Schmal-Beerbach

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Schmal-Beerbach
Koordinaten: 49° 44′ 34″ N, 8° 42′ 24″ O
Höhe: 309 m ü. NHN
Fläche: 83 ha[1]
Einwohner: 50 (30. Jun. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner/km²
Postleitzahl: 64686
Vorwahl: 06254

Schmal-Beerbach ist der nördlichste Ortsteil der Gemeinde Lautertal und zugleich die nördlichste Ortschaft im südhessischen Kreis Bergstraße.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiler Schmal-Beerbach liegt nördlich des Hauptortes Reichenbach im Vorderen Odenwald an einem Quellarm des Wurzelbachs, der bei Hoxhohl in die Modau mündet. Schmal-Beerbach ist mit dem südlich angrenzenden Weiler Wurzelbach zusammengewachsen.

Die Gemarkung bildet ein Dreieck, in dessen Südostecke der Weiler liegt. Nach Nordwesten steigt die fast ausschließlich landwirtschaftlich genutzte Gemarkung zu dem einen Kilometer entfernten bewaldeten Höhenzug an, über den die Hutzelstraße als Höhenweg führt. Die höchste Erhebung erreicht dort in der Nähe der Bergkuppe Auf dem Steigerts 430 Meter.

Die nächstgelegenen Ortschaften sind im Süden – hinter Wurzelbach – Beedenkirchen, im Westen Staffel, im Nordwesten Steigerts und Ober-Beerbach, im Nordosten Allertshofen und im Südosten Brandau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der früheste erhalten gebliebene urkundliche Nachweis belegt das Bestehen des Ortes unter der Schreibweise Scmalberbach seit dem Jahr 1561. Der Namensbestandteil „Schmal-“ gibt die noch mittelhochdeutsche Bedeutung des Wortes „schmal“ im Sinne von „klein“ wieder.[2] Schmal-Beerbach war ursprünglich ein aus nur drei Bauernhöfen bestehender Weiler, der zur Gemarkung Ober-Beerbach gehörte.

Für Rechtsprechung und Verwaltung war hier in der Frühen Neuzeit das Amt Seeheim zuständig. Bei der Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung 1821 ging die erstinstanzliche Rechtsprechung in Schmal-Beerbach auf das neu eingerichtete Landgericht Zwingenberg über, ab 1879 war das Amtsgericht Zwingenberg zuständig, das 1934 aufgelöst wurde. Seitdem ist das Amtsgericht Bensheim zuständig.

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen wurde Schmal-Beerbach zugleich mit Ober-Beerbach am 31. Dezember 1971 zu einem Teil der Gemeinde Seeheim. Am 1. Januar 1977 wurde der Südzipfel der Gemarkung Ober-Beerbach, in dem der Weiler Schmal-Beerbach lag, kraft Gesetzes aus der Gemeinde Seeheim und der Gemarkung Ober-Beerbach herausgelöst.[3] Damit wechselte auch die Kreiszugehörigkeit vom Landkreis Darmstadt zum Kreis Bergstraße.

Seitdem bildet Schmal-Beerbach eine eigene Gemarkung in der Gemeinde Lautertal, die dem Ortsbezirk Beedenkirchen und dem dortigen Ortsbeirat und Ortsvorsteher zugeordnet wurde.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den überörtlichen Verkehr ist Schmal-Beerbach durch zwei Landesstraßen erschlossen, die sich in der Ortsdurchfahrt Schmal-Beerbach vereinigen. Die L 3098 schafft über Beedenkirchen eine Verbindung zum Hauptort Reichenbach im Tal der Lauter und dort zu der als Nibelungenstraße bekannten Bundesstraße 47. In der anderen Richtung führt sie weiter nach Ober-Beerbach und Darmstadt. Die L 3101 schließlich kommt über Staffel von Balkhausen und führt weiter über Allertshofen nach Hoxhohl.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ortsteil Schmal-Beerbach. In: Webauftritt der Gemeinde Lautertal. Abgerufen im August 2020.
  2. Der Große Duden. Herkunftswörterbuch, Mannheim 1963, S. 612
  3. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. II 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318, §17 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).