Westfalen-Express

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RE 6 Westfalen-Express
Strecke der Westfalen-Express
Kursbuchstrecke (DB): 415.1/2 (Düsseldorf–Hamm)
400 (Hamm–Bielefeld)
370 (Bielefeld–Minden)
Streckenlänge: 220 km
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Verlauf
   
220 Minden (Westf) ICE, IC
Haltepunkt, Haltestelle
214 Porta Westfalica
Haltepunkt, Haltestelle
205 Bad Oeynhausen IC
Bahnhof, Station
199 Löhne (Westf)
Bahnhof, Station
189 Herford ICE, IC
Bahnhof, Station
175 Bielefeld Hbf ICE, IC
Bahnhof, Station
157 Gütersloh Hbf ICE, IC
Bahnhof, Station
148 Rheda-Wiedenbrück
Bahnhof, Station
138 Oelde
Bahnhof, Station
129 Neubeckum
Bahnhof, Station
119 Ahlen (Westf)
Haltepunkt, Haltestelle
111 Heessen
Bahnhof, Station
108 Hamm (Westf) ICE, IC
Bahnhof, Station
93 Kamen
   
77 Dortmund Hbf THA, ICE, IC
   
59 Bochum Hbf ICE, IC
Haltepunkt, Haltestelle
52 Wattenscheid
   
43 Essen Hbf THA, ICE, IC
   
34 Mülheim (Ruhr) Hbf ICE, IC
   
24 Duisburg Hbf THA, ICE, IC
   
7 Düsseldorf Flughafen   ICE, IC
   
0 Düsseldorf Hbf THA, ICE, IC
RE 6a
Kursbuchstrecke (DB): 485 (Düsseldorf–Neuss)
495 (Neuss–Köln)
465 (Köln–Köln/Bonn Flghfn)
Streckenlänge: 49 km
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Verlauf
   
(Durchbindung zum RE 6 ab 12/2016 geplant)
   
0 Düsseldorf Hbf THA, ICE, IC
   
11 Neuss Hbf
   
27 Dormagen
   
49 Köln Hbf THA, ICE, IC
   
50 Köln Messe/Deutz (einzelne Züge der NVZ) ICE, IC
   
60 Köln/Bonn Flughafen ICE, IC

Der Westfalen-Express ist ein Regional-Express-Zuglauf in Nordrhein-Westfalen, der Städte Westfalens (unter anderem Minden, Bielefeld und Hamm) mit dem Ruhrgebiet verbindet (insbesondere Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg und Düsseldorf).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der NRW-Express (RE 1) war eine der ersten Regional-Express-Linien und verkehrte mit fünf, teilweise bis zu acht Doppelstockwagen von Bielefeld über Dortmund, Düsseldorf und Köln nach Aachen. Vorläufer des heutigen Westfalen-Express waren werktägliche Zwischenzüge des NRW-Express, die zur Taktverdichtung zwischen Bielefeld und Dortmund dienten. Zu seiner Entlastung wurde dann auf dem Abschnitt Bielefeld – Düsseldorf am 24. Mai 1998 der Westfalen-Express (damals noch mit der Liniennummer RE 11) eingerichtet.

Zum Fahrplanwechsel 2002 erfolgte eine Verlängerung dieses Zuglaufs von Düsseldorf über Dortmund und Bielefeld hinaus bis Minden, verbunden damit wurde die Liniennummer auf die heute noch gültige (RE 6) geändert. Gleichzeitig wurde der schlechter ausgelastete Abschnitt des NRW-Express zwischen Bielefeld und Hamm abgetrennt, damit sollte insbesondere die Pünktlichkeit der gesamten Linie verbessert werden. Für die Strecke Bielefeld – Minden bedeutete der neue Westfalen-Express montags bis freitags eine Verdoppelung des Nahverkehrsangebots.

Zuglauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westfalen-Express befährt insgesamt vier Eisenbahnstrecken:

Ähnlich wie der Rhein-Emscher-Express befährt der Westfalen-Express einen weiten Teil der Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft, zwischen Dortmund und Duisburg benutzt er allerdings die besser ausgebaute und zentraler gelegene Ruhrgebietsstrecke der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft.

Die Ergänzungslinie RE 6a befährt ab dem Dezember 2015 zwei weitere Strecken:

Für den Fall der Durchbindung des Westfalen-Expresses bis nach Köln/Bonn Flughafen kommen drei weitere Strecken hinzu:

  • die Hohenzollernbrücke zwischen Köln Hbf und Köln Messe/Deutz (gemeinsam mit allen Zügen des Regional- und Fernverkehrs),
  • die Siegstrecke zwischen Köln Messe/Deutz und der Abzweigstelle Köln Flughafen Nordwest (gemeinsam mit allen Zügen des Regional- und Fernverkehrs),
  • die Flughafenschleife Köln bis zum Köln/Bonner Flughafen (gemeinsam mit allen Zügen des Regional-, S-Bahn- und Fernverkehrs).

Zugangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westfalen-Express verkehrt tagsüber im Stundentakt von Minden nach Düsseldorf, ab dem Fahrplanwechsel Dezember 2010 auch als Vollangebot auf der gesamten Linie von 7 bis 22 Uhr.[1] Bis zum Fahrplanwechsel Dezember 2010 gab es jedoch in Tagesrandlangen auch einzelne Züge mit den Wendepunkten Dortmund, Hamm und Bielefeld.

Verdichtet wird der Takt auf Teilabschnitten durch den NRW-Express und den Rhein-Hellweg-Express zwischen Hamm und Duisburg, durch die Ems-Börde-Bahn RB 69 zwischen Bielefeld und Hamm, Weser-Leine-Express RE 70 und Porta-Express RE 78 zwischen Bielefeld und Minden.

RE 6 in Essen Hauptbahnhof nach Düsseldorf

Der RE 6 verläuft auf einem großen Abschnitt parallel zu S-Bahnlinien und hat teilweise den Charakter einer schnellen S-Bahn oder Schnellbahn übernommen beziehungsweise wird von den Fahrgästen entsprechend genutzt.

Er wird im Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW betrieben, die Wendezüge aus fünf Doppelstockwagen bespannt mit Elektrolokomotiven der Baureihe 146.0 einsetzt. Als Ersatz kommen regelmäßig auch Elektrolomotiven der Baureihe 111 zum Zuge. Die fahrplanmäßige Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h kann auf weiten Abschnitten ausgefahren werden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 84,5 km/h. Vereinzelt gelangen auch Fahrzeuge der Baureihe 425 in den Einsatz als RE 6.

Der Westfalen-Express ist in Düsseldorf, Duisburg, Essen, Dortmund, Hamm, Bielefeld, Herford, Löhne und Minden mit dem übrigen Nahverkehrsnetz in NRW bzw. Niedersachsen verknüpft. Zudem sichert er an einem Teil der Halte direkte Anschlüsse an den Fernverkehr.

RE 6a / Rhein-Ruhr-Express[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Vorlaufbetrieb für den Rhein-Ruhr-Express wurde zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 die Linie RE 6a in Betrieb genommen.

Diese verbindet Düsseldorf Hauptbahnhof erstmals regelmäßig mit dem Flughafen Köln/Bonn und bedient dabei Unterwegshalte in Neuss Hauptbahnhof, Dormagen, Köln Hauptbahnhof sowie einzelne Züge auch Köln Messe/Deutz.

Die Linie wird im Stundentakt planmäßig mit elektrischen Triebzügen der Baureihe 425 in Doppeltraktion befahren. Grund für die vorläufige Getrenntführung von RE 6 und RE 6a ist, dass die eingesetzten Doppelstockwagen des RE 6 (Minden - Düsseldorf) bisher keine Notbremsüberbrückung besitzen und somit die Flughafenschleife Köln nicht befahren dürfen.

Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 ist geplant, den RE 6 der Relation Minden - Düsseldorf bis Köln/Bonn Flughafen zu verlängern und somit den RE 6a mit den bis dahin nachgerüsteten Doppelstockzügen abzulösen.

Ausschreibung der Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Bestellung sind vier Zweckverbände in Nordrhein-Westfalen, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der Zweckverband SPNV Ruhr-Lippe, der Zweckverband SPNV Münsterland und der Verkehrsverbund OstWestfalenLippe beteiligt.

Gemäß Qualitätsbericht 2007 des VRR hatten die Zugfahrten der RE 6 im Jahre 2007 eine durchschnittliche Verspätung von 3,6 Minuten und liegen damit etwas über dem Durchschnitt der RE-Linien in NRW. Die Quote der nicht vorhersehbaren Ausfälle lag bei circa 1,75 % aller Zugfahrten, womit sich die RE 6 ungefähr im Mittelfeld der RE-Linien in NRW bewegt.[2]

Der große Verkehrsvertrag, auf dessen Grundlage die Linie zwischen Dortmund und Düsseldorf betrieben wird, wurde vom VRR am 12. Juni 2008 fristlos gekündigt, seitdem betreibt die DB ihn auf diesem Ast auf Basis einer Auferlegung. Am 19. Dezember 2008 entschied das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, dass die Kündigung des „großen Verkehrsvertrages“ rechtswidrig gewesen sei. Die nordrhein-westfälischen Aufgabenträger haben einen gemeinsamen Ausschreibungsfahrplan vorgelegt, wonach die Linie RE 6 gemeinsam mit dem RE 5 Rhein-Express ausgeschrieben werden soll. Betriebsaufnahme für den RE 6 soll der 11. Dezember 2016 sein.[3]

Im Rahmen der sogenannten Rhein-Ruhr-Express Interimsvergabe sollen die Leistungen vom Dezember 2016 bis zur Inbetriebnahme der Rhein-Ruhr-Express-Fahrzeuge durch DB Regio erbracht werden.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Westfalen-Express – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fahrplanänderungen 2010 in NRW abgerufen Dezember 2010
  2. Qualitätsbericht 2007 des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (pdf, 659,8 KB)
  3. [1]
  4. RRX-Interimsvergabe geht an DB Regio NRW. NVR, 11. April 2014, abgerufen am 11. April 2014 (Pressemitteilung).