Sankt Magdalena am Lemberg (Gemeinde Buch-St. Magdalena)

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Sankt Magdalena am Lemberg (Ehemalige Gemeinde)
Historisches Wappen von Sankt Magdalena am Lemberg
Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Wappen
Sankt Magdalena am Lemberg (Gemeinde Buch-St. Magdalena) (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (HF), Steiermark
Gerichtsbezirk Fürstenfeld
f5
Koordinaten 47° 13′ 26″ N, 16° 1′ 41″ OKoordinaten: 47° 13′ 26″ N, 16° 1′ 41″ O
Höhe 430 m ü. A.
Einwohner der stat. Einh. 727 (1. Jänner 2019[1])
Gebäudestand 382 (2001f1)
Fläche 1.168,94 ha (2018)dep1
Postleitzahl 8274 Buch, 8294 Unterrohr
Vorwahl +43/3332 (Hartberg)
Statistische Kennzeichnung
Gemeindekennziffer 60734
Zählsprengel/ -bezirk St.Magdalena am Lemberg, Hopfau (60734 000, 001)
ehemalige Gemeinde 1849–2012, hieß anfangs Lemberg und ist seit 2013 Teil von Buch-St. Magdalena

KG: 64117 Hopfau, 64121 Längenbach, 64124 Lemberg, 64158 Weinberg
OS: 15194 Hopfau, 15195 Längenbach, 15196 Lemberg, 15197 Mitterndorf, 15198 Weinberg
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Ehemalige Gemeinde

BW

Sankt Magdalena am Lemberg war bis 31. Dezember 2012 eine eigenständige politische Gemeinde im Gerichtsbezirk Fürstenfeld bzw. im Bezirk Hartberg in der Steiermark (Österreich). Sankt Magdalena am Lemberg fusionierte per 1. Jänner 2013 mit der Gemeinde Buch-Geiseldorf. Der Name der neuen Gemeinde ist Buch-St. Magdalena.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Magdalena

Sankt Magdalena am Lemberg liegt im Thermenland des oststeirischen Hügellandes etwa acht Kilometer südöstlich der Bezirkshauptstadt Hartberg und etwa 45 km östlich der Landeshauptstadt Graz. Die ehemalige Gemeinde liegt zwischen der Hartberger Safen und der Lafnitz, wobei nur die Hartberger Safen das Gemeindegebiet tangiert. Sie wird aber durch deren Zuflüsse entwässert, östlich erstreckt sich zum Lafnitztal hin ein ausgedehntes Waldgebiet.

Ehemalige Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bestand aus fünf Ortschaften bzw. vier Katastralgemeinden:

Ehemalige Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartberg (ab 1968)
Hopfau (bis 1968)
Sankt Johann in der Haide (ab 1968) Rohr bei Hartberg
Buch (bis 1953)

Buch-Geiseldorf (ab 1953)
Geiseldorf (bis 1953)

Nachbargemeinden Wörth an der Lafnitz
Sebersdorf Limbach bei Neudau
Bei der Gemeindereform in der Steiermark 1968 kam Hopfau zu St. Magdalena. Die an Hopfau nordwestlich grenzenden Gemeinden Schölbing und Safenau kamen gleichzeitig zu St. Johann respektive Hartberg, sodass St. Magdalena nie an diese grenzte.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Magdalena und Lemberg sind um die bedeutende Kirche herum entstanden. Schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es eine Schule. 1788 Lokalie, wurde 1892 die Pfarre Sankt Magdalena eingerichtet.

Mit der Schaffung der Ortsgemeinden nach 1848/49 wurde eine Gemeinde eingerichtet, die anfangs den Namen Lemberg,[3][4] dann aber bald Sankt Magdalena am Lemberg bekam. Hauptort war aber immer das schon seinerzeit größere Lemberg.

Am 1. Jänner 1959 wurde die selbständige Gemeinde Weinberg mit Sankt Magdalena am Lemberg vereinigt, bei der Gemeindereform in der Steiermark 1968 kam per 1. Jänner 1969 die Gemeinde Hopfau zu Sankt Magdalena am Lemberg.[2]

Am 1. Jänner 2013 wurde Sankt Magdalena am Lemberg anlässlich der Gemeindestrukturreform 2010–2015 mit Buch-Geiseldorf zur (steiermarkweit ersten) neu geschaffenen Gemeinde Buch-St. Magdalena vereinigt.[5]

Bevölkerungsentwicklung der ehemaligen Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1869: 1305
  • 1880: 1312
  • 1890: 1274
  • 1900: 1299
  • 1910: 1293
  • 1923: 1246
  • 1934: 1185
  • 1939: 1098
  • 1951: 1090
  • 1961: 1025
  • 1971: 1105
  • 1981: 1081
  • 1991: 1099
  • 2001: 1141

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten folgende Ergebnisse:

Partei 2005 2000 1995 1990
Stimmen % Mandate St. % M. St. % M. St. % M.
ÖVP 610 74 11 546 69 11 501 64 10 527 68 11
SPÖ 216 26 4 189 24 3 213 27 4 203 26 4
FPÖ nicht kandidiert 60 8 1 65 8 1 43 6 -
Wahlbeteiligung 88 % 92 % 93 % 95 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister war Gerhard Gschiel (ÖVP), Vizebürgermeister war Karl Raser (ÖVP).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Sankt Magdalena am Lemberg COA.jpg

Wappenbeschreibung: „Ein silbernes Salbgefäß im roten Schild mit silbernem Innenbord, der mit grünen Kleeblättern belegt ist.“ Das Salbgefäß ist das Attribut der hl. Maria Magdalena, der Kirchen- und Namenspatronin. Die Kleeblätter stehen für den hl. irischen Missionar Patrizius, der hierorts ebenfalls verehrt wird.[6]

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Mai 1988.[7] Mit der Gemeindevereinigung wurde es hinfällig, das neue Wappen der Fusionsgemeinde wurde so gestaltet, dass Elemente aus dem alten Wappen enthalten sind.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Magdalena am Lemberg liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen. Die Süd Autobahn A 2, hier in der Gegend 1983–89 erbaut, verläuft zwar nahe dem Ortsteil Hopfau durch das alte Gemeindegebiet, hat in diesem Bereich aber keine Anschlussstelle. Die nächstgelegene Anschlussstelle ist Sebersdorf/Bad Waltersdorf (126) in ca. 6 km Entfernung. Die Wechsel Straße B 54 von Hartberg nach Gleisdorf ist ca. 8 km entfernt.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1891 erbaute Thermenbahn verläuft durch das Gemeindegebiet, hat hier aber keinen Haltepunkt. Da die Haltepunkte Buch und Geiseldorf aufgelassen wurden, befand sich der nächstgelegene Bahnhof in Sebersdorf in ca. 5 km Entfernung. Seinerzeit bot er zweistündliche Regionalzug-Verbindungen nach Hartberg und Fehring. In den späten 2000er Jahren wurde die Linie in den Verkehrsverbund Steiermark integriert, Buch als Haltestelle Buch-Geiselsdorf wieder in Betrieb genommen, die S3 verkehrte wieder häufiger.

Ortspartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht der Kirche

Das Heimatmuseum wurde in einem alten Bauernhof untergebracht.[9]

Die Rotte „Sankt Magdalena am Lemberg“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Magdalena am Lemberg (Rotte)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (HF), Steiermark
Gerichtsbezirk Fürstenfeld
Pol. Gemeinde Buch-St. Magdalena  (KG Lemberg)
Ortschaft Lemberg
Koordinaten 47° 13′ 26″ N, 16° 1′ 41″ O
Höhe 454 m ü. A.
Gebäudestand ca. 12 f2
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk St.Magdalena am Lemberg (62205 002)
danach benannte ehemalige Gemeinde 1849/50–2012
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk
Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Nebenbox
f0
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BW

Sankt Magdalena am Lemberg (alt auch St. Magdalena bei Hartberg) ist eine kleine Rotte der Gemeinde Buch-St. Magdalena. Sie umfasst circa zwölf Häuser und liegt auf um die 455 m ü. A. am Lemberg, einem Abschnitt des Riedls, der die Talung der Hartberger Safen vom Lafnitztal trennt. Mit Lemberg südöstlich unterhalb wie auch Grubberg auf der anderen Seite des Riedls ist St. Magdalena heute weitgehend verwachsen.

Nachbarorte
Burgstall Weinberg
Grubberg Nachbargemeinden Mitterndorf
Voitmann (Gem. Sebersdorf) Lemberg

Geschichte, Infrastruktur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Kirche gab es hier schon um 1570.[10]

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hat hier ein Eremit vermutlich unterrichtet. Die daraus entstandene Schule gibt es bis heute, die Volksschule St. Magdalena am Lemberg.[11] Sie hat einen herausragenden Schulchor, für den die Schule 2013 die Auszeichnung Meistersinger bekam.[12]

1785 wurde St. Magdalena als Lokalie (Lokalkaplanei, mit ständigem Kaplan) der Pfarre Hartberg und unter dem Patronat des Religionsfonds eingerichtet,[13] und in den Jahren 1787–1788 die heutige Magdalenenkirche erbaut,[14][10]

Der Ort ist um die seinerzeit an Gütern relativ gut ausgestattete Kirche herum entstanden.[15][16]

Mit der Schaffung der Ortsgemeinden nach 1848/49 wurde eine Gemeinde eingerichtet, die anfangs den Namen Lemberg[17][18], dann aber bald Sankt Magdalena am Lemberg bekam. Hauptort war aber immer das schon seinerzeit größere Lemberg.

1856 soll hier ein größerer Meteor niedergegangen sein.[19]
1892 wurde die Pfarre eingerichtet.[10]

Von der aufgelassenen Bahnhaltestelle Buch-Geiselberg führt ein Wanderweg über den Burgstall herauf.[20]

Außerdem gibt es im steirischen Landes-Radwegenetz den etwa 16 km langen St.-Magdalena-Radweg R36.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der ehemaligen Gemeinde:

  • Ludwig Hirsch (* 1946 in Weinberg, † 2011 in Wien) Liedermacher und Schauspieler

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Buch-Geiseldorf, Gemeinde St. Magdalena am Lemberg (Hrsg.): Informationen, Fragen und Antworten zur Gemeindevereinigung Buch-St. Magdalena. Informationsblatt, 2012 (pdf, st-magdalena-lemberg.steiermark.at, abgerufen 5/2013).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sankt Magdalena am Lemberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. a b § 5 Gesetz vom 3. Dezember 1968 über Gebietsänderungen von Gemeinden. Stf.: LGBl. Nr. 164/1968, EZ 556 Blg.Nr. 76 VI. GPStLT (rtf, ris.bka).
  3. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850, XXI. Stück, Nr. 378: Erlass des Statthalters vom 20. September 1850, womit die nach dem provisorischen Gesetze vom 17. März 1849 errichteten neuen Ortsgemeinden mit ihrer Zutheilung in die politischen Gerichts- und Steueramts-Bezirke in dem Kronlande Steiermark bekannt gemacht werden.
  4. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850 (Beilage Kreis Gratz)
  5. Stmk. Landesgesetzblatt Nr. 106/2012 (pdf, ris.bka).
  6. Wappen der Gemeinde St. Magdalena am Lemberg, ehemalige Gemeindewebseite st-magdalena-lemberg.steiermark.at, abgerufen 8. Mai 2013
  7. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 39, 1989, S. 39.
  8. Angabe nach Informationen, Fragen und Antworten zur Gemeindevereinigung Buch-St. Magdalena, Frage Was passiert mit den bisherigen Wappen der Gemeinden?, S. 3
  9. Fotogalerie, st-magdalena-lemberg.steiermark.at
  10. a b c Pfarre St. Magdalena bei Hartberg, Diözese Graz-Seckau, katholische-kirche-steiermark.at
  11. VS St. Magdalena am Lemberg
  12. Schulchor der VS St. Magdalena am Lemberg, meistersinger.info
  13. zeitgenössisch:
    Aquilin Julius Caesar: Staat- und Kirchengeschichte des Herzogthum Steyermarks: Von der Regierung der Oesterreich-Babenbergischen bis auf die Oesterreich-Habspurgische Landesfürsten im Steyermark, Band 4, Verlag Weingand und Ferstl, 1786, S. 197 (Google eBook, vollständige Ansicht).
    Hartberg. In: Karl Schmutz: Historisch-topographisches Lexicon von Steyermark, Band 2 H–M, Verlag Kienreich, 1822, S. 23 (Google eBook, vollständige Ansicht).
    Sanct Magdalena am Lehmberge. In: Franz Raffelsperger: Allgemeines geographisch-statistisches Lexikon aller österreichischen Staaten: nach amtlichen Quellen, den besten vaterländischen Hilfswerken und Original-Manuscripten, von einer Gesellschaft [von] Geographen, Postmännern und Staatsbeamten, Band 5, Typogeographische Kunstanstalt, 1848, S. 563, Sp. 2 (Google eBook, vollständige Ansicht).
  14. Rochus Kohlbach: Steirische Bildhauer vom Römerstein zum Rokoko. Grazer Domverlag, 1956, S. 40 (dort als St. Magdalena in Lamberg, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  15. Georg Wally: Die Ebenen des Murthales in Untersteiermark. In: Steiermärkisches Landesmuseum Joanneum: Steiermärkische Zeitschrift. Im Verlage der Direction des Lesevereins am Joanneum, 1838, Kapitel XVI. Jahrhundert, S. 49/50, Fußnote 2) (Google eBook, vollständige Ansicht).
  16. Das Zentrum des Dorfes entwickelt sich!, ehemalige Gemeindewebseite st-magdalena-lemberg.steiermark.at > Unsere Gemeinde > Geschichte
  17. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850, XXI. Stück, Nr. 378: Erlass des Statthalters vom 20. September 1850, womit die nach dem provisorischen Gesetze vom 17. März 1849 errichteten neuen Ortsgemeinden mit ihrer Zutheilung in die politischen Gerichts- und Steueramts-Bezirke in dem Kronlande Steiermark bekannt gemacht werden.
  18. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850 (Beilage Kreis Gratz)
  19. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse: Sitzungsberichte, Bände 457–459, in Commission bei Rudolf M. Rohrer, 1985, S. 216 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  20. Günther Auferbauer, Luise Auferbauer: Ost-Steiermark: vom Joglland ins Thermenland und Vulkanland. 50 ausgewählte Wanderungen. Rother Wanderführer. Bergverlag Rother, 2007, ISBN 978-3-7633-4312-6. Nr. 18. Nach St. Magdalena am Lemberg, 454 m – aus dem Tal der Hartberger Safen in die Obstplantagen, S. 60 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).