Nico Lange

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Nico Lange

Nico Lange (* 23. März 1975 in Berlin) ist ein deutscher Politologe, Publizist und Politik-Berater. Er war von 2012 bis 2017 in herausragenden Positionen für die Konrad-Adenauer-Stiftung tätig und ist seit April 2018 stellvertretender Bundesgeschäftsführer der CDU.

Am 18. Juni 2019 wurde bekannt, dass Lange Klaus Schüler im Amt des Bundesgeschäftsführers folgen soll,[1] wovon die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer später allerdings wieder abrückte.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur diente Nico Lange als Zeitsoldat bei der Bundeswehr mit Einsätzen in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo. Darauf studierte er an der Universität Greifswald Politik- und Kommunikationswissenschaften sowie Informatik. Er arbeitete von Januar bis September 2002 als Referent am Deutschen Bundestag. Von Mai bis Dezember 2003 war er Lehrbeauftragter für internationale Politik am Institut für Politikwissenschaft der Universität Greifswald. Von Januar 2004 bis August 2006 lehrte er mit einem Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung an der Fakultät (Schule) für Internationale Beziehungen der Staatlichen Universität Sankt Petersburg, Russland.

Lange hatte Lehraufträge für Politik- und Kommunikationswissenschaft und Internationale Beziehungen an der Universität Greifswald, der Fakultät für Internationale Beziehungen der Staatlichen Universität Sankt Petersburg und der Nationalen Universität Kiew-Mohyla-Akademie.

Lange ist außerdem Redakteur der Netzzeitschrift „Eurasisches Magazin“. Lange spricht neben dem Deutschen Englisch, Französisch, Russisch und Ukrainisch.

Leiter des Kiewer Büros der KAS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von September 2006 bis April 2012 leitete Lange das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Ukraine. In dieser Eigenschaft führte er Lehrgänge für ukrainische Studenten, Journalisten, politische Aktivisten der Opposition durch. Er begann seine Tätigkeit unter der prowestlichen Führung der Orangen Revolution von Präsident Viktor Juschtschenko und Premierministerin Julija Tymoschenko. In den letzten drei Jahren leitete er politische Bildungsarbeit unter erschwerten Bedingungen nach der Machtübernahme des prorussischen und autoritären Präsidenten Wiktor Janukowytsch.

In Interviews mit deutschen und ukrainischen Medien sowie in Presseartikeln und wissenschaftlichen Analysen nahm er Stellung zu aktuellen Fragen der ukrainischen Politik. In Zusammenarbeit mit ukrainischen Medien stellte er eine Chronologie der Protestbewegung gegen Präsident Janukowytsch zusammen.[3]

Der Einreise-Skandal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach öffentlicher Kritik an Janukowytschs Regierung wurde Lange im Juni 2010 bei der Wiedereinreise in die Ukraine kurzzeitig festgenommen. Erst nach Intervention hochrangiger Politiker einschließlich der Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde ihm die Wiedereinreise in die Ukraine gestattet.[4] Nach diesem Skandal mit dem deutschen Experten wurden andere Stiftungen vom ukrainischen Außenministerium verwarnt und „auf die Wichtigkeit einer strikten Einhaltung der Statutaufgaben und der Gesetzgebung der Ukraine durch die Nichtregierungsorganisationen“ hingewiesen. Zugleich hob das Außenministerium den Beitrag der NGOs zur Entwicklung und Etablierung der ukrainischen Demokratie, Marktwirtschaft und Zivilgesellschaft lobend hervor.[5] Oppositionsführer und Boxweltmeister Vitali Klitschko bezeichnete den damaligen Kiewer Bürochef der KAS Lange „als einen seiner Brückenköpfe in den Westen“. Mit seiner Oppositionspartei Udar hofft er im Kampf gegen die Repressionen durch Janukowytschs Regierung auf die Unterstützung der Europäischen Volkspartei sowie der CDU Deutschlands.[6]

Abteilungsleiter der KAS Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2012 bekleidet Lange bei der KAS die Position des stellvertretenden Hauptabteilungsleiters für Politik und Beratung. Zugleich ist er auch Teamleiter für Innenpolitik. Seine jetzigen Arbeitsschwerpunkte sind Parteien, Internationale Parteienzusammenarbeit, Föderalismus sowie Politische Planung und Strategie. Im Rahmen seiner Tätigkeit ist er Trainer für Politische Planung und Strategie für politischen Nachwuchs, so im Sommer 2013 am Robert-Schumann-Institut in Budapest.[7] Nico Lange wirkt an einem Projekt der KAS mit, das sich zur Vorbereitung auf die Europawahlen am 25. Mai 2014 mit den euroskeptischen Parteien auseinandersetzt. Ihren destruktiven Parolen seien, so Lange, die Werte eines gemeinsamen Europa entgegenzustellen: Der gemeinsame Markt sei die Quelle des Wohlstands. Die wirtschaftliche und politische Integration sichere das europäische Lebensmodell von Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.[8]

Nico Lange setzt sich für ein gesamteuropäisches Wahlrecht bei den Wahlen zum Europäischen Parlament ein.[9] Seit 2014 leitet er die Arbeitsgruppe „Zukunft der Volksparteien“. Er ist Mitglied der CDU-Reformkommission „Meine CDU 2017“.[10] Er betreut eine Reihe von Publikationen zu Parteireformen und hat 12 Thesen zur Reform der Volksparteien veröffentlicht.[11]

Leiter des KAS-Außenbüros in Washington[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2017 wurde Nico Lange zum Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Washington D.C. berufen. Gleich nach Antritt seines neuen Postens befasste er sich in aktuellen Schriften mit der Inauguration und der Person des neuen US-Präsidenten Donald Trump.[12]

In der Staatskanzlei des Saarlands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Beschluss des saarländischen Landtags vom 4. Dezember 2017 mit den Stimmen von CDU und SPD wurde die Funktion eines Bevollmächtigten für Innovation und Strategie in der Staatskanzlei geschaffen. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gab kurz darauf bekannt, dass Nico Lange diese Stelle übernehmen solle und sie sich freue, „dass wir mit Nico Lange einen erfahrenen Strategen und gut vernetzten Politkopf für unser Land gewinnen konnten“.[13]

In der Bundesgeschäftsstelle der CDU Deutschlands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Ministerpräsidentin des Saarlands Kramp-Karrenbauer CDU-Generalsekretärin der CDU wurde, holte sie ihren engen Vertrauten aus der saarländischen Staatskanzlei in die CDU-Zentrale nach Berlin. Seit Mitte April 2018 ist Lange Stellvertretender Bundesgeschäftsführer der CDU und leitet die Abteilung „Planung“, die unter anderem für Strategie, Demoskopie, Redenschreiben und die Beobachtung der politischen Gegner zuständig ist.[14] Künftig soll Lange auch für die Abteilungen „Strategie“ und „Internationale Beziehungen“ verantwortlich sein.[veraltet][2]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internet-Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Interviews[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Presseberichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Florian Gathmann, Ralf Neukirch: Nico Lange soll CDU-Bundesgeschäftsführer werden. In: Website von SPIEGEL ONLINE. 18. Juni 2019, abgerufen am 19. Juni 2019 (deutsch).
  2. a b Robert Roßmann: Kramp-Karrenbauer verzichtet auf Beförderung ihres engsten Vertrauten. In: sueddeutsche.de. 24. Juni 2019, abgerufen am 25. Juni 2019.
  3. Euromaidan. Eine neue Revolution in der Ukraine? Chronologie der Ereignisse. In: Eurasisches Magazin. 12–13, 3. Dezember 2013.
  4. Kritische Äußerungen: Ukraine hält deutschen Stiftungschef stundenlang fest. In: Der Spiegel. 27. Juni 2010, abgerufen am 12. Februar 2014.
  5. Nach dem Skandal mit einem deutschen Experten wurden im Außenministerium andere Stiftungen gewarnt. In: Ukraine Nachrichten. 1. Juli 2010, abgerufen am 12. Februar 2014 (Originalartikel "Після скандалу з німецьким експертом, в МЗС попередили інші Фонди" auf Українська правда).
  6. Florian Eder: Klitschko warnt vor blutigen Aufständen in Kiew. In: Die Welt. 30. März 2012, abgerufen am 12. Februar 2014.
  7. Nico Lange auf einem Seminar 2013 im Robert Schuman Institut, Budapest.
  8. Nico Lange: Was tun gegen Nein-Sager? Über den Umgang mit anti-europäischen Protestparteien. In: Die Politische Meinung. Nr. 524, Januar/Februar 2014, 59. Jahrgang.
  9. Nico Lange: Mehr Eurovision, bitte! Plädoyer für ein gesamteuropäisches Wahlrecht. In: Die Politische Meinung. Nr. 528, September/Oktober 2014, 59. Jahrgang, S. 96–100.
  10. Nico Lange: Wie man um Wähler kämpft: Vermeulen soll auffallen. In: Westdeutsche Zeitung. 26. Juni 2015.
  11. Nico Lange: Mehr Experimente! Zwölf Thesen zur Reform der Volksparteien. zukunftvolkspartei.de, 19. Mai 2015.
  12. Webseite des Auslandsbüros USA der Konrad-Adenauer-Stiftung mit den beiden Analysen von Nico Lange über US-Präsident Trump.
  13. Neuer Bevollmächtigter für Innovation und Strategie. In: SR.de (Saarländischer Rundfunk). 4. Dezember 2017, abgerufen am 4. Dezember 2017.
  14. Kramp-Karrenbauer baut CDU-Zentrale um, Süddeutsche Zeitung, 6. April 2018