Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim

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Bauernhaus (1684) aus Seubersdorf
Köblerhaus (1702) aus Oberfelden und Häckerhaus (1706) aus Ergersheim
Innenraum des Gasthauses aus Mühlhausen
Ochsengespann im Freilandmuseum
Der Alte Bauhof

Das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim ist ein 45 Hektar großes Museumsgelände am Südrand der Altstadt von Bad Windsheim. Die Errichtung des Freilandmuseums in der Trägerschaft des Bezirks Mittelfranken wurde am 27. Juli 1976 vom Bezirkstag beschlossen. Im Frühjahr 1979 wurde mit dem Aufbau von Gebäuden begonnen, die von ihren ursprünglichen Standorten in das Museumsgelände versetzt wurden.

Dieses ist in Häusergruppen (Baugruppen) gegliedert und es werden dort ständig weitere Gebäude aus Mittelfranken möglichst originalgetreu wiederaufgebaut. Mittlerweile (2015) stehen über 100 Gebäude im Museumsgelände, jährlich kommen eines bis zwei weitere hinzu.

Beschreibung der Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Eingangsbereich befindet sich das erste Gebäude des Museums, ein großes Wirtshausgebäude, das ursprünglich in Oberampfrach stand. Des Weiteren befindet sich am Eingang ein Korbhaus aus Knittelsbach im Landkreis Ansbach.

Die Baugruppe Ost: Regnitzfranken/Frankenalb besteht aus einigen Bauernhäusern, einer Mühle und einem Hopfengarten. Dazu gehört ein Scheunengebäude, das am ursprünglichen Standort der Lagerung und Bearbeitung der Hopfenernte gedient hat. Dort wird auf Schautafeln und alten Geräten ausführlich und anschaulich gezeigt, wie früher Hopfen geerntet und weiterbearbeitet wurde. 2005 wurde eine aus Zirndorf stammende komplette Hofanlage im Museum eröffnet.

Die Baugruppe Süd: Altmühlfranken besteht aus mehreren Jurahäusern mit Kalkplattendächern, darunter ein Taglöhnerhaus aus Marienstein aus dem 14. Jahrhundert.

In der Baugruppe West: Mainfranken/Frankenhöhe wurde neben einigen Bauernhöfen ein Kommunbrauhaus wieder errichtet. Das Brauhaus stand früher in Schlüsselfeld.[1] Heute wird regelmäßig in Schauvorführungen Bier gebraut, das gleich nebenan im Wirtshaus am Kommunbrauhaus ausgeschenkt wird. 2009 wurde das Jagdschlösschen aus Eyerlohe mit einer Dauerausstellung über das Thema Jagd im Obergeschoss eröffnet.[2] 2010 kam in dieser Baugruppe auch das Schulhaus aus Pfaffenhofen dazu[3] und im Jahr 2011 die kleine Hofkapelle aus Rodheim (bei Oberickelsheim) mit einem gegeißelten Heiland.

In der Baugruppe Industrie & Technik ist u. a. eine funktionstüchtige Ziegelei mit einem Derrickkran eingerichtet.

Die Baugruppe Mittelalter enthält das Archäologie-Museum.

Ebenfalls zum Museum gehört mit der Baugruppe Stadt ein Ensemble, das sich nicht auf dem eigentlichen Museumsgelände befindet, sondern einige hundert Meter entfernt in der Stadt. Wichtigstes Gebäude ist hier der historische Bauhof von 1441 mit seinem imposanten freitragenden Dachstuhl. Ein Nebengebäude wird als historische Baustelle präsentiert, auf der die verschiedenen alten Bauberufe vorgestellt werden. Im Jahr 2006 wurde zudem das Museum Kirche in Franken eröffnet; es befindet sich in der restaurierten und profanisierten Spitalkirche von Bad Windsheim.

2014 wurde beschlossen, eine um das Jahr 1740 erbaute ehemalige Landsynagoge aus Giebelstadt-Allersheim in das Freilandmuseum zu translozieren.[4]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Schauvorführungen zeigen Handwerker ihre Fähigkeiten. Dabei erleben die Besucher, wie Zimmerleute, Schreiner, Steinmetze, Glaser, Büttner oder Schmiede früher gearbeitet haben. Diese Kenntnisse werden auch zum Aufbau und der Pflege des Museums benötigt.

Auf dem Gelände werden zudem Theaterstücke aufgeführt, regelmäßig Lesungen veranstaltet und Führungen zu Spezialthemen angeboten. Darüber hinaus gibt es ein umfangreiches Seminarprogramm, das sich an Laien und Fachleute wendet. Schulklassen können aus etwa 30 verschiedenen Aktionen zu unterschiedlichen Themengebieten für verschiedene Altersgruppen auswählen.

2015 dienten die Bauten im Freilandmuseum teilweise als Kulisse für den Film Valentina unter der Regie von Max Kidd und Tobias Rosen.[5]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Träger des Museums ist der Bezirk Mittelfranken. Darüber hinaus gibt es mit dem Verein Fränkisches Freilandmuseum (Gründung 1975), dem Förderverein Spitalkirche (Gründung 1991) und dem Förderverein Jagdschlösschen (Gründung 2001) drei Fördervereine.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kommunbrauhaus Schlüsselfeld. www.kommunbrauhaus.com, abgerufen am 29. August 2015.
  2. Das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim und der Förderkreis Jagdschlösschen schultern ein außergewöhnliches Projekt. www.freundetriesdorf.de, abgerufen am 29. August 2015.
  3. Schulhaus wurde im Freilandmuseum eingeweiht: 350 Museumsgäste wollten das neue Gebäude aus Pfaffenhofen sehen. nordbayern.de, 20. September 2010, abgerufen am 29. August 2015.
  4. Allersheim: Fortbestehen der Synagoge ist gesichert. Main-Post, 7. März 2014, abgerufen am 29. August 2015.
  5. Filmproduktion im Freilandmuseum, Pressebericht vom 1. Oktober 2015
  6. Unsere Fördervereine. freilandmuseum.de, abgerufen am 29. August 2015.

Koordinaten: 49° 29′ 50″ N, 10° 25′ 20″ O