Sommersdorf (Landkreis Börde)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sommersdorf
Sommersdorf (Landkreis Börde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sommersdorf hervorgehoben
52.16666666666711.083055555556165Koordinaten: 52° 10′ N, 11° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Börde
Verbandsgemeinde: Obere Aller
Höhe: 165 m ü. NHN
Fläche: 29,31 km²
Einwohner: 1434 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39365
Vorwahlen: 039402, 039400
Kfz-Kennzeichen: BK, BÖ, HDL, OC, OK, WMS, WZL
Gemeindeschlüssel: 15 0 83 485
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Zimmermannplatz 2
39365 Eilsleben
Webpräsenz: www.sommersdorf.de
Bürgermeister: Peter Müller
Lage der Gemeinde Sommersdorf im Landkreis Börde
Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Altenhausen Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Ingersleben Beendorf Bülstringen Oebisfelde-Weferlingen Oebisfelde-Weferlingen Ingersleben Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Erxleben Hohe Börde Oschersleben (Bode) Angern Calvörde Hohe Börde Flechtingen Hohe Börde Hohe Börde Ingersleben Oebisfelde-Weferlingen Hohe Börde Eilsleben Oschersleben (Bode) Oebisfelde-Weferlingen Oschersleben (Bode) Hohe Börde Hötensleben Eilsleben Hohe Börde Altenhausen Burgstall Angern Oebisfelde-Weferlingen Oebisfelde-Weferlingen Flechtingen Hohe Börde Wanzleben-Börde Hohe Börde Sommersdorf Zielitz Calvörde Wanzleben-Börde Hohe Börde Calvörde Ingersleben Erxleben Loitsche-Heinrichsberg Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Hohe Börde Eilsleben Flechtingen Wefensleben Eilsleben Calvörde Wanzleben-Börde Eilsleben Wanzleben-Börde Hötensleben Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Westheide Wanzleben-Börde Am Großen Bruch Ummendorf Wanzleben-Börde Erxleben Oebisfelde-Weferlingen Altenhausen Wolmirstedt Oebisfelde-Weferlingen Westheide Altenhausen Erxleben Wanzleben-Börde Oebisfelde-Weferlingen Hohe Börde Haldensleben Harbke Sommersdorf Oschersleben (Bode) Loitsche-Heinrichsberg Bülstringen Wanzleben-Börde Völpke Burgstall Angern Westheide Oschersleben (Bode) Angern Wanzleben-Börde Rogätz Hohe Börde Hohe Börde Barleben Erxleben Am Großen Bruch Hötensleben Ausleben Burgstall Calvörde Wolmirstedt Kroppenstedt Flechtingen Wanzleben-Börde Burgstall Gröningen Colbitz Niedere Börde Oebisfelde-Weferlingen Sülzetal Oschersleben (Bode) HaldenslebenKarte
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Sommersdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie gehört der Verbandsgemeinde Obere Aller an, die ihren Sitz in der Gemeinde Eilsleben hat.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sommersdorf liegt im Bereich der südlichen Ausläufer des Höhenzuges Lappwald, unweit der Landesgrenze zu Niedersachsen (die niedersächsischen Städte Helmstedt und Schöningen sind 8 km bzw. 9 km entfernt). Die nähere Umgebung zwischen Aller, Lappwald und Elm ist hügelig und weist Höhen bis 200 m ü. NN auf („Fuchsberge“ 202 m, „Hochberg“ 200 m ü. NN). Der höchste Punkt ist der „Heidberg“ mit 211,1 m.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Sommersdorf gehören die Ortsteile Sommerschenburg und Marienborn.

Geschichte[Bearbeiten]

Sommersdorf taucht 983 erstmals in einer Aufzeichnung des Klosters St. Ludgeri in Helmstedt als Sumarasthorpa auf. Der Ursprung des Namens lässt sich aus dem im Wort enthaltenen altsächsischen meri (= See, Sumpf) herleiten. Dies bezieht sich auf die Wiesen westlich von Sommersdorf – ein ehemaliges Sumpfgebiet, das über die Schöninger Aue zum Großen Bruch hin entwässert wird. Die Umgebung von Sommersdorf war schon in der jungsteinzeitlichen Epoche besiedelt, worauf Artefakte, die bei Bauarbeiten gefunden wurden, hindeuten (Steinbeil, Pfahldorfreste).

Doe Geschichte Sommersdorfs im Mittelalter ist eng mit der Sommerschenburg verknüpft. Hier kämpfe Heinrich der Löwe gegen den Magdeburger Erzbischof Wichmann von Seeburg und König Otto IV. gegen Philipp von Schwaben.

Ab 1208 gehörte die Sommerschenburg und Sommersdorf zum Einflussbereich des Erzbistums Magdeburg, ab 1680 innerhalb des Herzogtums Magdeburg zum preußischen Brandenburg.

In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts hatte Sommersdorf ca. 270 Einwohner, was sich aus dem Erbregister ableiten lässt. Während des Dreißigjährigen Krieges fielen kaiserliche Truppen in das Gebiet ein, das später vom Bischof von Halberstadt, Christian von Braunschweig, geplündert wurde. Truppen Wallensteins eroberten danach die Burg. Raub, Mord und Pest (1636) ließen im Gebiet viele wüste und halbwüste Dörfer zurück.

Sommersdorf wurde allmählich neu aufgesiedelt, zu Beginn des 18. Jahrhunderts lag die Einwohnerzahl des Ortes bei ca. 500. Im Siebenjährigen Krieg hatte Sommersdorf unter französischen Einquartierungen zu leiden – der napoleonische Feldzug 1806 hinterließ dagegen wenig Spuren im Ort.

In den Jahren zwischen 1807 und 1813 gehörte Sommersdorf vorübergehend zum Königreich Westphalen, was für die Bauern die Abschaffung eines Großteil der Abgabenlasten brachte.

Die weitere Entwicklung des Gebietes um Sommersdorf stand im Zeichen der Braunkohle, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts erschlossen und abgebaut wurde. Im nahegelegenen Helmstedter Revier lagen zum Teil beträchtliche Braunkohlevorkommen. Die industrielle Förderung begann nach 1847. Mit dem industriellen Aufschwung stieg die Bevölkerungsanzahl im Gebiet – bis in die 1930er-Jahre wuchs die Einwohnerzahl durch Zuzug von Bergleuten nach Sommersdorf auf ca. 1000 an. Im Ersten Weltkrieg hatte die Gemeinde 55 Gefallene zu beklagen, aus dem Zweiten Weltkrieg kehrten 39 Sommersdorfer nicht zurück.

Nachdem Einmarsch der Amerikaner im April 1945 folgte die Rote Armee. Sommersdorf lag im Sperrgebiet der innerdeutschen Grenze, in der Zeit von 1961 bis 1989 verließen viele junge Menschen die Gemeinde. Im Jahr 1974 entstand nahe der Unterburg ein Naherholungsgebiet mit einer Badeanstalt an einer ehemaligen Erzgrube. 1978 wurde der Bau der zentralen Trinkwasserleitung abgeschlossen.

Am 12. April 1990 wurde der Grenzübergang nach Büddenstedt-Hohnsleben geöffnet. Nach der politischen Wende 1989 fielen viele Arbeitsplätze weg: der Braunkohlentagebau Wulfersdorf wurde 1989 geschlossen, 1991 schloss auch das Kraftwerk im benachbarten Harbke. Schließlich wurde 1992 auch die Produktion der Völpker Brikettfabrik eingestellt. Der massive Arbeitsplatzabbau stellte auch Sommersdorf vor große Probleme.

Sommersdorf wurde 1992 in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen, neue Dächer, Heizungen und Fenster wurden finanziell gefördert, eine zentrale Abwasserleitung ist seit 1999 in Betrieb. Weitere aufwändige Sanierungen betrafen die Kirche und die gesamte Bergstraße.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 2010 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Marienborn eingemeindet.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008
Einwohner1 1.109 1.119 1.090 1.084 1.065 1.030

1Einwohnerzahl jeweils zum 31. Dezember.
(Quellen: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt)

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Zielitz setzt sich nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:

Partei/Liste Sitze
Pro Marienborn 5
SPD 4
CDU 2
fraktionslos 1

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 24. März 2000 durch das Regierungspräsidium genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Rot, vorn sieben rote Balken, hinten ein silberner Krug am Spalt.“

Sommersdorf führt seit 1983 ein Wappen, das bisher popularisiert wurde und mit dem sich die Bevölkerung identifiziert. Anlässlich der 1000-Jahr-Feier beschloss die Gemeindevertretung von Sommersdorf, zu dem auch Sommerschenburg gehört, am 28. Juni 1983 ein gespaltenes Wappen zu führen. Die rechte Seite nimmt Bezug auf die traditionellen Farben aus der Zugehörigkeit der Gemeinde zur Herrschaft Sommerschenburg-Seehausen, zum Hochstift Quedlinburg und zum Erzstift Magdeburg. Da in den Ortsteilen in früherer Zeit lange das Töpferhandwerk stark verbreitet war, wählte man auf der linken Seite des Wappens als Symbol einen Krug am Spalt.

Die Farben der Gemeinde sind Rot-Silber (Weiß).

Das Wappen wurde von dem Magdeburger Heraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist Rot-Weiß gestreift mit dem aufgelegten Wappen der Gemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gneisenau-Denkmal
  • Ortsteil Sommerschenburg mit der letzten Ruhestätte des preußischen Generalfeldmarschalls und Heeresreformers August Graf Neidhardt von Gneisenau (1760–1831)
  • Zu den aktiven Sommersdorfer Vereinen zählen unter anderem der Männergesangsverein „Glück-auf“, der Schützenverein und die 1890 gegründete Freiwillige Feuerwehr.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Sommersdorf liegt nahe der Bundesstraße 245a (HelmstedtBarneberg), der Autobahn-Anschluss Helmstedt (A 2) ist ca. 10 km von der Gemeinde entfernt. Im Ortsteil Marienborn befindet sich ein Bahnhof sowie in der Nachbargemeinde Büddenstedt und in Helmstedt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sommersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien