Grünwettersbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen der Stadt Karlsruhe
Wappen des Stadtteils Grünwettersbach
Grünwettersbach

Stadtteil der Stadt Karlsruhe
Lage von Grünwettersbach in Karlsruhe
Basisdaten
Geograph. Lage   48° 58′ N, 8° 28′ OKoordinaten: 48° 58′ N, 8° 28′ O
Höhe   211 m ü. NN
Fläche   6,0349 km²
Einwohner   4.034 (Stand 30. Juni 2014)
Bevölkerungsdichte   668 Einwohner je km²
Eingemeindet   1. Januar 1975
Postleitzahlen   76228
Vorwahl   0721
Verkehrsanbindung
Buslinien   27 47 118
Nachtverkehr   NL6
Hauptstraße mit Blick auf Kirchstaig und Alte Schule (Kirchstaig, Ecke Am Steinhäusle)

Grünwettersbach ist seit der Eingemeindung 1975 ein Stadtteil im Südosten von Karlsruhe (Baden). Zusammen mit Palmbach (weiter südöstlich gelegen) bildet Grünwettersbach die Verwaltungseinheit Wettersbach. Grünwettersbach gehört naturräumlich zum nördlichen Schwarzwald. Es ist über die Anschlussstelle Karlsbad von der Autobahn A8 zwischen Karlsruhe und Pforzheim erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde der Ort wahrscheinlich von den Mönchen des Klosters Herrenalb (Kreis Calw). Die Kirche wurde erstmals 1278 erwähnt.[1] Zu den ehemaligen Patronatsherren gehörten die Grafen von Vaihingen, deren Wappen der Ort bis zur Eingemeindung führte. Die Grafen Konrad V. von Vaihingen und sein Bruder Johann verkauften dem Deutschordensmeister Wolfram von Nellenburg „alle Güter zu ... Grünwettersbach samt dem Patronatsrecht und dem Zehnten“.[2]

Das Dorf tauchte in der Ortschronik unter dem Namen „Wedersbach“ oder „Weddersbach“ auf. Dieser Name bezieht sich auf den Bach, der durch den Ort fließt und einem „Weter“ oder „Withar“ gehört haben soll.

Das Kloster befand sich unter der Schutzherrschaft von Württemberg. Mit der Einführung der Reformation durch Ulrich von Württemberg wurde das Kloster um 1535 aufgelöst. Ulrich übernahm das Gebiet des Alb-Pfinz-Plateaus und besaß damit einen evangelischen und württembergischen Korridor durch das Gebiet der ehemaligen Markgrafschaft Baden. Deren Erben protestierten und einer von ihnen, Bernhard III., erreichte ein kaiserliches Mandat gegen die Besitzergreifung und erreichte, dass die Pfarrei wieder katholisch besetzt wurde. Ab 1549 folgten jedoch ausschließlich evangelische Pfarrer.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort um 1640 von kroatischen und schwedischen Truppen schwer in Mitleidenschaft gezogen und soll in jedem Jahr ebenso vollständig entvölkert gewesen sein, wie Mutschelbach. 1689 wurde es von den Truppen von General Ezéchiel de Mélac erneut geplündert und niedergebrannt. Spätestens 1697 wurde mit einer Schmiede das älteste noch erhaltene Gebäude des Ortes errichtet. Es befindet sich in der Hauptstraße 38 und enthält die Jahreszahl auf dem oberen Türbalken. Im Jahre 1701 wurden von Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg 28 Waldenserfamilien auf Grünwettersbacher Gemarkung angesiedelt. Auf 340 Morgen Land wurde der Grundstein zum Ort Palmbach gelegt.

Im Jahr 1806 kam der Ort über den Tausch- und Epurationsvertrag zum Großherzogtum Baden.

Das jetzige Rathaus von 1881 war früher der Sitz der Feuerwehr, der Polizei und des Gefängnisses. Heute ist die Verwaltung, das Einwohnermeldeamt, das Bauamt, das Amt für Bürger-Service und das Büro des Ortsvorstehers darin untergebracht. Grünwettersbach besitzt 70 Hektar Grünfläche.

Fernmeldeturm

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche
Biforien und Rundbogenfries des Kirchturms

Das älteste Bauwerk des Dorfes ist der romanische Kirchturm, der aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammt. Das Langhaus wurde 1781–82 erneuert. Im Zuge der Einführung der Reformation im Ort wurde die Kirche evangelisch.

Der Ort ist für den in weiten Teilen der Region sichtbaren 144 Meter hohen Fernmeldeturm Grünwettersbach bekannt. Der Turm ist ein Typenturm Typ „FMT 2“.

BW

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ASV Grünwettersbach spielt mit seiner Herrenmannschaft in der ersten TT-Bundesliga. Die Heimspiele werden im neuen Tischtenniszentrum ASV Grünwettersbach ausgetragen.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grünwettersbach ist sehr gut an das Netz des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) angeschlossen. Zur Hauptverkehrszeit besteht mit der Linie 47 eine Busverbindungen im 10-Minuten-Takt zum Zündhütle (Straßenbahnhaltestelle) oder zum Karlsruher Hauptbahnhof. Außerdem gibt es eine ähnlich gute Busverbindung nach Durlach. An Schultagen fährt zudem fünf Mal täglich ein Bus nach Langensteinbach zum dortigen Schulzentrum, der auch am Langensteinbacher Bahnhof hält.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Löffler: Ortschronik in: Festbuch der Freiwilligen Feuerwehr Grünwettersbach Zum 50jährigen Jubiläum 18. bis 25. Mai 1974

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günther Löffler: Evangelische Kirche Grünwettersbach, karlsruhe.de, abgerufen am 13. November 2012
  2. LABW, Staatsarchiv Ludwigsburg, JL 425 Bd 24 Qu. 46: Gefälle der DO-Pflege Vaihingen… in der Deutschen Digitalen Bibliothek
  3. Beschreibung der Buslinie 118 auf wettersbach-online.de. Abgerufen am 24. März 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wettersbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien