Lütjensee

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lütjensee
Lütjensee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lütjensee hervorgehoben
Koordinaten: 53° 39′ N, 10° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Stormarn
Amt: Trittau
Höhe: 53 m ü. NHN
Fläche: 14,05 km2
Einwohner: 3433 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 244 Einwohner je km2
Postleitzahl: 22952
Vorwahlen: 04154, 04534
Kfz-Kennzeichen: OD
Gemeindeschlüssel: 01 0 62 045
Adresse der Amtsverwaltung: Europaplatz 5
22946 Trittau
Webpräsenz: www.luetjensee.de
Bürgermeisterin: Ulrike Stentzler (CDU)
Lage der Gemeinde Lütjensee im Kreis Stormarn
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Über dieses Bild

Lütjensee (niederdeutsch Lüttensee) ist eine Gemeinde im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein. Zu Lütjensee gehören die Ortsteile Dwerkaten und Bollmoor.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Lütjensee wird als Stormarnsche Schweiz bzw. Stormarner Schweiz bezeichnet. Im welligen und waldreichen Gelände liegen drei Seen, der Lütjensee, der Großensee und der Mönchteich, weshalb Lütjensee auch als „Drei-Seen-Gemeinde“ bezeichnet wird. Unter Naturschutz steht das Moorgebiet Kranika.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1248 wurde Lütjensee erstmals urkundlich erwähnt. Als Gründer des Ortes gilt die adelige Familie Hamme. Laut einer Stiftungsurkunde der alten Lütjenseer Kirche entriss der Laie Tymmo von Hamme wendischen Siedlern den Ort. Die heutige Lütjenseer „Tymmokirche“ ist nach ihm benannt.

Zum Amt Lütjensee gehörten zunächst nur Grönwohld und Hoisdorf, 1929 kam dann Großensee hinzu. Bis in die 1970er Jahre hatte das Amt Lütjensee Bestand. Im Zuge der Verwaltungsreform, die man damals durchführte, wurde es dann jedoch aufgelöst. Obwohl sich die Lütjenseer gerichtlich dagegen zur Wehr setzten, wurden die Gemeinden des Amtes Lütjensee 1972 dem neuen Amt Trittau zugeschlagen. Ab der Einweihung der Südstormarnschen Kreisbahn im Jahr 1907 wurde Lütjensee ein beliebter Luftkurort für Touristen und Tagesgäste.[2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelisch lutherische Kirchengemeinde Lütjensee wurde im November 1953 gegründet, indem die Orte Grönwohld, Großensee und Lütjensee aus der Kirchengemeinde Trittau herausgelöst wurden.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den siebzehn Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2018 zwölf Sitze und die SPD fünf.[4] Bürgermeisterin ist Ulrike Stentzler (CDU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Blau und Rot durch einen silbernen Wellenbalken geteilt. Oben eine goldene Glocke, begleitet links oben von einem goldenen Schildchen mit einer blauen fünfblättrigen Blüte. Unten zwei silberne achtspeichige Wagenräder.“[5]

Die Glocke erinnert an die im 13. Jahrhundert gestiftete Kirche, der Schild mit der fünfblättrigen Blüte an das Familienwappen von Tymmo von Hamme.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Lütjensee stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Im Jahre 1956 wurde der Bau des 33 m hohen Kirchturms mit drei Glocken abgeschlossen. Der Bau der Tymmo-Kirche begann im Januar 1961, die Kirchenweihe fand am 3. Dezember statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lütjensee hat sich vom Bauerndorf zu einem Gewerbestandort und Erholungsort gewandelt.

Von 1887 bis 1976 war Lütjensee (Dwerkaten) Bahnstation an der Bahnstrecke Schwarzenbek–Bad Oldesloe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Februar 2018 wurde in Lütjensee ein Wolf gesichtet in Höhe des Restaurants Fischerklause direkt am gleichnamigen See des Dorfes. Es wird spekuliert, dass das Tier aus Mecklenburg-Vorpommern stammen und auf der Suche nach einem eigenen Revier oder Fortpflanzungspartner weiter in den Westen gewandert sein soll. Diese Sichtung lässt sich in weitere ähnliche Vorfälle einreihen. Bislang gibt es jedoch keine Bestätigung von einem sesshaften Wolfsrudel in Schleswig-Holstein[6][7].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lütjensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2016 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Lütjensee – eine Chronik. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  3. Kirchspielgeschichte. Kirchengemeinde Trittau, abgerufen am 18. Februar 2018.
  4. Bekanntmachung des Gemeindewahlergebnisses. Amt Trittau, 16. Mai 2018, abgerufen am 7. Juli 2018.
  5. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  6. Hans Bewersdorff: Spektakuläre Sichtungen: Der Wolf am Lütjensee. BILD, 26. Februar 2018, abgerufen am 1. März 2018.
  7. Wilder Wolf fühlt sich offenbar wohl am Lütjensee. Hamburger Abendblatt, 1. März 2018, abgerufen am 2. März 2018.