Umpferstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Umpferstedt
Umpferstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Umpferstedt hervorgehoben
Koordinaten: 50° 59′ N, 11° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer Land
Verwaltungs­gemeinschaft: Mellingen
Höhe: 270 m ü. NHN
Fläche: 7,4 km2
Einwohner: 575 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99441
Vorwahl: 03643
Kfz-Kennzeichen: AP, APD
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 089
Adresse der Verbandsverwaltung: Karl-Alexander-Str. 134a
99441 Mellingen
Webpräsenz: www.umpferstedt.de
Bürgermeister: Jürgen Vogel
Lage der Gemeinde Umpferstedt im Landkreis Weimarer Land
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Umpferstedt ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Weimarer Land und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Mellingen in Thüringen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umpferstedt befindet sich mit seiner Gemarkung im Thüringer Becken auf einem Ackerbaustandort zwischen Apolda und Weimar. Im Ort kreuzen sich die Bundesstraße 7 und 87 mit Anschluss an die Bundesautobahn 4 bei Mellingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Vnfridesstat zwischen 780 und 802 im Zusammenhang mit einer Schenkung an das Kloster Fulda. Da aber kein genaues Datum angegeben oder zu ermitteln ist, gilt die am 18. Mai 876 ausgestellte Urkunde über den Zehntenstreit zwischen dem Erzbischof von Mainz und dem Abt von Fulda als Ersterwähnung Umpferstedts. Um 900 ist in einer Urkunde von Schenkungen Thüringer an das Kloster Fulda die Schreibung Unfridestat nachweisbar. Am 12. März 1364 wurde Umpferstedt an das Kloster Oberweimar verschenkt. Der Ort wurde mehrfach von der Pest heimgesucht, so in den Jahren 1597, 1611 und 1636. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort zweimal geplündert. Die erste Plünderung erfolgte 1640 durch schwedische Truppen. Nach der zweiten Plünderung wurde der Ort angezündet. Der folgende Großbrand zerstörte 54 der 83 Häuser. Die Einwohnerzahl sank auf 118 Personen.

Königreichssaal Jehovas Zeugen im Gewerbegebiet B 87

Ab Anfang des 19. Jahrhunderts war der Ort Teil des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach und wurde nach 1945 mit dem Land Thüringen Teil der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Folgen waren unter anderem Enteignungen von großbäuerlichem Besitz, Flucht von Familien nach Westdeutschland und Zwangskollektivierung.

Seit 1990 gehört der Ort zum neu gegründeten Bundesland Thüringen. Spannungen in Umpferstedt sind nach teilweiser Rückübertragung von Grundstücken an die früheren Eigentümer entstanden.[2]

Nach 1990 errichtete die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas auf dem Gewerbepark an der B 87 einen Königreichssaal.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Umpferstedt, 2010

Folgende Objekte stehen unter Denkmalschutz:

  • Kirche mit Kirchhof:
Eine erste Kirche ist im Ort schon um 1300 nachweisbar. 1326 wurde die Pfarre erstmals urkundlich erwähnt. Im 16. Jahrhundert wurde der Kirchturm in seiner heutigen, spitzen Form errichtet. Eine Glocke stammt aus dem Jahr 1580.
Hauptartikel: Dorfkirche Umpferstedt
  • Gedenkstätte für 11 unbekannte KZ-Häftlinge, Parkplatz an der B 7 und
  • Grabstätte für 11 unbekannte KZ-Häftlinge, Friedhof:
Am 7. April 1945 wurden 11 Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald bei Umpferstedt ermordet und anschließend auf dem Friedhof beigesetzt. (siehe auch: Kriegsendphasenverbrechen)
  • preußischer Meilenstein, B 7 Richtung Frankendorf
  • Pfarrhaus und Mauer, Kirchplatz
  • Taubenturm, Ortsmitte

Außerdem bemerkenswert:

  • Denkmal für die Teilnehmer am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 aus dem Ort
  • Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen und vermißten Soldaten: vor der Kirche
  • Bizarrer alter Lindenstamm neben der Kirche

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Axel Marx: Familienbuch Umpferstedt. (Landkreis Weimarer Land), Thüringen. 2 Bände. Arbeitsgemeinschaft für Mitteldeutsche Familienforschung, Leipzig 2010–2011;
    • Band 1: 1252–1800 (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF. 56, ZDB-ID 2385367-0 = Deutsche Ortssippenbücher. Reihe B, 494). 2010;
    • Band 2: geb. 1801 bis 1900, ∞ 1801 bis 1930, gest. 1801 bis 1980 (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF. 62 = Deutsche Ortssippenbücher. Reihe B, 597). 2011.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Sabine Brandt: Nach zwanzig Jahren wieder da: die Mauer. In Umpferstedt herrscht Kalter Krieg zwischen zugezogenen Alteigentümern und ihren Nachbarn – und langsam droht er heiß zu werden. In: Thüringische Landeszeitung, vom 11. November 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Umpferstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien