Rüppurr

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Wappen der Stadt Karlsruhe
Wappen des Stadtteils Rüppurr
Rüppurr

Stadtteil der Stadt Karlsruhe
Lage von Rüppurr in Karlsruhe
Basisdaten
Geograph. Lage   48° 58′ N, 8° 24′ OKoordinaten: 48° 58′ N, 8° 24′ O
Höhe   118 m ü. NN
Fläche   7,0268 km²
Einwohner   10.505 (Stand 30. Juni 2014)
Bevölkerungsdichte   1.495 Einwohner je km²
Eingemeindet   1. Januar 1907
Postleitzahlen   76199
Vorwahl   0721
Verkehrsanbindung
Autobahn   A5 A8
Stadtbahn   S 1 S 11
Rüppurr beginnt links bei den Hochhäusern, dahinter die Gartenstadt; der alte Ortskern liegt rechts neben der Hauptstraße

Rüppurr ist ein Stadtteil im Süden von Karlsruhe mit rund 10.000 Einwohnern. Er bildet ein bauliches Bindeglied zur Nachbarstadt Ettlingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rüppurr wurde am 9. Februar 1103 in einer Urkunde des Klosters Hördt unter dem Namen Rietburi erstmals urkundlich erwähnt.[1] Ritter Herrmann von Spiegelberg überließ das von ihm gestiftete Kloster sowie seine Äcker in u. a. Rüppurr und Knielingen (Knodilingen) dem Bistum Speyer.[2]

Bei Rüppurr handelt es sich um eine badische Dorfgründung, welche auf den Kies-Ablagerungen des Kinzig-Murg-Flusses errichtet wurde. Zwischen dem Wasserschloss (Steinmetzzeichen an der Alten Meierei deuten auf das 16. Jahrhundert) und einem Dorfkern weiter südlich entstand ein Straßendorf. Neben der Landwirtschaft war die Natureisgewinnung für die Karlsruher Brauereien von Bedeutung.

Rüppurr ist Stammsitz des Adelsgeschlechts der Pfauen von Rüppurr, die auch bis 1584 hier residierten. Der Wormser Fürstbischof Reinhard von Rüppurr (1458–1533) stammte von hier und kehrte 1525 als Emeritus wieder zurück. Sein Herz ist in der Rüppurrer St.-Nikolaus-Kirche beigesetzt, wo sich ein entsprechendes Epitaph befindet.[3]

1907 wurde Rüppurr nach Karlsruhe eingemeindet. Im selben Jahr gründeten Hans Kampffmeyer, Friedrich Ostendorf, Friedrich Ettlinger und andere die Genossenschaft Gartenstadt Karlsruhe. Ab 1911 entstanden die ersten Häuser nahe dem heutigen Ostendorfplatz; Architekten wie Max Laeuger arbeiteten an der Planung mit.

Ab 1931 errichtete die evangelische Diakonissenanstalt das Diakonissenkrankenhaus Rüppurr, heute Krankenhaus der Zentralversorgung mit 464 Betten, 60 Plätzen für Geriatrische Rehabilitation und 1350 Mitarbeitern.

Etwa um 1960 vollzog sich ein Strukturwandel vom Dorf zu einem Vorstadt-Wohngebiet, wobei Alt-Rüppurr noch heute seinen dörflichen Charakter beibehalten hat. Heute gilt Rüppurr als gehobenes Wohnviertel in Karlsruhe, insbesondere das Märchenviertel (so genannt nach den Straßennamen).

Die Hochhäuser des Wohnstift Rüppurr und die markante Wohnanlage Rüppurrer Schloss am nördlichen Rand des Stadtteils tragen zwar Rüppurr im Namen, befinden sich allerdings bereits auf der Gemarkung Weiherfeld-Dammerstock.

Auf dem Friedhof Rüppurr liegen einige bekannte Persönlichkeiten, die in Karlsruhe und darüber hinaus gewirkt haben.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Rüppurr stammt von Riet-Burg = Burg im Sumpf, Das Haus im Ried (Moor). Bei den Einwohnern Rüppurrs ist mitunter noch die alternative Ortsbezeichnung „Rieberg“ gebräuchlich, beispielsweise im Namen des Stadtteilanzeigers Rieberger Bläddle.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der ruhigen Wohnlage hat Rüppurr eine sehr gute Verkehrsanbindung. Die Hauptstraße ist die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Herrenalber Straße, welche den Ort in den älteren westlichen und neueren östlichen Teil trennt und die Karlsruher Innenstadt mit Ettlingen verbindet. An ihrem Südende, auf der Gemarkungsgrenze zu Ettlingen, befindet sich die Autobahn-Anschlussstelle „Ettlingen - Bad Herrenalb - Karlsruhe Rüppurr“ der Bundesautobahn 5 und Bundesautobahn 8. An ihrem Nordende hat die Herrenalber Straße Anschluss zur Südtangente, welche die Karlsruher Hauptverkehrsader in Ost-West-Rüchtung darstellt.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1844 bis etwa 1910 gab es westlich des Ortes einen Bahnhof an der Badischen Hauptbahn. 1897 wurde die Albtalbahn am Ostrand des damaligen Ortes gebaut. Später breitete sich der Ort auch auf der östlichen Seite der Straßenbahnstrecke aus. Daher führt die Albtalbahn (heute Stadtbahnlinie S1/11 mit den Haltestellen Battstraße, Tulpenstraße, Ostendorfplatz und Rüppurrer Schloss) entlang der Herrenalber Straße heute durch die Ortsmitte. Mit der Bahn erreicht man in 5 Minuten den Karlsruher Hauptbahnhof und in 15 Minuten den Marktplatz im Karlsruher Stadtzentrum.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rüppurr besitzt drei Fußballvereine: FG Rüppurr, DJK Rüppurr, FSV Alemannia Rüppurr. Mit dem Post Südstadt Karlsruhe (PSK) und dem FC Südstern liegen zwei Vereine an der Grenze von Rüppurr, Dammerstock und der Südstadt. Daneben gibt es mit der Bürgergemeinschaft Rüppurr e. V. einen über 1000 Mitglieder zählenden Bürgerverein. Außerdem gibt es noch zwei Tennisvereine: Den TUS Rüppurr mit einer Tennisabteilung und den TC Rüppurr als reinen Tennisverein. Letztere präsentiert alljährlich die Stars der mittlerweile 1. Bundesliga. Zum Spielerinnen-Kader gehörte 2007 u. a. Anna-Lena Grönefeld. Der Musikverein Karlsruhe-Rüppurr bildet eine Spielgemeinschaft mit dem benachbarten Musikverein Ettlingen.

Der Ostendorfplatz, Zugang zur Gartenstadt

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Dach des Max-Planck-Gymnasiums befindet sich die 1957 errichtete Volkssternwarte Karlsruhe, die ein historisches Teleskop aus dem Jahre 1859 beherbergt. Die Volkssternwarte bietet regelmäßig öffentliche Himmelsbeobachtungen und astronomische Vorträge an. Vom Rüppurrer Schloss sind heute jedoch nur noch das Rote Haus, welches kürzlich erst renoviert wurde, und die alte Wassermühle an der Alb erhalten. Der Rest des ehemaligen Schlossgeländes wird als Parkplatzgelände für z. B. das Mostfest (Oktoberfest) genutzt.

Im Zentrum von Rüppurr befindet sich die 1907 im neobarocken Stil gebaute evangelische Auferstehungskirche. Im daran anschließenden Bereich liegt der Friedhof Rüppurr, der als Parkfriedhof angelegt ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lebrecht Mayer: Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr. Bühl 1910. Digitalisat bei GenWiki

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lexicon deutscher Stifter, Klöster und Ordenshäuser (1881), Otto Freiherr Grote
  2. Urkundliche Geschichte der ehemaligen Abteien und Klöster im jetzigen Rheinbayern, Franz Xaver Remling Seite 21
  3. PDF-Dokument zum Herzgrab in Rüppurr

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rüppurr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien