Trippigleben

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Trippigleben
Stadt Klötze
Koordinaten: 52° 32′ 9″ N, 11° 9′ 6″ O
Höhe: 61 m ü. NHN
Fläche: 8,25 km²[1]
Einwohner: 162 (30. Jun. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1974
Eingemeindet nach: Wenze
Postleitzahl: 38486
Vorwahl: 039004
Trippigleben (Sachsen-Anhalt)
Trippigleben
Trippigleben
Lage von Trippigleben in Sachsen-Anhalt

Trippigleben ist eine Ortschaft der Stadt Klötze im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Trippigleben, ein Rundplatzdorf mit Kirche auf dem Platz,[1] liegt 17 Kilometer westlich von Gardelegen am nördlichen Rand des Naturparks Drömling und im Vogelschutzgebiet „Feldflur bei Kusey“. Im Nordosten liegen das Trippiglebener Moor und das Jeggauer Moor, die zum Naturschutzgebiet Ohre-Drömling gehören.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1121 erstmals als Droploge erwähnt,[4] als Bischof Reinhard von Halberstadt den Ort Kalbe dem von ihm gestifteten Mönchskloster St. Lorenz in Schöningen vereignete.[5] Im Jahre 1394 wurde dat dorp to Trippicleve zusammen mit Köckte, Breitenfeld und Tarnefitz von Gebhard von Berenbruke für 45 Mark Silbers den Herzögen Bernhard und Heinrich von Braunschweig und Lüneburg überlassen.[6] So kam Trippigleben zum Amt Braunschweig-Lüneburg. Durch die Grenzlage und Zollgrenze hatten viele Bewohner den Schmuggel als Nebenerwerb.

Weitere Nennungen sind 1597 Tribeckleben, 1629 Trippichleben[1] und 1820 Trippigleben.[7]

Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1933 gegründet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Juli 1952 wurde Trippigleben aus dem Landkreis Gardelegen in den Kreis Klötze umgegliedert. Am 1. April 1974 wurde die Gemeinde Trippigleben in die Gemeinde Wenze eingemeindet.[8] Mit der Eingemeindung von Wenze nach Klötze am 1. Januar 2010 kam Trippigleben als Ortsteil zur Stadt Klötze und gleichzeitig zur neuen Ortschaft Wenze.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1755 119
1801 132
1818 142
1840 251
1864 298
1871 302
Jahr Einwohner
1885 288
1895 290
1900 296
1905 306
1910 343
1925 354
Jahr Einwohner
1939 356
1946 538
1964 317
1971 240
2016 155
2018 162

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Trippigleben, früher zur Pfarrei Jeggau gehörig,[9] gehört heute zum Pfarrbereich Breitenfeld[10] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil wird im Ortschaftsrat in Wenze durch ein Mitglied vertreten. Im Oktober 2018 wurde im Ortschaftsrat ein Antrag an die Stadt Klötze vorgestellt, der das Ziel hat, die Ortschaft Wenze aufzulösen und bei der Kommunalwahl 2019 eine eigene Ortschaft Trippigleben zu errichten.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Männerturnverein MTV Trippigleben e.V., gegründet 1912, existierte bis 2007. Im Jahre 2008 ist er neu gegründet worden.[12]
  • Die evangelische Dorfkirche Trippigleben ist ein dreiseitig geschlossener Fachwerksaal mit quadratischem, halb eingebautem Westturm aus dem 18. Jahrhundert.[13]
  • Der Ortsfriedhof liegt am östlichen Ortsausgang.
  • In Trippigleben steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges.[14]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landfleischerei Trippigleben GmbH

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 2244–2246.
  2. Stadt Klötze, Einwohnermeldeamt: Einwohnerbestand am 31.12.2018. 9. Januar 2019.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Robert Holtzmann: Das Laurentius-Kloster zu Calbe. Ein Beitrag zur Erläuterung Thietmars von Merseburg. (= Jahrbuch der historischen Kommission für die Provinz Sachsen und Anhalt. Band 6). Magdeburg 1930, S. 177–206.
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 17. Berlin 1859, S. 428 (Digitalisat).
  6. Hermann Sudendorf: Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande. Vom Jahre 1390 bis zum Jahre 1394. Teil 7. Hannover-Döhren 1871, S. 325, Nr. 341 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10985538_00457~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  7. Carl von Seydlitz: Der Regierungs-Bezirk Magdeburg. Geographisches, statistisches und topographisches Handbuch. Magdeburg 1820, S. 406–407 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000901_00424~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 360, 363.
  9. Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 62 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 23. Februar 2019]).
  10. Pfarrbereich Breitenfeld. Abgerufen am 23. Februar 2019.
  11. Tobias Roitsch: Einen Bürgermeister gibt es schon. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Klötze. 6. Oktober 2018 (volksstimme.de [abgerufen am 23. Februar 2019]).
  12. Harald Tüllner: Jubiläumsfeier des Trippigleber Turnvereins. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Klötze. 2. Mai 2012 (volksstimme.de [abgerufen am 23. Februar 2019]).
  13. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 496 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  14. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. In: Trippigleben auf www.denkmalprojekt.org. 2011, abgerufen am 23. Februar 2019.