Victor Grignard

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Victor Grignard

François Auguste Victor Grignard (* 6. Mai 1871 in Cherbourg; † 13. Dezember 1935 in Lyon; IPA: ɡriɲar) war ein französischer Chemiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sohn eines Arbeiters der Cherbourg Arsenal, trat Grignard in die „École normale d'enseignement secondaire spéciale de Cluny “ ein. Er beendete sein Studium nach der Schließung des letzteren in der Fakultät für Wissenschaft der „Université de Lyon“. Er reichte seine Doktorarbeit mit dem Titel „Sur les Combinaisons organomagnésiennes mixtes“ unter der Leitung von Philippe Barbier ein und wurde Doktor der Naturwissenschaften im Jahr 1901.

Er arbeitete dann für eine Zeit an der wissenschaftlichen Fakultät der Universität Besançon, aber kehrt schließlich wieder an die Universität von Lyon als Dozent zurück. Von 1909 war er Professor an der Universität von Nancy, wo er seine Forschung fortsetzte. Darüber hinaus ist er auch Professor an der „ École nationale supérieure des industries chimiques“(ENSIC).

Grignard erhielt 1912 den Nobelpreis für Chemie, den er sich mit Paul Sabatier teilte, „für das von ihm aufgefundene so genannte Grignard’sche Reagenz, das in den letzten Jahren in hohem Grad den Fortschritt der organischen Chemie gefördert hat“.[1]

Die ebenfalls nach Victor Grignard benannte Grignard-Reaktion besitzt große Bedeutung für die synthetische Herstellung von Alkoholen

Seine Interessen galten neben den Organomagnesiumverbindungen auch dem Toluol und seiner Gewinnung, den Terpenen und etherischen Ölen, aluminoorganischen Verbindungen sowie Hydrierungs- und Crackreaktionen. Auch war er an der Synthese des Phosgens, eines im Ersten Weltkrieg eingesetzten Giftgases, beteiligt.

Im Ersten Weltkrieg wurde er zuerst an der Überwachung der Eisenbahnen beteiligt, bevor er zu Forschungen über Kampfgase und Sprengstoffen zugewiesen wurde.

Nach dem Krieg kehrt er nach Nancy zurück. Im Jahr 1919 vertritt er Philippe Barbier an der Spitze der École Supérieure de Chimie industrielle de Lyon. Er wurde Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität von Lyon im Jahr 1929. Am 7. Juni 1926 wurde er Mitglied der Pariser Académie des sciences, Ehrenmitglied der „Société royale de chimie“ und auswärtiges Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Darüber hinaus ist er Ehrendoktor der Universitäten Brüssel und Löwen.

Victor Grignard heiratete Marie Augustine Boulant im Jahr 1910, mit der er einen Sohn und eine Tochter bekam.

Der Mondkrater Grignard wurde nach ihm benannt.

Ehrungen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Victor Grignard, « Sur quelques nouvelles combinaisons organométalliques du magnésium et leur application à des synthèses d'alcools et d'hydrocarbures », C.R. Hebd. Seances Acad. Sci., vol. 130, 1900, p. 1322-1324 (ISSN 0001-4036)
  • Victor Grignard, « Les composés organomagnésiens mixtes et leurs principales applications », Revue scientifique, vol. 51, no 15, 12 avril 1913, p. 449-456
  • Victor Grignard, Traité de Chimie Organique, Paris, Masson, 1935, 500 p.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. V. Grignard :In „Sur quelques nouvelles combinaisons organométalliques du magnèsium et leur application à des synthèses d'alcools et d'hydrocarbures (On some new organometallic compounds of magnesium and their application to syntheses of alcohols and hydrocarbons)“ Comp. Rend. 1990, 130, 1322.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Victor Grignard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien