Primark

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Primark Stores Limited
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Rechtsform Limited
Gründung 1969
Sitz Dublin, Irland
Leitung Arthur Ryan, Chairman
Paul Marchant, CEO
Mitarbeiter 48.000 (2013)[1]
Umsatz 4,273 Mrd. GBP (2013)[1]
Branche Textilien
Website primark.ie

Primark ist ein Textil-Discounter mit Hauptsitz in Dublin in der Republik Irland. In Primark-Filialen, die in der Regel mehrere Tausend Quadratmeter Verkaufsfläche bieten, werden Textilien zu sehr niedrigen Preisen verkauft. Die größte Filiale befindet sich in Manchester, England mit einer Verkaufsfläche von 14.400m², die sich über drei Stockwerke erstrecken. In Deutschland ist Primark über die seit 2012 in Essen ansässige Primark Deutschland GmbH vertreten. Die größte Filiale mit rund 8.700 m² befindet sich in Hannover, hier allerdings über vier Etagen verteilt.

Das 1969 gegründete Unternehmen ist in vielen Ländern Europas aktiv und verfügt mittlerweile über 293 Filialen mit etwa 48.000 Mitarbeitern. In der Republik Irland firmieren alle Filialen unter dem Namen Penneys. Primark ist ein Tochterunternehmen des britischen Lebensmittelkonzerns Associated British Foods (ABF) und wird letzten Endes von der Weston-Familie über Wittington Investments kontrolliert.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Juni 1969 eröffnete das Unternehmen Associated British Foods (Penneys) seinen ersten Laden in der Dubliner Mary Street. Innerhalb eines Jahres wurden weitere Filialen im Großraum Dublin eröffnet, ehe 1971 die erste Filiale außerhalb Dublins in Cork City eröffnet wurde. Im Jahr 1974 erfolgten Eröffnungen der ersten britischen Geschäfte in Einkaufsstraßen in Derby und Bristol. 1984 fand mit dem Kauf fünf irischer Woolworth-Filialen die erste Mehrfachübernahme statt. Nachdem sich 1992 die Firma BHS (British Home Stores) aus Irland zurückgezogen hatte, wurde ein bedeutender Flagshipstore in der O’Connell Street in Dublin erworben. Als sich im Jahr 2000 die Firma C&A aus Großbritannien zurückzog, erwarb Primark elf der Filialen. Im Mai 2006 eröffnete Primark in Madrid die erste Filiale außerhalb von Irland und Großbritannien. Seit Ende 2008 ist Primark auch in den Niederlanden vertreten und 2009 folgte die erste Filiale in Deutschland. Ebenfalls 2009 wurden die ersten Filialen in Portugal und Belgien eröffnet. Die erste Filiale in Österreich folgte im September 2012 in Innsbruck. Zwei weitere Filialen befinden sich in Wien. Seit Dezember 2013 ist Primark auch in Frankreich vertreten.[2]

Land Filialen
DeutschlandDeutschland Deutschland 17
OsterreichÖsterreich Österreich 3
IrlandIrland Irland 37
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 170
SpanienSpanien Spanien 40
NiederlandeNiederlande Niederlande 12
PortugalPortugal Portugal 8
BelgienBelgien Belgien 2
FrankreichFrankreich Frankreich 5
Insgesamt 294
Stand: 28. März 2015[2]
Primark in Dortmund (Thier-Galerie)

Primark in Deutschland[Bearbeiten]

Primark ist in Deutschland in den Städten Frankfurt am Main (zweimal), Köln, Bremen, Gelsenkirchen, Dortmund, Düsseldorf, Hannover, Saarbrücken, Essen, Berlin (zweimal), Karlsruhe, Stuttgart, Dresden, Kaiserslautern, Braunschweig und Krefeld mit 18 Filialen vertreten. Eine weitere Filiale ist in Weiterstadt zum Sommer 2015 geplant[3]. Ein weiterer Ausbau ist geplant.[4] In fünf Geschäften gibt es einen Betriebsrat. Deutschlandweit beschäftigt Primark 6.300 Mitarbeiter. Die Niederlassungen in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Belgien werden von einem Lager in Mönchengladbach beliefert. Der Geschäftsführer von Primark in Deutschland ist seit 2010 Wolfgang Krogmann.[5] Sitz der Gesellschaft ist Essen.[6]

Kritik[Bearbeiten]

Hubertus Thiermeyer, Landesfachbereichsleiter Handel der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft in Bayern, richtet sich an die Käufer mit den Worten:

„Wer ein T-Shirt für zwei Euro kauft, muss wissen, dass jemand anderes den Preis dafür bezahlen muss.“

Hubertus Thiermeyer

Björn Weber (Leiter der Deutschland-Niederlassung des Handelsforschungsunternehmens Planet Retail) meint: „Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal.“ Die Näherinnen in Bangladesch müssen sieben Tage die Woche jeweils zwölf Stunden arbeiten.[7]

Verdeckte Öffentlichkeitsarbeit[Bearbeiten]

Im November 2011 fiel das Unternehmen in Deutschland mit einer PR-Aktion für Journalisten auf. Medienvertreter erhielten bei der Eröffnung der Primark-Filiale in Hannover neben diversen Fanartikeln und Informationsmaterialien auch einen als „Geschenkkarte“ bezeichneten Einkaufsgutschein über 50 Euro. Das NDR-Medienmagazin Zapp bezeichnete dieses als „Schmieren-PR“ und kritisierte fehlende Kontaktmöglichkeiten für kritische Nachfragen auf der Primark-Website.

Verbindung zum Gebäudeeinsturz in Sabhar[Bearbeiten]

Im Jahr 2013 kam es in Bangladesch zum Einsturz einer Textilfabrik in Sabhar mit 1127 Toten und 2438 Verletzten. Auch Primark hatte dort produzieren lassen. Als Konsequenz zahlte Primark 6,5 Millionen Euro Hilfen an die Familien der Opfer und überlebende Arbeiter und richtete einen Fonds über weitere 725.000 Euro zur langfristigen Unterstützung ein.[8] Die Kampagne für Saubere Kleidung, die UNI global union und IndustriALL veranschlagt 40 Millionen Dollar um allen Betroffenen Unterstützung gewähren zu können und prangert Zurückhaltung bei Unternehmen an. Im Ergebnis wurde das sogenannte Bangladesch-Abkommen unterzeichnet.[9]

Vermeintliche Hilferufe in Kleiderschildern[Bearbeiten]

Im Juni 2014 häuften sich die Meldungen, wonach eingenähte Zettel mit Hilferufen asiatischer Arbeitskräfte von Kunden entdeckt worden waren. Hierin beklagten die Arbeitskräfte unhaltbare Zustände bei der Herstellung der Bekleidung, bei der sie „gezwungen (werden), stundenlang bis zur Erschöpfung zu arbeiten“. Der Hersteller verwies auf den Umstand, dass das betroffene Kleidungsstück seit 2013 nicht mehr verkauft würde und man interne Untersuchungen anstrebe. Wenig später folgte die Veröffentlichung eines weiteren Etiketts mit entsprechenden Hilfeaufruf auf Twitter.[10] Ende Juni veröffentlichte Primark das Ergebnis einer Studie, wonach es sich mindestens bei zwei der bis dahin insgesamt drei gefundenen „Hilferufe“ um Fälschungen handelt.[11]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anette Dowideit, Flora Wisdorff: So funktioniert billig. Die Bekleidungskette Primark ist laut, angesagt, extrem preiswert – und auch bei uns sehr erfolgreich. Doch der Aufstieg des irischen Unternehmens hat eine Schattenseite. In: Welt am Sonntag, 25. Januar 2015, S. 34. Online

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Primark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Associated British Foods: Annual Report And Accounts 2013. abf.co.uk
  2. a b Unternehmensgeschichte von Primark
  3. Primark im Loop5, abgerufen am 12. Mai 2015
  4. Marc Theurer: Primark forciert die Expansion in Deutschland. faz.net, 5. November 2013, abgerufen am 5. November 2013
  5. Interview von Sebastian Peters mit Wolfgang Krogmann: „Primark prüft regelmäßig die Fabriken“. In: Rheinische Post, 11. Oktober 2014, S. B4. Online, abgerufen am 12. Oktober 2014.
  6. handelsregister-online.net
  7. Der Trick mit den Billig-T-Shirts aus Irland, Welt Online vom 4. August 2012
  8. Einsturz-Katastrophe Bangladesch: Die Konsequenzen der Bekleidungsfirmen. test.de, 23. April 2014
  9. Modehäuser wollen Bangladeschs Arbeiter besser schützen. süddeutsche.de, 16. Mai 2013
  10. Hilfeschreie in Kleidung gefunden, br.de, 26. Juni 2014
  11. Primark bezeichnet Hilferufe als Fälschungen, faz.net, 28. Juni 2014