Toniebox

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Toniebox ist ein von der Firma Boxine GmbH vertriebenes würfelförmiges Tonabspielgerät für Kinder, mit stark vereinfachter Bedienung.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gerät arbeitet ohne direkten Tonträger. Audioinhalte wie Musik oder Hörspiele werden symbolisch über spezielle Spielfiguren, Tonie genannt, aktiviert. Die Box enthält einen Akku, der über eine Bodenplatte geladen werden kann.

Jede Figur enthält einen Near-Field-Communication-Chip, der bei Kontakt mit der Box das zugeordnete Audio wiedergibt. Wird beispielsweise eine spezielle Bibi-Blocksberg-Figur auf das Gerät gestellt, löst dies das Abspielen der zu dieser Figur passenden Geschichte aus.[1] Der Inhalt wird vor dem ersten Abspielen über WLAN in die Box geladen. Außer einer Lautstärkeregelung enthält die Box keine Bedienelemente. Durch seitliches Kippen kann vor- und zurückgespult werden.[2] Ein in die Figur eingelassener Magnet verhindert, dass die Figur sich zu leicht von der Box löst, wenn die Spulfunktion genutzt wird oder die Box transportiert wird. Die Audio-Speicherkapazität der Box beträgt 400 Stunden.

Tonies[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensgeber der Toniebox sind die so genannten Tonies. Über 140 verschiedene (Stand Ende 2018) dieser Figuren decken zahlreiche Themen ab – Kinderlieder, Wissensthemen aus der Reihe Was ist was oder verschiedene deutschsprachige Hörbücher und Hörspiele von Kinderbuchklassikern wie Das Sams, Conni, Benjamin Blümchen, Der Räuber Hotzenplotz oder Der kleine Prinz – und sind an Kinder zwischen drei und acht Jahren gerichtet. Einige Figuren können über das Smartphone oder den Webbrowser frei mit Inhalten belegt werden.[3][4]

Neue Kooperationspartner seit 2019 sind Die Playmos[5] und Disney.[6]

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aus Hartgummi bestehenden Figuren werden in Tunesien hergestellt, die Toniebox selbst wird in China produziert.[7]

Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die beiden Gründer Patric Faßbender und Marcus Stahl vor 2016 noch durch die Lande tourten, um Verlage für ihr Produkt zu interessieren, bekommt das Unternehmen mittlerweile Anfragen von den Verlagen selbst. Die Verkaufszahlen nahmen jedes Jahr überproportional zu, weswegen es auch im zweiten Jahr nacheinander an Weihnachten zu Lieferengpässen kam (2017/2018) und die Box sowie viele Figuren ausverkauft waren. Verkauften die Gründer 2016 noch 30.000 Boxen, waren es 2017 bereits 150.000 Einheiten. Im Jahr 2018 wurden bisher (Stand Dez. 2018) 600.000 Boxen[8] und 2,7 Millionen Figuren verkauft.

Im Jahr 2016 wurde die Toniebox mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet. 2017 folgte der German Design Award und der iF Design Award.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl Chip Online als auch Computer Bild lobten das einfache Bedienkonzept der Toniebox, kritisierten aber die hohen Anschaffungskosten.[9][10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aaron Clamann: Toniebox: Jim-Knopf-Figur erscheint nicht wegen Rassismus-Debatte. In: Berliner Morgenpost. 13. November 2018, abgerufen am 24. April 2019.
  2. Die Toniebox ist ein digitaler Kassettenrekorder für Kinder (und Eltern). In: Wired. Condé Nast, März 2017, ISSN 1059-1028 (wired.de [abgerufen am 15. März 2018]).
  3. Christoph Schroeter: Toniebox - Hörspiel-Würfel mit Ohren. In: RP Online. 19. Oktober 2016, abgerufen am 15. März 2018.
  4. Daniel Herbig: Hörspiele aus der Cloud. In: c’t. Nr. 24. Heise, 11. November 2016, ISSN 0724-8679, S. 58 ([1] – Paywall).
  5. Neuer Lizenzpartner für die Tonies – Playmobil kommt auf die Box. 10. Januar 2019, abgerufen am 26. April 2019 (deutsch).
  6. Disneyhelden für die Toniebox. 29. Januar 2019, abgerufen am 26. April 2019 (deutsch).
  7. Milena Hassenkamp: Toniebox: Nie mehr verkratzte Conni-CDs. In: Zeit Online. 1. März 2018, abgerufen am 28. April 2019 (deutsch).
  8. Christoph Borschel: Toniebox-Erfinder aus Düsseldorf: „Mit diesem Erfolg hätten wir selbst nicht gerechnet“. 17. Dezember 2018, abgerufen am 21. Dezember 2018 (deutsch).
  9. Christian Schwalb: Die Toniebox im Test: Hörspielbox mit Conni, Bibi Blocksberg, Benjamin Blümchen & Co. In: Chip Online. 17. Januar 2019, abgerufen am 28. April 2019 (deutsch).
  10. Robert Ladenthin: Toniebox Test: Musikbox für Kinder. In: Computer Bild. 9. November 2018, abgerufen am 28. April 2019 (deutsch).