Südstormarnsche Kreisbahn

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Südstormarnsche Kreisbahn
Streckennummer: 9125
Kursbuchstrecke: 110b (1944)
Streckenlänge: 33,7 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: CE
Maximale Neigung: 17 
Minimaler Radius: 180 m
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Zweigleisigkeit: nein
   
von Schwarzenbek
   
0,0 Trittau
   
nach Bad Oldesloe
   
2,0 Grönwohld
   
4,5 Lütjensee Klbf
   
6,7 Hoisdorf
   
9,0 Siek
   
11,8 Papendorf
   
14,1 Langelohe
   
16,1 Stellau
   
18,6 Willinghusen-Stemwarde
   
Bundeswehrdepot Glinde
   
Kurbelwellenwerk Hamburg (KuHa),
Strecke – geradeaus
heute (2008) Koops Recycling
Bahnhof ohne Personenverkehr
22,0 Glinde
   
24,0 Domhorst
Bahnhof ohne Personenverkehr
26,1 Boberg-Havighorst
   
28,6 Billstedt-Ost ehem. Kirchsteinbek
Bahnhof ohne Personenverkehr
30,0 Billstedt ehem. Schiffbek-Kirchsteinbek
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Billwerder Industriebahn
   
31,2 Billbrook ehem. Billwerder
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Berlin
Bahnhof, Station
33,7 Tiefstack
Strecke – geradeaus
nach Hamburg Hbf

Die Südstormarnsche Kreisbahn war eine Kleinbahn im südlichen Teil des schleswig-holsteinischen Kreises Stormarn und im östlichen Hamburg.

Der noch in Betrieb befindliche Abschnitt der im Zugleitbetrieb betriebenen Nebenbahn von Tiefstack aus wird bis zur Trapeztafel in Kilometer 4,798 von der AKN Eisenbahn betrieben, der restliche Abschnitt über die Landesgrenze Hamburg/Schleswig-Holstein bei Kilometer 8,343 bis zum Streckenende in Kilometer 12,370 von der BMHD Braaker Mühle Handels- und Dienstleistungsgesellschaft mbH, die jedoch die AKN mit der Betriebsführung beauftragt hat. Im Bahnhof Glinde existiert ein Anschluss der PAB Koops (Kieswerk Glinde Schweder GmbH & Co. KG).

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 33,7 km lange, eingleisige, nicht elektrifizierte Strecke führt vom Bahnhof Billbrook der Billwerder Industriebahn über Billstedt nach Glinde und führte weiter über Siek zum Bahnhof Trittau an der Staatsbahnstrecke Bad Oldesloe – Trittau – Schwarzenbek. Zwischen Billstedt und Havighorst überwindet die Strecke den Aufstieg vom Tal der Bille zum Geesthang nördlich der Elbe. Dieser Abschnitt ist eine der steilsten Eisenbahnstrecken Norddeutschlands.

In Billbrook bestand Anschluss an die Hamburger Marschbahn sowie durchgehender Personenverkehr über Billbrook hinaus zum Bahnhof Tiefstack an der Strecke Hamburg–Bergedorf der heutigen Hamburger S-Bahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke wurde am 17. Dezember 1907 eröffnet. Die Bahn befand sich im Eigentum des Kreises Stormarn.

Während sich der Personenverkehr besonders am Wochenende zufriedenstellend entwickelte, war das Güteraufkommen auf der Strecke von Anfang an mäßig. Größere Transportleistungen im Güterverkehr waren während der jährlichen Rübenkampagne sowie beim Bau der Autobahn Hamburg–Lübeck, der späteren A 1, zu verzeichnen.

Die Bahngesellschaft versuchte, den Betrieb zu rationalisieren. So wurden beispielsweise 1924/25 zwei Triebwagen von Linke-Hofmann-Lauchhammer und AEG angeschafft. Trotzdem wurde bereits in den 1930er Jahren eine Stilllegung diskutiert und 1933 vom Kreistag auch beschlossen. Die Ansiedlung von Rüstungsbetrieben konnte die Stilllegung aber zunächst abwenden.

Seit 1928 firmierte die Betreibergesellschaft der Südstormarnschen Kreisbahn als Verkehrsbetriebe des Kreises Stormarn und bot einen parallelen Omnibusverkehr vom Hamburger Hauptbahnhof nach Trittau an.

Der Personenverkehr wurde am 15. März 1952 auf der gesamten Strecke eingestellt. Zwischen Glinde und Trittau wurden die Gleisanlagen in den folgenden Jahren abgebaut; auf der Trasse befindet sich heute ein Radwanderweg. Der Abschnitt von Billbrook nach Glinde mit dem Anschluss zum dortigen Heereszeugamt und Industriegebiet blieb für den Güterverkehr erhalten. Ebenso bestehen die meisten Bahnhofsgebäude im gesamten Streckenverlauf noch heute.

Die Verkehrsbetriebe des Kreises Stormarn wurden am 1. September 1953 von der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn (BGE) übernommen. Aus diesem Unternehmen entstand am 7. April 1954 die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG (VHH).[1] Die Bahnanlagen und Betriebsführung auf den verbleibenden Eisenbahnstrecken übernahm mit Beginn des Jahres 1956 die Eisenbahngesellschaft Altona-Kaltenkirchen-Neumünster (AKN), die dort bis heute Güterverkehr betreibt.

Am 18. Oktober 2005 hatte die AKN im Bundesanzeiger die Strecke zur Stilllegung ausgeschrieben. Auf diese Ausschreibung gab es vier Bewerbungen. Am 20. Juli 2006 hatte die AKN diese Ausschreibung beendet und mitgeteilt, die Strecke in eigener Verantwortung weiter zu betreiben. Somit war zunächst ein Rückbau abgewendet. Allerdings gibt es Bewegungen in Glinde, denen die Reststrecke ein Dorn im Auge ist. Die politischen Parteien schätzen den Wert der Strecke unterschiedlich ein. Während sich die CDU eher für den Abbau ausspricht, hat die SPD sich in ihrem Parteiprogramm zunächst für den Erhalt, verbunden mit Machbarkeitsuntersuchungen für eine Nutzung und Anbindung an das Hamburger U-Bahn-Netz ausgesprochen. Auch der inzwischen erfolgte Abbau der Gleise im ehemaligen Depotgelände wird von der SPD wohl eher kritisch bewertet.

Am 17. Dezember 2007 hatte der Förderverein Südstormarnsche Kreisbahn zu einer Feierstunde zum 100-jährigen Jubiläum der Kreisbahn eingeladen. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums zeigte das Kreisarchiv in Bad Oldesloe eine Archivausstellung.

Die Sonderfahrten am 21./22. Juni 2008 auf dem Reststück der Strecke zeigten durch die Bürgerbeteiligung das große Interesse an der Bahn. Auch kritische Stimmen am geplanten Abriss wurden laut.

Bilder von der Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Teil 1 Schleswig-Holstein/Hamburg. Zeunert, Gifhorn 1972, ISBN 3-921237-14-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manfred Schwanke: 60 Jahre Busbetrieb bei der VHH. In: Hamburger Nahverkehrs-Nachrichten, 33. Jg. Heft 2, S. 3/4, Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn e.V. (VVM), Hamburg 1986