Was nicht im „Baedeker“ steht

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Das Buch von Ungarn und Budapest (1928), Umschlag von Eugen Feiks
Das Buch von Köln / Düsseldorf, Bonn (1928), Umschlag von Ernst Aufseeser

Was nicht im „Baedeker“ steht war eine von 1927 bis 1938 im Piper Verlag München herausgegebene Buchreihe von insgesamt 17 Bänden, die sich als alternative Reisebeschreibungen im feuilletonistischen Stil verstanden. Die Reihentitel waren mit Schwarzweißillustrationen von namhaften Buchkünstlern und überwiegend mit Einbänden nach Entwürfen von Walter Trier ausgestattet.

Inhalt und Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Reihenkonzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von dem jüdischen Teilhaber des Verlags, Robert Freund, lektorierte Reihe[1] widmete sich ausgewählten europäischen Metropolen, deutschen Mittelstädten, zum Teil auch unter Zusammenfassung von benachbarten Orten, einigen bekannten Landschaften des In- und Auslands, aber immerhin der gesamten Schweiz mit zwei Bänden. Aufgrund der nur begrenzten Anzahl der Titel, was sicher mit der politischen Entwicklung ab 1933 in Zusammenhang steht, die zur weitestgehenden Einstellung der Buchreihe geführt haben dürfte, liegt kein repräsentativer Querschnitt von deutschen und europäischen Reisezielen vor, sondern nur ein Kaleidoskop ausgewählter Destinationen. Die Reihenbände sollten ihre Wirkung als augenzwinkernder Gegenentwurf zu den sehr sachlichen und auf das, aus Sicht des Baedeker-Verlags, für den Reisenden Wesentliche beschränkten Baedeker-Inhalten entfalten. Die Orts- und Landschaftsbeschreibungen verstanden sich dabei auch nicht als Reiseführer im klassischen Sinne, waren sie doch schon von Format und Ausstattung her nicht für den Gebrauch unterwegs geeignet. Vielmehr reflektierten sie in feuilletonistischem Stil vor allem die Atmosphäre der behandelten Reiseziele und lenkten dabei vielfach den Blick des Lesers auch hinter die Kulissen der touristischen Fassaden. Gerade zu den titelgebenden deutschen Großstädten liefern die pointiert verfassten Texte noch heute informative Abrisse ihres mannigfaltigen kulturellen und geistigen sowie politischen Lebens am Ausgang der Weimarer Republik, das nach der bald folgenden Machtergreifung durch Hitler, der im Band München mehrfach noch als nicht zu verpassende Touristenattraktion erwähnt wird,[2] zunächst seines liberalen und progressiven, vor allem aber jüdischen Elements beraubt werden und schließlich in den folgenden Kriegsjahren endgültig untergehen sollte. Dieses Schicksal teilte auch die Hauptstadt des nicht einmal eine Dekade später an Deutschland angeschlossenen Österreichs. Nicht wenige der in den Büchern erwähnten Personen fanden sich später auf den behördlichen Verfolgungslisten des Deutschen Reichs und in den Emigrantenkreisen des Auslands wieder.

Die Autoren der einzelnen Reihenbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reihenentwicklung bis Anfang 1933[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Reihenauftakt für die deutsche Hauptstadt verfasste kein Urberliner – hier wäre beispielsweise Hans Ostwald in Betracht gekommen –, sondern der aus Ungarn stammende Journalist sowie Buch- und Drehbuchautor Eugen Szatmari. Gleich fünf Reihenbände, wovon drei den europäischen Metropolen London, Paris und Rom gewidmet waren, steuerte der Herausgeber des Zeitgeistmagazins Der Querschnitt, Hermann von Wedderkop, bei. In das kulturelle Leben ihrer aktuellen oder ehemaligen Heimatstädte führten u. a. der humoristische Schriftsteller Hans Reimann (Das Buch von Leipzig), der bis 1925 in Leipzig gewohnt hatte, und der mit dem Schriftsteller und Kabarettisten Carl Wolff befreundete Hans Harbeck (Das Buch von Hamburg) ein. Ein Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung sollte der am 6. November 1942 nach Auschwitz deportierte Ludwig Hirschfeld werden, der seine Geburtsstadt mit dem zweiten Reihenband dem literarisch, kulturpolitisch und touristisch interessierten Leserkreis nahebrachte. Das Buch von Wien wurde als einziger Band unter Neugestaltung auch der Einbandzeichnung durch Walter Trier und der Illustrationen ins Englische übersetzt, wofür T. W. Mac Callum, der damals als Autor von Sprachlehrbüchern in Erscheinung trat, verantwortlich zeichnete. Der Mitautor des Titels Das Buch von München, Hermann Sinsheimer – Koautor war der ehemalige Chefredakteur des Satireblatts Simplicissimus Peter Scher –, unterlag als jüdischer Autor ebenfalls Verfolgungsmaßnahmen, konnte aber im Gegensatz zu dem in seiner Pariser Emigration verhafteten Hirschfeld 1938 über Palästina nach England fliehen. Der Landschaftsband Das Buch vom Rheinland, das seine titel- und inhaltsseitige Entsprechung auch in einem legendären Baedeker-Band, der 1835 erstmals erschienenen Rheinreise von Strassburg bis Rotterdam hatte, wurde bearbeitet von Herbert Eulenberg, während beim Buch von Oberitalien, einem mit Venedig, den oberitalienischen Seen und der Toskana schon damals von vielen Deutschen gern besuchten Reisegebiet, Hermann von Wedderkop die Feder führte. Schließlich finden sich unter den Autoren auch die jungen deutschen Intellektuellen Erika und Klaus Mann. Die Kinder Thomas Manns hatten mit dem Band Riviera eine 1931 dorthin unternommene Reise literarisch verarbeitet. Die mit ihnen befreundete, aus Zürich stammende Schriftstellerin und Journalistin Annemarie Schwarzenbach hat zusammen mit Hans Rudolf Schmid die zwei Schweiz- Bände verfasst, mit denen das Reihenprogramm 1933 zunächst abgeschlossen wurde.

Die Reihe ab 1933[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angesichts der neuen politischen Verhältnisse in Deutschland kam eine Fortführung der Reihe mit weiteren Titeln nicht mehr in Betracht. Sowohl die Auswahl der Autoren und die inhaltlich zumeist sehr liberale Ausrichtung der Texte standen den kulturpolitischen Vorgaben des Nazi-Regimes diametral gegenüber. In dem 1935 veröffentlichten Almanach „30 Jahre R. Piper & Co Verlag. Almanach 1935“ sind aber als lieferbar noch alle Ausgaben bis auf den Riviera-Band Nr. XIV aufgelistet. Dessen 1933 emigrierte Autoren – Klaus Mann stand auf der Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums; er und seine Schwester bekämpften publizistisch vom Ausland aus die politischen Verhältnisse im Deutschen Reich – waren nun für den Verlag nicht mehr haltbar. Die relative Seltenheit dieses Buchs dürfte also mit einer Makulierung von nach 1933 beim Verlag noch vorhandenen, unverkäuflich gewordenen Lagerbeständen im Zusammenhang stehen. Bei den übrigen Bänden konnte ein Verkauf der Lagerbestände entsprechend der gängigen Praxis zunächst noch erfolgen; ab 1936 verschärfte sich aber die Situation.

Folgeauflage des Rom-Bandes 1938[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Buch von Rom (1938), Umschlag wohl von Rudolf Großmann (unsigniert)

Trotzdem erlebte der der „Ewigen Stadt“ gewidmete Band XIII im Jahr 1938 eine geringfügig überarbeitete Auflage. Sie war sicher nicht zuletzt ein Produkt der in diese Zeit fallenden politischen Annäherung der beiden faschistischen Staaten Italien und Deutschland. Allerdings war der im Inhaltsverzeichnis des Buchs angekündigte Abschnitt „Faschismus und Tradition“ dann doch nicht in den Band aufgenommen worden. An seiner Stelle verblieb der ursprüngliche Text „Nicht lückenlos, sondern persönlich!“, wie sich überhaupt die inhaltliche Überarbeitung sehr stark in Grenzen hielt. Zwar fehlte nun das an den jüdischen Germanisten Victor Manheimer gerichtete zweiseitige Vorwort von Wedderkopp aus der Erstauflage, aber die Einteilung der Kapitel blieb ebenso wie ihr Inhalt weitestgehend erhalten. An der Eloge für Mussolini wurde trotz seiner rasanten politischen Entwicklung seit 1931 kein Iota ergänzt. Im Gegenzug schmückten auch weiterhin die Zeichnungen des von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamierten Rudolf Großmann mit seiner vollen Signatur den Band. Dagegen war der 1936 aufgrund seiner jüdischen Abstammung, aber auch wegen seiner politischen Satire zur Emigration gezwungene Walter Trier als Einbandillustrator natürlich nicht mehr tragbar, so dass ein neuer Einbandentwurf mit einem antiken Säulentorso vor der Silhouette des Petersdoms für das Buch gestaltet werden musste.

Ausstattung, Auflagen und Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustratoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bände wurden von populären, zumeist zeitgenössischen Künstlern mit schwarz-weiß Illustrationen versehen. Ebenso wie bei den Autoren standen die Illustratoren in einer besonderen Beziehung zu der Stadt, die sie bis auf drei Bände jeweils mit Künstlerkollegen ins Bild setzten. So sorgten beim Berlin-Band am Reihenbeginn u. a. der 1929 verstorbene Heinrich Zille mit seinen Zille-Milljöh-Darstellungen sowie der Professor der Kunsthochschule Rudolf Großmann und der in Berlin lebende Pressezeichner B. F. Dolbin mit ihren Zeichnungen für das authentische Lokalkolorit. Unter den Illustratoren des der Kunst-Metropole Paris gewidmeten Bandes versammelten sich mit Pablo Picasso, Henri Matisse, Jean Cocteau und dem aus Bulgarien stammenden Jules Pascin, der sich 1930, ein Jahr nach dem Erscheinen des Buchs, das Leben nahm, wesentliche Vertreter der damaligen künstlerischen Avantgarde. Der bedeutende Exponent der Neuen Sachlichkeit Max Unold fing zusammen mit dem Karikaturisten Josef Benedikt Engl und Olaf Gulbransson, der eine Professur an der Königlichen Kunstgewerbeschule München innehatte, sowie weiteren Künstlern das Münchner Leben für den 1928 erschienenen Stadtband Das Buch von München ein. Weitere bekannte Illustratoren, die künstlerische Beiträge zur Gestaltung der Bände lieferten, waren Erich Ohser und Walter Buhe (Das Buch von Leipzig), Ernst Aufseeser und Georges Schreiber (Das Buch von Köln, Düsseldorf / Bonn), Franz M. Jansen und Otto Pankok (Das Buch vom Rheinland) sowie der Kinderbuchillustrator Tibor Gergely, der für den einzigen englischen Titel (Vienna) mit gezeichnet hatte, oder Hans Tomamichel (1899–1984), der beide Schweiz-Bände allein mit Zeichnungen versah.

Auflagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Handel kamen die Bände mit Startauflagen zwischen 5 000 und 10 000 Stück in drei Einbandvarianten. Bei vielen Bänden fehlt eine Auflagenangabe, die damit zumeist auch in den einschlägigen Bibliothekskatalogen nicht zu finden ist.

Einbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbung für Titel dieser Reihe in Ost­walds „Berli­nerisch“ (1932)

Bei den ersten beiden Titeln Berlin und Wien fanden in der Erstauflage zunächst robuste Pappbände Verwendung. Beim Berlin-Band ist eine spätere kleine Binderate in Broschur-Einbindung bekannt. Bei den Folgeauflagen und -titeln gab es dann nur noch Broschuren und rote, bei einigen Titeln auch gelbe, Leinenausgaben mit Schutzumschlag. Die Buchdeckel bzw. Schutzumschläge von 14 dieser Titel, bei dem Rom-Band nur die erste Auflage, gestaltete der Grafiker Walter Trier, der ansonsten bei der Illustrierung der Bände aber nicht beteiligt war, mit farbigen Zeichnungen auf leuchtend gelbem Grund. Bei den übrigen drei oblag dies einem der Bandillustratoren.

Vom englischsprachigen Band „The Vienna“ liegt eine späte Binderate vor, sicher aus der Zeit weit nach Triers Emigration 1936. Ihr Broschureinband weicht mit seinem beigefarbenen Grund und der grafischen Gestaltung völlig vom Reihentypus ab: An die Stelle von Triers Geige spielendem Engel ist das Wiener Riesenrad getreten. Auch wird nicht einmal mehr der Autor Ludwig Hirschfeld, der jüdischer Abstammung war, genannt, sondern der Übersetzer T.W. Mac Callum an dessen Stelle gerückt.

Die Schutzumschläge und Einbände enthielten außer der Einbandzeichnung auf dem Vorderdeckel und dem roten Rückentitel zumeist keine weiteren Eindrucke. Erst bei den beiden Schlussbänden für die Schweiz gab es Eigenwerbung des Verlags für sonstige Reiseliteratur sowie für diese und die verwandte Reihe „Was nicht im Wörterbuch steht“.[3] Diese wurde beim neugestalteten Einband des Rom–Bands von 1938, dessen Einbandzeichnung sich vom reihentypischen Erscheinungsbild Walter Triers doch schon deutlich entfernt hat, auch auf die Umschlagrückseite ausgedehnt, wo auf Franz Xaver ZimmermannsDie Kirchen Roms“ und Max Dvořáks „Geschichte der italienischen Kunst“ hingewiesen wird. Im Klappentext werden der Reihenband „Oberitalien“ (1931) und die beiden Schweiz–Bände von 1933 als noch lieferbar angezeigt.

Da das recht dünne Papier der Schutzumschläge sehr empfindlich ist, fehlen heute bei den Leinenbänden sehr häufig die Schutzumschläge oder sind sie, wie auch bei den in fragiler englischer Broschur gebundenen Bänden, stark beschädigt. Nur bei den Papp- und Leinenbänden schützt die Oberkanten der Seiten ein grüner Kopfschnitt.

Nummerierung und Verkaufspreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis auf die englischsprachige Ausgabe von Wien, The Vienna, that’s not in the Baedeker, waren die Bände römisch nummeriert. Dabei wurde die Nummer „XII“ doppelt vergeben für Das Buch vom Rheinland und Das Buch von Rom (recte: „XIII“).

Am Ende der meisten Titel befanden sich Aufstellungen über die lieferbaren Ausgaben und ihre Preise. Danach lagen diese je nach Umfang und Ausstattung zwischen 3,80 (u. a. Budapest und Leipzig im Broschureinband) bis 7,50 Reichsmark, die für die Leinenausgaben von London und Vienna bezahlt werden mussten.

