Sennfelder Seenkranz

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Sennfelder Seenkranz
Sennfelder See.JPG
Schwarzes Loch,
Teil des Sennfelder Seenkranzes
Geographische Lage Südwestdeutsches Stufenland

Deutschland

Zuflüsse Reichelshofer Graben, Langenerlachsgraben
Abfluss SaumainMainRheinNordsee
Orte oder Städte am Ufer Sennfeld
Schweinfurt
Daten
Koordinaten 50° 2′ 36″ N, 10° 15′ 21″ OKoordinaten: 50° 2′ 36″ N, 10° 15′ 21″ O
Sennfelder Seenkranz (Bayern)
Sennfelder Seenkranz
Höhe über Meeresspiegel 206 m ü. NHN
Fläche 10 hadep1
Länge 2,25 km (Luftlinie)
2,85 km (wahre Länge)dep1
Breite 75 mdep1
Umfang 6 km (Uferlänge aller Seen)dep1

Besonderheiten

Seenkomplex
Thermalsee

Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-FLÄCHEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-SEELAENGEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-SEEBREITEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-UMFANG

Der Sennfelder Seenkranz (auch: Sennfelder Seenplatte oder Alter Main) ist ein Altwasser des Mains in Sennfeld im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt und grenzt teilweise an die kreisfreie Stadt Schweinfurt. Seine größten Gewässer sind der Sennfelder See und das Schwarzes Loch (auch: Kaltes Wasser). Der Sennfelder Seenkranz ist ein Abschnitt des Altmains, gehört überwiegend zum Landschaftsschutzgebiet Mainauelandschaft bei Sennfeld und besitzt einen der größten naturbelassenen Thermalseen Deutschlands.[2]

Auf Höhe des Sennfelder Seenkranzes wird die erste Furt vermutet, die namensgebend für Schweinfurt wurde.[3] Verlauf und Gestalt des Altmains waren bedeutend für Gründung und Lage der ersten Schweinfurter Siedlung.[3]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sennfelder Seenkranz liegt zwischen der Stadtgrenze Schweinfurts im Nordwesten und den bebauten Gebieten und Sonderkulturen der Gemeinde Sennfeld im Südosten. Er bildet zusammen mit dem Schweinfurter Stadtpark Wehranlagen eine abgerundete landschaftliche Einheit. Dieses Areal besitzt eine Länge von rund 3 km, eine maximalen Breite von 750 m und wird von einem gemeinsamen Park- und Wanderwegenetz durchzogen, das nach Osten zur Schonunger Bucht weiterläuft. Sennfelder Seenkranz und Schonunger Bucht sind durch Auwiesen miteinander verbunden und liegen im Kern des Schweinfurter Mainbogens.

Nebengewässer des Mains: Bereich Schweinfurt & Vororte
Name1 Art des Gewässers Ort Main-km2
Forster Bucht (L) Altwasser Schonungen 340,2–339,6
Schonunger Bucht (L) Ehem. Nebenarm & Baggerseen Schonungen & Gochsheim 339,5–337,6
Sennfelder Seenkranz (L) Altwasser Sennfeld 335,1–332,6
Saumain (L) Altarm Schweinfurt 333,0–331,5
Schleusenkanal (L) Kanal Schweinfurt 332,5–331,5
Oberndorfer Altmainschleife (R) Verlandetes Altwasser Schweinfurt 329,3–328.2
Altmainschleife Nord (L) Altwasser & Baggerseen Grafenrheinfeld & Bergrheinfeld 328,2–327,4
Altmainschleife Süd (L) Altwasser Bergrheinfeld 326,8–324,9
  • Verbindung zum Main
  • keine Verbindung zum Main
  • verlandet
  • 1 (L) linksmainisch, (R) rechtsmainisch
    2 Kilometrierung flussaufwärts (ab der Main-Mündung bei Mainz)

    Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Sennfelder Sennkranz besteht aus sieben Gewässern, zwei davon sind Seen, die übrigen fünf > Altwasser oder kleine Weiher. Von Südwest nach Nordost sind das:

    • Unterer Sennfelder See, auch Sennfelder See (Lage). 2,50 ha[4]
    • Dorfsee (Lage). 3,65 ha,[4] Thermalsee
    • Zwinger (Lage). 0,85 ha[4]
    • Schwarzes Loch, auch Kaltes Wasser (Lage). 2,20 ha[4]
    • Langes Loch (Lage). 0,15 ha[4]
    • Rundes Loch (Lage). 0,15 ha[4]
    • Altmaar. (Lage). 0,85 ha[4]

    Die meisten Gewässer besitzen einen Durchfluss in Fließrichtung des Mains von Ost nach West. Die Gewässer werden jedoch, abweichend von der Regel, stets entgegen der Fließrichtung aufgelistet, da im Westen die einzigen Orte Schweinfurt und Sennfeld und die größeren Gewässer liegen.

    Auf den meisten Karten, Stadtplänen und in Schweinfurt werden Unterer Sennfelder See und Dorfsee zusammen als Sennfelder See bezeichnet. Während in Sennfeld der Untere Sennfelder See meist nur Sennfelder See genannt wird und die übrigen sechs Gewässer unter dem Oberbegriff Alter Main zusammengefasst werden.[5] Das vierte Gewässer wird in Sennfeld als Kaltes Wasser und in Schweinfurt als Schwarzes Loch bezeichnet. Die Begriffe Dorfsee und Kaltes Wasser sind in Schweinfurt unbekannt.

    Beschreibung des Seenkranzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Seenkranz besitzt abschnittsweise die Merkmale von Stehgewässern, andernorts von Fließgewässern mit sichtbaren Durchfluss und wird über ein zusammenhängendes Bachsystem nach Südwesten in den Saumain entwässert. Die Quellhöhe liegt bei 207,00 m ü NHN[4] und die Mündungshöhe bei 205,50 m ü NHN.[4]

    Die Seen werden durch Bäche und Quellen auf dem Seengrund gespeist. Der Seenkranz gehört, mit Ausnahme des weitaus größten Teils des Dorfsees, seit 1993 zum 50,01 ha großen Landschaftsschutzgebiet Mainauelandschaft bei Sennfeld (LSG-00473.01).[6] Zwei Brücken für Fahrzeuge und zwei Fußgängerstege queren den Sennfelder Seenkranz und stellen die Verbindung zwischen dem Dorf und den Sennfelder Fluren nordwestlich des Seenkranzes sowie dem nahen Schweinfurter Stadtpark Wehranlagen her.

    Der Sennfelder Seenkranz dient bei Hochwasser als Notablauf, entlastet den Main und trägt dazu bei, dass das bebaute Schweinfurter Stadtgebiet bisher nicht vom Main überschwemmt wurde. 750 m östlich vom Sennfelder Seenkranz liegt Bad Sennfeld. Seit Aufgabe des Kurbetriebs in den 1950er Jahren fließt das Heilwasser ungenutzt in den Dorfsee.

    Beschreibung der sieben Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Unterer Sennfelder See[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Höhe über Meeresspiegel: 205,50 m ü NHN,[4] Fläche: 2,50 ha,[4] Länge: 485 m,[4] Breite: 63 m[4]

    Der westliche Teil des langgestreckten Sennfelder Sees, der zur Unterscheidung von seinem östlichen Bereich auch Unterer Sennfelder See genannt wird, besitzt, wie sein östlicher Teil, den Charakter eines Sees.

    Der Untere Sennfelder See beginnt unweit östlich der Schweinfurter Ludwigsbrücke, die den Abfluss des Sennfelder Seenkranzes quert. Dies ist ein namenloser Bach, der danach zwischen zwei Karpfenteichen hindurchfließt und 250 m westlich der Brücke in den Saumain mündet. Da der Seenkranz bei Hochwasser als Notablauf des Mains dient, schwillt der Bach dann mitunter zu einem reißenden Strom an, der sich in den Saumain ergießt. Der Untere Sennfelder See ist an beiden Enden ein Stück weit verlandet. Auf dem Urkataster aus dem 19. Jahrhundert war er, insbesondere in westlicher Richtung, länger und erstreckte sich als Ausfluss aus dem See unter der Ludwigsbrücke hindurch auf Schweinfurter Gebiet. Der benachbarte Saumain hieß Alter Main.[7]

    Dorfsee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Höhe über Meeresspiegel: 205,50 m ü NHN,[4] Fläche: 3,65 ha,[4] Länge: 690 m,[4] Breite: 75 m[4]

    Der Dorfsee gilt heute als einer der größten naturbelassenen Thermalseen Deutschlands.[2] Er bildet den östlichen Teil des Sennfelder Sees und wurde einstmals Im See genannt.[8] Der Dorfsee wird vom Langenerlachsgraben gespeist, der zuvor durch einen Teich (Lage) führt, der nordöstlich neben dem See liegt. Der Teich wird nicht zum Sennfelder Seenkranz gezählt, da dieser nur aus natürlichen Gewässern besteht. Der Dorfsee ist, wie der Untere Sennfelder See, gegenüber dem Urkataster ebenfalls an beiden Enden ein Stück verlandet. Im 19. Jahrhundert waren beide Seen nur durch einen schmalen Landstreifen voneinander getrennt und der Verbindungsbach zwischen den Seen war entsprechend kürzer.

    Der Dorfsee wird u. a von warmen Quellen aus dem Seegrund gespeist. 1809 begann der Kur- und Badebetrieb im nahen Bad Sennfeld, wofür 14 Thermalquellen im Dorfsee eingefasst wurden.[9] Der Kurbetrieb konnte sich jedoch nicht langfristig etablieren.

    Im Dorfsee, unweit des südöstlichen Ufers an der Schweizer Straße, weist ein Kreuz auf die Katastrophe des Jahres 1861 hin, als hier Ende Januar ein vollbesetztes Boot Sennfelder Bürger kenterte und 21 Menschen im eisigen Wasser ihr Leben ließen.

    Ein Strandbad liegt am südöstlichen Ufer, am Rande des historischen Dorfkerns (Schweizer Straße/Am Hexenbrünnlein). Ein weiteres Strandbad am gegenüberliegenden Ufer ist derzeit nicht in Betrieb. Am westlichen Ufer des Dorfsees, noch auf Sennfelder Gemarkung, liegt eine große Freizeitanlage mit Tennisplätzen, die ursprünglich als Naherholungsanlage für Arbeitnehmer der Schwedischen Kugellagerfabriken (SKF) in Schweinfurt errichtet wurde.

    Zwinger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Höhe über Meeresspiegel: 206,60 m ü NHN,[4] Fläche: 0,85 ha,[4] Länge: 375 m,[10][4] Breite: 25 m[4]

    Der Zwinger liegt im Auwald Muckenbaum, weshalb dieser Abschnitt des Seenkranzes manchmal fälschlicherweise als Muckenbaum bezeichnet wird. Der Zwinger ist sehr schmal und langgestreckt, weithin von Wasserpflanzen bedeckt und ein typisches, naturnahes Altwasser.

    Zwinger und Dorfsee sind durch den Kulturgraben (auch: Dorfgraben) miteinander verbunden. Bis zu 150 Liter pro Sekunde[11] fließen durch ihn zum Dorfsee.

    Schwarzes Loch (Kaltes Wasser)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Blick über den Main auf die Auwälder des Sennfelder Seenkranzes:
    in der vorderen Mitte Schwarzes Loch, dahinter rechts der Altmaar

    Höhe über Meeresspiegel: 207,00 m ü NHN,[4] Fläche: 2,20 ha,[4] Länge: 640 m,[10][4] Breite: 45 m[4]

    Das Gewässer liegt südöstlich des Schweinfurter Stadtparks Wehranlagen, die sich 2,5 km am Main entlang ziehen und hier nur noch den Charakter eines Waldparks haben.

    Das Schwarze Loch besitzt einen ähnlichen Charakter wie der Zwinger, ist aber nicht ganz so naturnah strukturiert und nur in kleinen Bereichen von Wasserpflanzen bedeckt. Die Bezeichnungen Schwarz und Loch weisen beide auf die dunkle Farbe der Wasseroberfläche hin. Mit sichtbaren Durchfluss besitzt das Schwarze Loch bereits eher den Charakter eines Fließgewässers. In ihm befinden sich Quellen aus dem Muschelkalk, die den Sennfelder Seenkranz mit Grundwasser speisen, weshalb dieser Teil des Seenkranzes nur selten zufriert.[11]

    Im Schwarzen Loch soll nach Schweinfurter Sagen früher der Wassernix mit seinen drei Töchtern gehaust haben.[12][13]

    Langes Loch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Höhe über Meeresspiegel: 207,00 m ü NHN,[4] Fläche: 0,15 ha,[4] Länge: 90 m,[4] Breite: 15 m[4]

    Der kleine Weiher und das nachfolgende Runde Loch sind die kleinsten Gewässer im Seenkranz. Der Weiher besitzt, wie das Schwarze Loch, eine dunkle Oberflächenfarbe, worauf auch hier der Name Loch hinweist. Er ist frei von Wasserpflanzen.

    Rundes Loch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Höhe über Meeresspiegel: 207,00 m ü NHN,[4] Fläche: 0,15 ha,[4] Länge: 60 m,[4] Breite: 30 m[4]

    Das Runde Loch besitzt denselben Charakter wie das Lange Loch. Der kleine Weiher bildet den östlichen Abschluss des Sennfelder Seenkranzes an der Auwiese Johannesfleck, der letzten Sennfelder Flur vor der Schonunger Gemeindegrenze. Das Runde Loch wird vom Reichelshofer Graben gespeist. Hier endet auch unweit nördlich der östliche Ausläufer des Stadtparks Wehranlagen.

    Altmaar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Höhe über Meeresspiegel: 207,00 m ü NHN,[4] Fläche: 0,85 ha,[4] Länge: 320 m,[4] Breite: 30 m[4]

    Das Gewässer (Bild siehe: Schwarzes Loch) liegt abseits des Hauptlaufes des Alten Mains, östlich vom Zwinger und bildete einst einen südlichen Nebenarm des Altmains. Es besitzt einen ähnlichen Charakter wie das Schwarze Loch und ist frei von Wasserpflanzen. Der Altmaar wird von einem Bach gespeist, der im unweit östlich gelegenen Auwald Hellelohe entspringt. Auf topografischen Karten ist der Altmaar falsch in Form von zwei Weihern eingezeichnet, die im mittleren Bereich voneinander abgetrennt sind, während das aktuelle Luftbild ein durchlaufendes Gewässer zeigt.[14] Der Altmaar wird von Auwaldstreifen umschlossen, ist über einen Holzsteg zu erreichen aber von außen nicht einsehbar. Deshalb ist das abgelegene Altwasser auch bei Einheimischen weitgehend unbekannt und ungesehen.

    Biotopverbund 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Seit 1994 arbeitete die Gemeinde Sennfeld an einem zusammenhängenden Biotopverbund vom Main (LSG Mainauelandschaft bei Sennfeld; siehe: Beschreibung des Seenkranzes) bis zur nachbarlichen Gemarkungsgrenze Gochsheim. Auf einer Länge von 5,2 km ermöglichten Grundstückstausch und -erwerb ein grünes Band der Biodiversität.

