Parintins

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Parintins
Koordinaten: 2° 38′ S, 56° 44′ W
Karte: Amazonas
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Parintins

Parintins auf der Karte von Amazonas

Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Amazonas
Stadtgründung 1796
Einwohner 111.575 (2015[1])
Stadtinsignien
Flag of Parintins (Amazonas).svg
Brasao-parintins.jpg
Detaildaten
Fläche 5.952,333 km2
Bevölkerungsdichte 18,74 Ew./km2
Höhe 50 m
Zeitzone UTC-4
Stadtvorsitz Carlos Alexandre Ferreira Silva, Sozialdemokrat (PSD) (2013–2016)
Stadtpatron Nossa Senhora do Carmo
Mesoregion Central-Amazonas
Lage von Parintins im Bundesstaat Amazonas
Lage von Parintins im Bundesstaat Amazonas

Parintins ist mit 111.580 Einwohnern und einer Fläche von 5.952 km² die zweitgrößte Stadt im brasilianischen Bundesstaat Amazonas. Sie liegt auf der Insel Tupinambarana, 461 km (auf dem Wasserweg, 371 km Luftlinie) entfernt von Manaus, der Hauptstadt des Bundesstaates.

Die Insel Tupinambarana wurde zum ersten Mal 1795 erwähnt, als der portugiesische Karmelitenmönch José das Chagas die Kirche São Benedito erbaute. Die Region wurde damals von mehreren Indianervölkern bewohnt und gehörte vorher zum Einflussgebiet spanischer Missionare aus Peru und Kolumbien. 1796 kamen brasilianische Milizionäre und Siedler unter Hauptmann José Pedro Cordovil in das zuvor nur von Missionaren besuchte Gebiet und besetzten die Insel.[2] 1803 gründete Cordovil auf der Insel eine Siedlung mit dem Namen Vila Nova da Rainha („Neue Stadt der Königin“). 1833 änderte man den Namen in Nossa Senhora do Carmo de Tupinambarana. Am 24. Oktober 1848 wurde der Ort als Gemeinde konstituiert und in Vila Bela da Imperatriz („Schöne Stadt der Kaiserin“) umbenannt. Am 15. Oktober 1852 wurde die Gemeinde selbstständig und aus der bis dahin übergeordneten Stadtgemeinde Maués ausgegliedert. Am 14. März 1853 wurde die Stadtgemeinde Parintins gegründet. Am 30. Oktober 1880 wurde dem Ort das Stadtrecht verliehen und der Name Parintins offiziell eingeführt. Seit 1881 wurden mehrfach Ortsteile aus Parintins ausgemeindet und zu selbstständigen Gemeinden erklärt, zuletzt am 19. Dezember 1956 der damalige Stadtbezirk Ilha das Cotias, die ebenfalls auf einer Insel gelegene heutige Nachbargemeinde Nhamundá.

1945 wurde in Parintins die Kirche Sagrado Coração de Jesus erbaut.

Bekannt geworden ist Parintins vor allem durch das alljährliche, Ende Juni stattfindende Volksfest rund um den populären dramatischen Tanzzyklus Bumba-meu-boi ("Steh auf, mein Ochse!"), der die Auferstehung eines Ochsen thematisiert. In einem fantastischen Wettstreit konkurrieren die beiden Parteien der Blauen (Boi Caprichoso) und der Roten (Boi Garantido) um die gelungenste Aufführung des Tanzspiels in einem monatelang von der ganzen Stadt vorbereiteten Umzug. Die mit viel Leidenschaft, Musik, farbenfrohen Tänzen, prächtigen Kostümen, Tamtam und Bumbum verbundene Darbietung der Parteien wird von einer neutralen Jury bewertet. Für dieses Fest gibt es in Parintins ein eigenes, großes Stadion, das in Anlehnung an das Sambódromo im Karneval in Rio Bumbódromo genannt wird.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IBGE: Schätzung der Wohnbevölkerung zum Stichtag 1. Juli 2015. Abgerufen am 30. August 2015 (portugiesisch).
  2. Projetos buscam melhorar infraestrutura da cidade (Zeitungsmeldung aus der Gazeta Mercantil vom 24. Juni 1999 mit historischen Basisinformationen, abgerufen am 29. Dezember 2015).
  3. Boi-Bumba-Festival Parintins auf gatewaybrazil (Reiseportal), abgerufen am 26. Dezember 2015