Vulkaneifel

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Die Vulkaneifel ist eine Region der Eifel, die sich durch ihre in besonderem Maße mit Vulkanismus verknüpfte geologische Geschichte auszeichnet. Charakteristisch für die Vulkaneifel sind die typischen Eifelmaare, zahlreiche andere Zeugnisse vulkanischer Aktivitäten wie Vulkanbauten, Lavaströme und Vulkankrater wie der Einbruchskessel des Laacher Sees. Die Vulkaneifel ist heute immer noch vulkanisch aktiv. Ein Kennzeichen dieser vulkanischen Aktivität sind austretende vulkanische Gase, wie zum Beispiel im Laacher See.

Geografische Lage

Die Vulkaneifel erstreckt sich vom Rhein bis zur Wittlicher Senke. Sie grenzt im Süden und Südwesten an die Südeifel, im Westen an die luxemburgischen und belgischen Ardennen und im Norden an die Nordeifel mit dem Hohen Venn. Im Osten bildet der Rhein die geografische Grenze, der Vulkanismus überschreitet diesen nicht.

Die Vulkaneifel wird naturräumlich in drei Teile gegliedert:

Die Zentren der Vulkaneifel bilden die Region um Daun und Manderscheid und die Gebiete im Landkreis Mayen-Koblenz.

Die Landschaft der Vulkaneifel ist durch die Formen des jungen Vulkanismus geprägt. Vulkankrater, mächtige Bims- und Basalt-Ablagerungen und Maare erzeugen eine abwechslungsreiche Landschaft, die eindrücklich von den geologisch sehr jungen Ereignissen erzählen.

Die gesamte Vulkaneifel erstreckt sich über ein Gebiet von etwa 2000 km² und wird von mehr als 200.000 Menschen bewohnt (Stand 2007).

Vulkanische Landschaftsformen

Das Weinfelder oder Totenmaar, eines der drei Dauner Maare
Basaltsäulen in der Ettringer Lay

Die vulkanischen Formen der Eifel lassen sich anhand ihres Alters unterscheiden. Die wesentlich älteren Vulkanbauten der Hocheifel sind bereits stark erodiert, während die jüngeren Vulkanbauten der West- und Osteifel oft noch gut erhalten sind. Vor allem die weichen Tuff-Ablagerungen der Vulkanausbrüche, die sehr leicht abgetragen werden, sind hier noch weit verbreitet.

Die meisten der Vulkanbauten der Hocheifel sind als isolierte Kuppen vereinzelt oder in Reihen der mehr oder minder flachen Hochfläche aufgesetzt. Diese Kuppen haben einen kreisrunden oder elliptischen Grundriss. Im Zentrum der Kuppen liegen oft keulen- oder scheibenförmige Basaltkörper, die von Tuffringen umgeben sind. Der Basalt hat sich nach ersten Tuffexplosionen auf dem devonischen Untergrund und innerhalb der Tuffkegel ausgebreitet und ist dort langsam erstarrt. Dabei bildeten sich säulenförmige Abkühlungsgefüge, die mit ihren Längsachsen senkrecht zu den Außenflächen der Basaltvorkommen angeordnet sind. Lavaströme der Hocheifelvulkane sind nicht bekannt.[1]

Die jüngeren Vulkanbauten der West- und Osteifel bestehen vor allem aus Tuff- und Schlacken-Kuppen, deren Flanken oft an einer oder mehreren Stellen durchbrochen sind. Die Vulkane besitzen oft mehrere Ausbruchszentren, die zu einem komplexen Vulkangebäude verschmolzen sind. Die Vulkane, ihre Lavaströme und Auswurfmassen bedecken den älteren Untergrund fast vollständig. Viele Vulkane besitzen einen zentralen Krater, von dem Lavaströme ausgehen. Zahlreiche Vulkanschlote besitzen jedoch keinen Vulkanbau oder Krater und sind nur mit speziellen geologischen und geophysikalischen Methoden aufzuspüren.[2]

Ausgehend von den zentralen Vulkanbauten haben sich in West- und Osteifel Lavaströme über mehrere Kilometer ausgebreitet. Sie haben des öfteren vorhandene Täler benutzt und diese dadurch versperrt, so dass sich der Bach oder Fluss einen neuen Weg suchen musste. Beispiele dafür finden sich im Nettetal oder im Ueßtal bei Bad Bertrich.

Tephra-Schichtungen in einem Steinbruch bei Weibern im Brohltal

Von großer Bedeutung sind die Tuffdecken der Osteifel. Die Vulkane haben durch wiederholte Ausbrüche über weite Flächen mehrere Meter mächtige pyroklastische Ablagerungen abgesetzt, die vor allem im Neuwieder Becken erhalten geblieben sind, sich jedoch in Resten auch überall in der Osteifel und in Teilen des Westerwalds finden lassen. Die Auswurfmassen der Vulkane haben ähnlich wie die Lavaströme ganze Täler ausgefüllt, so etwa im Brohltal nördlich des Laacher Sees.

Mit den Vulkanbauten oft vergesellschaftet sind die vulkanischen Krater. Diese runden, schüsselförmigen Täler haben sich in der Nähe oder über dem Schlot eines vulkanischen Ausbruchs gebildet, entweder durch die Freiräumung des Schlotes durch vulkanische Explosionen oder durch das Einbrechen der Deckschichten einer durch den Ausbruch leer geräumten Magma-Kammer.

Die Krater, die bei der Explosion vulkanischer Gase entstanden und sich mit Grundwasser füllten, werden Maare genannt. Sie sind von einem Wall aus vulkanischen Auswürfen umgeben. Die jüngsten von ihnen sind nur wenig älter als 10.000 Jahre. Beispiele für Eifelmaare sind etwa das Weinfelder Maar, die Schalkenmehrener Maare oder das Pulvermaar. Die Maare sind nicht nur eine eigentümliche Landschaftsform der Vulkaneifel, sonderen auch ein wertvolles Archiv der Landschafts- und Klimageschichte. In ihnen lagerten sich Sedimente ab, in denen die Aschen anderer Vulkanausbrüche und die Überreste von Tieren und Pflanzen erhalten blieben, welche Rückschlüsse auf das damals herschende Klima erlauben. Die meisten Maare finden sich in den äußeren Regionen der vulkanischen Westeifel.

Von ähnlicher Entstehung wie die Maare sind die auch in der Vulkaneifel vorhandenen Diatreme. Ihnen fehlen Kraterwälle und See, es handelt sich um vulkanische Durchschlagsröhren, die auf ein einzelnes Ereignis zurückgehen.

Durch das Einbrechen einer Magmakammer entstandene Kraterformen werden Caldera genannt. Sie besitzen meist deutlich größere Ausmaße als die Maare. Beispiele für Calderen sind der Laacher See, der Wehrer Kessel und der größtenteils von Tuffdecken verhüllte Riedener Kessel.

Vulkanische Aktivität

Der Vulkanismus der Eifel begann vor 50 Millionen Jahren im Tertiär und hielt bis in die geologische Gegenwart an. Er schuf zahlreiche landschaftsbestimmende Vulkanbauten, Lavaströme und ausgedehnte Decken vulkanischer Auswurfsmassen aus Tuff und Bims, die schon seit der Römerzeit die Grundlage einer bedeutenden Abbautätigkeit zur Gewinnung von Baustoffen bilden.

Ursachen des Vulkanismus in der Eifel

Eine Lavalampe illustriert das Konzept eines Plume

Als Ursache des Eifelvulkanismus wird von einigen Wissenschaftlern ein so genannter Hot Spot oder Plume angenommen, der sich tief unter der Eifel befindet. Einige Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Verteilung der Vulkane und ihre Abfolge nicht dem eines Hot Spots entsprechen. Unstrittig ist, dass Magma aus den oberen Bereichen des Erdmantels aufsteigt und entweder direkt zur Erdoberfläche aufsteigt oder sich in einer immer noch mehrere Zehner Kilometer tief liegenden Magmakammer etwa an der Basis der Erdkruste sammelt, aus der in unregelmäßige Abständen Magma nach oben steigt und Vulkanausbrüche verursacht.[3]

Mittels seismographischer Messungen konnte nachgewiesen werden, dass unter der Eifel eine 1.000 bis 1.400°C heiße Zone (Plume) liegt, die 200°C heißer ist als ihre unmittelbare Umgebung. Aufschmelzungsvorgänge sind mit Volumenvergrößerung verbunden, was sich in Form von Landhebungen bemerkbar machen muss. Tatsächlich ist die Eifel schon seit langem als Hebungsgebiet bekannt: Mit vergleichsweise rasanter Geschwindigkeit (gemessen an geologischen Zeiträumen) wird die etwa 32 km dicke Erdkruste hier um 1 bis 2 mm pro Jahr gehoben.

