Politischer Katholizismus

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Der politische Katholizismus ist eine Weltanschauung, die die Glaubenslehren der römisch-katholischen Kirche zur Grundlage für politische Entscheidungen macht und die Interessen der Katholiken politisch durchzusetzen versucht.

Die Bewegung war in ihrer strikt konfessionellen Ausrichtung in Deutschland vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert aktiv. Die Deutsche Zentrumspartei (auch Zentrum) bzw. Bayerische Volkspartei bildete ihren parteipolitischen Arm. Die CDU wurde nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland als überkonfessionelle, christlich ausgerichtete Partei gegründet. Die Zentrumspartei konnte hingegen keine Bindungskraft mehr entwickeln und sank zur Splitterpartei herab.

In den romanischen Staaten Westeuropas und in Lateinamerika stand der politische Katholizismus oft Parteien nahe, die rechts der katholisch geprägten Parteien Deutschlands und Italiens eingeordnet wurden. In Lateinamerika hat sich jedoch auch die links zu verortende Befreiungstheologie etabliert.

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundforderung des politischen Katholizismus ist die Gestaltung von Staat und Gesellschaft entsprechend der christlichen, insbesondere katholischen Soziallehre, bezogen vor allem auf die Naturrechtslehre des Thomas von Aquin. Ursprung des menschlichen Individuums und der Gesellschaft ist demnach der göttliche Schöpfungsplan. Funktionsprinzip dieser Gesellschaft ist das Subsidiaritätsprinzip, dem zufolge der Mensch sein Leben zunächst selbst gestalten muss. Erst wenn er dazu nicht in der Lage ist, muss die jeweils nächsthöhere Ebene (von der Familie über die Gemeinde bis zum Staat) helfend eingreifen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter standen politische und kirchliche Macht in einem engen, sich gegenseitig begründenden und stützenden Verhältnis (Zwei-Schwerter-Theorie). Auch die Reformation änderte daran nicht viel. Mit der Säkularisation im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses wurden 1803 nahezu alle geistlichen Fürstentümer aufgehoben. Zudem breiteten sich nach der Französischen Revolution die Ideen der Trennung von Religion und Staat sowie der Religionsfreiheit aus. Mit diesen Entwicklungen lösten sich insbesondere in den katholischen Gebieten die Einheit von Kirche und Staat und damit ein großer Teil der kirchlichen Machtposition auf.

In den protestantischen Regionen nahmen die Landesherren durch das System der Landeskirchen erheblichen Einfluss auf das Kirchenwesen. Da die katholische Kirche jedoch übernational verfasst ist und Papst und Kurie weiterhin an ihrem Herrschaftsanspruch über die Kirche und in religiös-weltanschaulichen Fragen über die Angehörigen der Kirche festhielten, gleichzeitig die weltlichen Herrscher auch im katholischen Bereich zunehmend Einfluss auf ebendiese Belange auszuüben versuchten, kam es zu zahlreichen Konflikten zwischen katholischer Kirche und weltlichen Herrschern.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Vormärz begannen sich Katholiken in politischen Vereinen zu organisieren, was unter anderem im Königreich Preußen ausdrücklich verboten war. Die Ideen des französischen Priesters Félicité de Lamennais, die eine Verbindung von Katholizismus und Demokratie für möglich erklärten, wurden vom Vatikan in den 1830er Jahren jedoch als Irrlehre abgelehnt. In Belgien trugen 1830 politisch organisierte Katholiken wesentlich die Nationalbewegung mit.

Einen Mobilisierungsschub für die katholische Bevölkerung in Deutschland stellte der Kölner Kirchenstreit von etwa 1830 bis 1840 dar. In der Auseinandersetzung um kirchliche Kompetenzen an Hochschulen und um konfessionelle Mischehen führte vor allem die Verhaftung des Kölner Erzbischofs Clemens August Droste zu Vischering 1837 zur verstärkten katholischen Vereinsbildung, insbesondere im Rheinland. Mit Hilfe dieser Vereine versuchten die Katholiken ihren Interessen gegenüber dem Staat größeren Nachdruck zu verleihen. Zudem schlossen sich Kleriker und Laien im Rahmen des Ultramontanismus stärker an die Kirchenzentrale in Rom an, wohingegen zuvor die deutschen Bistümer ihre Eigenständigkeit betont hatten. Vordenker des politischen Katholizismus' in dieser frühen Phase war Joseph Görres.

Revolution von 1848[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als in der Deutschen Revolution 1848/49 zahlreiche politische Freiheitsrechte, darunter das Recht auf freie Meinungsäußerung, Presse-, Versammlungs- und Vereinsfreiheit gefordert und teilweise auch durchgesetzt wurden, nutzten auch die Katholiken diese Möglichkeiten. Eine Welle von katholischen Vereinsgründungen erfasste die deutschen Länder, darunter nicht nur politische, sondern unter anderem auch katholische Arbeiter-, Frauen- und Gesangvereine. Die politischen Vereine begannen sich, allerdings meist erst nach 1849 als Piusvereine zu formieren.

In der Frankfurter Nationalversammlung schlossen sich entschieden politisch-katholische Abgeordnete zum "katholischen Klub" zusammen. Katholische Fraktionen im preußischen und anderen Landtagen waren ebenfalls meist lose und kurzlebige Zusammenschlüsse, die zudem Schwierigkeiten hatten, sich auf verbindliche politische Programm zu einigen. Programmatisch sahen sich die politischen Vertreter des Katholizismus mehreren Problemen gegenüber: Grundsätzlich sahen sie sich meist als staatstragende Kraft an, versuchten aber den staatlichen Einfluss auf die Kirche zu begrenzen. Damit standen sie in Konflikt mit den Landesherren und dem konservativen Lager. Da der Liberalismus den Einfluss der Religion aus Staat und Gesellschaft tilgen wollte, kam es auch mit dieser Bewegung häufig zu Auseinandersetzungen.

Reichsgründung und Kulturkampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Reaktionsära nach 1848 wurde auch das Wirken des politischen Katholizismus durch die staatliche Obrigkeit eingeschränkt, wenn seine Organisationen auch meist nicht mehr grundsätzlich verboten waren. Wichtigster Fürsprecher katholischer Einflussnahme auf die Politik in dieser Epoche war der Mainzer Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler. In den 1860er Jahren begannen neue Zusammenkünfte politisch aktiver Katholiken. Zwischen 1852 und 1867 existierte im preußischen Abgeordnetenhaus eine Katholische Fraktion. Die verschiedenen Ansätze mündeten 1870 in der Gründung der Zentrumspartei. Sie wurde, zunächst im preußischen Landtag und nach der Reichsgründung 1871 im Reichstag, die Trägerin des politischen Katholizismus und sollte es bis 1933 bleiben. Mit dem Soester Programm entstand 1870 zudem erstmals ein Dokument, das verbindliche Ziele des politischen Katholizismus formulierte.

Das Zentrum befand sich zunächst in Opposition zu Bismarck und erlebte mit dem Kulturkampf von 1871 bis 1878 die bis dahin schärfste Auseinandersetzung mit dem Staat. Allerdings führte dies auch zu einer größeren Geschlossenheit der katholischen Bevölkerung und Wählerschaft um ihre politischen Vertreter. 1874 erzielte das Zentrum bei den Reichstagswahlen mit rund 28 Prozent sein höchstes Ergebnis. Von 1881 bis 1912 stellte es die größte Reichstagsfraktion.

Aussöhnung mit dem Staat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während 1880 bis 1887 verschiedene Milderungsgesetze die staatlichen Zwangsmittel gegen die katholische Kirche und das katholische Vereinswesen abbauten, nahm das Zentrum einen immer regierungsfreundlicheren Kurs ein, was auch mit Bismarcks wirtschaftspolitischen Wendung zum Protektionismus zusammenhing. Nach der Entlassung Bismarcks 1890 wurde das Zentrum zur wichtigsten Stütze der jeweiligen Reichsregierung.

Das Zentrum vereinigte einen großen Teil der deutschen Katholiken, unabhängig von der jeweiligen sozialen Stellung. Dies führte dazu, dass sich die Partei zunächst schwer tat, ein Programm zu entwickeln, das über die Verteidigung religiöser Rechte hinausging. Im Rahmen des Entstehens einer katholischen Soziallehre (Enzyklika "Rerum novarum", 1891), begann das Zentrum jedoch sein Profil in diesem Politikfeld zu stärken, nicht zuletzt als Gegenangebot zur Sozialdemokratie.

1890 entstand der Volksverein für das katholische Deutschland, der die katholische Soziallehre in den Mittelpunkt seines Wirken stellte und bis 1914 auf 805.000 Mitglieder anwuchs. Ab 1860 gab es Versuche zur Gründung von katholischen Gewerkschaften. 1901 entstand ein Dachverband, in dem sich sowohl katholische als auch protestantische Gewerkschaften zusammenschlossen. Gegenüber den sozialistischen Gewerkschaften blieb ihre Bedeutung aber gering. Bedeutender waren die katholischen Arbeitervereine, die bis zum Ersten Weltkrieg auf mehr als eine Million Mitglieder anwuchsen.

Die wachsende Bedeutung der teilweise demokratisch ausgerichteten Arbeiterschaft innerhalb des politischen Katholizismus führte allerdings auch zu inneren Konflikten mit den starken monarchisch-konservativen und agrarischen Flügeln. Sogar eine Öffnung gegenüber Protestanten wurde im Zentrumsstreit ab 1906 diskutiert.

Das 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des Burgfriedens unterstützte das Zentrum die deutsche Kriegspolitik im Ersten Weltkrieg, befürwortete ab 1917 aber mehrheitlich einen Verhandlungsfrieden.

In der Weimarer Republik koalierte das Zentrum mit nahezu allen anderen Parteien, stellte damit einen stabilisierenden Faktor dar und betrieb im Übrigen vor allem den Ausbau des Sozialstaats. In dieser Machtposition und unter den freiheitlichen Bedingungen der Demokratie konnte das Zentrum umfangreiche kirchliche und schulische Freiheitsrechte durchsetzen. In Bayern hatte sich 1918 mit der Bayerischen Volkspartei (BVP) eine Abspaltung des Zentrums gebildet.

In der Spätphase der Republik positionierte das Zentrum sich zunehmend konservativ. Am 23. März 1933 stimmte die Zentrumsfraktion im Reichstag geschlossen für das Ermächtigungsgesetz. Unter Druck des NS-Regimes löste sich das Zentrum am 5. Juli 1933 - 15 Tage vor Abschluss des Reichskonkordats zwischen Vatikan und Hitlerdeutschland - selbst auf. Der Volksverein für das katholische Deutschland wurde ebenfalls 1933 verboten.

Das katholische Milieu gilt als lange Zeit resistent gegen den Nationalsozialismus. Widerständiges Verhalten beschränkte sich jedoch wie beim Kreuzkampf meist auf Abwehr von Angriffen gegen die Kirche. Auch wenn eigene Widerstandsgruppen nicht gebildet wurden, so wirkten doch Josef Müller und andere katholische Politiker im Widerstand gegen den Nationalsozialismus mit.

Nach 1945 übernahm die CDU bzw. in Bayern die CSU weitgehend das katholisch-konservative Klientel. Sie verstanden sich jedoch beide als überkonfessionelle Sammlungsparteien und schlossen neben katholischen und christlich-sozialen auch liberale Elemente ein. Die nach Kriegsende wiedergegründete Zentrumspartei kam über eine marginale Bedeutung nicht mehr hinaus.

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Politische Katholizismus in Frankreich stand im 19. Jahrhundert traditionell royalistischen und antirepublikanischen Kreisen nahe und war auch Träger des Antisemitismus. Aufgrund der von ihm maßgeblich verursachten Dreyfus-Affäre verlor er um die Jahrhundertwende stark an Einfluss, spielte jedoch in der Ideologie des Vichy-Regimes noch einmal eine Rolle. Nach dem Zweiten Vatikanum entstand als Gegenbewegung zur Modernisierung der Kirche rund um Marcel Lefebvre der über die Grenzen der Republik hinaus wirkende Katholische Traditionalismus, der auch eine politische Komponenente hat. Mit La Manif pour tous hat sich aus der Ablehnung eines gewandelten Familienbildes eine dem Katholizismus zugerechnete Bewegung gebildet, die seit 2015 auch den Status einer Partei hat.

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der nationalen Einigung Italiens (Risorgimento) erwuchs auch der politische Katholizismus aus Abwehr gegen die säkular-nationalliberale Politik des 1861 ausgerufenen Königreichs Italien unter Viktor Emanuel II. und seinem Ministerpräsidenten Camillo Graf von Cavour. Dieses betrieb die Säkularisierung und geriet so in Konflikt mit der katholischen Kirche, der 1870 in der Annexion des Kirchenstaats gipfelte. Bereits 1865 hatte sich in Bologna die Associazione cattolica italiana per la difesa della libertà della Chiesa in Italia („Katholischer Verein für die Verteidigung der Freiheit der Kirche in Italien“) gegründet, der Papst Pius IX. in einem apostolischen Breve seinen Segen erteilte. 1867 gründete sich ebenfalls in Bologna die Società della Gioventù Cattolica („Gesellschaft der katholischen Jugend“).

Ab 1874 war religiösen Katholiken die Wahlteilnahme im italienischen Nationalstaat durch die päpstliche Bulle Non expedit („Es ist nicht angebracht“) von Pius IX. verboten. Dies war eine Reaktion auf die Annexion des Kirchenstaats und die Aufhebung kirchlicher Privilegien durch das Königreich Italien.[1] Stattdessen organisierten sich katholische Laien im Opera dei congressi e dei comitati cattolici („Kongresswerk“), das sich 1874 in Venedig gründete und sich „unmissverständlich intransigent“, d. h. papsttreu und dem italienischen Staat gegenüber ablehnend, positionierte. Angesichts eines „Krieg[es] gegen die Kirche“ wurde der Staat als Feind betrachtet, mit dem man keine Kompromisse schließen dürfe. Stattdessen wurde eine „christliche Wiedereroberung“ der Gesellschaft gefordert. Liberale Katholiken, die sich mit dem Staat arrangierten, lehnte das „Kongresswerk“ ab. Auf den ersten Blick paradoxerweise war das Opera dei congressi am stärksten in den entwickelten Regionen Norditaliens vertreten, während es in den rückständigeren Regionen Mittel- und Süditaliens (die dem neuen Staat eigentlich ferner standen) kaum eine Rolle spielte.[2]

Papst Pius X. löste das „Kongresswerk“ 1905 auf, um die Spaltung der italienischen Katholiken in „Intransigente“ und Liberale zu überwinden. Stattdessen richtete er mit der Enzyklika Il fermo proposito im selben Jahr die Katholische Aktion als Bewegung aller katholischer Laien ein, die sich von Italien aus in alle Welt ausbreitete. Derselbe Papst lockerte 1909 das Verbot der Wahlteilnahme in einem apostolischen Schreiben motu proprio. Daraufhin gründete Graf Vincenzo Gentiloni die Unione Elettorale Cattolica Italiana (U.E.C.I.) als lockeren Zusammenschluss katholischer Politiker. Aufgrund der Einführung des allgemeinen Wahlrechts für volljährige Männer durch die Regierung Giovanni Giolittis 1912 gewann der politische Katholizismus auch bei Wahlen an Bedeutung. Zuvor hatte ein Zensuswahlrecht gegolten, das nur eine kleinen Minderheit aristokratischer und großbürgerlicher Männer an Wahlen teilnehmen ließ, die meist säkular und (national-)liberal eingestellt gewesen waren. Der Liberalismus des Königreichs Italien war aber stets ein Elitenprojekt geblieben, seine Werte waren nicht in der breiten Bevölkerung verankert.[3] Bei der Parlamentswahl 1913 trat jedoch noch keine eigenständige katholische Partei an, sondern die U.E.C.I. empfahl – um einen Sieg der Sozialisten zu verhindern – gemäß dem sogenannten patto Gentiloni die Wahl liberaler Kandidaten. Diese mussten dazu jedoch einem Katalog von sieben Forderungen zustimmten (u. a. Religionsunterricht in staatlichen Schulen, Ablehnung der Legalisierung der Ehescheidung).[4]

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde dann auf maßgebliches Betreiben des Priesters Luigi Sturzo die Partito Popolare Italiano (PPI) als echte katholische Volkspartei gegründet, die auch als erste christdemokratische Partei überhaupt gilt. Papst Benedikt XV. billigte diese Gründung und hob zur Parlamentswahl im November 1919 das Non expedit der Wahlteilnahme endgültig auf.[4] Die PPI spielte bis zur Machtergreifung der Faschisten eine zentrale politische Rolle. Ihr Programm war in der katholischen Soziallehre verwurzelt, sie wollte aber organisatorisch unabhängig vom katholischen Klerus sein und sowohl konservative als auch eher linksgerichtete Katholiken – Arbeiter, Bauern, Mittelstand und Unternehmer gleichermaßen – ansprechen. Sie lehnte den Totalitarismus sowohl der Kommunisten als auch der Faschisten ab. Während der Herrschaft Benito Mussolinis wurde sie 1926 verboten. Anschließend verhielten sich die meisten katholischen Politiker apolitisch, ab 1943 engagierten sich aber auch viele Katholiken in der Resistenza.

Angesichts des Scheiterns sowohl des elitären Liberalismus als auch des Faschismus und als Gegenpol zum Kommunismus engagierten sich religiöse Katholiken in der Nachkriegszeit politisch besonders intensiv.[3] 1943 wurde die Democrazia Cristiana gegründet, die die Nachfolge der PPI als katholische und christdemokratische Volkspartei antrat. Sie dominierte die politische Landschaft Italiens bis Anfang der 1990er-Jahre, vereinte wiederum konservative, liberale und gemäßigt linke Flügel und beanspruchte, sowohl Arbeitnehmer wie Arbeitgeber zu vertreten. Die DC zerfiel nach einem großen Korruptionsskandal. Seither sind katholische Politiker über zahlreiche verschiedene Parteien zerstreut.

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Politische Katholizismus in Spanien wird als Carlismus bezeichnet.

Lateinamerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der Katholizismus in Lateinamerika lange den bestehenden und traditionell meist weniger demokratischen Herrschafts- und Besitzstrukturen nahestand, entwickelte sich dort in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit der Befreiungstheologie eine Gegenbewegung, zu deren bekanntesten Vertretern der als Märtyrer seliggesprochene Óscar Romero zählt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl-Egon Lönne: Politischer Katholizismus im 19. und 20.Jahrhundert. Suhrkamp (Neue Historische Bibliothek, edition suhrkamp NF 286), Frankfurt/M. 1986. ISBN 3-51811264-3

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reimut Zohlnhöfer: Das Parteiensystem Italiens. In: Die Parteiensysteme Westeuropas. VS Verlag, Wiesbaden 2006, S. 275–298, auf S. 276.
  2. Riccardo Nanini: An Werke glauben. Theologie, Politik und Wirtschaft bei der Compagnia delle Opere. Lit Verlag, Berlin/Münster 2010, S. 159–160.
  3. a b Detlef Pollack, Gergely Rosta: Religion in der Moderne. Ein internationaler Vergleich. Campus Verlag, Frankfurt/New York, 2015, S. 178.
  4. a b Helena Dawes: Catholic Women's Movements in Liberal and Fascist Italy. Palgrave Macmillan, Basingstoke (Hampshire)/New York 2014, S. 17–18.