Wackersdorf (2018)

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Filmdaten
OriginaltitelWackersdorf
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2018
Länge122 Minuten
AltersfreigabeFSK 6[1]
Stab
RegieOliver Haffner
DrehbuchGernot Krää,
Oliver Haffner
ProduktionIngo Fliess
KameraKaspar Kaven
SchnittAnja Pohl
Besetzung
Schauspieler, Filmcrew und Zeitzeugen bei der Deutschlandpremiere am 19. September 2018 in der Oberpfalzhalle in Schwandorf

Wackersdorf (Arbeitstitel: Sturschädel) ist ein deutscher Spielfilm von Oliver Haffner aus dem Jahr 2018 mit Johannes Zeiler in der Rolle des Schwandorfer Landrats Hans Schuierer, der gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf kämpft. Die Premiere erfolgte am 29. Juni 2018 im Rahmen des Filmfests München, wo die Produktion die Reihe Neues Deutsches Kino eröffnete und mit dem Bayern 2 und SZ Publikumspreis ausgezeichnet wurde.[2][3][4] Der Film kam am 20. September 2018 in die deutschen und am 21. September 2018 in die österreichischen Kinos.[5]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er-Jahren plant die bayerische Staatsregierung die Errichtung einer nuklearen Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) in der Gemeinde Wackersdorf in der Oberpfalz. Dem Landkreis Schwandorf, mit steigenden Arbeitslosenzahlen, soll dadurch ein wirtschaftlichen Aufschwung beschert werden. SPD-Landrat Hans Schuierer steht politisch unter Druck, er soll Perspektiven für die Bevölkerung schaffen. Daher ist er zunächst von der Idee vom Bau der Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf (WAW) begeistert. Vereinzelte Proteste gegen das Vorhaben ignoriert er zunächst.

Erst als der Freistaat Bayern ohne rechtliche Grundlage mit Gewalt gegen Proteste einer Bürgerinitiative vorgeht, die sich für den Schutz der Natur in ihrer Heimat einsetzt, beginnt Schuierer langsam zu zweifeln und fängt an, Nachforschungen anzustellen, ob die Anlage wirklich so harmlos ist wie von der Strauß-Regierung behauptet wird.[6][7]

Er liest Bücher zum Thema und diskutiert mit der Bürgerinitiative gegen die WAA. Da er für die Bauanträge seine Zustimmung geben muss, sieht er sich in einer starken Position. Die bayrische Staatsregierung bringt jedoch ein Gesetz durch, dass die Landräte entmachtet („Lex Schuierer“). Die örtliche SPD und der Bürgermeister von Schwandorf wenden sich von ihm ab.

In einer Rede am WAA-Bauzaun sagt Schuierer, Franz Josef Strauß habe wohl bei seinen Besuchen bei autoritären Herrschern gelernt und er betreibe eine "Demokratur". Die bayrische Landesregierung fordert daraufhin eine Entschuldigung von Schuierer und als er diese verweigert, strengt die Regierung ein Disziplinarverfahren gegen ihn an.

Es werden Originalfilmszenen von den Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gezeigt.

Am 26. April 1986 ereignet sich die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. 1989 wird der Bau der WAA eingestellt.

Produktion und Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden vom 5. Oktober bis zum 14. November 2017 an Originalschauplätzen im Landkreis Schwandorf und in München statt. Produziert wurde der Film von der Münchner if... Productions, beteiligt waren der Bayerische Rundfunk und Arte, unterstützt wurde die Produktion vom Deutschen Filmförderfonds, dem FilmFernsehFonds Bayern und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.[5]

Für das Kostümbild zeichnete Christian Röhrs verantwortlich, für den Ton Marc Parisotto, für das Szenenbild Renate Schmaderer und für die Maske Dana Bieler.[5] Die Mutter von Darstellerin Anna Maria Sturm, die Politikerin Irene Maria Sturm aus Schwandorf, war eine namhafte Anti-WAA-Aktivistin.[3][8]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jana Wolf befand in der Mittelbayerischen Zeitung, dass die Schwäche des ansonsten packenden Filmes sei, dass er keine klare Entscheidung zwischen historischer Dokumentation und fiktiver Überformung treffen würde. „Es scheint, die Macher wollten beides vereinen: sich sowohl die Schlagkraft des Widerstands vor 30 Jahren filmisch zu eigen machen, als auch die künstlerische Freiheit der Fiktion beibehalten. Diese Rechnung geht am Ende nicht ganz auf.“[9]

Sascha Westphal schrieb in der Wochenzeitung der Freitag von einer „äußerst kenntnisreichen und bewunderswert detailgetreuen Rekonstruktion eines gesellschaftlichen Konflikts'“[10].

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Wackersdorf. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 180657/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. a b Filmfest München: Der BAYERN 2 und SZ Publikumspreis. Abgerufen am 8. Juli 2018.
  3. a b BR.de: Wackersdorf-Film feiert Premiere beim Filmfest München. Artikel vom 6. Juni 2018, abgerufen am 6. Juni 2018.
  4. Filmfest München: Wackersdorf. Abgerufen am 7. Juni 2018.
  5. a b c Wackersdorf. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 6. Juni 2018.
  6. Alamode Filmverleih: Wackersdorf. Abgerufen am 6. Juni 2018.
  7. filmstarts.de: Wackersdorf. Abgerufen am 6. Juni 2018.
  8. Die Kämpferinnen von Wackersdorf. Artikel vom 10. September 2018, abgerufen am 11. September 2018.
  9. „Wackersdorf“ zeigt ein inneres Dilemma. Artikel vom 13. Juni 2018, abgerufen am 11. September 2018.
  10. Sascha Westphal: Ein Funke Anstand. In: der Freitag vom 20. September 2018, S. 19
  11. Die Nominierungen für den Förderpreis Neues Deutsches Kino. Artikel vom 18. Juni 2018, abgerufen am 18. Juni 2018.