15. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 S. 390 ff.
    16. S. 561 ff.
    17. S. 407 ff.
    18. S. 246 ff.
    19. S. 300 ff.
    20. S. 166ff.
    21. S. 116 ff.
    22. S. 130 ff.
  16. 1 2 3 4 5 6 Hubert Punsmann, Hans Schleuning, Gabriele Süsskind: Der Kreis Borken. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-8062-0262-1.
  17. Abschrift aus der Mitte des 15. Jh. in Rescripta privilegiorum Paderburnensis ecclesie. S. 87 im Staatsarchiv Münster.
  18. Josef Böckenhoff: Die Markkötter zu Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1960, S. 22 ff.
  19. Niesert I. 526. – Revisions-Vermerke in den Kirchenbüchern.
  20. Wilhelm Kohl: Germania Sacra – Neue Folge 31,1 Bistum Münster 7 Die Diözese 1. Verlag de Gruyter, 1999, ISBN 3-11-016470-1.
  21. 1 2 3 4 Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen, A 450 Ra I Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Raesfeld-Urkunden: Urkunde Nr. 7, 62, 66, 90, 95, 97, 138, 141, 142, 168, 183, 184, 195, 239, 249, 257a, 275, 279, 283, 318
  22. N. R. W. Landesarchiv: Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.). – Akten, Nr. 22062: Erklärung des Adolf von Raesfeld zu Ostendorf, den Lehnbrief des Herzogs von Kleve über die Freistühle Assenkamp, Deuten und Dirickinck mit den Leuten in den Kirchspielen Raesfeld, Erle, Schermbeck, Lembeck, Wulfen, Hervest, Rhade, Holsterhausen und Ramsdorf in Verwahr halten zu wollen
  23. Hermann-Josef Schwingenheuer: Das Femgericht unter der Erle Eiche, nach einer Originalurkunde im Archiv zu Bocholt, Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1932, S. 55 ff.
  24. Niesert, Urkunden-Sammlung Band I, Abt. II. S. 96.
  25. Anton Fahne: Die Herren und Freiherren von Hövel. Band 1 oder zugehörige Abteilung, Köln 1860. (fälschungsverdächtig)
    1. S. 77
    2. S. 222 f.
  26. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen, A 450 Ge I Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.) Gemen – Urkunden: Urkunde 38
  27. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen, 122.23.01 Xanten, Viktorstift Urkunde Nr. 73
  28. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen, A 450 Ge I Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.) Gemen – Urkunden: Urkunde Nr. 98
  29. 1 2 Ludwig Brüggemann: Aus der Chronik der Schule in Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1988, S. 93 ff.
  30. Brunn, Urk.-Sammlung S. 41 (Manuskript in Wulfen).
  31. 1 2 Heinrich Lammersmann: Das alte Kirchlein 1550–1875. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1928, S. 74 ff.
  32. Ingrid Sönnert: ...es schmeckt nach Calvinismus, Westmünsterland – Jahrbuch des Kreises Borken 1994, Kreis Borken, 1994, ISBN 3-927851-73-6, S. 158–163.
  33. 1 2 Heinrich Lammersmann: Michael Spanier 1622–1669(70?). Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1929, S. 65 ff.
  34. Nikolaus Kindlinger: Münsterische Beiträge zur Geschichte Deutschlandes hauptsächlich Westfalens. Dritten Bandes Erste Abtheilung [...]. Münster 1793, New York Public Library.
  35. 1 2 3 4 5 6 Ludwig Brüggemann: Aus der Chronik der Schule in Erle, Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1991, S. 93 ff.
  36. 1 2 3 Adalbert Friedrich: Das Lager bei Erle, Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1970, S. 61 ff.
  37. 1 2 3 4 5 Oberlehrer A. Hartmann: Das Lager bei Erle, Vestische Zeitschrift, Band 17, Ausgabe 1907/'08, S. 75 ff.
  38. 1 2 Ingrid Sönnert: Die Herrlichkeit Lembeck während des Spanisch-Niederländischen und des Dreißigjährigen Krieges. Vestische Zeitschrift, Ausgabe 1997/'98, S. 7 ff.
  39. Heimatblätter des Heimatverlages Dortmund, 1. Jahrgang 1919/20, September Heft Nr. 6.
  40. Heinrich Lammersmann: Plaggenmahd und Torfstich. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1932, S. 49 ff.
  41. Erler Pfarrarchiv.
  42. Urkunden von 1623, 1626 und 1632 in Erle.
  43. 1 2 3 4 Ludwig Brüggemann: Aus der Chronik der Schule in Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1980, S. 121 ff.
  44. 1 2 3 Ohne Autorennennung: Gründung des Heimatbundes und dessen Entwicklung. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1925.
  45. 1 2 3 4 5 Heinrich Lammersmann: Die Franzosenzeit und der Kosakenwinter. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1931, S. 62 ff.
  46. 1 2 3 Studienrat Hemsing: Napoleonszeit – Franzosenzeit – Kosakenzeit, Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1927.
  47. Urkunden, seit 1605 auf dem Hofe Schäper upn Wall. (Wissenstand: 1895)
  48. Johannes Hemsing: Einquartierung im Kosakenwinter. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1975, S. 52 ff.
  49. 1 2 Ludwig Brüggemann: Aus der Chronik der Schule in Erle, Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck. 1981, S. 140 ff.
  50. 1 2 3 4 Albert Weskamp: Die Geschichte des Dorfes Erle und seiner Eiche. Westfälische Vereinsdruckerei, Münster, 1895.
  51. Ludwig Brüggemann: Aus der Chronik der Schule in Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1992, S. 113.
  52. 1 2 Rolf Schürmann: Aus der Geschichte des Postwesens in der Herrlichkeit Lembeck. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1958, S. 46 ff.
  53. 1 2 3 Ludwig Brüggemann: Aus der Chronik der Schule in Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1983, S. 151/152.
  54. Kaplan Naendrup: Die Volksbüchereien in der Herrlichkeit, Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1927, S. 98 ff.
  55. 1 2 Ludwig Brüggemann: Aus der Chronik der Schule in Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1985, S. 94 ff.
  56. Heinrich Lammersmann: Die merowingischen Gräber – Bausteine zu ihrer Geschichte. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1928.
    1. 69ff
  57. 1 2 Ludwig Brüggemann: Aus der Chronik der Schule in Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1987, S. 78 ff.
  58. Hermann-Josef Schwingenheuer: Notgeld der Herrlichkeit Lembeck. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1970, S. 103 ff.
  59. 1 2 3 Klaus Werner: Die Auswirkung des Kapp-Putsches auf Erle, Rotarmisten in dem Heidedorf. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1994, S. 104 ff.
  60. Heinrich Lammersmann: Das goldene Priesterjubiläum des Dechanten P. Karthaus 1924. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1925, S. 92 ff.
  61. Bistumsarchiv Münster, Generalvikariat Neues Archiv 101-7. S. 72 ff.
  62. 1 2 Elisabeth Schwane: Erinnerungen an Else Cahn. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 2000, S. 123 ff.
  63. 1 2 Heimatverein Erle: Erle – 1945. Lünenborg, Borken-Weseke 1995.
  64. Pfarrer Josef Debbing: Wie Rhade den Zweiten Weltkrieg erlebte. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1968, S. 67 ff.
  65. 1 2 Gertrudis Tüshaus geb. Sagemüller: Unvergessene Tage im Frühjahr 1945. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1995, S. 69 ff.
  66. 1 2 The Pegasus Archiv of the British Airborne Forces 1940–1945: History of the 8th Parachute Battalion.
  67. Gerd Buskamp: Erle – Erinnerungen unter der Femeiche. Kindheitsgeschichten. Bonn, 2000.
  68. Josef Kellner: Hauptlehrer Fritz Sagemüller zum Gedenken. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1952, S. 21 ff.
  69. Fritz Oetterer: Wie der im 2. Weltkrieg für Erle, Rhade und Lembeck geplante Einsatz des Volkssturmes erfolgreich verhindert wurde. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1996, S. 142 ff.
  70. Hermann-Josef Schwingenheuer: Von Oktober zu Oktober. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1960, S. 97 ff.
  71. Hermann-Josef Schwingenheuer: Von Oktober zu Oktober. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1968, S. 117 ff.
  72. 1 2 Hermann-Josef Schwingenheuer: Von Oktober zu Oktober. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1970, S. 126 ff.
  73. Hermann-Josef Schwingenheuer: Von Oktober zu Oktober. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1972, S. 88 ff.
  74. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 312 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  75. Hermann-Josef Schwingenheuer: Von Oktober zu Oktober. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1977, S. 111 ff.
  76. 1 2 Hermann-Josef Schwingenheuer: Von Oktober zu Oktober. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1981, S. 175 ff.
  77. Werner Gritzan: Von Oktober zu Oktober. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1987, S. 160 ff.
  78. Christa Setzer: Von Oktober zu Oktober, Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1984, S. 230 ff.
  79. Christa Setzer: Von Oktober zu Oktober. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1990, S. 132 ff.
  80. 1 2 Christa Setzer: Von Oktober zu Oktober. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1993, S. 128 ff.
  81. Christa Setzer: Von Oktober zu Oktober. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1994, S. 172 ff.
  82. Christa Setzer: Von Oktober zu September. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1995, S. 170 ff.
  83. Christa Setzer: Von September zu August, Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1996, S. 223 ff.
  84. Christa Setzer: Von September zu August, Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1998, S. 201 ff.
  85. Christa Setzer: Von September zu August. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 2000, S. 203 ff.
  86. 1 2 Christa Setzer: Von September zu August. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 2005, S. 218 ff.
  87. 1 2 Christa Setzer: Von September zu August. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 2006, S. 220 ff.
  88. Christa Setzer: Von September zu August. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 2007, S. 216 ff.
  89. Die Erler Femeiche: Vom Gerichtsplatz zum Touristenmagnet. Westmünsterland – Kreis Borken, www.kreis-borken.de.
  90. Christa Setzer: Von September bis August, Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 2015, S. 260.
  91. Frank Liebetanz: Nachbarschaft feiert Jubiläum. In: Borkener Zeitung, Lokalteil Raesfeld, 3. Januar 2015.
  92. Christa Setzer: Von September bis August, Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 2016, S. 236.
  93. schuetzenverein-raesfeld-erle-feiert-im-autokino (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2026. Suche im Internet Archive)
  94. Heinrich Lammersmann: Die Steinzeit unserer Heimat. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1925.
    1. 1 2 50ff
  95. Heinrich Lammersmann: Die Östrich, die Ursiedelung von Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1926.
    1. 29ff
  96. Kurt Kibbert: Die Äxte und Beile im mittleren Westdeutschland I C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung München, 1980, ISBN 3-406-00777-5, S. 206.
  97. Heinrich Lammersmann: Hügelgräber der Herrlichkeit. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1934, S. 18 ff.
  98. Heinrich Lammersmann: Die merowingisch-fränkischen Gräber in Erle bei Dorsten aus dem 6. bis 8. Jahrhundert n. Chr. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1927.
    1. 69ff
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  99. August Heselhaus: Der Riesenbecher von Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1968, S. 62 ff.
  100. A. Stapel (Autorin), D. Bérenger – C. Grünewald (Hrsg.): Westfalen in der Bronzezeit, Zabern-Verlag, 1. Auflage. Münster 2008, ISBN 978-3-8053-3932-2, S. 57.
  101. U. Nahrendorf: Westfalen in Endneolithikum und früher Bronzezeit. Untersuchungen zur Besiedlungsgeschichte der Nordwestdeutschen Landschaft zwischen Niederrhein und Mittelweser. Band II Diss. Münster, 1989, S. 145.
  102. K. Günther: Steinzeit und Ältere Bronzezeit im Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte Münster. Einführung in die Vor- und Frühgeschichte Westfalens 1. 2. Auflage. Münster, 1971.
  103. August Heselhaus, Bodenforschung im Kreise Borken – Band IV. Kreis Borken, 1974, ISBN 3-927851-15-9.
    1. 59
  104. D. Bérenger (Autor), Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen: „Archäologie in Ostwestfalen Band 5“, Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2000, ISBN 3-89534-367-6, S. 19–28.
  105. Klaus Werner: Wenn der Riesenbecher von Erle erzählen könnte. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1999, S. 85 ff.
  106. Otto Kreuter: Aus der Geschichte der Erler Schulen. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1952, S. 68 ff.
  107. Johannes Kempken: 10 Jahre Heimatverein Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1999, S. 75 ff.
  108. Andreas Roloff: Erler Femeiche in Raesfeld (NRW) wird zwölfter Nationalerbe-Baum. In: Nationalerbe Baum. Kuratorium Nationalerbe-Bäume, 20. Oktober 2021, abgerufen am 30. Oktober 2021.
  109. Klaus Werner: Die Pius-Eiche in Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 2005, S. 199 ff.
  110. Thomas Spohn (Hrsg.): Pfarrhäuser in Nordwestdeutschland – Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland. Waxmann, Münster 2000, ISBN 3-89325-717-9, S. 208 ff.
  111. Hermann-Josef Buning: Das alte Pfarrhaus in Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1981, S. 81 ff.
  112. Vereinigte Westfälische Adelsarchive e. V.: Das Pastorat zu Erle betr. Grundstücke, Bauten und Bestallungen (Findbuch : Lem.L – Archiv Lembeck, Bestand Lembeck) (Bestand : Coppel (Lem.Co))
  113. Heinrich Lammersmann: Das alte Kirchlein von Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1928, S. 74 ff.
  114. Heinrich Lammersmann: Landdechant Peter Karthaus zu Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1929, S. 76 ff.
  115. Festschrift der Kirchengemeinde St. Silvester zur 100-Jahr-Feier der neuen Kirche, S. 86 ff.
  116. Fritz Sagemüller: Hügelgräber in der Herrlichkeit. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1934, S. 18 ff.
  117. Jakobine Spangemacher: Der Teufelsstein auf dem Bakenhofe bei Erle. Heimatkalender Herrlichkeit Lembeck, 1925, S. 23 ff.
  118. Joseph Kellner: Der Teufelshase in der Östrich, Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1931, S. 73.
  119. Joseph Kellner: Der Teufelstein bei Erle. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1930, S. 92.
  120. Borkener Zeitung vom 31. Dezember 2014, Artikel "Atomsprengköpfe lagen in Erle", Autor: Frank Liebetanz.
  121. Dorstener Zeitung vom 10. Januar 2015, Artikel "Kommandant wurde nach Spionage versetzt", Autor: Berthold Femer.
  122. Johannes Kempken: "Atombomben in Erle", Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1996, S. 151 ff.
  123. Borkener Zeitung vom 31. Dezember 2014, Artikel "Erdwälle verdeckten den Einblick", Autor: Frank Liebetanz.
  124. Borkener Zeitung vom 10. Januar 2015, Artikel "Kommandant nach Spionage versetzt", Autor: Berthold Fehmer.
  125. Adalbert Friedrich und Lutz Hoffmann: De olle Hanenborg in der Erler-Mark. Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 1975, S. 37 ff.