Rhenus

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Rhenus SE & Co. KG
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Rechtsform SE & Co. KG[1]
Gründung 1912
Sitz Holzwickede, Deutschland
Leitung Klemens Rethmann,
Vorstandsvorsitzender

Marco Schröter, Aufsichtsratsvorsitzender [2]

Mitarbeiter 28.000 (2016)[3]
Umsatz 4,8 Mrd. EUR (2016)[4]
Branche Waren- und Personenverkehr
Website www.rhenus.com

Die Rhenus SE & Co. KG mit Sitz in Holzwickede ist ein internationaler Logistikdienstleister. Das Unternehmen hatte 2016 einen Umsatz von 4,8 Mrd. Euro und beschäftigt weltweit über 28.000 Mitarbeiter an 580 Standorten; Gesellschafter ist die Rethmann-Gruppe.

Sattelauflieger von Rhenus für den Einsatz im Warenverkehr.

Firmengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rhenus im Nordhafen von Wilhelmshaven.

Gründung und Entwicklung bis 1998[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rhenus Transport GmbH wurde am 13. November 1912 als gemeinschaftliches Unternehmen der Badischen Actiengesellschaft für Rheinschifffahrt und Seetransport und der Rheinschiffahrts Actiengesellschaft gegründet. Der Name ist die lateinische Bezeichnung des Flusses Rhein. Der Sitz des Unternehmens war Frankfurt am Main. Es wurden Filialen in Mannheim, Mainz, Groß-Gerau, Antwerpen und Rotterdam errichtet. Der Geschäftszweck war die Rheinschifffahrt. Vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise schlossen sich 1929 die Badische Actiengesellschaft, die Rheinschiffahrts Actiengesellschaft, die Rhenus und weitere Unternehmen zu einer Interessengemeinschaft zusammen. 1934 erwarb die Hibernia Bergwerksgesellschaft, ein Tochterunternehmen der VEBA, die Mehrheit der Interessengemeinschaft.

Bei der Umstrukturierung der VEBA 1969 wurde die Rhenus von der Hugo Stinnes AG übernommen. Die Binnenschifffahrts-Aktivitäten wurden um Duisburg in der Fendel-Stinnes-Schifffahrt AG gebündelt. Die Rhenus Gesellschaft für Schifffahrt, Spedition und Lagerei wurde in die Rhenus AG mit Sitz in Mannheim umgewandelt.

Ein Hängerzug der Rhenus-WTAG auf der Bundesautobahn 61 (1981).

Eine weitere Umfirmierung erfolgte 1976 bei der Bildung einer Interessengemeinschaft von Rhenus AG, Fendel-Stinnes-Schifffahrt AG und Westfälischen Transport AG (WTAG). Die neue Gesellschaft hieß nun Rhenus-WTAG AG und hatte ihren Hauptsitz in Dortmund. Gleichzeitig wurde die Tochtergesellschaft CCS Combined Container Service GmbH & Co. KG gegründet. 1984 verschmolzen WTAG AG und Rhenus-WTAG AG zur Rhenus AG. Die Rhenus AG verfügte nun über 100 Standorte in Deutschland und weiteren 80 im Ausland.

1988 bildete Rhenus drei Betriebsführungs-Aktiengesellschaften: Die Rhenus Weichelt AG betrieb den Straßengüterverkehr, die Rhenus Lager und Umschlag AG übernahm die Bereiche Lagerei, Umschlag und Binnenschifffahrt und die Rhenus Transport International war für die internationale Spedition und Luftfracht zuständig. Im Zuge der Übernahme von Schenker durch Stinnes wurde 1991 die Rhenus Weichelt AG mit der Schenker Eurocargo AG fusioniert und die Aufgaben der Rhenus Transport International AG wurden durch die neu gegründete Schenker International AG übernommen. Die Rhenus Lager und Umschlag AG behielt ihren Geschäftsbereich und firmierte wieder unter Rhenus AG.

Rhenus stärkte ihre Logistiksparte 1993 durch den Bau eines Logistikzentrums mit 60.000 m² Lagerfläche in Berlin. Weitere Zentren folgten in Langgöns, Gießen, Mannheim, Stuttgart, Hannover und Prag. Zur Bündelung aller Logistikaktivitäten des Stinnes-Konzerns wurde 1996 die Schenker-Rhenus AG gebildet. In ihr wurden die drei 1991 gebildeten Geschäftsbereiche vereinigt. Im Vorfeld waren die Binnenschifffahrts-Aktivitäten aller Stinnes Tochterunternehmen in der RS PartnerShip gebündelt und zusammen mit der Midgard Deutsche Seeverkehrs-AG in die Rhenus-Gruppe integriert worden.

Entwicklung seit 1998[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Speichersilo von Rhenus am Basler Rheinhafen

Die Rhenus AG wurde 1998 von der Rethmann AG & Co. KG übernommen und trat seitdem als Komplettanbieter für logistische Dienstleistungen auf. Vorstandsvorsitzender wurde Dr. Hermann Niehues. In den Folgejahren erweiterte die Rhenus AG ihren Bestand an Logistikzentren in Europa und kaufte verschiedene Unternehmen der Logistikbranche.

