Waldstadt (Karlsruhe)

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Wappen der Stadt Karlsruhe
Wappen des Stadtteils Waldstadt
Waldstadt

Stadtteil der Stadt Karlsruhe
Lage von Waldstadt in Karlsruhe
Basisdaten
Geograph. Lage   49° 2′ N, 8° 26′ OKoordinaten: 49° 2′ N, 8° 26′ O
Fläche   10,3538 km²
Einwohner   12.417 (Stand 30. Juni 2014)
Bevölkerungsdichte   1.199 Einwohner je km²
Postleitzahlen   76139
Vorwahl   0721
Verkehrsanbindung
Straßenbahn   4
Buslinien   30 31 32
Nachtverkehr   NL4

Waldstadt ist ein Stadtteil von Karlsruhe. Er entstand ab 1957 als Wohnsiedlung im Hardtwald nördlich des Karlsruher Stadtzentrums. Heute wohnen rund 12.400 Menschen in der Waldstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ideengeber für den Stadtteil war der damalige Oberbürgermeister Günther Klotz, der angesichts der in der Nachkriegszeit herrschenden Wohnungsnot – in den 50er Jahren waren in Karlsruhe bis zu 12.000 Familien als wohnungssuchend registriert – nach neuen, kurzfristigen Lösungen für den Wohnungsbau suchte.

Der Stadtteil wurde zunächst im Volksmund als Arbeitslosenwald bezeichnet, da dort viele Erwerbslose wohnten[1]. 1963 waren bereits 8264 Einwohner in 2374 Wohneinheiten registriert. Neben großen Mietwohnungsblöcken entstanden auch zahlreiche Einfamilien- und Reihenhäuser, sodass sich eine gemischte Bevölkerung aus unterschiedlichen Einkommensgruppen ergab. Durch die Überalterung und den Tod vieler Eigentümer der Anfangszeit ergibt sich vor allem in den großen Wohnblocks ein Wechsel des Bewohnerniveaus.

In den 1970er Jahren wurde die Waldstadt im Osten durch das Baugebiet Feldlage ergänzt, mit der Ansiedlung der Europäischen Schule in Karlsruhe wurde die Waldstadt nochmals um die Europasiedlung erweitert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs hinkte die Infrastruktur dem Bau von Wohnhäusern hinterher. Inzwischen hat die Waldstadt eine gute Infrastruktur mit sieben Kindergärten, fünf Schulen, drei Kirchen, drei Studentenwohnheimen und zwei Altersheimen. Im kulturellen Bereich gibt es das Waldstadt Kammerorchester, den Waldstadtchor und das semiprofessionelle Theater Die Käuze. Gaststätten, Cafés oder Kneipen sind nahezu keine vorhanden. Auch Arbeitsplätze gibt es (bedingt durch das Fehlen von Gewerbegebieten) nur wenige. Dadurch ist die Waldstadt noch immer eine Trabantenstadt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Traugott-Bender-Sportpark werden zahlreiche Sportarten angeboten. Außerdem gibt es das Fächerbad im Süden der Waldstadt, ein Sport- und Freizeitbad.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Waldstadt ist mit der Straßenbahnlinie 4 an die Karlsruher Stadtmitte angebunden, die bis zum Hauptbahnhof umsteigefrei durchfährt. Die Waldstadt ist im Nordwesten über die Buslinie 30 erreichbar, die, genau wie die Linie 4, das Durlacher Tor mit der Europäischen Schule verbindet. Da die beiden Linien jeweils am Rand der Waldstadt verlaufen, sind die Gebäude in der Waldlage weit von den jeweiligen Haltestellen entfernt.

Der Autoverkehr für die Waldlage wird über die Theodor-Heuss-Allee abgewickelt, die im Westen der Waldstadt verläuft. Die Zufahrt zur Feldlage erfolgt über die Gustav-Heinemann-Allee im Osten. Durch dieses Konzept wird der Durchgangsverkehr in der Waldstadt minimiert, gleichzeitig ist aber eine Autofahrt von der Wald- in die Feldlage (wo auch das Versorgungszentrum ist) mit einem großen Umweg verbunden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literaturverzeichnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Patzer: Kleine Geschichte der Stadt Karlsruhe. Der Kleine Buch Verlag; 1. Auflage, 2004.