Bundestrainer (DFB)

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Joachim Löw DFB.jpg Übergabe DFB-Pokal an Botschafter Toni Schumacher und Janus Fröhlich-6606.jpg
Joachim Löw und Steffi Jones, die derzeitigen Trainer der deutschen Männer- und Frauen-Nationalmannschaft

Als Bundestrainer (vor 1945 Reichstrainer) bezeichnet der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die verantwortlichen Trainer der Fußballnationalmannschaft der Männer und der Fußballnationalmannschaft der Frauen.

Bevor der erste Reichstrainer, Otto Nerz, 1928 sein Amt antrat, bestimmte der Spielausschuss die Kaderzusammensetzung und der Mannschaftskapitän die Taktik.

Laut DFB-Statuten muss der Bundestrainer über eine Trainerlizenz als Fußballlehrer verfügen. Da Franz Beckenbauer und Rudi Völler als Verantwortliche für die Herren-Nationalmannschaft keine Trainerlizenz besaßen, wurde für sie die Bezeichnung Teamchef eingeführt. Ihre faktischen Assistenten (Horst Köppel und Holger Osieck bzw. Michael Skibbe) fungierten dann jeweils offiziell als Bundestrainer.

Der Bundestrainer muss nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Bis heute gab es allerdings noch keinen ausländischen Bundestrainer.[1]

Von den bisherigen Bundes- bzw. Reichstrainern waren nur Otto Nerz, Erich Ribbeck und Joachim Löw nicht Nationalspieler. Auf die höchste Zahl an Länderspielen als Spieler und Trainer kam Berti Vogts (198 Spiele).

Von den Trainern der Frauen-Nationalmannschaft waren nur Silvia Neid und Steffi Jones selbst in der Nationalelf tätig, ersterer gelang es als erster DFB-Trainerin, bei ihrer ersten Weltmeisterschaft den Titel zu erringen. Sie ist auch die erste, unter deren Regie 100 Spiele gewonnen wurden und die einzige Trainerin weltweit, deren Mannschaften Kontinentalmeister, Weltmeister und Olympiasieger wurden. Mit dem Olympiasieg endete ihre Amtszeit. Ihre Nachfolge tritt Steffi Jones an.

Bei den Männern hat aktuell Berti Vogts die beste Quote – bei den Frauen die zuletzt amtierende Bundestrainerin Silvia Neid.

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name von1 bis1 Sp S U N Tore Tord. Quote2 Pkt. Erfolge
kein Trainer 05. Apr. 1908 20. Juni 1926 058 016 12 30 119:146 -27 1.03 60
1. Otto Nerz (Reichstrainer) 331. Okt. 19263 07. Aug. 1936 070 042 10 18 192:113 +79 1.94 136 3. Platz WM 1934
2. Sepp Herberger (Reichstrainer) 413. Sep. 19364 22. Nov. 1942 070 042 13 15 216:104 +112 1.99 139
Sepp Herberger 22. Nov. 1950 07. Juni 1964 097 052 14 31 219:146 +73 1.75 170 Weltmeister 1954, 4. Platz WM 1958
Insgesamt nur von Sepp Herberger 13. Sep. 1936 7. Juni 1964 167 94 27 46 435:250 +185 309
3. Helmut Schön 04. Nov. 1964 21. Juni 1978 139 087 31 21 292:107 +185 2.10 292 Vizeweltmeister 1966, 3. Platz WM 1970, Europameister 1972, Weltmeister 1974, Vizeeuropameister 1976
4. Jupp Derwall 11. Okt. 1978 20. Juni 1984 067 044 12 11 144:060 +84 2.15 144 Europameister 1980, Vizeweltmeister 1982
5. Franz Beckenbauer (Teamchef)
Horst Köppel (1984–1987)
Holger Osieck (1987–1990) (Trainerlizenzträger)
12. Sep. 1984 08. Juli 1990 066 034 20 12 107:061 +46 1.85 122 Vizeweltmeister 1986, Weltmeister 1990
6. Berti Vogts 29. Aug. 1990 05. Sep. 1998 102 066 24 12 206:086 +122 2.18 222 Vizeeuropameister 1992, US-Pokalsieger 1993, Europameister 1996
7. Erich Ribbeck 10. Okt. 1998 20. Juni 2000 024 010 06 08 042:031 +11 1.50 36
8. Rudi Völler (Teamchef)
Michael Skibbe (Trainerlizenzträger)
16. Aug. 2000 24. Juni 2004 053 029 11 13 109:057 +52 1.85 98 Vizeweltmeister 2002
9. Jürgen Klinsmann 26. Juli 2004 08. Juli 2006 034 020 08 06 081:043 +38 2.00 68 3. Platz FIFA-Konföderationen-Pokal 2005, 3. Platz WM 2006
10. Joachim Löw 16. Aug. 2006 0 143 095 25 23 334:133 +201 2.17 310 Vizeeuropameister 2008, 3. Platz WM 2010, Weltmeister 2014
Gesamt5 (Stand: 15. Nov. 2016) 923 537 186 200 2071:1088 1.95
davon Elfmeterschießen 8 6 2 38 : 31 75%

Anmerkungen:

1 Bei den Amtszeiten ist jeweils das Datum des ersten und des letzten Länderspiels angegeben.
2 Durchschnittliche Punktzahl pro Spiel; 3 Punkte pro Sieg, 1 Punkt pro Remis.
3 Otto Nerz war ab dem 1. Juli 1926 als „nebenamtlicher“ Trainer angestellt, dessen Tätigkeit sich aber zunächst darauf beschränkte, die vom Spielausschuss bestimmten Spieler „zu bewegen“. Die Aufstellung bestimmten weiterhin die Funktionäre. Nach und nach erhielt er weitere Kompetenzen. Daher wird der Beginn seiner Verantwortung unterschiedlich dokumentiert.
4 Auch der Übergang von Otto Nerz auf Sepp Herberger gestaltete sich fließend, so dass auch für die Reichstrainertätigkeit genannten Werte in verschiedenen Quellen anders lauten. Die hier für beide genannten Zahlen entsprechen den vom DFB[2] und in der Kicker-Edition 100 Jahre Länderspiele, S. 149, genannten Werten.
5 Spiele, die im Elfmeterschießen entschieden wurden, sind als Remis gewertet. Die im Elfmeterschießen erzielten Tore werden nicht mitgezählt.

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name von1 bis1 Sp S U N Tore Tord. Quote2 Pkt. Erfolge
1. Gero Bisanz 10. Nov. 1982 25. Juli 1996 127 83 17 27 343:122 +221 2.09 266 Europameister 1989, 1991 und 1995; Vizeweltmeister 1995
2. Tina Theune-Meyer 27. Aug. 1996 19. Juni 2005 135 93 18 24 380:113 +267 2.20 297 Weltmeister 2003; Europameister 1997, 2001 und 2005; Bronzemedaille Olympische Spiele 2000 und 2004
3. Silvia Neid 01. Sep. 2005 20. Aug. 2016 169 125 22 22 526:106 +420 2.35 397 Weltmeister 2007; Europameister 2009 und 2013; Goldmedaille Olympische Spiele 2016, Bronzemedaille Olympische Spiele 2008
4. Steffi Jones 16. Sep. 2016 5 4 1 0 14:5 +9 2.60 13
Gesamt5 (Stand: 29. Nov. 2016) 436 305 58 73 1263:346 2.23
davon Elfmeterschießen 4 3 1 16:14 75%

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DFB: Absage an Louis van Gaal. In: tz.de. tz, 23. Juni 2010, abgerufen am 23. März 2013.
  2. Historie - Bundestrainer. In: dfb.de. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 28. August 2014.