Eine Straffung der Unternehmensstruktur wurde 2002 vorgenommen. Die Rhenus AG & Co. KG wurde zur Führungsgesellschaft mit mehreren Geschäftsfeldern:

2006 übernahm die Rhenus AG die INTERSPE Hamann Group (IHG) und verfügte damit über deren europäisches Landverkehrsnetz und weltweite Frachtdienstleistungen. Weitere europäische Warehouse-Standorte wurden hinzugewonnen. Rhenus war damit ein integrierter europäischer Logistikdienstleister; mit einem Umsatzplus in Deutschland von über 90 Prozent kletterte das Unternehmen in dem vom Fach- und Wirtschaftsmagazin „Logistik inside“ erstellten Ranking der „Top 50 Logistikdienstleister in Deutschland 2007“ von Rang 9 auf Platz 5.

Die Rhenus AG & Co. KG hatte zum 1. Juli 2007 die Transport Management International Holding B.V. (TMI) mit Sitz in Hoofddorp (Niederlande) gekauft. TMI ergänzte in der Sparte Freight Logistics das europäische Netz der Rhenus IHG, insbesondere in den Benelux-Staaten, und brachte weitere Contract Logistics-Standorte ein. Darüber hinaus führte das Management der TMI den Ausbau der internationalen Luft- und Seefracht-Geschäfte in der Rhenus-Gruppe durch.

TMI gehörte in den Niederlanden und Belgien mit 35 Standorten und den Unternehmen Road Air, Copex und Transmarcom zu den bedeutenden Logistikunternehmen und wuchs in den vergangenen Jahren auf rund 400 Millionen Euro Umsatz.

Am 11. Oktober 2007 übernahm die Rhenus PartnerShip GmbH & Co. KG mit Wirkung zum 1. Januar 2008 50 Prozent der Anteile an der Swintrans Bevrachting B.V., Zwijndrecht (Niederlande). Die Swintrans-Gruppe verfügte über ihren Gesellschafterkreis zu der Zeit über zehn moderne Koppelverbände, 16 weitere Koppelverbände waren in Auftrag gegeben bzw. in Bau. Die Übernahme stand noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung der zuständigen Wettbewerbsbehörden.

Die Rhenus-Gruppe übernahm zum Jahreswechsel 2007/2008 die Hamann International GmbH Spedition + Logistik mit Sitz in Hamburg. Hamann International war eine Spedition mit den Schwerpunkten internationale Landverkehre, See- und Luftfracht. Mit diesem Zusammenschluss erweiterte die Rhenus-Gruppe ihr internationales Freight-Logistics-Netz in Norddeutschland und verstärkte sich im Bereich der Land-, Luft- und Seetransporte.

Im September 2008 verstarb Dr. Hermann Niehues nach einem Unfall. Klemens Rethmann wurde neuer Vorstandsvorsitzender.

2010 erwarb Rhenus eine Mehrheitsbeteiligung an der Pro-Log-Gruppe, um das eigene Netzwerk in Asien zu verdichten. Rhenus und der Mierka Donauhafen Krems vereinbaren eine strategische Partnerschaft zum Ausbau der Donau-Aktivitäten. Die Thüringer Verlagsauslieferung (TVA) in Gotha wechselte von der Langenscheidt Verlagsgruppe in den Besitz der Rhenus Medien Logistik. Rhenus übernahm die Speditionen Weckerle GmbH Spedition + Logistik, IFS Inter Freight System Internationale Spedition GmbH und Grossmann Sea & Air logistics.

2011 unterzeichnete Rhenus einen Vertrag zur Übernahme der europäischen Aktivitäten der Wincanton-Gruppe und stärkte mit dem Kauf ihre Aufstellung in der Kontraktlogistik und bei multimodalen Transporten. Im Hafen Rotterdam erwarb das Unternehmen einen 20 ha großen Tiefsee-Terminal. In Traben-Trarbach kaufte Rhenus die Spedition Wilh. Schon GmbH & Co. KG. Die restlichen Anteile der Rhenus eonova gingen in den Besitz der Rhenus-Gruppe über. In Weil am Rhein, Barcelona und Hörselgau weihte Rhenus neue Logistikzentren ein.

2012 feierte die Rhenus weltweit ihren 100. Geburtstag mit Mitarbeiterfesten an den Standorten.

2014 übernahm Rhenus die Lagerlogistik des Automobilherstellers BMW im Werk Regensburg-Neutraubling sowie die Mehrheit am Schweizer Güterverkehrsunternehmen Crossrail AG.[5] Im gleichen Jahr wurde der Rheinhafen Rheinfelden saniert.

Am 17. Juni 2015 erwarb die Rhenus-Gruppe 50 Prozent der Anteile an der LTE Logistik- und Transport-GmbH von dem bisherigen Alleingesellschafter Graz-Köflacher Bahn. Dieses Eisenbahnverkehrsunternehmen wird dem Geschäftsfeld Rhenus Rail zugeordnet.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rhenus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsgericht Hamm HRA 2448
  2. DVZ - Deutsche Logistik-Zeitung http://www.dvz.de/index.php?id=329&uid=4704 16. September 2008
  3. Rhenus AG & Co. KG: http://www.de.rhenus.com/startseite.html# 16. April 2013
  4. Rhenus AG & Co. KG: http://www.de.rhenus.com/ueber-uns/infocenter/pressebereich/pressemeldungen/details/article/kontinuitaet-und-erneuerung.html# 30. September 2014
  5. Rhenus invests in railway traction and acquires a holding in Crossrail AG. Rhenus SE & Co. KG, 22. Dezember 2014, abgerufen am 27. Dezember 2014 (PDF, engl).
  6. Rhenus-Gruppe verstärkt Geschäftsfeld Rail mit LTE- Anteilen. 2. Juli 2015, abgerufen am 13. Juli 2015.

Koordinaten: 51° 30′ 49,8″ N, 7° 36′ 46,5″ O