Bahnhof Basel SBB

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Basel SBB
Bahnhof SBB und der Centralbahnplatz
Bahnhof SBB und der Centralbahnplatz
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof, Grenzbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Perrongleise
Abkürzung BS (SBB)
XSB (DB)
IBNR 8500010 (SBB)
8718791 (SNCF)
Eröffnung 19. Dezember 1854
Webadresse Bahnhof Basel SBB
Profil auf SBB.ch Nr. 10
Architektonische Daten
Baustil Neobarock
Architekt Emil Faesch, Emanuel La Roche
Lage
Stadt/Gemeinde Basel
Kanton Basel-Stadt
Staat Schweiz
Koordinaten 611375 / 266320Koordinaten: 47° 32′ 51″ N, 7° 35′ 23″ O; CH1903: 611375 / 266320
Höhe (SO) 277 m
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in der Schweiz
i16

Der Bahnhof Basel SBB (meist Basel SBB, seltener Centralbahnhof oder Schweizer Bahnhof genannt) ist der grösste Grenzbahnhof Europas sowie der grösste und wichtigste Bahnhof Basels. Züge von Basel in die Schweiz, nach Italien und nach Deutschland sowie die meisten TGVs nach Frankreich fahren vom Bahnhof Basel SBB. Weitere Züge nach Frankreich (z.B. Regionalzüge ins Elsass) fahren von Basel SNCF, dem elsässischen Bahnhof, der dem Bahnhof SBB angegliedert ist, aber über eigene Empfangsräumlichkeiten und Perrons verfügt. Die Regionalzüge der Deutschen Bahn verkehren üblicherweise ab dem Badischen Bahnhof, dem zweitgrössten Bahnhof in Basel, ebenso einige vereinzelte Fernverbindungen.

Das repräsentative Gebäude mit neobarocker Fassade wurde zwischen 1905 und 1907 von Emil Faesch und Emanuel La Roche erbaut.

Mit durchschnittlich rund 135'000 Reisenden pro Werktag[1] ist Basel SBB sechstgrösster Bahnhof der Schweiz.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bahnhofareal liegt am südlichen Stadtrand in einem langgezogenen Gebiet zwischen dem Zoologischen Garten im Westen und der Brüglinger Ebene im Osten. Beim Bahnhofsareal laufen die Grenzen von vier Stadtteilen zusammen; gemäss Statistischem Amt wird das Areal aber auf zwei Stadtteile aufgeteilt: der Bahnhof selber befindet sich im Stadtteil Gundeldingen, die meisten Gleise im Osten (Güterbahnhof) sowie der Centralbahnplatz vor dem Bahnhof (inklusive BIZ-Turm) werden dem St. Alban-Quartier zugerechnet. Die Elisabethenanlage vor dem Centralbahnplatz gehört bereits zu den Vorstädten, während die Markthalle gegenüber dem französischen Bahnhof noch zum Ring-Quartier gehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Details der Frontansicht des Bahnhofs SBB

Die erste Eisenbahn, die Chemin de fer Strasbourg-Bâle (StB) erreicht Basel im Jahr 1844 und 1845 baute die Elsässerbahn den ersten Bahnhof auf Stadtgebiet, innerhalb der Stadtmauern. Basel war damit als erste Schweizer Stadt durch das neue Verkehrsmittel erschlossen (siehe auch Bahnhof Basel SNCF). Nach der Ankunft der Eisenbahn wurde in Basel leidenschaftlich über das Für und Wider der Eisenbahn und über eine Fortsetzung der Bahn in das Mittelland und zum Gotthard diskutiert. Von Norden näherte sich zudem die Rheintal-Eisenbahnlinie von MannheimKarlsruhe der Rheinstadt und erreichte 1851 Haltingen (einen Ortsteil von Weil am Rhein) an der Schweizer Grenze.

1853 wurde in Basel die Eisenbahngesellschaft «Schweizerische Centralbahn» (SCB) gegründet, mit dem Zweck, einen Anschluss der Stadt Basel an die Wirtschaftszentren der Mittellandkantone herzustellen und später vielleicht auch die Verkehrsachse von Luzern zum Gotthard auszubauen. Die Viaduktstrasse in Basel – inklusive des Viaduktes, welches an den Parkplatz des Basler Zoos angrenzt – war bis 1902 das Trassee der damaligen Elsässerbahn. Heute dient das Viadukt den Tramlinien 1 und 8 sowie dem Autoverkehr. Eine Plakette am Brückengeländer erinnert daran.

Provisorischer Bahnhof der «Schweizerischen Centralbahn» von 1854[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1854 begannen die Bauarbeiten an der künftigen Stammlinie durch den Hauenstein. Bis zur Eröffnung des ersten Streckenteils von Basel nach Liestal blieb die kontrovers diskutierte Frage des Standortes und der Gestaltung des Basler Bahnhofs noch ungelöst. Um den Bahnbetrieb am 19. Dezember 1854 dennoch aufnehmen zu können, errichtete die Centralbahn an der Engelgasse/Lange Gasse ein einfaches Provisorium in Holzbauweise nach Plänen des Direktionsarchitekten Ludwig Maring. Am Eröffnungstag waren bis auf die hölzerne Bahnhalle die Hochbauten erstellt. Dieser bescheidene, mit behelfsmässigen Einrichtungen versehene Bahnhof bestand aus einzelnen Gebäuden und wurde während knapp sechs Jahren benützt. Die Bahnanlage bestand aus dem Aufnahmegebäude, einem Güterschuppen, einer Wagen- und Lokomotivremise und einer Drehscheibe am Gleisende. Da das Aufnahmegebäude auf der Nordostseite neben den Gleisanlagen stand, galt der Bahnhof nicht als Kopfbahnhof. Der Bahnhof bildete nur den Ausgangspunkt der Strecken der SCB und hatte weder einen Anschluss an den französischen Bahnhof noch an den im Jahre 1855 erstellten Badischen Bahnhof der Rheintalbahn.

«Centralbahnhof» von 1860[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. Juni 1857 stimmte der Grosse Rat von Basel dem Bau einer Verbindung der französischen Linie mit der Centralbahn und dem Bau eines durchgehenden Bahnhofs auf dem Feld vor dem Elisabethen-Bollwerk zu. Die Kosten des Landkaufs trug die Stadt. Anfang 1859 begann die SCB mit den Bauarbeiten der von Maring entworfenen Bahnhofanlagen, der neben dem Personenbahnhof den gegen das Gundeldingerquartier versetzten Güterbahnhof und zwei Lokomotivremisen umfasste. Eine Lokomotivenhalle war für die SCB, die andere für die französische Ostbahn bestimmt.

Am 4. Juni 1860 wurde der Bahnbetrieb im neuen Basler «Centralbahnhof» aufgenommen. Es dauerte aber noch bis Mai 1861, bis alle Einrichtungen vollständig waren. Der Bahnhof war ein Gemeinschaftbahnhof. Das zentrale Aufnahmegebäude stand mit seiner nördlichen Front gegen den neu geschaffenen Centralbahnplatz. Rechts und links davon lagen die Einsteigehallen mit je zwei Gleisen, nach Osten für die schweizerischen Züge und nach Westen für die französischen. Auf der Südseite, dem Aufnahmegebäude gegenüber, befanden sich der Güterschuppen und zwei grosse Lagerhäuser mit Zufahrt von der Güterstrasse.

Weitere Veränderungen für den Centralbahnhof von Basel erlaubten in den darauf folgenden Jahren die Bewältigung des markant steigenden Verkehrsaufkommens:

  • Am 3. November 1873 wurde die Verbindungsbahn zwischen dem Badischen Bahnhof und dem «Centralbahnhof» in Basel dem Betrieb übergeben.
  • Am 2. August 1875 öffnete die von der Centralbahn und der Nordostbahn als Gemeinschaftswerk erbaute Bözberglinie via Pratteln und Rheinfelden eine neue Strecke zwischen Basel und Zürich.
  • Seit dem 25. September 1875 bildete die Jurabahn mit den Linien nach Biel/Bienne und Delle, mit dem Treffpunkt in Delsberg, eine Verbindung von Basel in die Westschweiz und in die Franche-Comté.