    Die Pflanzungen von hochstämmigen Laubbäumen, insbesondere alten Obstsorten, Gehölzen und einheimischen Wildsträuchern sind heute landschaftsbildprägend. Neben der Gestaltung von Mager- und Feuchtstandorten wurden Wiesen mit hohem Anteil an Kräuter- und Blütenpflanzen eingesät, Tümpel und Weiher als Biotopinseln und Streuobstwiesen angelegt. Geländemodellierungen schufen Vertiefungen und Erhöhungen.[15]

    Verlauf des Altmains[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Reichsstadt Schweinfurt 1656
    Matthäus Merian, Frankfurt a. M.

    Gewässerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Main ist von seinem Fließgewässertyp ein Kiesgeprägter Strom der Ökoregion Mittelgebirge. Er verlief im Raum Schweinfurt in breiten Überschwemmungsauen mit Mehrbettgerinnen. Furten, Inseln und Aufspaltungen des Flusslaufs sind hier häufig, die Sohle besteht hauptsächlich aus Kies mit geringen Anteilen Sand. Totholz, meist in Form umgekippter Bäume, ist reichlich vorhanden.

    Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Es wird vermutet, dass der östliche Anschluss des Altmains an den Hauptstrom zur Zeit der Gründung Schweinfurts vor über 1300 Jahren noch vorhanden war.[16] Die Schweinfurter Altstadt sowie die vorhergehenden Siedlungen, die auf das Jahr 650 n. Chr. datiert werden, lagen nicht am Altmain, sondern erstreckten sich ausschließlich 2 km entlang des heutigen Mains. (siehe: Schweinfurt#Thüringer und Franken). Auf dem Merian-Stich von 1656 ist keine Mündung des Altmains mehr in den Saumain (am unteren Bildrand) eingezeichnet, die heute lediglich noch als Bach vorhanden ist.

    Unklar ist, ob der Altmain zeitweise alleiniger Main, Hauptarm, Arm oder Nebenarm war. Der heutige Main ist mindestens genauso alt, da er den Südrand des bis 421 m hohen Hesselbacher Waldlands abtrug und das Tal formte.

    Altmain zwischen Schonunger Bucht und Sennfelder Seenkranz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Blick von Mainberg über den Main, dahinter ein Baumstreifen auf 215 m ü NHN, 250 m weiter hinten die Senke des Altmains auf unter 210 m ü NHN, dahinter die linksmainische Gemarkungsgrenze Mainbergs (Vorderkante des dunkelgrünen Felds)

    Der Altmain verband die Schonunger Bucht mit dem Sennfelder Seenkranz. Auf der ersten topografischen Karte (ab 1817) ist der Verlauf des Altmainbogens zwischen beiden Gewässern, durch die dargestellten Auwiesen südlich des Mains hindurch, noch leicht nachvollziehbar.[17]

    Flussaufwärts betrachtet ergab sich folgender Verlauf: Der Nebenarm Altmaar und der Hauptarm Zwinger–Schwarzes Loch vereinten sich am östlichen Ende des Seenkranzes am Langen Loch wieder zu einem Flusslauf. Dieser führte ab da in einem Bogen in einer noch heute zwischen einem und zwei Meter tiefen Senke,[4] etwa entlang der Südgrenze der Mainberger Gemarkung, in die Schonunger Bucht. Die heutige Gemarkung orientiert sich noch am Altmain und besitzt deshalb einen unbesiedelten, linksmainischen Bereich. Die bogenförmige Senke liegt unterhalb der 210-Meter-Höhenlinie, im Süden der Flur Hofwiesen.[18] Der dortige lange, bogenförmige Feldweg folgt dem Nordufer des einstigen Nebenarms. Die Brunnen der Trinkwasserversorgung der Stadt Schweinfurt befinden sich alle außerhalb des niedrigeren, verlandeten und versandeten Bereich des Altmains. Auch das heutige Luftbild zeigt den Verlauf des Altmains durch den Zuschnitt der Felder, die dem einstigen Flussbogen folgen.[19]

