Seubersdorf (Dietenhofen)

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49.41944444444410.737222222222367Koordinaten: 49° 25′ 10″ N, 10° 44′ 14″ O

Seubersdorf
Höhe: 363–375 m
Einwohner: 115 (31. Dez. 2005)
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 90599
Vorwahl: 09105

Seubersdorf ist ein Ortsteil des Marktes Dietenhofen im Landkreis Ansbach, Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten]

Das Kirchdorf liegt im Naturpark Frankenhöhe etwa 4 km nordöstlich von Dietenhofen und etwa 4 km nordwestlich von Großhabersdorf. Durch den Ort fließt der Schlauersbach, der ein linker Zufluss der Bibert ist. Ca. ein Kilometer nördlich des Dorfes befindet sich der Heidebuck (384 m ü. NN), ca. ein Kilometer nordwestlich das Lohrholz und das Kronholz.

Geschichte[Bearbeiten]

In einer Bulle des Papstes Innozenz IV. wurde Seubersdorf 1249 erstmals als Sibroctisdorf (= Dorf eines Sigibrecht) erwähnt. In dieser Urkunde wird bestätigt, dass das Kloster Heilsbronn u.a. auch in diesem Ort Güter rechtmäßig erworben hat. In einer heilsbronner Urkunde von 1297 wird der Ort Sibrechtsdorf bezeichnet, 1532 als Seuberßdorff, 1803 auch als Seibersdorf.

Die oben genannten Urkunde von 1297 gibt darüber Aufschluss, dass dem Kloster bereits zu dieser Zeit die meisten Anwesen unterstanden. Das Patronat der Ortskapelle unterstand jedoch der Würzburger Familie von Tanneberg.

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges besaß das Kloster 10 Höfe, die allesamt während dieses Krieges verödeten.

Am nördlichen Ortsrand liegt die um 1700 errichtete St. Maria-Magdalena-Kirche, eine Filialkirche von der evangelisch-lutherischen St. Andreas-Kirche Dietenhofen. An ihrer Stelle stand zuvor die oben genannte Privatkapelle der Familie Tanneberg, die möglicherweise teilweise für den Bau der Kirche weiter verwendet wurde. Zeitweise war St. Maria Magdalena eine eigenständige Pfarrgemeinde.

Am 8. April 1945, dem Weißen Sonntag, ging während der Konfirmationsfeier ein Bombenregen über dem Ort nieder, es wurden 63 Einschläge gezählt. Auf der Hochfläche nördlich des benachbarten Unterschlauersbach befand sich ein Militärflugplatz. Die Schäden waren schnell behoben.

Bis zur Gebietsreform war Seubersdorf eine eigenständige politische Gemeinde, zu der auch Oberschlauersbach gehörte. Am 1. Januar 1970 wurde sie in den Markt Dietenhofen eingegliedert.[1]

Mit dem Kanalbau wurde 2002 begonnen und im Anschluss eine Dorferneuerung durchgeführt.

Baudenkmäler[2][Bearbeiten]

  • Evang.-Luth. Pfarrkirche St. Maria Magdalena: Chorturmkirche, 1705, mit mittelalterlichen Teilen; mit Ausstattung; Friedhof, Ummauerung im Kern spätmittelalterlich, spitzbogiges Tor, mit Grabsteinen.
  • Haus Nr. 8: Ehem. Schulhaus auf einer Anhöhe, in unmittelbarer Nähe der Evang.-

Luth. Pfarrkirche und des Friedhofs, traufständiger dreiachsiger Putzbau mit zwei Geschossen, Eckquaderung und Walmdach, spätklassizistisch, erbaut 1845; Waschhaus; Brunnen mit Pumpe, Brunnenstock erneuert.

  • Haus Nr. 24: Eingeschossiges Wohnstallhaus, Quaderbau, 1852.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Gemeinde Seubersdorf

  • 1910: 310 Einwohner[3]
  • 1933: 284 Einwohner
  • 1939: 272 Einwohner[4]

Ortsteil Seubersdorf

  • 1987: 113 Einwohner[5]
  • 2010: 115 Einwohner[6]

Verkehr[Bearbeiten]

In Seubersdorf kreuzt die Kreisstraße AN 26/FÜ 11 von Kleinhaslach nach Kirchfarrnbach die Rothenburger Straße (St 2245).

Kurzzeitig war Seubersdorf im Gespräch als Standort eines Bahnhofs an einer von Cadolzburg über Deberndorf nach Unternbibert verlängerten Rangaubahn. Die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft lehnte dies am 1. Februar 1894 auf Grund der „ungünstigen Terrainverhältnisse“ ab. Am 22. Mai 1914 eröffneten die Königlich Bayerische Staats-Eisenbahnen die Bibertbahn über Großhabersdorf und Münchzell nach Dietenhofen.[7]

Sonstiges[Bearbeiten]

Schindelbauers-Haus im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim

Das alte Schindelbauers-Haus befindet sich als einziges Bauwerk aus dem Gebiet der Gemeinde Dietenhofen im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Johann Kaspar Bundschuh: Geographisches statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 5. Stettinische Buchhandlung, Ulm 1802, Sp. 279. 301, DNB 790364328.
  •  Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. C. H. Beck, Nördlingen 1879, S. 361f., DNB 940177943.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  2. Baudenkmäler in Dietenhofen (PDF-Datei; 135 kB)
  3. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/neustadt.htm
  4. http://geschichte-on-demand.de/bay_neuaisch.html
  5. http://gov.genealogy.net/item/show/SEUORFJN59IK
  6. http://www.dietenhofen.de/php/ortsteile.php
  7. Peter Ramsenthaler: Lokalbahn Nürnberg- Unternbibert-Rügland: Von der Frankenmetropole in den Rangau. H-und-L-Publ.-Souvenirs-Verlag Bleiweis, Schweinfurt 1996, ISBN 3928786482, Seite 3