Pfeifer & Langen

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Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG
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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 19. April 1870
Sitz Köln
Leitung Bernhard Greubel
Thomas Kuhlmann
Botho von Schwarzkopf
Mitarbeiter 2.305 (2010)
Umsatz 1.142 Mio. Euro (2010)
Branche Nahrungsmittelindustrie
Website www.pfeiferlangen.de

Die Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG ist ein deutscher Zuckerhersteller mit Sitz in Köln. Unter den Marken Kölner Zucker und Diamant Zucker vertreibt das Unternehmen Zuckerprodukte für Haushalt und Industrie. Pfeifer & Langen ist nach Süd- und Nordzucker der drittgrößte deutsche Zuckerproduzent.

Pfeifer & Langen betreibt Zuckerfabriken in Appeldorn, Elsdorf, Euskirchen, Jülich, Lage und Könnern sowie in Środa Wielkopolska, Gostyń, Miejska Górka (Polen) und Oradea (Rumänien). Im Jahr 2006 beschäftigte man 856 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 644 Millionen Euro. Im Jahr 2010 waren es bereits 2.305 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 1.142 Millionen Euro.[1]

Das Unternehmen Pfeifer & Langen befindet sich seit seiner Gründung in Familienbesitz.

Euskirchen, Pfeifer & Langen

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Kölner Zucker, Pfeifer & Langen, Köln
Historische Pfeifer & Langen Dose

In der Versuchsanlage auf Gut Fronhof im Kölner Vorort Ossendorf wurde am 31. Oktober 1851 erstmals Zucker aus Rüben gekocht. Emil Pfeifer, der das Gut im Jahre 1840 erworben hatte, und sein Partner August Joest beschäftigen in dieser Anfangsphase fünf Mitarbeiter, die die Rüben von 51 Bauern aus der Umgebung zu Zucker verarbeiteten. Nach dem Ausscheiden von August Joest im Jahre 1853 firmiert das Unternehmen in "Emil Pfeifer & Cie." Emils Sohn Valentin wurde dann 1865 Mitgesellschafter. Im Jahre 1868 kommt es zu der für die Firmengeschichte entscheidenden Einbeziehung des Ingenieurs und Erfinders Eugen Langen, der in Ossendorf seinen patentierten Knochenkohleofen erstmals in der Praxis erprobt.[2]

Am 19. April 1870 wurde die Firma "Pfeifer & Langen" in Köln durch Emil Pfeifer, seinen Sohn Valentin Pfeifer und Eugen Langen gegründet. Letzterer war der bedeutendste Sohn des Kölner Zuckerindustriellen Johann Jakob Langen. Der Chronik des Unternehmens aus dem Jahre 1870 zufolge schrieb der Siedemeister Conrad Moll unter anderem: "... Als verantwortlicher Leiter galt Herr Eugen Langen, den man täglich fast überall sehen konnte. Unermüdlich überwachte er die fortschreitenden Arbeiten, kontrollierte an Hand der Zeichnungen und erteilte seine Ratschläge..." Ein Jahr später nahm die Zuckerfabrik Elsdorf den Betrieb auf. Direktor der Fabrik war Eugen Langen, der dort 1872 die Verarbeitung von Zucker zu Würfeln ("Langensches Würfelverfahren") erfand. Die 1869 in Betrieb genommene Eisenbahnlinie Düren–Neuss ermöglicht dem Werk Elsdorf auch den Antransport von Rüben aus entfernt gelegenen Anbaugebieten, die für Pferde- und Ochsengespanne kaum oder nur schwer zu erreichen waren.

1879 gründete die Firma Pfeifer & Langen in Euskirchen eine zweite Rübenzuckerfabrik. Um 1880 galt das Werk Elsdorf als internationale "Musteranstalt" und wurde zusammen mit dem Ausstoß von Euskirchen das größte Zuckerunternehmen Westdeutschlands. 1884 erfolgte die Gründung einer Betriebskrankenkasse.

Im Jahre 1894 erfolgte die Stilllegung der 1851 von Emil Pfeifer in Ossendorf errichteten Fabrik. Die Entwicklung der Stadt Köln hatte zunehmend das landwirtschaftlich nutzbare Umland verringert. 1905 erwarb Pfeifer & Langen Aktien im Wert von 70.000 Mark an der Zuckerfabrik Elsen bei Grevenbroich. Zwei Jahre später erfolgte die Umwandlung von einer Offenen Handelsgesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. 1909 kaufte Pfeifer & Langen die Zuckerfabrik Elsen ganz auf.