    Einstige nördliche Flussinsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Schweinfurt, Statistischer Bezirk 51

    Sofern Altmain und heutiger Main zeitweise beide durchströmt wurden, bestand zwischen beiden eine lange Flussinsel, die bei Hochwasser heute noch sichtbar wird. Bei starkem Hochwasser zerfällt sie in kleine Inseln: siehe: hier. Die Insel befand sich auf dem (heutigen) Geländeniveau von ca. 210 m ü NN,[4] etwa 4 m über dem Wasserspiegel des Sennfelder Seenkranzes und ca. 2,5 m über dem Spiegel des heutigen zur Großschifffahrtsstraße aufgestauten Mains. Auch durch den östlichen, langgestreckten Bereich des statistischen Stadtbezirks 51 (rechts: rote Flächenfärbung) wird diese Insel sichtbar. Dieses Areal umfasst ausschließlich die etwas höheren Auwaldgebiete des Stadtparks (siehe: Schweinfurt, Parks), während die niedrigeren, südöstlichen Auwiesen zu Sennfeld gehören.

    Auch der Name Wehr, der auf der historischen Karte u. a. noch mit Wöhrth bezeichnet wird,[20] ist ein anderer Name für Werder, einer topoigrafischen Bezeichnung für Flussinseln. Während hingegen der Name Wehranlagen nach bisher allgemein verbreiterter Deutung von einem Wehr, dem nach seiner Form sogenannten Elefantenbuckel abstammen soll, der den heutigen Hauptarm des Mains vom Saumain abtrennt. Was sehr fragwürdig ist, da diese Flurbezeichnung sich noch 2 km vom Elefantenbuckel nach Osten hinzieht und ausschließlich das Areal der einstigen, heute noch bei größerem Hochwasser sichtbaren Flussinsel abdeckt.

    Die einstige Flussinsel ist auch anhand der historischen Flurbezeichnungen beiderseits der Stadtgrenze nachvollziehbar; diese lauten mainaufwärts:[8]

    auf Schweinfurter Seite (rote Flächenfärbung):

    • Im ersten Woehr
    • Im zweiten Woehr
    • Drittes Wöhrwäldchen oder Drittes Wörthwäldchen

    auf östlicher Sennfelder Seite:

    • Seerasen
    • Seeellern
    • Hutwasen

    Deshalb ist auch denkbar, dass der Name Sennfeld von Seenfeld abstammt. Auch Wasen ist ein Hinweis für das einstige, überflutete, östliche Tiefland. Der Name steht für feuchtes Ödland.

    Durch den Verlauf des Altmains bzw. einstigen Nebenarms erklärt sich auch die aus heutiger Sicht unverständliche Gemeindegrenze Sennfelds, die entlang des Bezirks 51 (rote Flächenfärbung) verläuft, aber nirgendwo an den heutigen Main angrenzt.

    Altmaininsel Kühwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das Areal der einstigen Insel wird von einem Ring aus (einstigen) Gewässern und einem Sumpfgraben vollständig umgeben.

    • Westen: Zwinger
    • Norden: Schwarzes Loch
    • Osten: Sumpfgraben in einem Waldstreifen auf Höhe des östlichen Endes des Schwarzen Lochs. Er ist durch Höhenlinien in einer Topografischen Karte erkennbar.[21]
    • Südosten: Östlicher, heute nicht mehr vorhandener Bereich der Altmaar, der in einer historischen Karte aus dem 19. Jahrhundert noch eingezeichnet ist.[22]
    • Südwesten: Westlicher, heute noch vorhandene Bereich der Altmaar.[23]

    Auf der topografischen Karte von 1890 ist die damals nicht mehr bestehende Insel noch klar nachvollziehbar, als weißer Fleck, umgeben von grün eingezeichneten Auwiesen. Auch der weitere Verlauf des Altmainbogens, mit Anschluss an die östlich gelegene Schonunger Bucht, ist an Hand der grünen Auwiesen klar erkennbar.[24] Auch der Name Kühwehr gibt den Hinweis auf eine Flussinsel, die als Kuhweide diente.

    Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Topographische Karte Bayern 1 : 25.000 – Blatt Nr. 5927 Schweinfurt. Landesamt für Vermessung Bayern, München 2011, ISBN 978-3-86038-820-4

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. Brigitte Schwenzer: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 140 Schweinfurt. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1968. → Online-Karte (PDF; 4,3 MB)
    2. a b Liste: "Naturbelassene Thermalquellen der Erde", Sennfeld. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
    3. a b Siehe: Schweinfurt#Herkunft des Stadtnamens
    4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am Gemessen mit Hilfe vom BayernAtlas
    5. Analog auf der Webseite der Anglergemeinschaft Sennfeld (abgerufen am 4. Januar 2018)
    6. Lage des Landschaftsschutzgebietes "Mainauelandschaft bei Sennfeld". Abgerufen am 27. Dezember 2017.
    7. BayernAtlas: Urkataster (1808–1864) Bereich Ludwigsbrücke. Abgerufen am 10. Januar 2018.
    8. a b BayernAtlas, Urkataster (1808–1864)
    9. Daniel Hürst und Siegfried Teuchert: "Steig mal aus", Sennfeld. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
    10. a b Mittellinie des Seebogens in der Abwicklung
    11. a b Gemeinde Sennfeld: Wanderweg "Hase und Igel". Abgerufen am 28. Dezember 2017.
    12. Peter Hofmann: "Schweinfurtführer", "Der Wassernix vom Schwarzen Loch". Abgerufen am 26. Dezember 2017.
    13. Peter Hofmann: "Schweinfurtführer", "Die drei Jungfrauen im Schwarzen Loch". Abgerufen am 26. Dezember 2017.
    14. BayernAtlas: Luftbild, Bereich Altmaar. Abgerufen am 2. Januar 2018.
    15. In und um Schweinfurt.de: "Biotopverbund 2000: Grünes Band der Biodiversität in Sennfeld ist fertiggestellt", 26. Februar 2014. Abgerufen am 11. Januar 2018.
    16. Peter Hofmann: "Schweinfurtführer", Alter Main. Abgerufen am 5. Januar 2018.
    17. BayernAtlas: Positionsblatt 1:25.000, Nr. 94 Schweinfurt (1842, mit späteren ergänzenden Eintragungen, u. a. Bahnlinien), Bereich Sennfelder Seenkranz/Schonunger Bucht. Abgerufen am 10. Januar 2018.
    18. BayernAtlas: Topografische Karte, Bereich Kühwehr, Hofwiesen, Spitalfeld. Abgerufen am 6. Januar 2018.
    19. BayernAtlas: Luftbild, Bereich Felder im Altmainbogen. Abgerufen am 1. Januar 2018.
    20. BayernAtlas, Urkataster (1808–1864)
    21. Bayerisches Landesvermessungsamt. Topografische Karte 1:25.000, Blatt Nr. 5927 Schweinfurt. München 2005
    22. BayernAtlas: Positionsblatt 1:25.000, Nr. 94 Schweinfurt (1842, mit späteren ergänzenden Eintragungen, u. a. Bahnlinien), Bereich Altmaar/Schwarzes Loch. Abgerufen am 10. Januar 2018.
    23. BayernAtlas: Topografische Karte, Bereich Kühwehr. Abgerufen am 2. Januar 2018.
    24. BayernAtlas: Topografische Karte von 1890, Bereich Wiesen im Altmainbogen. Abgerufen am 21. Dezember 2018.