Schwarzenfels

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Schwarzenfels
Gemeinde Sinntal
Koordinaten: 50° 17′ 59″ N, 9° 40′ 26″ O
Höhe: 402 m ü. NHN
Fläche: 12,02 km²[1]
Einwohner: 558 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 36391
Vorwahl: 06664

Schwarzenfels ist ein Ortsteil der Gemeinde Sinntal im hessischen Main-Kinzig-Kreis.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarzenfels am Hopfenberg mit Burg Schwarzenfels

Schwarzenfels liegt im Nordosten des Main-Kinzig-Kreises in der Brückenauer Kuppenrhön. Es breitet sich im Naturpark Hessischer Spessart auf der Süd- und Südwestflanke des Hopfenbergs (491,5 m) und auf der Westflanke des Eschebergs (516,3 m) auf Höhenlagen um 403 m ü. NHN aus. Etwa 11,5 km nordwestlich liegt Schlüchtern, 3,7 km nordwestlich Sterbfritz als Ort des Sinntaler Gemeindeverwaltung, und in Bayern befinden sich 8,5 km ostnordöstlich Bad Brückenau und 4 km (jeweils Luftlinie) südlich Zeitlofs. Schwarzenfels grenzt im Norden an Weichersbach und Oberzell, im Nordosten an Züntersbach, im Westen an Mottgers und im Süden an Güntershöfe (Güntershof), die alle Ortsteile von Sinntal sind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt von 1290. Der Ort gehörte zum Gericht Altengronau, das 1333 als Reichslehen aus einer Erbschaft vom Haus Rieneck an die Herrschaft Hanau kam. Aus dem Gericht entstand im 15. Jahrhundert das Amt Schwarzenfels der Grafschaft Hanau, ab 1459: Grafschaft Hanau-Münzenberg. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts war die Burg Schwarzenfels Sitz des Amtmanns.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich vermutlich von dem Doleritbasalt des Hopfenberges ab, an dessen Hang Schwarzenfels entstand. In erhaltenen Urkunden wurde Schwarzenfels unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[2]

  • Swarzenfels (1290)
  • Swarcefels (1305)
  • Zwarzenfils (1361)

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grafschaft Hanau-Münzenberg schloss sich in der Reformation zunächst der lutherischen Konfession an, ab 1597 war sie reformiert. Die Kirchengemeinde von Schwarzenfels war nach Mottgers eingepfarrt.

1643 wurde das Amt Schwarzenfels – und damit auch der gleichnamige Ort – als Pfand zusammen mit anderen Sicherheiten der Landgrafschaft Hessen-Kassel übergeben. Es sollte für Hanauer Schulden bürgen, die im Zusammenhang mit der Befreiung der Stadt Hanau von der Belagerung durch kaiserliche Truppen 1636 gegenüber der Landgrafschaft Hessen-Kassel entstanden waren. Den Grafen von Hanau gelang es nicht mehr, dieses Pfand von Hessen-Kassel zu lösen. Das Amt wurde in der Folgezeit wie landgräfliches Eigentum verwaltet. Auch nachdem Hessen-Kassel 1736, nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., die Grafschaft Hanau-Münzenberg erbte, wurde es mit dieser nicht wieder vereinigt.

Aus der Landgrafschaft wurde 1803 das Kurfürstentum Hessen. Während der napoleonischen Zeit stand Schwarzenfels ab 1806 unter französischer Militärverwaltung, gehörte 1807 bis 1810 zum Fürstentum Hanau und dann von 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau. Anschließend fiel es wieder an das Kurfürstentum Hessen zurück. Nach der Verwaltungsreform des Kurfürstentums Hessen von 1821, im Rahmen derer Kurhessen in vier Provinzen und 22 Kreise eingeteilt wurde, gehörte Schwarzenfels zum Kreis Schlüchtern. 1866 wurde das Kurfürstentum nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg durch Gesetz mit der preußischen Monarchie vereinigt (annektiert).[3]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen bildete sich 1. Juli 1972 die Gemeinde Sinntal durch den freiwilligen Zusammenschluss der bisher selbständigen Gemeinden Mottgers, Schwarzenfels und Weichersbach.[4][5] Für Schwarzenfels wurde ein für die übrigen Ortsteile ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[2]

• 1549: 17 Haushaltungen
• 1587: 12 Schützen, 7 Spießer
• 1812: 63 Feuerstellen, 482 Seelen
• 1821: 63 Häuser[7]
Schwarzenfels: Einwohnerzahlen von 1812 bis 2017
Jahr  Einwohner
1812
  
482
1834
  
657
1840
  
710
1846
  
749
1852
  
702
1858
  
657
1864
  
617
1871
  
614
1875
  
537
1885
  
539
1895
  
480
1905
  
461
1910
  
553
1925
  
508
1939
  
544
1946
  
752
1950
  
675
1956
  
476
1961
  
491
1967
  
523
1970
  
501
1979
  
508
1990
  
602
1995
  
606
2000
  
585
2005
  
605
2010
  
558
2015
  
557
2017
  
548
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [2]; nach 1970: Gemeinde Sinntal[8]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[2]

• 1885: 528 evangelische (= 97,96 %), 9 katholische (= 1,67 %), 2 jüdische (= 0,37 %) Einwohner
• 1961: 441 evangelische (= 89,82 %), 46 katholische (= 9,37 %) Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Torsten Richter.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heiner Boehncke, Literaturwissenschaftler
  • Ulrike Edschmid, Schriftstellerin
  • In Schwarzenfels leben einige Künstler und Kunsthandwerker. Der bekannteste von ihnen war Helmut Nitzsche (1914–2002), bildender Künstler und Glasmaler.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anneliese Hofemann: Studien zur Entwicklung des Territoriums der Reichsabtei Fulda und seiner Ämter. Diss. 1938 = Schriften des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde 25. 1958, S. 120.
  • Willi Klein: Zur Geschichte des Mühlenwesens im Main-Kinzig-Kreis = Hanauer Geschichtsblätter 40. Hanau 2003, S. 430–432.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 2. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 1995, ISBN 3-86134-228-6, S. 371–372.
  • Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 14, 1926, S. 345.
  • Literatur über Schwarzenfels in der Hessischen Bibliographie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Einwohner, Daten und Anfahrt. In: Internetauftritt. Gemeinde Sinntal, archiviert vom Original; abgerufen im Juni 2018. (Daten aus Web-Archiv).
  2. a b c d Schwarzenfels, Main-Kinzig-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 25. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  3. Gesetzsammlung für die königlichen Preußischen Staaten. Nr. 47. Königliche Geheime Ober-Hofbuchdruckerei (R. Decker), Berlin 1866, S. 555 (google.de [abgerufen am 5. Juli 2019]).
  4. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 28, S. 1197, Punkt 851; 2. Abs. 1. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,4 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 376.
  6. Hauptsatzung. (PDF; 529 kB) §; 5. In: Webauftritt. Gemeinde Sinntal, abgerufen im Februar 2019.
  7. Thomas Klein: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1845. Reihe A: Preußen. Band 11: Hessen-Nassau einschließlich Vorgängerstaaten. Marburg 1979, S. 115
  8. Haushaltssatzung für den Haushaltsplan 2019. (PDF; 2,8 MB) Statistische Angaben. Gemeinde Sinntal, S. 41, archiviert vom Original; abgerufen im Januar 2019.