Sd.Kfz. 11

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Sd.Kfz. 11
Bundesarchiv Bild 101I-750-0001A-44, Deutschland, Halbkettenfahrzeug.jpg
Hersteller: Hanomag, Hansa-
Lloyd-Goliath
(Borgward),
Auto Union (Horch),
Adlerwerke, Škoda
Produktionszeitraum: 1937–1944
Vorgängermodell: siehe Text
Nachfolgemodell: (IFA H3 - entfernter ziviler Nachfolger)
Sd.Kfz. 11 auf einer verschlammten Dorfstraße während der Schlacht um Moskau, November 1941
Sd.Kfz. 11 (Borgward)
Bau von Sd.Kfz. 11

Das Sd.Kfz. 11 (Leichter Zugkraftwagen 3 t) war ein deutsches Halbkettenfahrzeug, das als Artilleriezugmaschine ab 1934 entwickelt und im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht verbreitet an allen Fronten eingesetzt wurde. Es gehört zur Gruppe der Sonderkraftfahrzeuge. Bis 1944 wurden etwa 8800 Stück gebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sd.Kfz. 11 geht auf das Jahr 1934 zurück, als die Bremer Hansa-Lloyd-Goliath Werke (ab 1938: Borgward) mit der Entwicklung des Zugkraftwagen HL kl 2 begannen. Über die Typen HL kl 3 (1936) und HL kl 5 (1937–1938) gelangte man schließlich 1938 zum HL kl 6, der bis 1944 gebaut wurde. Ab dieser Version dienten als Antrieb Maybach-Motoren anstelle der bisher verwendeten Hansa-Lloyd-Motoren vom Typ L 3500.

Auf dieser Grundlage wurde das Sd. Kfz. 11 als leichter Zugkraftwagen mit drei Tonnen Anhängelast (le. Zgkw. 3 t) bei der Hanomag in Hannover weiter entwickelt, wo 1938 die Serienproduktion anlief. Später wurde dieses Halbkettenfahrzeug auch von den Adlerwerken (Frankfurt/M.), der Auto Union (Werk Horch, Zwickau) und Škoda (Pilsen, Protektorat Böhmen und Mähren) gefertigt. Der Herstellungspreis des Zugkraftwagens betrug 22.000 RM.[1]

Mit seiner achtköpfigen Besatzung erreichte das Sd. Kfz. 11 eine Spitzengeschwindigkeit von 53 km/h und hatte einen Aktionsradius von 250 km (Straße, im Gelände 140 km), der besonders im Wüstenkrieg mit seiner zwingenden Mobilität durch zusätzlich mitgeführten Treibstoff erhöht wurde.

Das Fahrgestell des Sd.Kfz. 11 bildete auch die Plattform für den mittleren Schützenpanzerwagen Sd.Kfz. 251 und seiner weiteren Abarten.

Ab 1947 wurden mit noch vorhandenen Motoren und Getrieben des Sd.Kfz. 11 in Zwickau bei Horch (ab Mitte 1948: VEB HORCH Kraftfahrzeug- und Motorenwerke Zwickau) die Lkw H3 gebaut.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Halbkettenkonstruktion ließen sich die deutschen Konstrukteure von den Erfahrungen einer französischen Asien-Expedition anregen, wo Halbkettenfahrzeuge ihre besondere Geländegängigkeit unter Beweis gestellt hatten. Dank umfangreicher Forschungen in den 1920er und 1930er Jahren verfügte die deutsche Wehrmacht so zu Beginn des Zweiten Weltkrieges über eine ganze Palette von effektiven Halbketten-Zugmaschinen.

Das Sd. Kfz. 11 wurde im Zweiten Weltkrieg an allen Fronten fast ausschließlich von der Artillerietruppe von Wehrmacht und Waffen-SS als leichter Zugkraftwagen für die Artillerie sowie die Pak der Panzerjäger eingesetzt. Durch die Verwendung eines Schachtellaufwerks mit seinem niedrigen Bodendruck war die Konstruktion für alle Fronten bestens geeignet und blieb bis Kriegsende im Einsatz. Im motorisierten Wüstenkrieg mit seinen extremen Bedingungen konnte sich dieser Fahrzeugtyp mit seiner Geländegängigkeit, Robustheit und Zuverlässigkeit behaupten.

Typenübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sd.Kfz. 11 – Leichter Zugkraftwagen 3 t
  • Sd.Kfz. 11/1 – zunächst: Nebelkraftwagen, später: Selbstfahrlafette für 2-cm-Flak 38[2]
  • Sd.Kfz. 11/2 – mittlerer Entgiftungskraftwagen
  • Sd.Kfz. 11/3 – mittlerer Sprühkraftwagen
  • Sd.Kfz. 11/4 – Nebelkraftwagen
  • Sd.Kfz. 11/5 – mittlerer Gasspürkraftwagen, Zugkraftwagen für Nebelwerfer

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typ: HL kl 3 HL kl 5 HL kl 6
Baujahr: 1936 1937–1938 1938–1944
Besatzung: 8 Mann = =
Motor: Hansa-Lloyd L3500, Ottomotor,
Sechszylinder-Reihenmotor
= Maybach NL38, später HL 42, Ottomotor,
Sechszylinder-Reihenmotor
Leistung: 70 PS = 90 bzw. 100 PS
Höchstgeschwindigkeit: 53 km/h = =
Kraftstoffvorrat: 100 l = 110 l
Fahrbereich: Straße ca. 275 km, Gelände ca. 150 km = Straße 240 km, Gelände 140 km
Länge: 4,90 m 5,50 m 5,55 m
Breite: 1,73 m 2 m 2 m
Höhe: 1,95 m 2,215 m 2,150 m
Gewicht: 3,55 t 5,45 t 5,4 t
Bodenfreiheit: 35 cm 32 cm =
Steigfähigkeit: 24° = =
Wattiefe: 50 cm = =
Getriebe: vier Vorwärts-, ein Rückwärtsgang
mit Geländeuntersetzung
= =

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter J. Spielberger: Halbkettenfahrzeuge des deutschen Heeres 1909–1945. Motorbuch Verlag, ISBN 3-87943-403-4
  • Reinhard Frank: Zugkraftwagen der Wehrmacht. Dörfler Verlag, ISBN 3-89555-050-7
  • Vorschrift D 660/1, Leichter Zugkraftwagen 3t (Sd.Kfz.11), -l.Zgkw. 3t (Sd.Kfz.11)-, Typ: kl 6, Gerätebeschreibung und Bedienungsanweisung zum Fahrgestell und Aufbau, 1938
  • Vorschrift D 660/2, Leichter Zugkraftwagen 3t (Sd.Kfz.11) und Abarten, Ersatzteilliste zum Fahrgestell, 1943
  • Wolfgang Fleischer, Richard Eiermann: Die motorisierte Artillerie und Panzerartillerie des deutschen Heeres 1935-1945. Podzun-Pallas Verlag, 2000, ISBN 3-7909-0721-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sonderkraftfahrzeug 11 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Fleischer, Richard Eiermann: Die motorisierte Artillerie und Panzerartillerie des deutschen Heeres 1935–1945. S. 32
  2. Vgl. http://www.kfzderwehrmacht.de/Homepage_english/Motor_Vehicles/Germany/Hanomag/le__Zgkw__3t/Sd__Kfz__11-1_2cm_Flak_38_-SPG/sd__kfz__11-1_2cm_flak_38_-spg-.html