1926 schlossen sich die Firmen Pfeifer & Langen und vom Rath & Breth zu einem Unternehmen zusammen[3] und die Firma P. Schwengers & Söhne aus Uerdingen wurde aufgekauft. Gleichzeitig wurde die Firma Pfeifer & Langen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Zu der neuen Aktiengesellschaft gehörten die Werke in Elsdorf, Euskirchen und Elsen und die Raffinerie Uerdingen. Die Fabriken Ameln, Wevelinghoven und Dormagen waren mit Mehrheitsbesitz und Lieferverträgen an die neue Aktiengesellschaft gebunden. Bereits 1928 gingen die Werke Ameln und Wevelinghoven vollständig in den Besitz der Firma Pfeifer & Langen über. Und 1930 ging auch der Actien-Verein für Zuckerfabrikation, Dormagen in der Firma Pfeifer & Langen auf.

Im Jahre 1931 wurde das Werk Elsen bei Grevenbroich stillgelegt. Nachdem 1933 der in Bankbesitz befindliche Aktienteil von der Pfeifer & Langen AG erworben worden war, erfolgte die Umwandlung in eine GmbH.

1945 wurde die Zuckerfabrik Elsdorf zunächst von den amerikanischen Truppen beschlagnahmt. 1950 wurden im Werk Wevelinghoven erstmals eine fahrbare Rüben-Kippe und Stapelanlage benutzt.

Einen ganz neuen Weg ging das Unternehmen in seinem Werk Dormagen 1951. Dort wurde Poly-Glucose – Dextran genannt – produziert. Hierbei handelte es sich um einen Blutplasma-Ersatzstoff. Seit 1965 stellt Pfeifer & Langen auch Gelierzucker her. Dieser wurde später auch von Lizenznehmern im In- und Ausland hergestellt. Aus Zuckerrübenschnitzeln und Harnstoff wurde im Werk Dormagen 1966 erstmals ein Futtermittel hergestellt und patentiert. Im Jahre 1967 wurden erstmals Kartoffelchips in Wevelinghoven hergestellt. Gleichzeitig erfolgte der Aufkauf der Sirupfabrik Gebrüder Langen, Köln-Braunsfeld, und der Zuckerraffinerie und Kandisfabrik Gebrüder Tintelnot in Vlotho. 1969 wurden diese beiden Betriebe stillgelegt und die Aufgaben wurden vom Werk Euskirchen übernommen.

1970 feierte Pfeifer & Langen 100-jähriges Bestehen. Zu dieser Zeit hatte die Firma rund 1800 Beschäftigte. Die Geschäftsführer, und zugleich persönlich haftende Gesellschafter, im Jubiläumsjahr waren: Joachim Pfeifer, Arnold Langen, Helmut Börner, Jaspar Frhr. v. Maltzan und Günther Tintelnot.

Im Jahre 1972 wurde die Krüger GmbH & Co. KG gegründet. Sie stellt Instantgetränke, Diätprodukte und Babynahrung her. Ebenfalls 1972 erfolgte die Gründung eines gemeinsamen Tochterunternehmens mit der Pfanni-Werke Otto Eckart AG, München. Hierbei brachte Pfeifer & Langen seine Kartoffel-Chips-Produktion mit ein. Das neue Unternehmen firmiert seit 1980 unter dem Namen Convent Knabbergebäck GmbH Co KG, aus der später die Intersnack-Gruppe wurde. 1973 wurde in Köln ein neues Hauptverwaltungsgebäude errichtet. 1977 erfolgte der Bau einer neuen Zuckerfabrik in Appeldorn, womit nördliche Rheinland für den Rübenanbau erschlossen werden sollte. Zwei Jahre später wurde die Zuckerproduktion im Werk Dormagen eingestellt.

Im Jahre 1982 wurde die Opekta GmbH erworben. Diese stellt pektinhaltige Produkte für die Herstellung von Marmeladen und Fruchtgelees her.

Die Lippe-Weser-Zucker AG wurde im Jahre 1986 erworben. Dabei wurde das Werk in Lage ausgebaut, während das Werk in Emmerthal geschlossen wurde. Lage ist die einzige Fabrik im Unternehmen, die ausschließlich Weißzucker herstellt. In den folgenden Jahren konnten auch die Zuckerfabrik Düren und Brühl erworben werden. Allerdings wurden diese Werke 1987 und 1989 geschlossen. 1991 wurde das Werk in Ameln geschlossen und 1995 erfolgte die Stilllegung des Werkes in Wevelinghoven. Gleichzeitig war in den verbliebenen Werken die Produktion fast verdoppelt worden.

Nach der deutschen Wiedervereinigung erwarb die Tochtergesellschaft Diamant-Zucker KG Anteile an den vier ostdeutschen Zuckergesellschaften in Elsnigk, Langenbogen, Nauen und Thöringswerder im Jahre 1991. 1993 wurde von der Diamant in Könnern (Sachsen-Anhalt) eine Zuckerfabrik in Betrieb genommen. Hierbei handelt es sich um eine der größten Zuckerfabriken in Europa.

Ein Ausbau des Bereiches Glucose erfolgte im Jahre 1994 mit dem Erwerb von einem 66 % Anteil an der französischen Firma Chamtor S.A. in der Champagne. 1995 konnten die restlichen 34 % dieses Unternehmens erworben werden.

Im Jahr 2006 erwarb die Firma Pfeifer & Langen die Aktienmehrheit an der Zuckerfabrik Jülich AG (Westzucker). Damit verbunden war gleichzeitig das Ende der Rübenverarbeitung in der Zuckerfabrik Elsdorf, die nach der Kampagne 2006 die Rübenverarbeitung einstellte. Weiterverarbeitung von Zuckerprodukten findet aber weiterhin statt.

Pfeifer & Langen-Zuckerfabrik in Euskirchen
Pfeifer & Langen-Raffinerie in Środa Wielkopolska, Polen

Im Februar 2014 wurde gegen das Unternehmen gemeinsam mit den Konkurrenzunternehmen Südzucker und Nordzucker wegen wettbewerbswidrigen Absprachen eine gemeinschaftliche Geldbuße in Höhe von 280 Millionen Euro durch das Bundeskartellamt verhängt.[4]

Standorte[Bearbeiten]

  • Köln (Hauptverwaltung)
  • Appeldorn (Gründung: 1976; Mitarbeiter: 80; Verarbeitungskapazität: 8.500 t)
  • Elsdorf (Gründung: 1870; Mitarbeiter: 260 inkl. Außenstelle Wevelinghoven)
  • Euskirchen (Gründung: 1879; Mitarbeiter: 170; Verarbeitungskapazität: 10.500 t/Tag)[5]
  • Jülich (Gründung: 1880: Mitarbeiter 185; Verarbeitungskapazität: 16.800 t)
  • Könnern (Gründung: 1993; Mitarbeiter 220; Verarbeitungskapazität: 17.500 t)
  • Lage (Gründung: 1883; Mitarbeiter: 91; Verarbeitungskapazität: 7.500 t)
  • Italien
  • Polen
  • Kroatien (Pfeifer & Langen mit der 1.MCM d.o.o., Zagreb)
  • Rumänien (Standort: Oradea)
  • Tschechien (Beteiligung an der 1. Zuckergesellschaft Prag, Prag)
  • Ungarn (Beteiligung an der 1. Ungarischen Zuckermanufaktur)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pfeifer & Langen - Unternehmen
  2. Geschichte von Pfeifer & Langen
  3. Firmeneintrag bei albert-gieseler.de
  4. Handelsblatt:Wegen Kartellabsprachen drastische Strafen für deutsche Zuckerhersteller
  5. pfeiferlangen.de

Literatur[Bearbeiten]

  •  Heinrich Philip Bartels: 100 Jahre Pfeifer & Langen (1870–1970). Pfeifer & Langen, Köln 1970.
  •  Dieter Schlangen: Marggrafs süße Entdeckung. Ein Beitrag zur Geschichte der rheinischen Zuckerwirtschaft. Dischl, Grevenbroich 2007, ISBN 978-3-00-021454-7.
  • Chronik der Familie Pfeifer. um 1975 (nur im Familienkreis veröffentlicht)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pfeifer & Langen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien