The Sound of Silence

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Dieser Artikel beschreibt das Lied The Sound of Silence. Für das Album siehe Sounds of Silence.
The Sound of Silence
Simon & Garfunkel
Veröffentlichung

1964

Länge 3:08
Genre(s) Folk-Rock
Autor(en) Paul Simon
Verlag(e) Columbia Records
Auszeichnung(en) RS500, RR-HoF
Album Wednesday Morning, 3 A.M. (erste Fassung),
Sounds of Silence (zweite Fassung)

Das Lied The Sound of Silence (englisch für Der Klang der Stille), auch The Sounds of Silence (Die Klänge der Stille), verhalf dem US-amerikanischen Duo Simon & Garfunkel zum Durchbruch. Das von Paul Simon geschriebene Stück wurde 1964 auf dem Album Wednesday Morning, 3 A.M. veröffentlicht. Nachdem es bis dahin relativ unbeachtet geblieben war, erschien rund ein Jahr später eine überarbeitete Fassung als Single. Im Januar 1966 erreichte diese in den USA die Spitzenposition der Charts, in Deutschland und in Österreich schaffte sie es in die Top Ten. 1967 wurde das Lied in dem Film Die Reifeprüfung verwendet und erschien auf dem zugehörigen Soundtrack-Album.

Das Lied wurde in die Liste der 500 besten Songs aller Zeiten und in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Fassung[Bearbeiten]

Das Lied beginnt mit den Worten “Hello darkness, my old friend / I’ve come to talk with you again”, auf Deutsch: „Hallo Dunkelheit, mein alter Freund / Ich bin gekommen, um wieder mit dir zu reden“. In einem Interview mit dem Playboy 1984 beschrieb Paul Simon, dass er auf die Zeile gekommen sei, weil er schon als Teenager häufig ins Badezimmer ging, um dort im Dunkeln Gitarre zu spielen:

“I used to go off in the bathroom, because the bathroom had tiles, so it was a slight echo chamber. I’d turn on the faucet so that water would run – I like that sound, it’s very soothing to me – and I’d play. In the dark. ‚Hello darkness, my old friend / I’ve come to talk with you again‘.”

„Ich bin oft ins Badezimmer gegangen, denn es war gefliest und dadurch ein wenig ein Hallraum. Ich habe den Wasserhahn aufgedreht, damit das Wasser lief – ich mag dieses Geräusch, es ist sehr beruhigend für mich – und ich habe gespielt. Im Dunkeln. ‚Hello darkness, my old friend / I’ve come to talk with you again‘.“

Paul Simon: Interview[1]

Auf die Nachfrage, ob das der Ursprung von The Sound Of Silence sei, antwortete Simon:

“Well, that’s the first line. Then it drifts off into some other things. I’ve always believed that you need a truthful first line to kick you off into a song. You have to say something emotionally true before you can let your imagination wander.”

„Nun, das ist die erste Zeile. Es geht dann in ein paar andere Dinge über. Ich habe immer daran geglaubt, dass man eine ehrliche erste Zeile braucht, um in ein Lied zu starten. Man muss etwas emotional Wahres sagen, bevor man seine Vorstellungskraft treiben lassen kann.“

Paul Simon: Interview[1]

Am 19. Oktober 1964 wurde das Lied als sechster Titel von Simon & Garfunkels Debütalbum Wednesday Morning, 3 A.M. veröffentlicht. In dieser Fassung wurden die beiden Stimmen von Simon & Garfunkel nur durch Simons akustische Gitarre begleitet. Derartige Musik war nach dem Ende des sogenannten Folkrevivals jedoch kaum noch gefragt, und so war die Platte zunächst ein Misserfolg. Nur rund 3000 Exemplare wurden verkauft, im Radio wurde kaum etwas daraus gespielt. Gegen Weihnachten betrachtete das Plattenlabel Columbia das Album als gescheitert. Simon & Garfunkel trennten sich, Art Garfunkel studierte Architektur, Paul Simon zog nach London.[2][3]

Zweite Fassung[Bearbeiten]

1965 wurde Folk-Rock zunehmend populär. Tom Wilson, der Produzent von Wednesday Morning, 3 A.M., hatte zufällig mitbekommen, dass Sound of Silence entlang der Ostküste mittlerweile häufiger im Radio gespielt wurde und die Nachfrage nach der LP, insbesondere nach dem Titel The Sound of Silence, angestiegen war.[4] Wilson beschloss, das Lied in eine Folk-Rock-Nummer umzuwandeln. Dazu nutzte er die ursprünglichen Aufnahme und ergänzte sie im Overdub-Verfahren um E-Gitarre, Bass und Schlagzeug.[5] Die zusätzlichen Tonspuren wurden im Anschluss an eine Studiosession für Bob Dylans Hit Like a Rolling Stone von Dylans Studiomusikern eingespielt.[6][7] Zusammen mit Toningenieur Roy Halee, der ebenfalls schon an Wednesday Morning, 3 A.M. mitgewirkt hatte, fertigte Wilson daraus eine zweite Fassung des Songs.[8][9]

Die überarbeitete Version wurde als Single veröffentlicht.[10] Von alledem erfuhren Paul Simon und Art Garfunkel zunächst nichts. Erst als die Single schon in den Regalen stand, rief Wilson Garfunkel an und informierte ihn über sein Vorgehen. Simon dagegen kaufte sich im September, als er gerade in Dänemark war, eine Ausgabe des Billboard, das die US-Singlecharts Billboard Hot 100 herausgibt. Zu seiner Überraschung fand Simon The Sound of Silence auf Platz 86. Als er wenige Tage später nach England zurückgekehrt war, erreichte ihn Garfunkel telefonisch und klärte ihn über das Geschehene auf.[11] Simon und Garfunkel schlossen sich wieder zusammen und kehrten ins Studio zurück, um gemeinsam weitere Lieder aufzunehmen. Am 1. Januar 1966 stand The Sound of Silence an der Spitze der US-Singlecharts.[2] Wenige Tage später veröffentlichten sie ihr zweites Studioalbum Sounds of Silence mit der überarbeiteten Fassung von The Sound of Silence als erstem Titel.

Titel[Bearbeiten]

Das Lied erschien auf Wednesday Morning, 3 A.M. unter dem Titel The Sounds of Silence. Mit dem Plural Sounds im Titel wurde es auch als Single und auf dem Album Sounds of Silence veröffentlicht. Auf anderen Simon-&-Garfunkel-Alben, aber auch auf Paul Simons Solo-LP The Paul Simon Songbook von 1965 steht das Wort Sound dagegen im Singular.[12] Im Liedtext kommen beide Varianten vor. Simon & Garfunkel bezeichnen das Lied auf ihrer Internetpräsenz als The Sound of Silence.[13] Auch die das amerikanische Copyright verwaltende Library of Congress[14] und die Verwertungsgesellschaft BMI[15] führen in ihren Datenbanken den Titel in der Einzahl.

Überblick Chartplatzierungen[Bearbeiten]

Land, Charts Beste Platzierung Verweildauer in den Charts
USA, Billboard Hot 100[6][16] 1 14 Wochen
Deutschland, Media-Control-Charts[17] 9 1 Woche
Österreich[18] 3 8 Wochen
Schweizer Hitparade[19] 94 1 Woche

Listenplatzierungen[Bearbeiten]

Das Musikmagazin Rolling Stone wählte den Song 2004 auf Platz 156 seiner Liste der 500 besten Songs aller Zeiten. Es bewertet ihn damit als drittbestes Lied von Simon & Garfunkel nach Bridge over Troubled Water und The Boxer.[6]

Die Rock and Roll Hall of Fame führt das Lied in der Liste der Songs That Shaped Rock and Roll (deutsch: Lieder, die den Rock and Roll formten).[2]

Die Recording Industry Association of America platzierte das Stück an 79. Stelle in ihrer Liste der Songs of the Century (deutsch: Lieder des Jahrhunderts).[20]

Die amerikanische Musikzeitschrift Blender führte das Lied 2004 an Position 42 der 50 schlechtesten Lieder aller Zeiten und begründete dies mit dem „wichtigtuerischen“ Liedtext. Beispielhaft hervorgehoben wurde die Zeile “Hear my words that I might teach you” (deutsch: „Hört meine Worte, die ich Euch lehren kann“).[21]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Marc Eliot: Paul Simon: A Life. John Wiley and Sons, Hoboken, NY 2010, ISBN 978-0-470-43363-8, S. 52–75 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche, abgerufen am 6. Januar 2012).
    • deutsch:  Marc Eliot: Paul Simon. Die Biografie. Edel Germany, Hamburg 2011 (übersetzt von Harriet Fricke), ISBN 978-3-8419-0093-7.
  •  David Simons: Studio stories: how the great New York records were made: from Miles to Madonna, Sinatra to the Ramones. Backbeat Books, San Francisco, CA 2004, ISBN 978-0-8793-0817-9, S. 94–97 (Passage online bei songwriter101.com, abgerufen am 3. März 2012).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Tony Schwartz: The Playboy Interview. In: Playboy. Februar 1984 (Interview mit Paul Simon, zitiert nach Playboy Interview: Paul Simon. Abgerufen am 12. Dezember 2011.).
  2. a b c Songs That Shaped Rock and Roll: "The Sounds Of Silence". Rock and Roll Hall of Fame, abgerufen am 1. März 2012 (englisch).
  3.  Marc Eliot: Paul Simon: A Life. 2010, S. 53.
  4.  Marc Eliot: Paul Simon: A Life. 2010, S. 64.
  5. Richie Unterberger: Simon & Garfunkel Biography. Vocal Group Hall of Fame, abgerufen am 1. März 2012 (englisch, im identischen Wortlaut bei Allmusic: Simon & Garfunkel Biography, abgerufen am 1. März 2012).
  6. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatThe RS 500 Greatest Songs of All Time. In: rollingstone.com. Rolling Stone, 2004-122-09, archiviert vom Original am 20. Juni 2008, abgerufen am 12. Dezember 2011 (englisch).
  7. Es gibt unterschiedliche Angaben darüber, wer diese Musiker im Einzelnen waren. So zählt beispielsweise Marc Eliot in Paul Simon: A Life (S. 65) Al Gorgoni (Gitarre), Bob Bushnell (Bass) und Bobby Gregg (Schlagzeug) auf. Dagegen nennt David Simons in Studio stories (S. 96) Al Gorgoni und Vinnie Bell (Gitarre), Joe Mack (Bass) und Buddy Salzman (Schlagzeug).
  8.  David Simons: Studio stories. 2004, ISBN 9780879308179, S. 94–97.
  9.  Marc Eliot: Paul Simon: A Life. 2010, S. 66.
  10. Simon & Garfunkel Biografie. In: laut.de. Abgerufen am 4. März 2012.
  11.  Marc Eliot: Paul Simon: A Life. 2010, S. 65.
  12.  Marc Eliot: Paul Simon: A Life. 2010, Paul Simon Discography, S. 253 ff..
  13. The Sound of Silence Lyrics. Simon & Garfunkel, abgerufen am 28. Februar 2012 (englisch).
  14. Public Catalog. Copyright Catalog (1978 to present). In: Library of Congress. Abgerufen am 5. März 2012 (englisch).
  15. Search the Repertoire. In: BMI. Abgerufen am 5. März 2012 (englisch).
  16. Simon & Garfunkel Album & Song Chart History. In: Billboard.com. Abgerufen am 29. Februar 2012 (englisch).
  17. Simon & Garfunkel, The Sounds Of Silence. In: charts.de. Media Control, abgerufen am 29. Februar 2012.
  18. Simon & Garfunkel – The Sounds Of Silence. In: austriancharts.at. Abgerufen am 29. Februar 2012.
  19. Simon & Garfunkel – The Sounds Of Silence. In: hitparade.ch. Abgerufen am 29. Februar 2012.
  20. Songs of the Century. In: Internetseiten der BBC. 7. März 2001, abgerufen am 4. März 2012 (englisch).
  21. Blender: The 50 Worst Songs Ever, April 2004