Rethen (Leine)

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Rethen
Stadt Laatzen
Wappen von Rethen
Koordinaten: 52° 17′ 10″ N, 9° 49′ 30″ O
Höhe: 60 (60–70) m ü. NHN
Fläche: 7,47 km²
Einwohner: 9231 (22. Aug. 2017)
Bevölkerungsdichte: 1.236 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30880
Vorwahl: 05102
Rethen (Niedersachsen)
Rethen

Lage von Rethen in Niedersachsen

Die Lage von Rethen in der Stadt Laatzen
Die Lage von Rethen in der Stadt Laatzen
St.-Petri-Kirche

Rethen (Leine) ist eine Ortschaft der Stadt Laatzen[1] in der Region Hannover.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich wahrscheinlich aus dem Mittelniederdeutschen her und bedeutet „Haus am Schilf (Reet)“ bzw. „Schilfheim“ („Ret“ = Schilf; „Hen“ = Heim).

Urkundlich erwähnt wurde Rethen erstmals 1250 als Filialgemeinde von Gleidingen. Die erste Kapelle des Bistums Hildesheim ist für 1448 belegt.

Im Jahre 1523 fiel Rethen mit dem Amt Koldingen an das Herzogtum Calenberg. 1592 wurde in Rethen eine Schule eingerichtet. Der Bau der Bahnlinie Hannover–Kassel (Inbetriebnahme 1853) brachte einen deutlichen Aufschwung, der sich ab dem 22. März 1899 durch die Aufnahme des Straßenbahnbetriebes von Hannover nach Hildesheim nochmals verstärkte. Die modernen Verkehrsmittel förderten dann mehrere Industrieansiedlungen, zum Beispiel 1876 die der Zuckerfabrik, die lange Zeit überregionale Bedeutung hielt.

Am 1. März 1974 wurde Rethen (Leine) in die Stadt Laatzen eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Rethen setzt sich aus fünf Ratsfrauen und sechs Ratsherren folgender Parteien zusammen:[3]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister/in[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsbürgermeisterin von Rethen ist Helga Büschking (SPD). Ihre Stellvertreterin ist Hannelore Flebbe (CDU).[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Rethen stammt von dem in Gadenstedt geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht, der schon die Wappen von Bantorf, Barrigsen, Egestorf und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Hannover entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde am 3. Januar 1957 durch den Niedersächsischen Minister des Innern erteilt.[4]

Wappen von Rethen (Leine)
Blasonierung: „Das Wappen trägt im roten Schild ein linksgerichtetes, silbernes Wellenband, darüber im oberen, rechten Teil eine silberne Rübe mit silbernem Blattwerk, im unteren, linken Teil ein goldenes Zahnrad.“[4]
Wappenbegründung: Als Grundlage für ein Gemeindewappen bot sich nur die unbefriedigende Deutung aus dem Ortsnamen. Einst ortsansässige Adelsgeschlechter sind früh ausgestorben, ihre Familienwappen sind nicht überliefert worden. Daher beschloss der Rat der Gemeinde, ein gegenwartsnahes Wappen zu wählen, das der Bedeutung der Gemeinde entspricht, die im Vorfelde der Landeshauptstadt gesunde bäuerliche Betriebe zählt und seit dem Anbau der Zuckerrübe in Niedersachsen eine Zuckerfabrik und auch andere Industriezweige beherbergt, die den Ortscharakter weitgehend bestimmen. Dementsprechend sind die Symbole des Wappens gewählt worden. Die die Gemarkung durchfließende und dem Ortsnamen den Unterscheidungszusatz gebende Leine erscheint als silbernes Wellenband, die Rübe als Symbol der Landschaft, das goldene Zahnrad weist auf die Industrie des Ortes hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rethen verfügt über eine Grundschule, drei Kindergärten (Park, Sehlwiese und Insel), ein Marktzentrum, ein Altenwohnheim, einen S-Bahnhof, sowie ein großes und ein kleines Gewerbegebiet.

In Randlage auf dem Galgenberg und am Ende der Peiner Straße befanden sich bis zum Jahr 2000 Kleingartenkolonien. Diese sind inzwischen durch große Neubaugebiete verdrängt worden. Rund um den alten Dorfkern dominieren heute moderne Vorstadtbauten.

Die Technische Informationsbibliothek/Universitätsbibliothek Hannover unterhält in Rethen ihr Außenmagazin.

Seit mehr als drei Jahrhunderten steht im Ortskern von Rethen eine Kirche, die mehrfach zerstört wurde. Die heutige Kirche existiert seit 1953, seit 1960 trägt sie den Namen St.-Petri-Kirche.

Bahnhof Rethen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1902 wurde in Rethen das Carbo Kohlensäurewerk Hannover gegründet.[5]

Der Haltepunkt Rethen an der Hannöverschen Südbahn wird stündlich von der S-Bahn Hannover bedient. Eine weitere Verbindung besteht durch Stadtbahnlinien der Üstra. Die weitere Erschließung übernehmen Buslinien.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rethen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Änderungssatzung. Auf: Internetseite der Stadt Laatzen. Abgerufen am 10. Oktober 2017, (PDF 218 KB).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 197.
  3. a b Bürgerinformationsportal – Ortsrat von Rethen. Auf: Internetseite der Stadt Laatzen, abgerufen am 18. August 2017.
  4. a b Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985.
  5. CARBO stellt sich vor: Unser Unternehmen. Auf: Internetseite des Carbo Kohlensäurewerkes, abgerufen am 10. Oktober 2017.