Norbert Langer (Synchronsprecher)

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28. März 2007: Norbert Langer in einer Sprecherkabine bei der ProSiebenSat.1-Produktion Berlin während einer N24-Produktion.

Norbert Langer (* 9. März 1941[1] in Schlesien) ist ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch in Hamburg und einer Ausbildung zum Industriekaufmann[2] absolvierte Langer eine Schauspielausbildung am Hamburger Schauspielstudio von Hildburg Frese. Vor dem Wehrdienst bei der Bundeswehr flüchtete er am 13. August 1962 nach Berlin.[2] Theaterengagements erhielt er zwischen 1962 und 1972 an den Staatlichen Schauspielbühnen und auch am Grips-Theater und am Kleinen Theater am Südwestkorso. In Kino und Fernsehen war er selten zu sehen. Dort trat er unter anderem in dem sozialkritischen Film Liebe Mutter, mir geht es gut (1972) und in der Schulfernsehreihe Wer hat die Bürokratie erfunden? als entschiedener Gegner der modernen Schreibmaschine auf.

Synchronsprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits ab 1962 arbeitete Langer als Rundfunk- und Synchronsprecher. Mit Beginn der 1970er Jahre verlagerte er seinen künstlerischen Schwerpunkt vollständig auf die Synchronisation. Seither kam er als Sprecher in über 500 Produktionen zum Einsatz. Besonders populär wurde er als Sprecher von Tom Selleck seit dessen Rolle als Privatdetektiv Thomas Magnum in der Serie Magnum.

Da er in jeder Folge dieser Serie auch als Off-Sprecher fungierte, erhielt er in der Folgezeit viele ähnlich gelagerte Erzählerrollen, so unter anderem in der Jugendserie Wunderbare Jahre und wurde häufig als Kommentator bei Dokumentarfilmen wie etwa Planet Erde eingesetzt. Die Stadt Augsburg engagierte Langer als Sprecher für die Telefonhotline der Stadtverwaltung.

Auch zahlreichen prominenten Schauspielerkollegen lieh er seine markante Stimme; dabei sehr häufig Burt Reynolds (unter anderem in Rent-a-Cop und in der Krimiserie Dan Oakland), außerdem Sean Bean in James Bond 007 – Goldeneye, Jeff Bridges in Das Messer, Graham Chapman in Monty Pythons Der Sinn des Lebens, Alain Delon in Airport ’80 – Die Concorde und Robert Duvall in Der Pate. Bei zahlreichen Neusynchronisationen älterer amerikanischer Filme, darunter Es geschah in einer Nacht und Saratoga, fand seine Stimme für Clark Gable Verwendung. Er synchronisierte Peter Strauss in der Serie Reich und Arm, Cary Grant in Die Schwester der Braut, Jean-Louis Trintignant in Das Netz der tausend Augen und auch Michael Landon als Little Joe im Westernserienklassiker Bonanza.

In der Synchronfassung der britischen Fernsehkrimireihe Inspector Barnaby (Midsomer Murders) lieh Langer John Nettles (DCI Tom Barnaby) ähnlich erfolgreich wie bei Magnum seine Stimme. In der Fernsehserie 24 sprach er den Leiter der CTU, Bill Buchanan (James Morrison). Des Weiteren ist er in den US-Serien Pushing Daisies und Coco, der neugierige Affe als Erzählerstimme zu hören und die Off-Stimme in der Wissensshow Die große Show der Naturwunder.

Daneben fand Langers Stimme auch für Werbespots und Hörspiele Verwendung. Besonders bekannt wurde er als He-Man der Hörspielserie Masters of the Universe. 2014 las er die Folge Der Hudson-Code der Hörbuchserie Porterville.[3] Bei Synchronisationen ist Langer auch als Dialogbuchautor und Synchronregisseur tätig.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1967: Kaviar und Linsen (Fernsehfilm)
  • 1968: Das Kriminalmuseum (Folge: Die Postanweisung)
  • 1969: Spion unter der Haube (Fernsehfilm)
  • 1969: Bischof Ketteler (Fernsehfilm)
  • 1971/1972: Liebe Mutter, mir geht es gut
  • 1972: Die Pulvermänner (Folge: Das Köbelbacher Schießen)

Synchronsprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag in der Synchrondatenbank
  2. a b Interview mit Wolfgang Weber, in: Der Sonntag (Karlsruhe) Nr. 21, 25. Mai 2014, S. 10.
  3. Kritik bei Popshot zu „Porterville“, abgerufen am 12. August 2014.