Schon die Statistik zeigt, dass dies noch nicht der letzte Ausbruch war. Vulkanologen haben für den Zeitraum der letzten 700.000 Jahre in der Eifel rund 100 gut datierbare Vulkanausbrüche festgestellt. In der Regel herrschen zwischen den Eruptionsphasen etwa 10.000 und 20.000 Jahre Ruhe. Obwohl die Vulkaneifel heute keine aktiven Vulkane aufweist, sind erneute Vulkanausbrüche also nicht unwahrscheinlich.[4] Heute noch aktive vulkanische Erscheinungen sind die zahlreichen Gasaustritte, Mineralquellen und einige Kaltwassergeysire.

Vulkanismus der Hocheifel

Der Ölberg im Siebengebirge, wie die Vulkane der Hocheifel ein Tertiärvulkan

Schon im frühen Tertiär fanden die ersten Vulkanausbrüche mit dem Schwerpunkt in der Hocheifel statt, noch vor den vulkanischen Tätigkeiten in Siebengebirge und Westerwald. Gefördert wurden besonders in einem Nord-Süd gestreckten, etwa 30 km langen Bereich zwischen den Orten Ulmen und Adenau fast ausschließlich Basalte, untergeordnet auch durch magmatische Differentiation aus dem Basalt hervorgegangene Andesite, Latite und Trachyte. Größere Lavaströme und Decken vulkanischer Asche wie in den jüngeren Vulkangebieten von Ost- und Westeifel fehlen hier. Außerhalb dieses vulkanischen Zentrum sind vor allem in der Osteifel weitere verstreute Vorkommen von tertiären Vulkanen bekannt, vor allem im Gebiet des Laacher Sees und der Ahr. In Annäherung an das vulkanische Gebiet des Siebengebirges nimmt die Häufigkeit der Vorkommen wieder stark zu. Eine systematische Verteilung der insgesamt etwa 350 Vorkommen lässt sich nicht erkennen, die Erdkruste wurde von den aufsteigen Magmen schrotschussartig durchsiebt. Systematisch ist im Gegensatz dazu die Verteilung der verschiedenen Gesteinsarten, die sich durch ihren Anteil an Quarz unterscheiden, sie ist ringförmig, mit den quarzreichsten Gesteinen im Zentrum. Diese Verteilung spricht für die Herkunft aus einer großen Magmakammer. Gut bekannte Vorkommen tertiärer Vulkane sind zum Beispiel die Hohe Acht bei Adenau, der Arensberg bei Hillesheim oder der Dächelsberg bei Königswinter.[5]

Der Hocheifelvulkanismus erlosch etwa zeitgleich mit dem des Siebengebirges vor ungefähr 15 bis 20 Millionen Jahren.

Vulkanismus der Westeifel

Ulmener Maar, von den Ulmener Burgen aus betrachtet

Der Vulkanismus der West- und Osteifel ist im Gegensatz zu dem der Hocheifel viel jünger als der des Siebengebirges und des Westerwaldes. Er begann in der Westeifel in der Gegend von Daun, Hillesheim und Gerolstein vor etwa 700.000 Jahren und schuf eine etwa 50 km lange, von Nordwesten nach Südosten verlaufende Kette von etwa 100 Aschevulkanen, Schlackenkuppen und Kratern zwischen Bad Bertrich und Ormont. Beispiel für solche Vulkanbauten sind der Wartgesberg bei Gillenfeld, die Vulkangruppe von Manderscheid, der Rädersberg bei Brück oder der Goldberg bei Ormont als nördlichster Vulkan der Westeifel.

Besonders häufig sind in der Westeifel die Maare, vor allem in den äußeren Bereichen des Vulkanfeldes. Von den über 50 Maaren sind heute noch acht mit Wasser gefüllt. Weitere 80 ehemalige Ausbruchszentren haben keinen Krater oder Vulkan und sind nur mit speziellen Methoden nachzuweisen. Im Osten geht das Vulkanfeld der Westeifel in das ältere der Hocheifel über. Die Westeifler Vulkane sind schon seit Anfang des 19. Jahrhundert immer wieder Gegenstand einer regen Forschungstätigkeit gewesen, insbesondere die Maare wurden gründlich untersucht. Die vulkanischen Gesteine der Westeifel sind sehr quarzarm und gehören in die Gesteinsarten der Phonolithe, Basanite, Tephrite und vor allem der Foidite. Ein besonderes Merkmal vor allem der Maare sind beim Ausbruch ausgeworfene Gesteinsbrocken, die von ihrer Zusammensetzung den Gesteinen des Erdmantels gleichen, so etwa Dunite, Harzburgite und Peridotite.[6]

Die bisherigen Arbeiten konnten in der Westeifel kein Maar nachweisen, das älter als etwa 80.000 Jahre war. Sie sind später als die Vulkanbauten mit Lavaergüssen entstanden. Jüngste vulkanische Ereignisse in der Westeifel sind die Entstehung des Pulvermaars und des Ulmener Maars um etwa 8.100 v. Chr.[7]

Vulkanismus der Osteifel

Winkeldiskordanz in schräggeschichteten Tuffen der Osteifel

In der Osteifel begann der Vulkanismus vor etwa 500.000 Jahren in der Gegend des heutigen Laacher Sees und dehnte sich nach Süden bis ins Neuwieder Becken aus, nach Osten überquerte er den Rhein. Im Westen liegt das Vulkangebiet des Laacher Sees relativ nahe bei den östlichsten Ausläufern des Westeifelvulkanismus, dem Niveligsberg bei Drees und den Booser Maaren. Aufgrund der vielfältigen vulkanischen Erscheinungsformen und der besonderen mineralogischen Zusammensetzung der hier vorkommenden Gesteine wurde das Osteifler Vulkangebiet schon seit dem 18. Jahrhundert wissenschaftlich erforscht.

Drei vulkanische Phasen sind anhand der vulkanischen Auswufmassen und der Art der Vulkantätigkeit nachgewiesen worden. In einer frühen Phase mit Schwerpunkt im Raum des Riedener Kessels zwischen Kempenich, Engeln, Rieden und Bell wurden Tuffe und Laven gefördert, die eine basaltische und phonolithische Zusammensetzung haben. Danach entstanden in der längsten der drei Phasen zahlreiche Basaltvulkane, Schlackenkegel, Tuffdecken und kilometerlange Lavaströme. In der letzten Phase wurden ausschließlich Tuffe gefördert, die sich als Lapilli-Tuffe oder feinkörniger Trass vor allem im Osten des Vulkangebiets absetzten. Diese Phase begann in der Gegend des Wehrer Kessels und fand ihren katastrophalen Abschluss im Ausbruch des Laacher-See-Vulkans. Die Menge der von den Vulkanen geförderten Basaltlaven, Bims- und Aschentuffen erreichte hier ein weitaus größeres Ausmaß als in der Westeifel.[8]

Die Menschen, die am Ende der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren in dieser Gegend lebten, hielten sich meist von den Vulkanen fern, wie die Seltenheit archäologischer Funde in direkter Verbindung mit vulkanischen Zeugnissen zeigt. Der Ausbruch der Laacher-See-Vulkane muss jedoch für alle im weitem Umkreis lebenden Menschen ein furchterregendes Ereignis gewesen sein.

Der Ausbruch des Laacher Sees

Der Laacher See im Winter

Seinen vorläufigen Abschluss fand der Osteifelvulkanismus mit einem gewaltigen Vulkanausbruch, der nach der Entleerung der Magmakammer unter dem Vulkan zum Einbruch einer Caldera führte, in der sich danach der heutige Laacher See bildete. Es war einer der letzten und dramatischsten Ausbrüche und fand erst etwa 10.800 v. Chr., also vor etwas mehr als 12.000 Jahren statt.

Zu dieser Zeit ereignete sich ein Großausbruch: Vulkankegel im Gebiet des heutigen Sees explodierten, Lavafetzen und hochgejagtes Lockermaterial (Bomben, Lapilli, Aschen) bildeten bei ihrer Ablagerung am Ringwall des Beckens bis zu 30 m hohe gebänderte Tuff-, Bims- und Ascheschichten. In 15 km Entfernung, bei Neuwied am Rhein, sind diese Schichten noch 6 m mächtig. Staubfeines Material wurde in der oberen Atmosphäre bis Bornholm in der Ostsee und nach Norditalien transportiert und lässt sich als dunkler Streifen in den entsprechenden Bodenhorizonten nachweisen. Bei der Eruption müssen mindestens zwei Megatonnen Schwefel in die Stratosphäre transportiert worden sein.

Rund 5 Kubikkilometer Magma wurde in 4 bis 5 Tagen ausgeworfen. Das entspricht der Fördermenge des Vesuv bei seinem großen Ausbruch im Jahr 79 n. Chr., der zum Untergang von Pompeji führte. In der Eifel ebenso wie am Vesuv sorgten pyroklastische Ströme für die größte Verheerung. Vom Laacher Vulkan aus sind sie vor allem ins Brohltal abgeflossen und haben dort bis zu 60 m hohe Ablagerungen aus porösem Gestein hinterlassen. Die 50 m hohe Wingertsbergwand zeugt davon. Der Ausbruch förderte nahezu doppelt soviel Material wie die 300 restlichen Vulkane der Westeifel zusammen. Dabei wurde eine Energie frei, die etwa der Kraft von 500 Hiroshima-Atombomben entspricht. Wie viele Menschen in dem dünn besiedelten Gebiet ums Leben gekommen sind ist nicht bekannt, jedoch fand man in den Basisschichten der Laacher-See-Bimstuffe bei Weißenthurm Reste eines menschlichen Skeletts.[9]

Bedeutung des Eifelvulkanismus

Der katastrophale Bimsausbruch des Laacher-See-Vulkans hat nicht nur für Zerstörung gesorgt. Die wissenschaftliche Erforschung des Eifelgebiets vor 13.000 Jahren ist möglich, weil eine ganze Landschaft im Zustand der Nacheiszeit durch die Bimslagen konserviert wurde. Darüber hinaus besitzt der Eifelvulkanismus große Bedeutung für die Wirtschaft der Eifel, die bedeutendsten Wirtschaftszweige sind die Gewinnung von Baustoffen und in immer größerem Maße der Tourismus. Darüber hinaus hat die Vielfalt vulkanischer Erscheinungen zur Ausweisung mehrerer Geoparks und für die Errichtung von mehreren Spezialmuseen Anlass gegeben.

Baustoffindustrie

Tuffsteinbruch in Ettringen

Der ehemalige Eifelvulkanismus hat auch wirtschaftlichen Nutzen. Die Bimslagerstätten, die die Laacher-See-Vulkane vor mehr als 10.000 Jahren abgelagert haben, wurden schon von den Römern zur Gewinnung von Mörtel und Bausteinen im Tagebau sowie unter Tage abgebaut. Die Vorkommen haben im Mittelalter und später im 19. Jahrhundert zur Entwicklung einer Bimssteinindustrie geführt, die vor allem im 20. Jahrhundert enorme Bedeutung gewann.[10] So stammten rund 40 Prozent aller für den Wiederaufbau der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg verwendeten Bausteine aus dem riesigen Bimstuff-Gebiet des Laacher Vulkans. Die enorme Bedeutung der Bimsverarbeitung geht zurück auf den Bauinspektor Ferdinand Nebel, der 1845 ein Verfahren entwickelte, aus dem gemahlenen Bims unter Zusatz von Kalkmilch Leichtbausteine herzustellen. Die Vorkommen sind heute weitgehend erschöpft, der Abbau nähert sich den Ausbruchszentren selber, wo jedoch die Qualität des Rohstoffes durch den zunehmenden Anteil an Nebengestein schlechter wird.

Tourismus

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Ferienregionen der Vulkaneifel sind Adenau, Brohltal, Vordereifel, Mendig, Pellenz, Ulmen, Manderscheid, Obere Kyll, Hillesheim, Gerolstein, Kelberg und Daun.

Geoparks und Museen

Der Kaltwassergeysir in Wallenborn, eine der Sehenswürdigkeiten der Deutschen Vulkanstraße

Drei Geoparks erschließen die vulkanische Eifel: der Geopark Vulkaneifel oder Vulkaneifel European Geopark in der Westeifel, der Vulkanpark im Kreis Mayen-Koblenz und der benachbarte Vulkanpark Brohltal/Laacher See, beide in der Osteifel. Die Geoparks der Region sind seit 2005 unter der Dachmarke Nationaler Geopark Vulkanland Eifel vereinigt.[11]

Das Besucherzentrum des Vulkanparks im Kreis Mayen-Koblenz liegt in Plaidt in der Rauschermühle. An das Zentrum angeschlossen ist der Rauscherpark im Tal der Nette, der sich mit der vulkanischen Geschichte der Umgebung und der Nutzung der Basaltlavavorkommen durch die Römer beschäftigt. Der Vulkanpark umfasst ein Netz von fünf Routen, die insgesamt 24 Stationen miteinander verbinden. Bestandteil des Vulkanparks ist auch das 2006 eröffnete Vulkanmuseum in Mendig (Lava Dome). In der Trassgrube Meurin bei Kretz erlaubt das Römerbergwerk Meurin einen Einblick in den unterridischen Abbau des schon bei den Römern begehrten Baustoffes Trass.[12]

Das Infozentrum des vor allem rund um den Ausbruch des Laacher-See-Vulkans konzipierten Vulkanparks Brohltal/Laacher See liegt in Niederzissen. Fünf Wanderrouten fühen durch das untere, mittlere und obere Brohltal, rund um den Laacher See und durch das Vinxtbachtal, eine überordnete Tour verbindet die Höhepunkte alle Wanderrouten und ist für die Befahrung mit dem Auto oder Rad konzipiert. Entlang der Routen sind die geologischen Gegebenheiten auf großen Infotafeln erläutert. Bestandteile des Vulkanparks Brohltal/Laacher See ist der Geologieerlebnisgarten in Engeln und die Museumsinsel in Weibern, die sich mit dem früher wichtigen Tuffabbau der Region befasst.[13]

Im Geopark Vulkaneifel oder Vulkaneifel European Geopark sind mit dem Geopfad Hillesheim, der Vulkanroute als Teil der Geo-Route Manderscheid und dem Vulkanerlebnispfad bei Strohn drei unter anderem dem Vulkanismus der Eifel gewidmete geologische Wanderwege entstanden. Der Geopark ist in die Regionen Obere Kyll, Hillesheim, Gerolstein, Daun, Kelberg und Manderscheid unterteilt. In Daun steht das Vulkanmuseum Daun dem Besucher offen, in Strohn bietet das Vulkanhaus Strohn Wissenswertes über den Vulkanismus der Eifel und in Manderscheid sind die Maare der Schwerpunkt des Maarmuseums Manderscheid. Weitere Museen mit Informationen zum Eifelvulkanismus finden sich in Hillesheim, Jünkerath und Gerolstein.[14]

Die touristischen Highlights der Vulkaneifel erschließt die Deutsche Vulkanstraße. Sie berührt 39 der wichtigsten geologischen, kulturhistorischen und industriegeschichtlichen Sehenswürdigkeiten in der Vulkaneifel. Die Vulkanstraße verbindet alle drei Geoparks miteinander.[15]

Literatur

  • D’hein, Werner P.: Vulkanland Eifel. Natur- und Kulturführer, mit 26 Stationen der „Deutschen Vulkanstraße“. Gaasterland Verlag, Düsseldorf 2006, ISBN 3-935873-15-8, ISBN 978-3-935873-15-4
  • Meyer, Wilhelm: Geologie der Eifel, Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1986. ISBN 3-510-65127-8

Quellennachweise

  1. Meyer 1986, S. 272f
  2. Meyer 1986, S. 305f
  3. Meyer 1986, S. 308
  4. Forscher warnen vor Vulkan-Gefahr in der Eifel. Spiegel Online, 13. Februar 2007. Abgerufen am 11. Januar 2008
  5. Meyer 1986, S.267f
  6. Meyer 1986, S.305ff
  7. Die explosive Entstehung des Pulvermaars: die Tephragrube bei Gillenfeld - Ein Beitrag von Prof. Dr. H.-U. Schmincke. Abgerufen am 12. Januar 2008.
  8. Meyer 1986, S.365ff
  9. Meyer 1986, S.431
  10. Meyer 1986, S. 424
  11. Die Geo- und Vulkanparks in der Eifel werden gemeinsam zum 1. Nationalen Geopark in Rheinland-Pfalz ernannt. Abgerufen am 11. Januar 2008.
  12. Homepage des Vulkanparks im Kreis Mayen-Koblenz.Abgerufen am 12. Januar 2008.
  13. Homepage des Vulkanparks Brohltal/Laacher See.Abgerufen am 12. Januar 2008.
  14. Homepage des Geoparks Vulkaneifel. Abgerufen am 12. Januar 2008.
  15. Homepage der Deutschen Vulkanstraße. Abgerufen am 12. Januar 2008.

Weblinks