Polizei (Schweden)

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Staatliche Ebene Reichsweit
Stellung Polizei
Aufsichtsbehörde Justizministerium Schwedens
Hauptsitz Stockholm
Behördenleitung Rikspolischef Dan Eliasson
Bedienstete 18.000 Beamte, 8.000 zivile Mitarbeiter
Website www.polisen.se
Schwedisches Polizeifahrzeug

Die Polizei Schwedens (schwedisch polisen) ist zentral aufgebaut und dem Schwedischen Justizministerium unterstellt. Bis 2014 war Rikspolisstyrelsen (RPS) die zentrale Verwaltungs- und Aufsichtsbehörde der Polizei. Zum 1. Januar 2015 ging dieses im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung der Polizei in der nationalen Polizeibehörde polismyndigheten auf.

Die Polizei Schwedens besteht organisatorisch aus zwei Bereichen mit insgesamt 18.000 Beamten und 8.000 zivilen Mitarbeitern.[1] Die zentrale Polizeibehörde Polismyndighet ist regional auf die 21 Provinzen aufgeteilt. Die Polizeibehörde ist die zentrale Verwaltungs- und Aufsichtsbehörde der Polizei mit Sitz in Stockholm.

Rund 25 Prozent der Polizeibediensteten in Schweden sind Frauen. Insgesamt zählt Schweden über 300 Polizeiwachen.

Polismyndighet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglied der Schwedischen Bereitschaftspolizei Beredskapspolisen
Schwedische Polizisten in Festtags-Uniform
Hundestaffel der Schwedischen Polizei während einer Demonstration von Nationalisten 2007 am Nationalfeiertag
Schwedischer Polizeihelikopter Eurocopter

Die Polismyndighet (Polizeibehörde) ist die zentrale Verwaltungs- und Aufsichtsbehörde der Schwedischen Polizei. Sie kann in etwa mit dem deutschen Bundeskriminalamt gleichgesetzt werden. Die Behörde mit Sitz in Stockholm wurde 1964 gegründet und wird von einem Reichspolizeichef (Rikspolischef) geleitet, der direkt von der Regierung benannt wird.

Die Polismyndighet ist auf die 7 Polizeiregionen aufgeteilt, die aus insgesamt 27 Polizeidistrikten (polisområde) bestehen. Die größte Polizeiregion findet sich in Stockholms län mit 6.700 Angestellten, von ihnen 5.000 Polizisten. Die kleinste Behörde ist die des Gotlands län mit 140 Angestellten, von denen 99 Polizisten sind.[2]

Im Zuge von Rationalisierungsmaßnahmen sollen auch einzelne Polizeidistrikte zusammengelegt werden. Der Polismyndighet unterstehen auch die Polizeihochschule (Polishögskolan) in Solna bei Stockholm sowie die beiden weiteren Bildungszentren an den Universitäten von Umeå und Växjö. Die Grundausbildung besteht aus vier Semestern Schulung auf universitärem Niveau und einer anschließenden, sechsmonatigen Praxisphase.

Das Polizeimuseum (Polismuseet) untersteht ebenfalls der Polismyndighet.

Nationellt forensiskt centrum (NFC)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationellt forensiskt centrum (NFC), bis 31. Dezember 2014: Statens kriminaltekniska laboratorium (SKL). Das Nationale Forensische Zentrum hat seit 1975 seinen Sitz in Linköping und ist mit etwa 285 Angestellten für kriminaltechnische Untersuchungen zuständig.[3]

Das Institut arbeitet an der Spurensicherung und der Analyse von Material aus Kriminalfällen. NFC hat Experten und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen (Chemiker, Biologen, Techniker), um Spuren an Objekten und Tatorten auszuwerten und zuzuordnen.

Das NFC besteht aus einem Leitungsorgan mit Administration und derzeit vier Abteilungen:

  1. biologische Abteilung
  2. Drogen- und Medikamenten-Analyse
  3. der chemisch-technischen Einheit
  4. der Dokumentation und Archivierung

Neben der Forensischen Analyse arbeitet das Institut auch in der Forschung und Ausbildung der Forensischen Wissenschaft.

Nationella Insatsstyrkan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationella Insatsstyrkan (‚Nationale Einsatzkräfte‘) sind die landesweit operierenden Spezialkräfte der Schwedischen Polizei. Die 1990 eingerichtete Einheit besteht aus 60 Mann und einem Stab erfahrener Polizisten im Hintergrund. In die Zuständigkeit der NI fallen vor allem Anti-Terror-Einsätze und die Bekämpfung der organisierten Kriminalität, sowie Geiselbefreiungen. Die Kräfte werden auch zur Intervention gegen bewaffnete Personen, bei verschärften Raubüberfällen, Aufklärung in unzugänglichem Gelände, bei den Vorbereitungen auf Staatsbesuche, Krisen-Verhandlungen bei Geiselnahmen und im Personenschutz eingesetzt.[4] Nationella Insatsstyrkan kooperieren in Ausbildung und Taktik mit dem Schwedischen Militär und der Schwedischen Spezial-Einsatzpolizei (SEKs in verschiedenen Teilen Schwedens).

Piketen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einsatzfahrzeug der Piketen Stockholm bei einer Demonstration von Nationalisten 2007 in Stockholm

Die Piketen sind die regional arbeitenden Mobilen Einsatzkommandos der Schwedischen Polizei. Die aus schnellen Teams der Bereitschaftspolizei entstanden Teams haben eine lange Tradition. Bereits 1887 wurde in Stockholm die erste Einheit der schnellen Bereitschaftspolizei aufgestellt. Die Piketen verfügten bereits 1939 über einen Packard, der mit einem Funkgerät ausgestattet war. Wegen seiner Ausrüstung war er damals das modernste Polizeiauto Europas.[5]

Säkerhetspolis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Säkerhetspolis Säpo (Sicherheitspolizei) ist der Inlands-Nachrichtendienst Schwedens und war bis 2014 dem Rikspolisstyrelsen unterstellt. Seit 2015 ist Säpo eine eigenständige Behörde. Hauptaufgabengebiete sind die Gegenspionage, der Verfassungsschutz, die Bekämpfung des Terrorismus und der Personenschutz (zum Beispiel der Königsfamilie und von Politikern).

Das Hauptquartier liegt in Stockholm. Die fünf regionalen Büros befinden sich in Göteborg, Luleå, Malmö, Uppsala und Örebro. Im Hauptquartier ist die Säpo in elf operative Einheiten unterteilt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Polizei (Schweden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_OeffentlicheSicherheit/2009/09_10/files/Schweden.pdf Angaben zur Mitarbeiterzahl schwanken je nach Quelle, wahrscheinlich auch politische Vorgaben, hier die kleinste gefundene Zahl genannt
  2. polisen.se: 21 självständiga polismyndigheter
  3. polisen.se: Nationellt Forensiskt Centrum (NFC) (englisch).
  4. polisen.se: Nationella insatsstyrkan (schwedisch)
  5. http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_OeffentlicheSicherheit/2011/01_02/files/SCHWEDEN.pdf