Bei dem zusätzlichen Verkehr genügte die Kapazität des «Centralbahnhofs» nicht mehr. Als erste Entlastungsmassnahme wurde das Zerlegen und Bilden von Güterzügen in den am 10. März 1876 eröffneten[2] provisorischen Rangierbahnhof auf dem freie Feld «auf dem Wolf», östlich des Bahnhofs, verlegt. Um diese Zeit begannen Gespräche mit dem Ziel, die für den Stadtverkehr hinderlichen Bahnübergänge an der Elsässerbahn und im «Centralbahnhof» durch eine Tieferlegung der Bahn und durch Strassenüberführungen zu ersetzen. Schon 1874 baute man für die Fussgänger provisorische, hölzerne Passerellen bei der Margarethenstrasse und der Heumattstrasse, die später durch Eisenkonstruktionen ersetzt wurden. Seit 1879 führte die Pfeffingerstrasse im Bereich der heutigen Peter-Merian-Brücke unter dem Bahnhof hindurch.

Nach der Volksabstimmung über die Verstaatlichung der Bahnen in der Schweiz 1898 beschloss der Bundesrat

  • den Bau eines neuen Centralbahnhofs an der bisherigen Stelle
  • das Absenken der ganzen Anlage um 2.7 Meter
  • die Verlegung der Elsässerlinie in Tieflage, in einem weiten Bogen um die Stadt
  • die Verlegung des gesamten Güter- und Lagerhausbetriebes nach dem provisorischen Rangierbahnhof Wolf

Provisorischer «Centralbahnhof» von 1902[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das definitive Projekt für einen neuen «Centralbahnhof» in Basel wurde 1899 ausgearbeitet. Am 16. März 1900 erteilte der Bundesrat den Plänen die Zustimmung, diese sahen das Tieferlegen des gesamten Bahnhofgebietes und der Zufahrtslinien. Zuerst wurde der Güterverkehr nach dem Bahnhof Wolf verlegt und am 12. Mai 1901 wurde die in Tieflage und in einem weiten Bogen geführte Elsässerbahn eröffnet.

Auf dem freigewordenen, abgesenkten Gebiet südlich des Bahnhofs wurde darauf der provisorische Bahnhof gebaut und am 2. Juni 1902 in Betrieb genommen. Die Erschliessung erfolgte ebenfalls von Süden, von der Güterstrasse her. Hierzu wurden nicht nur verschiedene Strassen verlängert, sondern auch zwei Strassenbahnlinien. Das Provisorium blieb bis zum 24. Juni 1907 in Betrieb, die provisorischen Anlagen und Zufahrten wurden daraufhin abgebaut und die beiden Tramlinien in der Güterstrasse durchgebunden. Etwa an der Stelle der Zufahrtsstrasse entstand die Bahnhofsunterführung ins Gundeldingerquartier. 1902–1903 wurde der alte Bahnhof abgebrochen.

Bahnhof Basel SBB von 1907[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Passerelle des Bahnhofs SBB
Das Innere der fünfgliedrigen Bahnhalle
Basel SBB Bahnsteighalle mit TGV und SBB EW IV

1902 ging die «Schweizerische Centralbahn» in die neu geschaffenen Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) über. Der neue Bahnhof, der seither an als «Schweizer Bundesbahnhof» bzw. «Basel SBB» bezeichnet wird, gehörte zu den ersten grossen Bauwerken der SBB. Der von Emil Faesch und Emanuel La Roche entworfene neue Bahnhof Basel SBB wurde am 24. Juni 1907 dem Betrieb übergeben. Das Bahnhofsgebäude zeichnet sich durch seine ausserordentliche Länge aus, da auf seiner Westseite der Bahnhof Basel SNCF mit seiner Zollanlage für den internationalen Umsteigeverkehr «angehängt» ist.

Der asymmetrische Grundriss des Bahnhofs zeigt nach aussen das für die damalige Zeit repräsentative Aussehen der Bundesbauten. Die Innenräume sind weit und hoch gebaut. Das Aufnahmegebäude ist auf die Mittelachse des Centralbahnplatzes ausgerichtet und zeigt ein riesiges verglastes Tudorbogenfenster zwischen zwei Uhrtürmen unter geschweiften Hauben. Hinter der Fassade könnte man einen Kopfbahnhof vermuten, was aber in Basel nicht der Fall ist. Durch die Eingänge in den Uhrentürmen erreichen die Reisenden die Schalterhalle unter einer mit Holz ausgelegten Stahlbogenkonstruktion. Grosse Wandbilder aus den 1920er Jahren werben für die touristischen Ziele in der Schweiz. Es sind Darstellungen des Silsersees, von Gstaad, des Jungfraujochs und des Matterhorns. Geschaffen haben sie Hans Beat Wieland (1867–1945), Werner Miller (1892–1959), Ernst Hodel junior (1881–1955) sowie Ekkehard Kohlund (1887–1974). Das grösste ist auch von Ernst Hodel junior (1927), misst fünf mal fünfzehn Meter und zeigt den Vierwaldstättersee.[3] Die Billet- und Geldwechselschalter sind in der platzseitigen Wand eingelassen. Früher fand man hier auch die Gepäckaufgabe und Handgepäckaufbewahrung, heute sind diese Nebenleistungen mittels Rolltreppe und Treppe im Untergeschoss zu finden. Im Ostteil befand sich an Stelle des jetzigen Reisezentrums die Gepäckausgabe. Im Flügel auf der Nordwestseite befanden sich die Restaurants erster/zweiter Klasse (jetzt Migros) sowie der dritten Klasse (jetzt Brasserie/Kiosk). Der Bahnhof war berühmt für seine Bahnhofbuffets. Diese wurden in den 1990er Jahren schrittweise aufgegeben. Neben einem verbliebenen Spezialitätenrestaurant belegen nun andere kommerzielle Nutzungen die hohen, mit Wandgemälden verzierten Räume. Ein separater Eingang westlich des Centralplatzes an der Centralbahnstrasse führt zu den nach dem Elsass fahrenden Zügen im Bahnhof Basel der SNCF.

Die Bahnsteigzuteilung entsprach anfänglich noch dem Privatbahnzeitalter, weil die Bahnsteigbenutzung nach Richtungen getrennt war. Der Bahnhof besass ursprünglich 10 Gleise, von denen die drei Kopfgleise 1 bis 3 früher für den Lokalverkehr reserviert waren. Die Gleise 1 bis 10 werden von einer fünfschiffigen Bahnhalle überspannt. Die Halle wurde 1905 von der Firma Buss AG aus Pratteln bei Basel erstellt und weist eine Breite von 93 m und eine Länge von 120 m (Gleise 1/2), 230 m (Gleise 3/4) bzw. 200 m (Gleise 5 bis 10) auf. Das Gleis 4 ist bis zum französischen Bahnhof durchgehend und geht dort in das Gleis 30 über, bei dem die Oberleitung von der französischen Fahrstromspannung von 25.000 V 50 Hertz auf die schweizerische von 15.000 Volt 16.7 Hertz umgeschaltet werden kann. Auf der südlichen Seite des Bahnhofs befindet sich eine Doppelspurlinie in tieferer Lage, die den Rangierbahnhof Basel-Muttenz mit der französischen Stammlinie verbindet und hauptsächlich durchgehenden Güterzügen dient.

Das neue Stellwerk der SBB in Basel

Seit 1878 gab es in unmittelbarer Nähe des Badischen Bahnhofs ein Fahrposttransitbüro, deren Aufgabe die Abwicklung des Postverkehrs mit der Deutschen Reichspost war. Etwa zur selben Zeit übernahm der Centralbahnhof die Stückauswechlung mit Frankreich, Belgien, Grossbritannien sowie dem Elsass. Für diese Aufgabe wurde dann 1907 ein Pakettransitbüro geschaffen. Das Fahrpostransitbüro hatte im Jahr 1912 einen Gesamtverkehr von nahezu 3.5 Millionen Stücken. Dieses Verkehrsvolumen war zu gross für die alten Räume im Badischen Bahnhof. Deshalb wurde dafür von 1911 bis 1913 ein neues Gebäude im Bahnhof Basel SBB gebaut, welches eine Insel innerhalb des Bahnhofs darstellt. Zu dem neuen Postgebäude führten sieben eigene Abstellgleise.[4]

Am 13. September 1913 wurde das Transitbüro beim Badischen Bahnhof mit dem Pakettransitbüro im Bahnhof Basel SBB zusammengelegt. Die neue Poststelle Basel 17 Transit bekam ein eigenes Gebäude mit separaten Abstellgleisen im Bahnhof Basel SBB und umfasste ein Post- und Zollamt. Es bestand eine enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Reichspost. Beide Seiten einigten sich auf ein gemeinsames Amt innerhalb der Poststelle Basel 17 Transit. In diesem übernahm die PTT die Verwaltung für die Dienste beider Länder und verrichtete Arbeiten, die ausschliesslich im Interesse der Deutschen Reichspost lagen. Die Reichspost betrieb lediglich ein kleines Rechnungsbüro.[5]

Wegen der Tieferlegung der Gleise war es schwierig, den Bahnhof mit weiteren Gleisen zu erweitern. Es gelang, auf der Südseite die Bahnsteiganlage mit den zusätzlichen Gleisen 11 und 12, mit einer Verlängerung der Personenunterführung zum Gundeldingerquartier, und 2003, beim Bau der Passerelle, mit den Gleisen 14 und 15 zu ergänzen. Damit konnte die Kapazität im Zusammenhang mit der Einführung des Taktfahrplanes von 1982 und der Bahn 2000 erhöht werden. Im Juni 2008 wurden schliesslich die Gleise 16 und 17 in Betrieb genommen.

Im Jahr 2003 konnte die neue Passerelle der Architekten Cruz y Ortiz Arquitectos eröffnet werden, die am westlichen Ende der Bahnsteighalle von der Schalterhalle über die Gleise bis ins Quartier Gundeldingen die Bahnsteige miteinander verbindet. Diese Fussgängerpassage mit Einkaufsmöglichkeiten hat eine Länge von 185 m, ist 30 m breit und ersetzt die Unterführung. Der alte Tunnel wird heute für betriebliche und logistische Zwecke benutzt. Die Passerele ist ein Teil des neuen kommerziellen Konzeptes «RailCity» der SBB. Mit dem Bau der Passerelle wurden das RailCenter und die Bahnauskunft von der Schalterhalle in die ehemalige Gepäckhalle verlegt. Der Schalterpavillon des Kundendienstes in der Schalterhalle von 1987 konnte daraufhin entfernt werden, und seither kann die ausgeräumte Halle ihren weiten Raumeindruck voll entfalten.

1998 und 1999 wurde ein neues Stellwerksgebäude im Auftrag der SBB errichtet. Die Architekten dieses markanten Baues waren Herzog & de Meuron. Von diesem Gebäude aus wurde bis Sommer 2015 der gesamte Eisenbahnbetrieb der SBB in Basel sowie auf den Strecken bis Laufen, Sissach, Laufenburg und Brugg überwacht und ferngesteuert. Mit der Inbetriebnahme der Betriebszentrale Mitte in Olten wurde die Fernsteuerung des Betriebs dorthin verlegt. Im Gebäude selber befindet sich aber weiterhin die eigentliche Stellwerkstechnik für den Bahnhof Basel SBB.

Verbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Täglich verlassen den Bahnhof SBB gut tausend Züge, und annähernd gleich viele Züge kommen im Bahnhof an. Im Schnitt knapp alle 90 Sekunden verlässt oder erreicht ein Personenzug den Bahnhof. Hinzu kommen noch Güterzüge auf den Durchfahrtsgleisen sowie Postzüge bei der Ein- und Ausfahrt in den unterirdischen Postbahnhof.

Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationaler Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Basel SBB fahren sowohl ICE- als auch TGV-Züge.

Stündlich verkehren ab Basel SBB ICE, die alternierend in Richtung Berlin, Hamburg, Köln und andere deutsche Städte anfahren. Mehrmals täglich verkehren EuroCity-Züge nach Milano und TGV nach Paris, sowie Marseille. Die direkte Verbindung nach Luxemburg und Brüssel wurde 2015 eingestellt. Eine direkte Nachtverbindung existiert noch mit Berlin und Hamburg. Diese wurde nach dem Ende der CNL-Züge im Dezember 2016 von den ÖBB übernommen und ins Nightjet-Netz eingegliedert.

Früher gab es unter anderem Nachtverbindungen nach Amsterdam (bis 11. Dezember 2016), Kopenhagen (bis 1. November 2014), Prag (bis 11. Dezember 2016) und Rom (bis 13. Dezember 2009) [6]

Die längste Direktverbindung bestand mit direkten Wagen Madrid – Genf – Basel – Moskau bis in die 1990er Jahre[7], 2010 verkürzt als Basel – Moskau-Belorusskaja wieder im Zugsangebot. Schliesslich wurde es am 13. Dezember 2013 erneut eingestellt.[8]

Ausserdem fahren ab Basel SBB (Meret-Oppenheim-Strasse) Fernbusse zu Zielen in ganz Europa

Nationaler Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrmals stündlich verkehren InterCity-Züge nach Zürich, Olten und Bern. Mindestens stündlich werden Zürich–Chur, Olten–LuzernBellinzonaLugano, Olten–Bern–Interlaken/VispBrig und DelsbergBiel erreicht.

Regionalverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trinationale Regio-S-Bahn Basel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Grenzbahnhof ist auch der Regionalverkehr nach Deutschland, Frankreich und die Schweiz ausgerichtet. Das Netz der Regio-S-Bahn Basel reicht von Frick/Laufenburg im Osten, Olten im Süden, Porrentruy im Westen bis nach Mulhouse im Nordwesten und Zell im Wiesental im Nordosten.

Entlastungslinien während der Hauptverkehrszeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachtlinien während der Wochenenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenzüberschreitender Regionalverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Bahn

SNCF

Stadtverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Basel SBB ist gut ins Tram- und Busnetz der Stadt Basel und deren Agglomeration eingebunden. Vom Bahnhof erreicht man per Tram in 5-10 Minuten die Innenstadt. Die Uni, die Spitäler, die Messe sowie der Flughafen können per Bus erreicht werden.

Tram[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den BVB betriebene Tramlinien:

Von der BLT betriebene Tramlinien:

Bus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den BVB betriebene Buslinien:

  • 30 Bahnhof SBB/SNCFSpalentorUKBB – Feldbergstrasse – Badischer Bahnhof
  • 30E Bahnhof SBB/SNCFSpalentorUKBB
  • 42 Bahnhof SBB/SNCFTinguely Museum – (Hoffmann La Roche –) Wettsteinallee – Bahnhof Niederholz – Bettingen Dorf
  • 48 Bahnhof SBB/SNCF – Schützenhaus – Gartenstrasse– Bachgraben
  • 50 Bahnhof SBB/SNCF – Brausebad – Kannenfeldplatz – EuroAirport
  • 50 Express Bahnhof SBB/SNCFEuroAirport

Geplante Verbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Verbindungen wurden angekündigt und werden in Zukunft ab Basel fahren. Ausserdem wird an der Zukunft des Bahnknoten Basel (siehe dazu auch Herzstück-Basel) gearbeitet. Dazu gehören verschiedene neue Verbindungen und Verdichtungen bestehender Linien.

Angekündigte Verbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbindungen in Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit verschiedenen Projekten soll der Bahnknoten Basel aufgewertet werden. Dazu gehören unter anderem die Durchmesserlinie Herzstück zwischen dem Bahnhof SBB und dem Badischen Bahnhof und neue Haltestellen auf der Schwarzwälderbrücke und in Dornach, sowie eine Bahnanbindung für den EuroAirport.

Ausserdem soll die Trinationale S-Bahn Basel neu aufgegleist werden, was bedeutet, dass es viele neue Verbindungen geben soll. Im Fernverkehr sollen gleichzeitig die Takte erhöht werden. Es folgen einige Beispiele:[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz: Von den Anfangen bis zum Ersten Weltkrieg. Neuausgabe bei Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.
  • Fritz Kunz: Der Bahnhof Europas: 125 Jahre Centralbahnhof Basel, 1860–1985. Basler Schriften, 29. Pharos, H. Schwabe, Basel 1985, ISBN 3-72300221-8.
  • Dorothee Huber: Bahnhof Basel SBB. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 754, Serie 76). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2004, ISBN 3-85782-754-8.
  • Roland W. Scholz, Michael Stauffacher, Sandro Bösch, Pius Krütli (Hrsg.): Bahnhöfe in der Stadt Basel: Nachhaltige Bahnhofs- und Stadtentwicklung in der trinationalen Agglomeration. Rüegger, Zürich 2005, ISBN 978-3-7253-0831-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Basel SBB – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bahnhöfe/Bahnhofbenutzer. SBB, abgerufen am 4. November 2017.
  2. Ernst Mathys, Hermann Mathys: 10 000 Auskünfte über die schweizerischen Eisenbahnen/Renseignements sur les chemins de fer Suisses. Ein Nachschlagewerk/Un aide-mémoire. Selbstverlag der Verfasser, 1949, Seite 71.
  3. Zeugen der frühen Schweizer Tourismuswerbung – badische-zeitung.de. Abgerufen am 24. März 2015.
  4. Alfred Dietiker: Vom Postamt Basel 17 Transit und seinem Paketauswechslungsverkehr mit dem Ausland. In: Postzeitschrift. Nr. 2, 1932, S. 56–68.
  5. Alfred Dietiker: Vom Postamt Basel 17 Transit und seinem Paketauswechslungsverkehr mit dem Ausland. In: Postzeitschrift. Nr. 2, 1932, S. 56–68.
  6. http://www.tagesanzeiger.ch/leben/reisen/Das-langsame-Sterben-der-Nachtzuege/story/29185980, abgerufen am 28. November 2014
  7. http://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?17,4687411, abgerufen am 28. November 2014
  8. Am Freitagabend verliess der letzte Wagon mit Fahrziel Russland den Bahnhof SBB. TagesWoche, 13. Dezember 2013
  9. http://www.fnp.de/rhein-main/Immer-mehr-internationale-Hochgeschwindigkeitszuege-fahren-ab-Frankfurt;art801,2707069, abgerufen am 7. September 2017
  10. https://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/trotz-petition-gibts-nur-neun-veloplaetze-in-nachtzuegen-nach-deutschland-131493704, abgerufen am 7. September 2017
  11. http://www.watson.ch/Schweiz/Wirtschaft/430824600-Abfuhr-an-die-BLS--SBB-wollen-Monopol-im-Fernverkehr-mit-allen-Kr%C3%A4ften-verteidigen, abgerufen am 8. September 2017
  12. Herzog & de Mauron: Linienplan 2030 S BAHN BASEL Die Gegenwart der Zukunft, April 2017
  13. Herzog & de Mauron: Linienplan 2030 S BAHN BASEL Die Gegenwart der Zukunft, April 2017