Steimke (Klötze)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Steimke
Stadt Klötze
Wappen von Steimke
Koordinaten: 52° 35′ 12″ N, 10° 58′ 0″ O
Höhe: 75 m
Fläche: 18,54 km²[1]
Einwohner: 418 (30. Jun. 2017)
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 38486
Vorwahl: 039008
Steimke (Sachsen-Anhalt)
Steimke
Steimke
Lage von Steimke in Sachsen-Anhalt

Steimke ist ein Ortsteil der Stadt Klötze im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmal Wappeneiche in Steimke. Sie diente als Vorbild für die Eiche im Wappen

Das altmärkische Dorf Steimke, ein früheres Doppelrundplatzdorf, heute ein Haufendorf[1] an der Ohre, liegt etwa 14 Kilometer westlich von Klötze. Im Westen liegt das Naturschutzgebiet Ohreaue und die Landesgrenze zu Niedersachsen.[2]

Geologisch liegt das Dorf auf der Calvörder Scholle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung als stenbere, einem Hof mit drei Morgen Land, stammt aus dem Jahre 1112,[3][4] als der Bischof Reinhard von Halberstadt die Übertragung des von ihm in Osterwieck gegründeten Klosters nach Hamersleben genehmigte.

Im Jahre 1281 wurden zwei Geistliche als Rudolpho et Johanne fratribus de Stemke in einer in Arneburg ausgestellten Urkunde genannt.[5] 1357 hieß es in einer Urkunde in Steinbeke, als die von Bartensleben dem Markgrafen Ludwig dem Römer Einnahmen aus verschiedenen Dörfern gaben.[6] Die Erwähnung in einer Lehensurkunde für die von Bartensleben von 1420 lautet: dacz dorff czu Steineke (Steinbeke), daz da licht up der Ore by Brome.[7] Weitere Nennungen sind 1530 Im Dorppe to Stemeke, 1687 Steimbeke[1] und schließlich 1804 Steimcke, Steinbeck.[8]

Das seinerzeit landtagsfähige Rittergut Vogtei Steimke gehörte denen von der Schulenburg, war aber kein Gutsbezirk.

Erste Erwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Historiker Peter P. Rohrlach wies darauf hin,[1] dass sich die Erwähnung von Steimke im Jahre 1238[9] Steimbeke iuxta Varsfelde, auf Steimke bei Wolfsburg, das heutige Nordsteimke bezieht. 1988 war aufgrund dieser Zuordnung die 750-Jahr-Feier im Dorf gefeiert worden. Franz Mertens übersetzte 1956 diese Erwähnung von 1238 als steimbecke mit Steinbach.[10] Da das hiesige Steimke an der Ohre liegt, einem sandigem Fluss und nicht an einem Bach mit Steinen, deutete sich das Problem bei der Zuordnung schon damit an, wie der Ortschronist Hermann Buchmüller erläuterte.[11]

Im Jahre 2012 wurde die 900-Jahr-Feier des Ortes begangen. Der Ortschronist Hermann Buchmüller hatte beim Austausch mit Interessierten aus dem Nachbardorf Ristedt von dessen Erwähnung 1112 erfahren und konnte zusammen mit Historikern in der gleichen Urkunde Steimke als stenbere finden. Es taucht auch später in anderen Urkunden unter diesem Namen auf.[11]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Steimke vom Landkreis Salzwedel in den Landkreis Gardelegen umgegliedert. Am 25. Juli 1952 kam die Gemeinde zum Kreis Klötze. Nach dessen Auflösung wurde Steimke am 1. Juli 1994 der Altmarkkreis Salzwedel zugeordnet.[12]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Steimke am 13. Januar 2009, dass die Gemeinde Steimke in die Stadt Klötze eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[13][14]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Steimke wurde Steimke Ortsteil der Stadt Klötze. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Steimke und künftige Ortsteil Steimke wurde zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Klötze. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Steimke wurde ein Ortschaftsrat mit vier Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 177
1774 173
1789 182
1798 192
1801 175
1818 165
Jahr Einwohner
1840 370
1864 500
1871 501
1885 521
1892 548
1895 546
Jahr Einwohner
1900 568
1905 576
1905 563
1925 546
1939 506
1946 728
Jahr Einwohner
1964 521
1971 468
1981 404
1993 353
2006 432
2017 418
Jahr Einwohner
2018 430

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzter Bürgermeister der Gemeinde war Oliver Mende.[19]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Im goldenen Schild mit schwarz/silbernem Sparrenbord eine entwurzelte schwarze Eiche mit grünen Blättern und Früchten über blauer Wellenleiste.“

Die Farben von Steimke sind Grün/Gold (Gelb).

Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Grün-Gelb-Grün gestreift mit dem aufgelegten Wappen der ehemaligen Gemeinde auf dem breiteren Mittelstreifen. Die Flagge kann die Form der Hissflagge, der Querflagge, der Hängefahne, des Banners und des Wimpels haben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Steimke
  • Die evangelische Dorfkirche Steimke ist ein klassizistischer rechteckiger Bau von 1825. Kennzeichnend sind die hohen Rundbogenfenster. Die Orgel stammt aus dem 19. Jahrhundert.[20]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Heimatverein Steimke e.V., 2017 gegründet, betreibt eine Heimatstube.[21]
  • Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Steimke e.V.
  • Kinderglück Steimke e.V., 1999 gegründet, Träger der Kindertagesstätte im Dorf

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Steimke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 2124–2127 (Open Access beim Verlag).
  2. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. Johann Georg Leuckfeld: Antiquitates Michaelsteinenses et Amelunxbornenses, das ist historische Beschreibung derer vormahls berühmten CistercienserAbteyen Michaelstein und Amelunxborn… Freytag, Wolffenbüttel 1710, S. 37 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10006631~SZ%3D00053~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 16. Berlin 1859, S. 393 (Digitalisat).
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 16. Berlin 1859, S. 321 (Digitalisat).
  6. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 17. Berlin 1859, S. 337 (Digitalisat).
  7. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 17. Berlin 1859, S. 273 (Digitalisat).
  8. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 386 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00408~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  9. Peter Wilhelm Behrens: Graf Siegfried von Osterburg und Altenhausen resigniert viele Dörfer und Grundstücke in der Altmark 1238. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 4. Jahresbericht, 1841, S. 51 (altmark-geschichte.de [PDF]).
  10. Franz Mertens: Heimatbuch des Kreises Gardelegen und seiner näheren Umgebung. Hrsg.: Rat des Kreises Gardelegen. Gardelegen 1956, DNB 1015184308, S. 209.
  11. a b Monika Schmidt: Die Ortsgeschichte neu schreiben. In: Altmark Zeitung, Ausgabe Klötze. 7. April 2010 (az-online.de [abgerufen am 30. März 2019]).
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 360.
  13. Amtsblatt des Landkreises Nr. 2/2009 Seite 36–38 (Memento des Originals vom 14. November 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.altmarkkreis-salzwedel.de (PDF; 397 kB)
  14. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  15. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 52 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 31. Dezember 2018]).
  16. Pfarrbereich Steimke-Kusey. Abgerufen am 5. März 2019.
  17. Ernst Machholz: Die Kirchenbücher der evangelischen Kirchen in der Provinz Sachsen (= Mitteilungen der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte. 30. Heft). Leipzig 1925, S. 9 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 30. März 2019]).
  18. Bistumsatlas Bistum Magdeburg
  19. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bürgermeisterwahl am 6. August 2006
  20. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 460.
  21. Monika Schmidt: Die Heimatstube ist fertig. Engagierte Steimker haben mit Stadtunterstützung eigenes Domizil geschaffen. In: Altmark Zeitung, Ausgabe Klötze. 15. Mai 2018 (az-online.de [abgerufen am 30. März 2019]).