Aufstellung aller zwischen 1927 und 1938 erschienenen Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reihen-
Nummer
Autor Titel Illustratoren Einbandentwurf zusätzlich er­wähnte Reiseziele Auflagejahr
Auflage
in Tausend
Seiten
(zusätzliche Werbung)[4]
I[a] Eugen Szatmari Das Buch von Berlin Conny, [Alois] Derso, Dolbin, Erich Godal, Rudolf Großmann, [Adalbert] Sipos, Heinrich Zille Walter Trier
Auswahl:
Externe Abbildung
(Bitte Urheberrechte beachten)
Potsdam, Werder,
Märkische Schweiz,
Rheinsberg u. a.
1927: 1.–10. 243[5] (1)[6]
I[b] Conny, Derso, Dolbin, Foujita, Erich Godal, Rudolf Großmann, Kelen, Sipos, Heinrich Zille 1927: 11.–15. 253 (3)[6][7][8]
I[c] 1927: 16.–20. 246 (2)[7][9]
II[a] Ludwig Hirschfeld Das Buch von Wien und Budapest
(„Ausflug nach Budapest“ nur als Anhang)
Adalbert Sipos, Leopold Gedő Südbahn, Baden,
Rax, Burgenland,
Wachau
1927: 1.–10. 278[5] (18)[9]
II[b] Das Buch von Wien
(ohne den „Ausflug nach Budapest“)
1927: 11.–20.[10] 258[5] (14)[9]
ohne
[IIc]
Ludwig Hirschfeld
(Übertragung: T[homas] W[atson] Mac Callum)[11]
The Vienna, that’s not in the Baedeker
(ohne Reihenangabe)
Tibor Gergely, Adalbert Sipos
(neue Illustrationen)
1929: 1.–10.[12] 262[13] (6)[9]
NN
(neuer Entwurf,
Binderate
nach 1936)
III Peter Scher
Hermann Sinsheimer
Das Buch von München Arnold, Engl, [Marcel] Frischmann, Gulbransson, Neu, [Hermann] Rothballer, [Paul] Schondorff, Unold Max Unold Starnberger See,
Ammersee,
Chiemsee, Tegernsee
1928: 1.–10. 144[13] (4)[9]
IV Géza Herczeg
(Vorwort: Ludwig Hirschfeld)
Das Buch von Ungarn und Budapest Eugen Feiks[14] Eugen Feiks - 1928: 1.–5. 240[5]
(davon Werbung: 46)[9]
V Hermann von Wedderkop Das Buch von Köln, Düsseldorf, Bonn Ernst Aufseeser, Georges Schreiber Ernst Aufseeser Ruhrgebiet, Altenberg,
Siebengebirge, Nürburgring
1928: NN[15][10] 230 (2)[9]
VI Hans Reimann Das Buch von Leipzig Walter Buhe, Erich Ohser Walter Trier Weimar,
Grimma
1929: 1.–10.[10] 205 (3)[9]
VII Hermann von Wedderkop Das Buch von Paris Jean Cocteau, Pablo Picasso, Henri Matisse, Rudolf Großmann, Marlice Hinz,[16] Louis Touchagues,[14] Pierre-Auguste Renoir, Jules Pascin, Käte Wilczynski, Bettina Roon-Hönig, Louis Kahan[17][18] Fontainebleau,
Versailles,
Chantilly
1929: 1.–10. 203 (5)[6][19]
1929: 11.–16. 210 (6)[6][19]
VIII Hans Harbeck Das Buch von Hamburg Eugen Denzel, Hans Leip, Kurt Löwengard, Gabriele von Lüttwitz Sachsenwald 1930: 1.–6. 171 (5)[9]
IX Hans Reimann Das Buch von Frankfurt,
Mainz, Wiesbaden
Karl Friedrich Brust
(1897–1960)
Offenbach, Bad Homburg 1930: 1.–5. 207 (1)[6]
X Hermann von Wedderkop Das Buch von London Paul Bloomfield Oxford, Brighton,
Southend
1930: 1.–5. 230 (2)[6]
XI Hermann von Wedderkop Das Buch von Oberitalien Fritz Heinsheimer, Georg Walter Rössner - 1931: NN[15] 254 (2)[6]
XII Herbert Eulenberg Das Buch vom Rheinland Franz M. Jansen, Otto Pankok - 1931: NN[15][10] 215 (1)[6]
XIII[a]
(statt XII)
Hermann von Wedderkop Das Buch von Rom Rudolf Großmann, Felix Meseck, Erna Plachte, Käte Wilczynski, Martin Piper[20] Campagna 1930: NN[15] 276 (4)[6]
XIII[b]
(statt XII)
Rudolf Großmann (?)
(neuer Entwurf)
1938: NN[15]
(ganz leicht
überarbeitete Auflage)
279
XIV Erika Mann
Klaus Mann
Das Buch von der Riviera Walther Becker, Henri Matisse, Rudolf Großmann, Martin Piper Walter Trier - 1931: NN[15] 186 (4)[6]
XV Annemarie Schwarzenbach
Hans Rudolf Schmid
(Hrsg. Eduard Korrodi)
Das Buch von der Schweiz.
Ost und Süd
Hans Tomamichel[14] - 1932: NN[15] 240 (8)[9]
XVI Annemarie Schwarzenbach
Hans Rudolf Schmid
(Hrsg. Eduard Korrodi)
Das Buch von der Schweiz.
Nord und West
Hans Tomamichel - 1933: NN[15] 310 (2)[6]

Reprints und Nachauflagen anderer Verlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Connewitzer Verlagsbuchhandlung aus Leipzig legte 1995 und 1997 von insgesamt fünf Titeln fotomechanische Nachdrucke wohl mit Auflagen von jeweils 3000 Exemplaren vor, wobei nur bei den Ausgaben von 1995 die Auflage im DNB-Katalog mit 3000 Exemplaren aufgeführt ist.[21] Diese sind fadengeheftet in robuste Pappbände unter weitestgehender Verwendung jeweils der originalen Einbandgestaltung gebunden. Die zeitgenössische Piper-Verlagswerbung wurde durch Titel des aktuellen Verlagsprogramms der Connewitzer Verlagsbuchhandlung, u. a. die in Rede stehenden Reprintausgaben, ergänzt. Folgende Bände wurden jeweils in der Fassung der Erstauflage verlegt:

  • Das Buch von Berlin (Bd. I, 1927) – 1997
  • Das Buch von Leipzig (Bd. VI, 1929) – 1995
  • Das Buch von Hamburg (Bd. VIII, 1930) – 1997
  • Das Buch von Frankfurt, Mainz, Wiesbaden (Bd. IX, 1930) – 1995
  • Das Buch von der Riviera (Bd. XIV, 1931) – 1997.

Von dem Band Riviera der Mann-Geschwister wurden auch vom Rowohlt Verlag 2002[22] und 2004 Reprints vorgelegt, nachdem bereits 1989 der Berliner Verlag Silver & Goldstein eine mit zeitgenössischen Fotografien und einem Nachwort von Martin Ripkens ergänzte Ausgabe auf den Buchmarkt gebrachte hatte. Diese Ausgaben erhielten moderne Einbände und sind so nicht als ursprüngliche Reihentitel erkennbar. Die Leipziger Riviera-Ausgabe verwendet zwar die originale Einbandgestaltung von Walter Trier, jedoch ohne die Signatur „Trier“.

„Wat niet in Baedeker staat“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee des Piper Verlags wurde um 1930 vom Amsterdamer Verlag A. J. G. Strengholt[23] aufgegriffen. Unter dem Titel Wat niet in Baedeker staat erschienen mit Zeichnungen und Fotos versehene Bände zu den Städten Amsterdam (1930), Rotterdam (1931) und Den Haag (1931).

„Was nicht im Wörterbuch steht“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1931 folgte anknüpfend an das Motto der alternativen Reiseführer in weitestgehend identischer Ausstattung die sieben Titel umfassende Reihe Was nicht im Wörterbuch steh. Erneut lieferte fast ausschließlich Walter Trier die Einbandentwürfe, bis er 1936 emigrieren musste. Der letzte Titel der Reihe erschien 1937. Zwei Bände erlebten in den 1950er Jahren originale Nachauflagen, später gab es solche auch bei anderen Verlagen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 25 Jahre R. Piper & Co. Verlag 1904-1929. R. Piper Verlag, München 1929

