Simret Restle-Apel

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Simret Restle-Apel (geb. Asmerom; * 4. Mai 1984 in Adi Bidel) ist eine ehemalige deutsche Langstreckenläuferin eritreischer Herkunft.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jugendbereich startete Restle-Apel von 2000 bis 2002 dreimal für Eritrea bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften.

2002 setzte sie sich von der Nationalmannschaft ab und kam nach Deutschland, wo sie zunächst vom Jugendtrainer Tim Restle betreut wurde, mit dem sie auch verheiratet war.

2006 wurde sie deutsche U23-Meisterin über 5.000 und 10.000 Meter sowie im 10-Kilometer-Straßenlauf. 2007 wurde sie bei den Deutschen Meisterschaften im Erwachsenenbereich jeweils Zweite über 5.000 Meter, 10 Kilometer und im Crosslauf. Ebenfalls Zweite wurde sie beim Paderborner Osterlauf auf der 10-Kilometer-Strecke. Im selben Jahr erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft.[1]

2008 wurde sie deutsche Vizemeisterin in der Halle über 3.000 Meter und im Freien über 10.000 Meter. Im Herbst gewann sie den Tübinger Stadtlauf.

Im Jahr darauf wurde sie über 10.000 Meter erneut deutsche Vizemeisterin, verteidigte ihren Titel in Tübingen, wurde Dritte beim Luxemburger Halbmarathon Route du Vin und siegte beim Bietigheimer Silvesterlauf.

2010 gewann sie den Frankfurter Halbmarathon,[2] wurde zum dritten Mal über 10.000 Meter deutsche Vizemeisterin und errang bei der Deutschen Meisterschaft im 10-Kilometer-Straßenlauf ihren ersten nationalen Titel.[3] Im Herbst siegte sie beim Köln-Marathon auf der Halbmarathon-Strecke.[4]

2010 wechselte sie von der LG Eintracht Frankfurt zum PSV Grün-Weiß Kassel,[5] wo sie von Winfried Aufenanger betreut wird.

Bei den Crosslauf-Europameisterschaften 2011 lief Restle-Apel auf den neunten Platz. Im April 2012 wurde sie vor Susanne Hahn Deutsche Meisterin im Halbmarathon.[6] Im Mai 2012 wurde Restle-Apel bei einer Trainingskontrolle positiv auf das verbotene Mittel Erythropoetin (EPO) getestet. Sie begründete dies mit einer Medikamenten-Verwechslung und verzichtete auf die Öffnung der B-Probe.[7][8][9] Sie wurde für zwei Jahre gesperrt.[10]

2015 wurde sie zum zweiten Mal Deutsche Meisterin im Halbmarathon sowie als erste Deutsche Siegerin des Kassel-Marathons.

Zum Jahreswechsel 2015/2016 war geplant, dass Simret Restle-Apel vom PSV Grün-Weiß Kassel zur LAZ Puma Rhein-Sieg wechseln sollte. Aufgrund der fehlenden Freigabe des Kasseler Vereines kam dieser Wechsel allerdings nicht zu Stande.[11]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simret Restle-Apel ist seit Oktober 2011 mit dem Orthopäden Rainer Apel verheiratet. Die 1,70 m große und 45 kg schwere Athletin mit dem Spitznamen „Simi“ wohnt in Wiesbaden und trainierte sich von 2006 bis 2016 selbst.

Am 18. Februar 2016 stürzte Simret Restle-Apel aus 15 m Höhe vom Dach eines Hotels in Wiesbaden und überlebte schwer verletzt.[12][13] Trotz einer Vielzahl erlittener Knochenbrüche konnte Simret Restle-Apel nach drei Monaten Klinikaufenthalt wieder Geherfolge erzielen. In wie weit sie in Zukunft wieder Laufsport betreiben wird, ist ungewiss.[14][15]

Persönliche Bestzeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 800 m: 2:07,91 min, 28. Juni 2009, Rheinau-Freistett
  • 1.500 m: 4:16,07 min, 10. August 2007, Leverkusen
  • 3.000 m: 9:05,99 min, 6. Juni 2007, Pfungstadt
  • 5.000 m: 15:28,71 min, 23. Mai 2012, Koblenz
  • 10.000 m: 32:41,50 min, 5. Mai 2012, Marburg
  • 10-km-Straßenlauf: 33:04 min, 7. April 2007, Paderborn
  • Halbmarathon: 1:12:56 h, 3. Oktober 2010, Köln
  • 3000-m-Hindernislauf: 10:06,61 min, 10. Mai 2008, Breidenbach
  • Marathon 2:37:48 h, 17. Mai 2015, Kassel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. leichtathletik.de: Simret Restle – Über Hindernisse zum Erfolg?, 26. April 2008
  2. leichtathletik.de: Simret Restle gewinnt klar in Frankfurt, 14. März 2010
  3. leichtathletik.de: Jan Fitschen und Simret Restle siegen, 11. September 2010
  4. leichtathletik.de: Simret Restle läuft Bestzeit in Köln, 3. Oktober 2010
  5. Frankfurter Rundschau: Simret Restle: Die Einsamkeit der Langstreckenläuferin, 16. März 2010
  6. leichtathletik.de: Simret Restle-Apel schlägt Susanne Hahn, 15. April 2012
  7. Ins Hoch gerumpelt. Der Dopingfall Simret Restle-Apel ist nicht nur das Privatproblem einer Wiesbadener Läuferin, SZ, 9. Juni 2012, S. 46
  8. Michael Reinsch: Spritze oder Patientin verwechselt? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. Juni 2012
  9. Michael Reinsch: „Ich habe mir die Spritze gegeben und sie weggeworfen.“ In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. Juni 2012
  10. Eberhard Vollmer: NADA-Schiedsspruch gegen Simret Restle-Apel, www.leichtathletik.de, 14. Januar 2013
  11. Uwe Martin: Was macht eigentlich … Simret Restle-Apel? Schwere Zeiten für die Läuferin von GW Kassel. Hessischer Leichtathletik-Verband, 14. März 2016, abgerufen am 17. März 2016.
  12. Frau stürzt von Dach am Kaiser-Friedrich-Platz. Wiesbadener Kurier, 20. Februar 2016, abgerufen am 14. Juni 2016.
  13. Tobias Goldbrunner: „Ein echtes Wunder“: Leichtathletik-Ass Simret Restle-Apel aus Wiesbaden überlebt Sturz aus 15 Metern. Wiesbadener Kurier, 16. März 2016, abgerufen am 14. Juni 2016.
  14. Martin Scholz: Läuferin Simret Restle-Apel: Karriere-Ende nach 15-Meter-Sturz. Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 17. März 2016, abgerufen am 17. März 2016.
  15. Tobias Goldbrunner: Leichtathletik: Simret Restle-Apel kann nach Horrorsturz schon wieder gehen. Wiesbadener Kurier, 14. Juni 2016, abgerufen am 14. Juni 2016.