Schloss Birlinghoven

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Schloss Birlinghoven (2014)
Schloss Birlinghoven (2013)

Das Schloss Birlinghoven ist eine schlossartige Villa in Sankt Augustin, einer Stadt im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen, die von 1901 bis 1903 errichtet wurde. Sie liegt inmitten des Birlinghovener Waldes auf einem Höhenzug westlich des Sankt Augustiner Ortsteils Birlinghoven.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Birlinghoven entstand oberhalb der alten Burg Birlinghoven nach einem Entwurf des Architekten Edwin Crones (1874–1917)[1] für die Unternehmerfamilie Rautenstrauch, die es kurze Zeit später an den Kölner Bankier Louis Hagen verkaufte. 1900 hatte der Bauherr des Schlosses, Theodor Damian Rautenstrauch (1873–1907), das Gelände mit einem ein Hektar großen Waldgebiet erworben. Zunächst nahm er die Anlage eines Landschaftsparks unter Einbeziehung des Waldgebiets und Pleisbachs in Angriff, mit dessen Gestaltung er den Gartenarchitekten Rudolf Rausch (1876–1947) beauftragte. Bis 1904 war dieser in weiten Teilen fertiggestellt, bis 1910 wurden die Arbeiten abgeschlossen. Teile der Parkanlage wurden später bebaut.

Im und nach dem Zweiten Weltkrieg war das Schloss vom Militär beschlagnahmt – im August 1943 als Ausweichquartier zur Unterbringung der zuvor in Köln-Nippes beheimateten Heeresentlassungsstelle 5 des Wehrkreises VI Münster i. Westf.[2] –, für die britische Besatzungsmacht wurde es zur Erholungsstätte für Familien britischer Stabsoffiziere umgebaut. Nach 1949 präferierte der britische Hochkommissar Robertson Schloss Birlinghoven als seine persönliche Residenz, nach einer entsprechenden Besichtigung entschied man sich aufgrund der zu erwartenden Umbaukosten aber für einen Verbleib im Schloss Röttgen.[3] 1959 errichtete die Deutsche Shell AG auf dem Gelände ihr Institut für Grundlagenforschung. Seit 1968 ist das Schloss im Besitz der Bundesrepublik Deutschland und beherbergt Forschungsinstitute; zunächst war dort das GMD-Forschungszentrum Informationstechnik ansässig, welches im Jahre 2001 mit der Fraunhofer-Gesellschaft fusionierte.

Luftaufnahme (2016)

Institute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Institutszentrum Schloss Birlinghoven gehören die Institute:

Außerdem befinden sich auf dem Campus Außenstellen der Institute:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rita Hombach: Landschaftsgärten im Rheinland. Die Erfassung des historischen Bestands und Studien zur Gartenkultur des »langen« 19. Jahrhunderts. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland, Band 37) Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2010, ISBN 978-3-88462-298-8, S. 194–198, 222/223.
  • Jutta Curtius: 1000 Rosen für Schloss Birlinghoven: Fritz Enckes Planungen für den Schlosspark (Hrsg. LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Band 1 2014) Klartext Verlag, Essen 2014, ISSN 0177-2619, S. 6–13.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Birlinghoven – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8.) 2 Bände, J. P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, Band 2, S. 812.
  2. Ansgar Sebastian Klein: Aufstieg und Herrschaft des Nationalsozialismus im Siebengebirge. Klartext Verlag, Essen 2008, ISBN 978-3-89861-915-8, S. 602 (zugleich Dissertation Universität Bonn, 2007).
  3. Helmut Vogt: Wächter der Bonner Republik: Die Alliierten Hohen Kommissare 1949–1955, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2004, ISBN 3-506-70139-8, S. 60.

Koordinaten: 50° 44′ 56″ N, 7° 12′ 20″ O