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ludwig Hirschfeld: Das Buch von Wien. 1927, 11.–20. Tausend, S. 1
  2. Peter Scher, Hermann Sinsheimer: Das Buch von München. R. Piper & Co. Verlag, München 1928, S. 18, 48
  3. Im Band Schweiz. Ost und Süd wurde im hinteren Klappentext – neben fünf anderen Bänden – noch für den „in Vorbereitung“ befindlichen Reihentitel Was nicht im Wörterbuch steht. Kölsch geworben, der jedoch nicht erschien.
  4. Teilweise blieb die letzte Textseite unnummeriert, ebenso wie zumeist die dann folgenden Werbeseiten. Die in der Tabelle angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf die jeweils tatsächlich enthaltenen Druckseiten.
  5. a b c d Die Seitenzählung beginnt bei der ersten Textseite. Die Blätter bis zum Textbeginn blieben unnummeriert. Damit liegt die tatsächliche Seitenzahl um die Zahl 6 höher.
  6. a b c d e f g h i j k Der Band enthält nur Verlagswerbung.
  7. a b Der Inhalt der Folgeauflage wurde überarbeitet, ohne dass dies im Buch angegeben ist. Daraus ergibt sich eine von der Vorauflage abweichende Seitenzahl.
  8. In dieser Auflage wurde wohl vom Verlag vor der Auslieferung des Titels das im Inhaltsverzeichnis für Seite 254 angekündigte zweiseitige Sachverzeichnis aus den Bänden entfernt. Jedenfalls fehlte bei vier bisher vorgelegenen Exemplaren, darunter dasjenige der Berliner Stadtbibliothek, erkennbar ein Blatt mit den nichtpaginierten Seiten 255 und 256, auf denen das Sachverzeichnis zu erwarten gewesen wäre. Dagegen zeigt die dem Text unmittelbar folgende, ohne Seitenzahl gedruckte Seite 254 Werbung für die sechs folgenden Reihenände von „Wien“ bis „Paris“ (II-VII).
  9. a b c d e f g h i j Der Band enthält Werbung des Piperverlags und weiterer Firmen.
  10. a b c d Dieser Band kommt auch in gelbem Leinen vor.
  11. Vgl. Frederick George Thomas Bridgham (Hrsg.): The First World War as a Clash of Cultures. Camden House 2006, S. 250 (Online in der Google-Buchsuche). Danach war MacCallum bis zum Abschluss des Sommersemesters 1914 als einer von zwei Dozenten der englischen Sprache und Literatur an der Wiener Universität tätig und trat dann seinen Sommerurlaub in Großbritannien an. Durch den Beginn des Ersten Weltkriegs konnte er als Bürger eines feindlichen Landes zum Beginn des Wintersemesters im Herbst desselben Jahres nicht nach Wien zurückkehren. Erst ab 1927 bis ins Frühjahr 1939 war er wieder in Wien tätig.
  12. Im Buch selbst sowie in der Deutschen Nationalbibliothek oder anderen öffentlich zugänglichen Bibliothekskatalogen ist zwar keine Auflagenhöhe angegeben. Allerdings gibt der Verlagsalmanach 25 Jahre R. Piper & Co. Verlag 1904-1929 (S. 184) eine Auflagenbezeichnung „10. Auflage 1929“ an. Damit müsste es 1929 eigentlich zwei Auflagen mit insgesamt 10.000 Exemplaren gegeben haben. Die Druckexemplarzahl vor der Auflage hat der Verlag in dem Almanach bei anderen Reihenbänden nur dann angegeben, wenn mehr als eine Auflage gedruckt wurde. Vergleiche insoweit die Angaben im Almanach auf derselben Seite zur damals aktuellen 2. Auflage (11.–15. Tausend) des erstmals 1927 erschienenen Berlin-Bands: „1927. 15. Auflage 1929“.
  13. a b Die Seitenzählung beginnt bei der ersten Textseite. Die Blätter bis zum Textbeginn blieben unnummeriert. Damit liegt die tatsächliche Seitenzahl um die Zahl 8 höher.
  14. a b c Vergleiche zu den Künstlern Eugen Feiks die ungarische, Louis Touchagues die französische und Hans Tomamichel die italienische Wikipedia.
  15. a b c d e f g h Im Buch sowie in der Deutschen Nationalbibliothek oder anderen öffentlich zugänglichen Bibliothekskatalogen ist keine Auflagenhöhe angegeben. Zumindest bei den Bänden ab 1931 (Bd. XI ff.) kann angesichts der durch die Weltwirtschaftskrise sehr schwierigen Lage auch auf dem deutschen Buchmarkt davon ausgegangen werden, dass die Auflagen 5000 Exemplare – diese Zahl ist zuletzt beim Band für London (Bd. X) von 1930 angegeben – sicher nicht überstiegen haben.
  16. Marlice Hinz war eine deutsche Modezeichnerin (weitere Zeichnungen und Informationen zu ihrem Werk: Uni Heidelberg online 1 und Uni Heidelberg online 2).
  17. Hier handelt es sich um den vor allem als Modezeichner tätig gewesenen Louis Kahan (1905–2002).
  18. Auf dem Titelblatt ist nur angegeben: „Cocteau, Großmann, Pascin, Picasso, Renoir, Touchagues, Wilczynski u. a.“
  19. a b Das im Inhaltsverzeichnis vorn im Buch aufgeführte Sachregister, das auf Seite 204 beginnen sollte, fehlt in der Erstauflage und wurde erst der 2. Auflage beigegeben.
  20. Auf dem Titelblatt wurden mehrere Illustratoren namentlich angegeben und durch den Zusatz „u. a.“ wird suggeriert, es hätten noch mehrere andere Zeichner an der Gestaltung des Bandes mitgewirkt. Tatsächlich sind zusätzlich zu den signierten Zeichnungen nur noch solche von Martin Piper enthalten, die lediglich mit dem etwas verfremdeten Kürzel „MP“ versehen wurden, so dass die Urheberschaft aus dem Band selbst nicht ohne weiteres erkennbar ist. Allerdings sind seine Zeichnungen im Band XIV, Das Buch von der Riviera, neben dem identischen Kürzel „MP“ zusätzlich mit seinem Namen versehen, wodurch ihm auch die Zeichnungen im Rom–Band zweifelsfrei zugeordnet werden können.
  21. Katalogeinträge bei der Deutschen Nationalbibliothek
  22. Rezension in der FAZ vom 15. November 2002 (Digitalisat), Taschenbuch: ISBN 3-499-23381-9.
  23. Vgl. zu diesem näher die niederländische Wikipedia Strengholt Holding