Sennfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Sennfeld in Bayern. Siehe auch: Sennfeld (Adelsheim), Šenfeld, Senefelder bzw. Sennfelder.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sennfeld
Sennfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sennfeld hervorgehoben
Koordinaten: 50° 2′ N, 10° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Höhe: 214 m ü. NHN
Fläche: 6,98 km2
Einwohner: 4462 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 639 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97526
Vorwahl: 09721
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 178
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 11
97526 Sennfeld
Webpräsenz: www.sennfeld.de
Bürgermeister: Emil Heinemann (CSU/Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Sennfeld im Landkreis Schweinfurt
Schweinfurt Würzburg Landkreis Main-Spessart Landkreis Bad Kissingen Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Haßberge Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Landkreis Bamberg Nonnenkloster (Unterfranken) Stollbergerforst Bürgerwald Vollburg Wustvieler Forst Hundelshausen (Bayern) Geiersberg (Gemeindefreies Gebiet) Bergrheinfeld Dingolshausen Dittelbrunn Donnersdorf Euerbach Frankenwinheim Geldersheim Gerolzhofen Gochsheim Grafenrheinfeld Grettstadt Kolitzheim Lülsfeld Michelau im Steigerwald Niederwerrn Oberschwarzach Poppenhausen (Unterfranken) Röthlein Schonungen Schwanfeld Schwebheim Sennfeld Stadtlauringen Sulzheim (Unterfranken) Üchtelhausen Waigolshausen Wasserlosen Werneck WipfeldKarte
Über dieses Bild
Blick von der Peterstirn auf Sennfeld
Dreieinigkeitskirche am Plan
Kath. Pfarrkirche St. Elisabeth, 2012

Sennfeld ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt und grenzt an die kreisfreie Stadt Schweinfurt. Sennfeld ist ein ehemals kaiserlich unmittelbares und freies Reichsdorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern von Sennfeld liegt ca. 2 km südöstlich von Schweinfurt, links des Mains. Die Gemarkung reicht nicht bis an das heutige Mainufer heran, sondern wird durch einen schmalen Streifen Schweinfurter Gebietes vom Flussufer getrennt.

Im Norden des Dorfes verläuft der Sennfelder Seenkranz, der den Verlauf ehemaliger Altmain-Arme erkennen lässt.

An der östlichen Ortsgrenze erreicht die Gemarkung mit 262 m ü. NN ihren höchsten Punkt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Schonungen, Gochsheim und Schweinfurt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die geschichtliche Entwicklung der Gemeinde ist eng verknüpft mit den benachbarten Orten Schweinfurt (ehemalige Reichsstadt) und Gochsheim (ehemaliges freies Reichsdorf). Das Dorf trägt wie sein Nachbar Gochsheim das Attribut „ehemals kaiserlich unmittelbares und freies Reichsdorf“.

Im Jahr 1094 war die erste urkundliche Erwähnung: Kaiser Heinrich IV. bestätigte dem Kloster Theres Schenkungen von Botho von Kärnten und seiner Frau Judith, Markgräfin von Schweinfurt, auch in „Sendelveit“. Im Jahr 1282 wurde das Dorf erstmals urkundlich von einer Reichsvogtei in Schweinfurt erwähnt, zu der die beiden Dörfer Sennfeld und Gochsheim gehörten.

König Albrecht verpfändete dem Hochstift Würzburg 1304/05 die Reichsvogtei Schweinfurt mit den beiden Dörfern Sennfeld und Gochsheim. Im Jahr 1309 wechselte diese Pfandschaft an die Grafen von Henneberg. In einem Henneberger Urbar (Grundbuch) wurde 1317 berichtet, dass in Sennfeld ein „Gericht des Reichs wegen“ besteht. Deshalb konnte Sennfeld ab dieser Zeit als Reichsdorf bezeichnet werden. Die Reichsstadt Schweinfurt befreite sich im Jahr 1386 mit Sennfeld und Gochsheim mit eigenen Mitteln aus der Pfandschaft.

1540 löste sich die Pfarrei von ihrer Mutterkirche in Gochsheim. Die Reichsdörfer Sennfeld und Gochsheim fielen im Jahr 1575 unter die Schutz- und Schirmherrschaft des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter, der aber entgegen seinen vertraglichen Verpflichtungen die Reichs- und Religionsfreiheit der beiden Dörfer nicht anerkennen wollte. Im Jahr 1635 verlor das Dorf die Reichsfreiheit, da Kaiser Ferdinand II. den Würzburger Fürstbischof Franz Graf von Hatzfeld die beiden Reichsdörfern Sennfeld und Gochsheim in einem Lehenbrief schenkte.

Im Januar 1648 zerstörten schwedische Soldaten in Sennfeld alle Gebäude bis auf drei Häuser, um eine Verschanzung gegnerischer Truppen zu verhindern.

Am 23. Januar 1649 wählten die 29 übriggebliebenen Ortsnachbarn ihren neuen Schultheiß. Am 14. August 1649 wurde die Reichsfreiheit durch eine Restitutionskommission in Schweinfurt wieder erlangt. Der aus dieser Zeit stammende Plantanz wird noch gegenwärtig zur Kirchweih getanzt und gilt als Symbol der wiedererlangten Reichsfreiheit. 1802 verlor sie Dorf jedoch erneut und es wurde in das Kurfürstentum Bayern eingegliedert.

Im Jahr 1809 begann der Kur- und Badebetrieb, nachdem Elias Schmidt die Heilkraft der Mineralquellen nahe der Weiherleins-Mühle entdeckt hatte.

1810 kam die Siedlung zum Großherzogtum Würzburg; sie wurde 1814 endgültig dem Königreich Bayern eingegliedert. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1850 wurde ein Kindergarten als einer der ersten in ganz Bayern errichtet. Am 23. November 1903 wurde die Eisenbahnlinie Schweinfurt – Gerolzhofen über Sennfeld eröffnet.

Im Zweiten Weltkrieg hatte die Gemeinde Sennfeld aufgrund der Nähe zur Industriestadt Schweinfurt sehr unter den Bombenangriffen auf Schweinfurt zu leiden. Am 31. März 1944 fielen während eines Fliegerangriffs eine englische Luftmine sowie eine Vielzahl an Spreng-, Brand- und Phosphorbomben auf den alten Dorfkern. Viele historische Baudenkmäler wie die alte evangelisch-lutherische Dreieinigkeitskirche, das Rathaus und die alte Schule wurden zerstört. Zudem wurden bei diesem Angriff 203 Wohnhäuser beschädigt, wovon 37 total zerstört, 42 schwer und 124 leicht beschädigt wurden. Mehrere Dutzend Nutzgebäude wie landwirtschaftlichen Nebenbauten, Scheunen und Gewächshäuser waren ebenfalls betroffen. Zusammen mit Angriffen am 17. August 1943 (im Rahmen der Operation Double Strike) und am 24. Februar 1944 fielen drei Luftminen, 35 Sprengstoff-, 550 Phosphor- und 600 Stabbrandbomben auf die Gemeinde Sennfeld.

Das Dorf, das zu diesem Zeitpunkt ca. 2800 Einwohner zählte, wurde am 12. April 1945 an amerikanische Truppen übergeben.

Von 1971 bis 1973 wurde eine Eingemeindung nach Schweinfurt heftig diskutiert, aber abgelehnt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat (ohne Bürgermeister) 16 Mitglieder.

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aussichtskanzel „Maintalblick“, ein 2013 am „Gemarkungsdreieck“ Sennfeld/Schonungen/Gochsheim errichteter 6,5 m hoher hölzerner Aussichtsturm[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sennfeld ist auf der A70 über zwei Abfahrten erreichbar: der Anschlussstelle Nummer 7 Schweinfurt-Zentrum/Sennfeld–West und Nummer 8 Gochsheim/Sennfeld.

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Schweinfurt–Sennfeld (Sennfelder Bahnhof) liegt unmittelbar jenseits der Gemeindegrenze auf Schweinfurter Stadtgebiet an der Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt, die derzeit (2016) sehr selten befahren wird.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Wüst: Die fränkischen Reichsdörfer Sennfeld und Gochsheim zwischen alter und neuer Lehre – Religions- und Konfessionspolitik im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Schweinfurt 2016. ISBN 978-3-00-052966-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sennfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Die Aussichtskanzel „Maintalblick“ ist eingeweiht auf in-und-um-schweinfurt.de vom 4. Juni 2013, abgerufen am 11. Februar 2016